Lexikon - Gesamtglossar aller Bücher

  • Begriff
    Erklärung
  • affektive Störungen
    Bei affektiven Störungen ist die Beeinträchtigung von Emotionen der Kern der Störung. Dazu zählen z.B. Depressionen und Angststörungen.
  • Annäherungsmotivation
    Annäherungsmotivation zielt auf die Annäherung an einen erwünschten positiven Zielzustand.
  • Annäherungstemperament
    Nach Elliot und Trash (2001) ist ein Annäherungstemperament eine generelle neurobiologische Sensibilität gegenüber positiven Stimuli. Dies kommt in einer wahrnehmungsmäßigen Vigilanz für, einer affektiven Reaktion auf und einer verhaltensmäßigen Prädisposition gegenüber solche(n) Stimuli zum Ausdruck.
  • Annäherungsziele
    Annäherungsziele beziehen sich auf einen spezifizierten positiven Zustand, den es zu erreichen gilt.
  • Anreiz
    Situative Reize, die auf affektiv getönte Zielzustände verweisen.
  • Anschlussanreiz
    Anschlussanreize sind Merkmale der (sozialen) Umwelt, die Anschlussmotivbefriedigung signalisieren.
  • Anschlussmotiv
    Das Anschlussmotiv ist das dispositonelle Streben nach harmonischen zwischenmenschlichen Beziehungen und nach der Gewinnung, Aufrechterhaltung und Pflege von Freundschaften.
  • antezedenzfokussierte Emotionsregulation
    Die antezedenzfokussierte Emotionsregulation schließt Strategien ein, die früh im Prozess der Emotionsgenese greifen, und zwar zu einem Zeitpunkt, zu dem sich die Emotion noch nicht vollständig (auf allen Reaktionsebenen) entfaltet hat bzw. die emotionsbezogenen Reaktionstendenzen nicht ausgelöst worden sind. Sie basiert auf Vorwegnahme (antezedent) und Kontrolle von Emotionsreaktionen durch aktive Situations- und Gedankenselektion und Beeinflussung, um ungewollte Emotionen zu verhindern und erwünschte herbeizuführen. Antezedenzfokussierte Emotionsregulation schließt vier regulatorische Subtypen ein: Situationsauswahl, Modifikation der Situation, Aufmerksamkeitslenkung und kognitive Veränderung oder Neubewertung.
  • Attribution
    Ursachenzuschreibung für Ereignisse bzw. Handlungsergebnisse.
  • Ausdauer
    Die Fähigkeit, das eigene Handeln trotz Unterbrechungen und Ablenkungen auf Zielkurs zu halten.
  • Automotive-Theorie
    Die Automotive-Theorie von Bargh (1994) besagt bezogen auf das Zielstreben, dass Stimuli, die gleichzeitig mit einem Ziel aufgetreten und so mit ihm assoziiert wurden, zielführendes Verhalten automatisch auslösen können.
  • Basisemotionen
    Basisemotionen sind Emotionen, die hinsichtlich des mimischen Ausdrucks universell sind, d.h. kulturübergreifend gezeigt und auch verstanden werden. Der Auffassung vieler Forscher zufolge zählen Freude, Traurigkeit, Überraschung, Ekel, Furcht und Wut dazu. Manche Forscher bezeichnen aber als Basisemotionen nur solche, die ungelernt oder überlebensdienlich sind.
  • Bedürfnis
    Psychischer oder physischer Mangelzustand, mit dem ein unangenehmes Spannungserleben verbunden ist, was zu bedürfnisbefriedigenden Handlungen motiviert.
  • Behaviorismus
    Von John B. Watson begründete Forschungsrichtung, die von der empirischen Vorgehensweise der Naturwissenschaften ausgehend nur objektiv beobachtbare Verhaltensphänomene analysierte.
  • behavioristisch-lerntheoretische Emotionstheorien
    Behavioristisch-lerntheoretische Ansätze gehen davon aus, dass Emotionen im Laufe der individuellen Lerngeschichte durch klassisches und instrumentelles Konditionieren erworben werden.
  • Bildgeschichtenübung
    "Die Bildgeschichtenübung sieht vor, dass Probanden Geschichten zu Bildmaterial verfassen, die dann nach strengen Auswertungskategorien (""Verrechnungsschlüsseln"") ausgewertet werden. "
  • Bindungssicherheit
    Ab etwa dem achten Lebensmonat ist eine Bindung zwischen Kindern und ihren Bezugspersonen klar zu erkennen. Die Bindung kann in ihrer Qualität deutlich variieren. Kinder können sicher oder unsicher an ihre Bezugspersonen gebunden sein. Bei einer sicheren Bindung bildet die Bezugsperson eine sichere Basis für das Kind, zu der es im Falle einer drohenden Gefahr oder unsicheren Situation zurückkehren und bei der es Schutz und Hilfe erwarten kann.
  • Bindungstypen
    "Die Bindungstypen ""sicher"", ""unsicher-vermeidend"", ""unsicher-ambivalent"" und ""desorganisiert"" sind Begriffe aus der Bindungstheorie von Ainsworth et al. (1978) und bezeichnen verschiedene Bindungsqualitäten zwischen Müttern und Kindern. "
  • Darstellungsregeln
    Darstellungsregeln sind soziale Regeln, nach denen bestimmt wird, in welchen Situationen welche Emotionen gezeigt bzw. nicht gezeigt werden dürfen.
  • Darstellungsregeln
    Darstellungsregeln sind kulturell verankerte Regeln, welches emotionale nonverbale Verhalten wann und wie zum Ausdruck gebracht werden darf und welches nicht. Je nach sozialem Kontext kann überlegt werden, ob der erlebte Ärger eher in Aggressionen oder Rückzug münden soll. Die in der Kindheit erlernten Regeln wenden Erwachsene weitgehend automatisch an.
  • Eigengruppenvorteil bei der Erkennung emotionaler Gesichtsausdrücke
    Menschen scheinen insbesondere Emotionsausdrücke anderer Mitglieder ihrer eigenen Kultur akkurater einzuschätzen als die Ausdrücke Angehöriger anderer Kulturen.
  • Elektromyographie (EMG)
    Die Elektromyographie ist eine elektrophysiologische Methode, bei der mithilfe von auf dem Gesicht gezielt platzierten Elektroden die elektrische Aktivität von kontrahierten Gesichtsmuskeln gemessen werden kann.
  • emotionale Dissonanz
    Emotionale Dissonanz besteht, wenn gezeigte Emotionen nicht mit erlebten Gefühlen übereinstimmen.
  • emotionaler Erlebniswert
    Verbraucher erwarten von Produkten nicht nur Funktionalität und Benutzerfreundlichkeit, sondern auch einen emotionalen Erlebnis- bzw. Zusatzwert. Dieser kann z.B. durch Produktwerbung, das Image des Herstellers oder optische Merkmale des Produkts entstehen.
  • Emotionen
    Emotionen haben subjektive erfahrbare und objektive erfassbare Komponenten, die zielgerichtetes Verhalten begleiten bzw. fördern, das dem Organismus eine Anpassung an seine Lebensbedingungen ermöglicht.
  • Emotionsarbeit
    Der Begriff „Emotionsarbeit“ bezieht sich auf die Notwendigkeit, z.B. in Dienstleistungsberufen Emotionen zu zeigen, die man u.U. gar nicht hat bzw. Emotionen zu verbergen, die man hat, die aber in einer bestimmten Situation nicht wünschenswert sind.
  • Emotionskomponenten
    Emotionen setzen sich aus verschiedenen Komponenten zusammen. Dabei handelt es sich um eine subjektive oder Erlebniskomponente (Gefühl), um eine physiologische Komponente (Herzrasen, Schwitzen, Erröten usw.) und um eine Verhaltenskomponente, die sich in der Gestik und Mimik ausdrückt. In manchen Ansätzen zählt auch eine kognitive Komponente dazu.
  • Emotionsregulation
    Emotionsregulation umfasst nach Gross (2002) diejenigen Prozesse, die uns ermöglichen, Einfluss darauf auszuüben, welche Emotionen wir haben, wann wir diese haben und wie wir diese erleben und zum Ausdruck bringen.
  • Emotionswissen
    Ein umfangreiches und differenziertes Emotionswissen zu haben, bedeutet, Emotionen gut erkennen und voneinander unterscheiden sowie soziale Effekte des Emotionsausdrucks antizipieren zu können. Das Emotionswissen ist eine wichtige kognitive und motivationale Grundlage bzw. Voraussetzung für den Ablauf von Emotionsregulationsprozessen.
  • Emotionswissen
    Zum Emotionswissen zählt die Fähigkeit, eigene Emotionen und die Emotionen anderer zu erkennen und zu benennen, sowie die Fähigkeit, diese zu verstehen und mit Ursachen in Verbindung zu bringen, und um das Wissen, wie man Emotionen bei sich und anderen verändern kann. Dieses Wissen ist nicht immer explizit.
  • Empathie
    Empathie ist die Fähigkeit, sich in andere hinein zu versetzen, zu verstehen, was sie denken und fühlen, und sogar mit ihnen zu fühlen.
  • Enkodierung und Dekodierung von Emotionen
    Enkodierung von Emotionen: Nonverbales Emotionsverhalten zeigen (Lächeln, Nase rümpfen). Dekodierung von Emotionen: Nonverbales Emotionsverhalten anderer Menschen wahrnehmen und interpretieren.
  • evaluative Konditionierung
    Bei der evaluativen Konditionierung wird durch wiederholte Assoziation die Valenz eines emotional relevanten Reizes auf einen neutralen (z.B. ein Produkt oder einen Markennamen) übertragen.
  • evolutionsbiologische Emotionstheorie
    Der evolutionspsychologische Ansatz betrachtet Emotionen als ein Ergebnis der Entstehungsgeschichte von Mensch und Tier. Man geht davon aus, dass die verschiedenen Emotionskomponenten (z.B. Ausdruck oder physiologische Komponente) der Spezies Überlebens- und Fortpflanzungsvorteile verschafften.
  • explizite Motive
    Explizite Motive sind bewusste, auf kognitiven Bewertungen (Selbstbild) basierende Motive.
  • extrinsische Anreize
    Extrinsische Anreize liegen außerhalb der Person, z.B. in der sozialen Bewertung (Lob, Tadel, Anerkennung, Beförderung).
  • extrinsische Motivation
    Extrinsische Motivation bedeutet, dass eine Person eine Tätigkeit ausführt, weil sie von außen dafür belohnt (Dank, Lohn, Anerkennung) oder für deren Unterlassung bestraft (Tadel, Missbilligung) wird.
  • Facial Action Coding System (FACS)
    Das FACS (Ekman u. Friesen, 1978) ist ein objektives Kodierungsverfahren zur Beschreibung von sichtbaren Gesichtsausdrücken. Das Verfahren unterscheidet 44 einzelne kleinste, noch erkennbare Muskelbewegungen im Gesicht, auch „Aktionseinheiten“ genannt („action units“, AUs).
  • Flow-Erleben
    Das Flow-Erleben (Csikszentmihalyi, 1975, 1990) ist ein facettenreiches Konstrukt, das sich v.a. durch ein tiefes selbstreflexionsfreies Involviertsein in eine Handlung kennzeichnet.
  • Führungsmotivmuster
    Das Führungsmotivmuster (McClelland, 1975) ist eine Konstellation aus hohem Machtmotiv, hoher Inhibitionstendenz und niedrigem Anschlussmotiv.
  • Furcht vor Zurückweisung
    Furcht vor Zurückweisung ist die Furchtkomponente des Anschlussmotivs. Sie ist gekennzeichnet durch die dispositonelle Erwartung und der daraus resultierenden Furcht, von anderen Personen nicht akzeptiert und zurückgewiesen zu werden.
  • Furchtmotive
    Furchtmotive (z.B. Furcht vor Misserfolg, Furcht vor Zurückweisung, Furcht vor Kontrollverlust) sind darauf ausgerichtet, einen motivspezifischen negativen Anreiz zu vermeiden und stellen eine dispositionelle Vermeidungsorientierung dar.
  • Gefühlsdimensionen
    "Dimensionale Emotionskonzeptionen gehen davon aus, dass sich Emotionen in ihrer quantitativen Ausprägung auf verschiedenen Dimensionen einordnen lassen. Wilhelm Wundt ging z.B. von drei bipolaren Gefühlsdimensionen aus. Dabei handelt es sich um ""Lust-Unlust"", ""Erregung-Beruhigung"" und ""Spannung-Lösung"". Einzelne Gefühle können dabei durch einen Punkt auf den drei Koordinaten dargestellt werden. "
  • Geschlechtsstereotype
    Geschlechtsstereotype beinhalten sozial geteiltes Wissen darüber, wie sich Frauen und Männer in Bezug auf eine bestimmte Domäne (z.B. Ausdruck und Erleben von Emotionen) voneinander unterscheiden (deskriptive Normen) oder unterscheiden sollten (präskriptive Normen).
  • Gestaltpsychologie
    "Von u. a. Max Wertheimer, Wolfgang Köhler und Kurt Koffka begründete Forschungsrichtung, in deren Mittelpunkt Wahrnehmungsphänomene stehen. Zentral ist die Annahme ganzheitlicher Wahrnehmungsprozesse (""Das Ganze ist mehr als die Summe seiner Teile""). "
  • Handlungs- vs. Lageorientierung
    Individuelle Emotionsregulationskompetenz, die Auswirkungen auf die Handlungssteuerung hat. Im Zustand der Handlungsorientierung gelingt es, negative Emotionen herab- und positive Emotionen heraufzuregulieren und sich einerseits rasch von Misserfolgen gedanklich wieder frei zu machen und andererseits zügig eigene Intentionen zu realisieren. Im Zustand der Lageorientierung ist die Emotionsregulationskompetenz eingeschränkt, unangenehme Erfahrungen führen zu ausgedehntem Grübeln und Schwierigkeiten bei der Absichtsumsetzung.
  • Hoffnung auf Erfolg/Furcht vor Misserfolg
    Das Leistungsmotiv umfasst zwei Komponenten, die je nach ihrer Ausprägung beim Individuum zu einer annähernden (Hoffnung auf Erfolg) oder vermeidenden (Furcht vor Misserfolg) Haltung gegenüber Leistungssituationen führt.
  • Hoffnungsmotive
    Hoffnungsmotive (z.B. Hoffnung auf Erfolg, Hoffnung auf Anschluss, Hoffnung auf Kontrolle) sind darauf ausgerichtet, einen motivspezifischen positiven Anreiz zu erreichen und stellen somit eine dispositionelle Annäherungsorientierung dar.
  • implizite Motive
    Implizite Motive sind unbewusste, auf affektiven Erfahrungen basierende Motive.
  • International Affective Picture System  (IAPS)
    Das IAPS beinhaltet eine umfassende standardisierte Bildersammlung, deren Anwendung in der experimentellen Emotionsforschung eine weite Verbreitung erfährt. Auf mehr als 1000 potenziell emotionsauslösenden Farbbildern werden unterschiedliche semantische Kategorien menschlicher Erfahrungswelt abgebildet (z.B. Naturkatastrophen, Waffen, Landschaften, spielende Kinder).
  • interpersonale Emotionsregulation
    Die Emotionsregulation durch andere wird als interpersonale Regulation bezeichnet. Säuglinge sind z.B. noch nicht in der Lage, ihre Bedürfnisse selbst zu befriedigen und somit ihre Emotionen zu regulieren. Sie signalisieren Erwachsenen durch ihren Emotionsausdruck (z.B. durch Weinen), dass sie dabei Hilfe benötigen.
  • Intimitätsmotiv
    Das Intimitätsmotiv ist das Bedürfnis nach engen zwischenmenschlichen Beziehungen, nach Vertrautheit und Harmonie (McAdams, 1992).
  • intrapersonale Emotionsregulation
    Von intrapersonaler Emotionsregulation spricht man, wenn Menschen ihre Emotionen selbstständig, d.h. ohne Hilfe anderer Personen regulieren.
  • intrinsische Anreize
    Intrinsische Anreize liegen in der Tätigkeit selbst (z.B. Neuheit der Aufgabe, herausfordernde Aufgabe, deren Bearbeitung Kompetenzerleben verspricht).
  • intrinsische Motivation
    Intrinsische Motivation bedeutet, dass eine Person eine Tätigkeit um ihrer selbst willen, d.h. um der in ihr enthaltenden Tätigkeitsanreize ausführt. Externe Kontrolle ist nicht notwendig oder hemmt unter bestimmten Umständen sogar die intrinsische Motivation.
  • James-Lange-Theorie
    Theorien von Wiliam James und Carl Lange, die unabhängig voneinander die These vertraten, dass körperliche Veränderungen wie z.B. Herzklopfen und Schweißausbrüche nicht die Folge, sondern die Ursache des emotionalen Erlebens sind.
  • kognitive Bewertungstheorien
    Kognitiven Bewertungstheorien zufolge entstehen Emotionen durch die Einschätzung von Situationen auf der Basis unserer Bedürfnisse, Ziele und Bewältigungsmöglichkeiten.
  • Korrumpierungseffekt
    "Der Korrumpierungseffekt beschreibt empirische Befunde, nach denen zuvor vorhandene intrinsische Motivation durch äußere Faktoren (Belohnungen, Bestrafungen, Bewertungen, Zeitdruck) untergraben, also ""korrumpiert"" wird."
  • Kulturdimension „Individualismus/Kollektivismus“
    Die Kulturdimension „Individualismus/Kollektivismus“ beschreibt das Ausmaß, in dem eine Kultur die Autonomie des Individuums bzw. die Gruppenzugehörigkeit und Konformität mit den Gruppennormen betont. Sie wirkt sich u.a. darauf aus, welcher Emotionsausdruck gesellschaftlich gefördert oder sanktioniert wird.
  • Leistungsemotionen
    Leistungsemotionen sind tätigkeits- bzw. ergebnisbezogene Emotionen in Leistungssituationen. Dazu gehören z.B. Lernfreude, Langeweile, Stolz oder Scham.
  • Leistungsmotivation
    Als leistungsmotiviert gilt ein Verhalten, wenn es auf die Erreichung eines Gütestandards gerichtet ist, man also bestrebt ist, eine Aufgabe zu meistern, etwas besonders gut zu machen, sich selbst zu übertreffen oder auch sich im Wettbewerb mit anderen zu beweisen.
  • Lern- vs. Performanzziele
    Menschen unterscheiden sich danach, ob sie in Leistungssituationen v.a. Neues dazulernen (Lernziel) oder sich v.a. Rechenschaft über ihre Leistungsfähigkeit ablegen möchten (Performanzziel). Die beiden Zieltypen führen zu unterschiedlichen affektiven, kognitiven und verhaltensbezogenen Reaktionen auf Misserfolg.
  • Machtmotiv
    Das Machtmotiv ist die Fähigkeit, Befriedigung aus der physischen, mentalen oder emotionalen Einflussnahme auf andere Personen zu ziehen. Das Motivziel ist ein Gefühl von Stärke und Überlegenheit in der erfolgreichen Beeinflussung anderer.
  • mentales Kontrastieren
    Von Oettingen (2000) in der Theorie der Fantasierealisierung beschriebene Methode, bei der der erwünschte Zielzustand gedanklich den zu überwindenden Hürden auf dem Weg zum Ziel gegenübergestellt wird, was die Bindung an attraktive und realisierbare Ziele fördert.
  • Motiv
    Individuelle Präferenzen für bestimmte Anreizklassen. Unterschieden werden im Wesentlichen drei Anreizklassen (Motivthemen): 1) Herausforderungen meistern (Leistungsmotiv), 2) soziale Kontakte knüpfen und pflegen (Anschlussmotiv) und 3) andere Menschen beeinflussen oder beeindrucken (Machtmotiv). Motive beschreiben die Fähigkeit, als Reaktion auf die o.g. Erfahrungen intensiven positiven Affekt zu erleben.
  • Motivation
    Sammelbegriff für die beim zielgerichteten Handeln beteiligten Steuerungsprozesse.
  • motivationale Intensitätstheorie
    Theoretischer Ansatz von Wright und Brehm (1989), der sich mit den psychophysiologischen Prozessen der Anstrengungsregulation befasst.
  • Motivationstraining
    Sammelbezeichnung für theoriebasierte Interventionen zur Förderung der Motivation in Leistungssituationen. Die Ansatzpunkte der Trainingsmaßnahmen sind z.T. recht unterschiedlich und umfassen u.a. Motive, Zielsetzung, affektive und kognitive Prozesse.
  • Motivkongruenz
    Motivkongruenz ist die Übereinstimmung des impliziten (implizite Motive) und expliziten Motivationssystems (explizite Motive, Ziele). Motivinkongruenz bedeutet, dass diese Motivationssysteme nicht oder nur gering überlappen. Motivkongruenz ist mit Wohlbefinden und Motivinkongruenz mit Missempfinden assoziiert.
  • Neubewertung
    Neubewertung bezieht sich auf die Möglichkeit, dass einer potenziell emotionsauslösenden Situation oder einem Reiz eine neue Bedeutung verliehen und sie/er somit anders wahrgenommen und eingeschätzt wird.
  • power stress
    """Power stress"" bezeichnet ein aufgrund innerer oder äußerer Faktoren unter Druck stehendes Machtmotiv. So wird z.B. das Machtmotiv aufgrund eigener Einstellungen oder sozialer Normen nicht in Machthandeln umgesetzt."
  • Präventionsfokus
    Personen mit einem Präventionsfokus fokussieren auf ein Sollselbst (wie sollte ich sein?) und sind darauf ausgerichtet, Verluste zu vermeiden. Ein Präventionsfokus kann dispositionell (i.S. eines stabilen Merkmals einer Person) oder durch die Situation bedingt sein (Higgins, 1997).
  • Promotionsfokus
    Personen mit einem Promotionsfokus fokussieren auf ein Idealselbst (wie möchte ich sein?) und sind darauf ausgerichtet, Gewinne zu erzielen. Ein Promotionsfokus kann dispositionell (i.S. eines stabilen Merkmals einer Person) oder durch die Situation bedingt sein (Higgins, 1997).
  • Psychoanalyse
    Sigmund Freuds umfassendes Theoriegebäude, in dem die drei Persönlichkeitsinstanzen Es, Ich und Über-Ich sowie das Konzept des Unbewussten eine zentrale Rolle spielen. Die Psychoanalyse ist ein Gefüge verschiedenster Teiltheorien (entwicklungs-, persönlichkeits- und klinisch-psychologisch sowie kulturanalytisch).
  • reaktionsfokussierte Emotionsregulation
    Reaktionsfokussierte Emotionsregulation stellt einen späten regulatorischen Prozess dar, der auf die Veränderung der eingetretenen Emotionsreaktion abzielt. Die spezifischen physiologischen, subjektiven und ausdrucksbezogenen Komponenten einer Emotion sind also Gegenstand der Regulation.
  • Reattributionstraining
    Kognitiver Trainingsansatz, bei dem die subjektiven Ursachenzuschreibungen für eigene Handlungsergebnisse positiv verändert werden sollen, um damit Einfluss auf die Motivation in Leistungssituationen zu nehmen.
  • Ressourcen-Modell der Selbstkontrolle
    Im Mittelpunkt des von Baumeister et al. (1998) entwickelten Modells steht die Annahme, dass das Ausüben von Selbstkontrolle auf ein nur begrenzt verfügbares Reservoir an Selbstkontrollenergie zurückgreift, das sich erschöpft (ego depletion), weswegen weitere Akte der Selbstkontrolle dann für eine gewisse Zeit nicht mehr so gut möglich sind.
  • Risikowahl-Modell
    Theorie von John Atkinson (1957) zur Vorhersage der Wahl von Leistungszielen unterschiedlicher Schwierigkeit.
  • Rubikon-Modell der Handlungsphasen
    Theoretisches Modell von Heckhausen und Gollwitzer (1987), das den Handlungsstrom vom Entstehen eines Wunsches bis hin zur Ziererreichung in vier Phasen (Abwägen, Planen, Handeln, Bewerten) untergliedert. Die vier Handlungsphasen sind ihrerseits von drei markanten Übergängen (Bildung einer Zielintention, Handlungsinitiierung, Zielerreichung) getrennt. Im Mittelpunkt des Modells stehen die mit den Handlungsphasen verbundenen spezifischen Bewusstseinslagen (mindsets) mit ihren jeweils typischen kognitiven Merkmalen.
  • Schreckreflex
    Der Schreckreflex ist eine unwillkürliche Reaktion auf plötzliche, intensive Reize (z.B. laute Geräusche oder Lichtblitze). Er tritt mit einer zeitlichen Verzögerung von 30–50 ms (Latenzzeit) ein und manifestiert sich mit einer Lidschlussreaktion sowie einer Anspannung des Nackens und der Rückenmuskulatur. Da der Lidschluss (Blinzeln) die zuverlässigste motorische Komponente des Schreckreflexes ist, wird seine Ausprägung zur Bestimmung der Schreckreaktionsintensität herangezogen.
  • Selbstbestimmungstheorie
    Die von Deci und Ryan (1985, 2000) stammende Selbstbestimmungstheorie ist eine aus mehreren Teiltheorien bestehende zentrale Theorie intrinsischer Motivation. Ein grundlegender Gedanke ist, dass die Erfüllung der menschlichen Basisbedürfnisse nach Autonomie, Kompetenzerleben und sozialer Eingebundenheit die vorhandene menschliche Neigung, intrinsisch motiviert handeln zu wollen, hervorruft.
  • selbstbezogene Emotionen
    Selbstbezogene Emotionen entstehen, wenn ein Individuum sich bewusst wird, dass es selbst Gegenstand einer Bewertung ist. Sei es eine Bewertung durch andere oder eine Selbstbewertung. Die Bewertung bezieht sich auf das Erreichen oder die Verfehlung von Regeln, Standards oder Zielen. Beispiele für solche Emotionen sind Schuld, Scham, Verlegenheit und Stolz. Sie können erst ab einem Alter entstehen, in dem Kinder ein Konzept von sich selbst haben und gewisse Werte und Normen kennen.
  • soziale Bezugnahme
    Bei der sozialen Bezugnahme versuchen Kinder, anhand des Gesichtsausdrucks ihrer Bezugspersonen Informationen darüber zu erhalten, wie diese eine Situation einschätzen, um diese Information für eigenes Handeln nutzen zu können.
  • Stadienmodell der Macht
    Im Stadienmodell der Macht (McClelland, 1975) werden die vier Machstadien nach der Quelle und dem Objekt der Macht unterschieden, die jeweils innerhalb oder außerhalb der Person liegen können.
  • Stimmungskongruenz
    Als Stimmungskongruenz(-effekt) bezeichnet man den Befund, dass Gedächtnisinhalte, die hinsichtlich ihrer Valenz mit den momentanen Emotionen übereinstimmen, besser erinnert werden als Inhalte, die mit den momentanen Emotionen nicht übereinstimmen oder als neutrale Inhalte.
  • Tätigkeitsanreize
    Tätigkeitsanreize sind Anreize, die in der Tätigkeit selbst (z.B. Freude am Musizieren) und nicht im Ergebnis der Tätigkeit (z.B. Applaus nach Konzert) liegen.
  • Thematischer Auffassungstest (TAT)
    Von Morgan und Murray (1935) entwickelter Test, der auf der Idee beruht, dass Fantasien etwas über die eigenen Wünsche und Bedürfnisse (Motive) aussagen. Entsprechend werden bei diesem sog. projektiven Test die Probanden gebeten, zu mehrdeutigen Bildvorlagen Fantasiegeschichten zu formulieren.
  • Universalität von Emotionen
    Emotionen, die bei allen Menschen zu finden sind, und zwar unabhängig von ihrem Alter, Geschlecht und kulturellen Hintergrund und die Menschen kulturübergreifend verstehen, sind universell.
  • Velten-Aussagen zur Stimmungsinduktion
    Bei der Velten-Methode versetzen sich die Probanden in die Stimmungslage, die in den selbstbezogenen, von ihnen laut vorgelesenen Sätzen suggeriert wird.
  • Verhaltensaktivierungssystem
    Das Verhaltensaktivierungssystem ist eine neuroanatomische Struktur, die zur Verhaltensinitiierung (z.B. bei Stimuli, die eine Belohnung ankündigen) führt. Sie ist eine autonome Erregung, die der Mobilisierung des Organismus für Annäherungsverhalten dient.
  • Verhaltensinhibitionssystem
    Das Verhaltensinhibitionssystem ist eine neuroanatomische Struktur, die zur Verhaltenshemmung (z.B. bei Stimuli, die eine Bestrafung ankündigen oder potenziell gefährlich sind) führt. Sie ist eine autonome Erregung, die der Mobilisierung des Organismus für Vermeidungsverhalten dient.
  • Vermeidungsmotivation
    Vermeidungsmotivation zielt auf das Vermeiden eines unerwünschten negativen Zielzustandes.
  • Vermeidungstemperament
    Nach Elliot und Trash (2001) ist ein Vermeidungstemperament eine generelle neurobiologische Sensibilität gegenüber negativen Stimuli. Dies kommt in einer wahrnehmungsmäßigen Vigilanz für, einer affektiven Reaktion auf und einer verhaltensmäßigen Prädisposition gegenüber solche(n) Stimuli zum Ausdruck.
  • Vermeidungsziele
    Vermeidungsziele beziehen sich auf einen spezifizierten negativen Zustand, den es zu vermeiden gilt.
  • Wille
    Sammelbegriff für handlungsregulative Prozesse, die die Zielrealisierung unterstützen.
  • Ziel
    Kognitive Repräsentationen erwünschter Zustände, die durch eigenes Handeln herbeigeführt werden sollen. Ziele unterscheiden sich von Wünschen durch die Verbindlichkeit, die sie durch den definitiven subjektiven Handlungsentschluss (Absicht, Intention) für die Person haben.
  • Zielimagination
    Zielimaginationen sind lebhafte affektive und kognitive Vorstellung der Zielverfolgung. Nach Schultheiss und Brunstein (1999) sollen sie helfen, die expliziten Ziele mit den impliziten Motiven in Übereinstimmung zu bringen.
  • Zielintention vs. Implementierungsintention
    Theoretische Unterscheidung nach Gollwitzer (1999); Zielintentionen spezifizieren einen angestrebten Zielzustand, in Implementierungsintentionen legt man sich verbindlich fest, bei welcher konkreten Gelegenheit (wann und wo) man welche zielführende Handlung (wie) ausführen wird.
  • Zielsetzungstheorie
    Im organisationspsychologischen Anwendungskontext formulierte Theorie von Locke und Latham (1990), die die Bedeutung anspruchsvoller und spezifisch formulierter Ziele für die Leistung betont.
  • Zielsystem-Theorie
    Theoretischer Ansatz von Kruglanski et al. (2002), in dem die kognitiven, emotionalen und motivationalen Prozesse innerhalb von Zielsystemen hinsichtlich ihrer strukturellen (Beziehung zwischen den Elementen, d.h. Zielen und Mitteln) und dynamischen Merkmale (Verteilung und Ausbreitung der kognitiven Aktivierung zwischen den Elementen) analysiert werden.
  • zustandsabhängiges Lernen
    Mit zustandsabhängigem Lernen ist die Tatsache gemeint, dass man sich besser an Gedächtnisinhalte erinnert, wenn sie im gleichen (emotionalen) Zustand abgerufen werden, in dem sie auch gelernt wurden.
  • Zwei-Faktoren-Theorie
    Die Zwei-Faktoren-Theorie geht davon aus, dass bei der Furchtkonditionierung klassische und instrumentelle Konditionierungsprozesse stattfinden. Die Furcht selbst wird klassisch konditioniert, indem ein negatives Ereignis mit einem neutralen assoziiert wird. Die Vermeidungs- oder Fluchtreaktion wird instrumentell konditioniert. Sie ist funktional für die Beendigung eines negativen Zustands. Es handelt sich hier um negative Verstärkung.
  • „facial feedback“-Hypothese
    " Die ""facial feedback""-Hypothese geht davon aus, dass Emotionen entstehen, wenn die sensorische Rückmeldung aus der Kontraktion der entsprechenden Gesichtsmuskeln verarbeitet werden. "