Lexikon - Gesamtglossar aller Bücher

  • Begriff
    Erklärung
  • Abwehr
    Abwehr ist ein nicht direkt beobachtbarer innerpsychischer Prozess, in dem unter Einsatz verschiedener Abwehrmechanismen, wie z.B. ungeschehen machen, Projektion oder Spaltung versucht wird, bestimmtes Erleben nicht bewusst werden zu lassen
  • Abwehrmechanismus
    Dient der Regulation unbewusster Konflikte, Wünsche und Bedürfnisse und zeigt sich in unterschiedlichen Reifegraden. Bei den reifen Abwehrmechanismen handelt es sich um eine intrapsychische Regulierung eines psychischen Konflikts, der sich nur sekundär belastend auf die sozialen Beziehungen auswirkt (z.B. Rationalisierung, Wendung ins Gegenteil). Bei den unreifen Abwehrmechanismen dagegen werden im Versuch der Stabilisierung des eigenen psychischen Gleichgewichts andere Menschen einbezogen, was in der Folge zu enormen Belastungen dieser Beziehungen führen kann (z.B. Spaltung, projektive Identifizierung).
  • Adapationsprozess
    Anpassungs- bzw. Angleichungsprozess
  • Adhärenz / adherence
    Das Ausmaß der Manualtreue in der Anwendung manualisierter Psychotherapien.
  • Affektisolierung
    Abwehrmechanismus: Bestimmte Gefühle werden ausgespart.
  • Aktualisierungstendenz (Gesprächspsychotherapie)
    Mit Aktualisierungstendenz wird beschrieben, dass allen lebenden Organismen eine Tendenz innewohnt, sich selbst zu erhalten und weiterzuentwickeln.
  • Akzeptanz- und Commitment-Therapie (C. Hayes)
    Im Zentrum dieses, Mitte der 1990er Jahre entwickelten Ansatzes steht das Bemühen, das Vermeidungsverhalten gegenüber Bedrohungen aus der Umwelt, aber auch gegenüber eigenen Gedanken und Gefühlen, die Angst oder Schmerz hervorrufen könnten, aufzulösen. Die Förderung des Commitments (Engagement bzw. Selbstverpflichtung) soll bewirken, dass sich der Patient entsprechend seiner Gefühle und Gedanken wieder für seine Werte und Lebensziele mit Engagement einsetzt.
  • Allgemeine Wirkfaktoren (Psychotherapieforschung)
    Therapieverfahrenübergreifende Wirkfaktoren (z.B. Therapeut-Patient Beziehung).
  • Altruistische Wunschabtretung
    Abwehrmechanismus: Statt sich selbst den ersehnten Wunsch zu erfüllen, wird dieser an eine andere Person abgetreten.
  • Anale Phase
    Mit der analen Phase (2. – 3. Lebensjahr) nach S. Freud handelt es sich um die 2. psychosexuelle Phase. Hier tritt die Afterzone als erogene Region in den Vordergrund. Mit der Ausscheidung der Exkremente wird die Schleimhaut des Afters gereizt, was nun als lustvoll erlebt wird. Folge einer Fixierung in dieser Phase können Zwanghaftigkeit, übertriebener Ordnungssinn, Pedanterie und Geiz sein. Während heute eine ausschließliche triebtheoretische Perspektive auf dies Phase stark angezweifelt wird, so ist man sich doch aus entwicklungspsychologischer Perspektive darin einig, dass es in diesem Entwicklungsabschnitt um die Ausbildung eines autonomen Daseins in einer Umwelt geht, die sowohl Sicherheit als auch Einschränkungen bietet.
  • Analytische Psychologie
    Analytische Psychologie ist die Bezeichnung für das von C.G. Jung entwickelte Psychotherapieverfahren, welches sich vor allem in Hinblick auf das Verständnis des Unbewussten (vgl. kollektives Unbewusste) sowie der Libidotheorie von der Psychoanalyse Freuds unterscheidet.
  • Analytische Psychotherapie
    Mit Analytische Psychotherapie wird ein im Rahmen der kassenärztlichen Versorgung vorgehaltenes psychodynamisches Behandlungsverfahren bezeichnet, welches mit bis zu 300 Stunden und bis zu drei Sitzungen pro Woche in Anspruch genommen werden kann. In der Regel liegt der Patient auf der Couch und der Therapeut sitzt dahinter.
  • Anima
    Ein von C.G. Jung geprägter Begriff, der die unbewussten weiblichen Anteile des Mannes umschreibt
  • Animus
    Ein von C.G. Jung geprägter Begriff, der die unbewussten männlichen Anteile der Frau umschreibt.
  • Äquivalenzparadox (Psychotherapieforschung)
    Mit dem Begriff „Äquivalenzparadox“ soll zum Ausdruck gebracht werden, dass die Psychotherapieforschung deshalb keine Wirksamkeitsunterschiede zwischen den verschiedenen Verfahren nachweisen konnte, da die bisherigen Forschungsmethoden nicht in der Lage seien, bestehende Unterschiede sichtbar zu machen.
  • Bioenergetik
    Bioenergetik ist ein von A. Lowen entwickelter körperpsychotherapeutischer Ansatz, der im Wesentlich aus der von W. Reich begründeten Vegetotherapie weiterentwickelt wurde.
  • Chaining (Verhaltenstherapie)
    Ein Begriff aus der Verhaltenstherapie: „Chaining“ bedeutet „Verkettung“ und kommt zum Einsatz, wenn komplexe Verhaltensweisen gelernt werden sollen. Das komplexe Verhalten wird zunächst in seine einzelnen Verhaltenskomponenten untergliedert. Es wird zunächst nur das letzte Glied der Verhaltenskette verstärkt. Der Vorteil, mit dem letzten Glied zu beginnen, liegt darin, dass diese Verhaltenssequenz, nach der regelmäßig die Verstärkung erfolgt, über den gesamten Lernprozess hinweg unverändert bleibt und somit nicht immer wieder aufs Neue gelernt werden muss. Ist die letzte Verhaltenssequenz erlernt, erfolgt nun die Verstärkung erst, wenn der Patient das vorletzte Glied und anschließend das letzte Glied der Verhaltenskette ausführt. Dies wird so lange fortgeführt, bis die gesamte Verhaltenskette gelernt wurde.
  • Charakteranalyse
    Die Charakteranalyse ist ein von W. Reich entwickelter psychotherapeutischer Ansatz.
  • Cognitive Behavioral Analysis System of Psychotherapy (CBASP)
    Das Cognitive Behavioral Analysis System of Psychotherapy (CBASP) wurde von James P. McCullough in den 1980er Jahren speziell für die Behandlung von Patienten mit chronischen Depressionen entwickelt- Ausgangspunkt bildet die Annahme, dass chronische Depressionen in engem Zusammenhang mit frühen negativen Beziehungserfahrungen, wie emotionaler Vernachlässigung, körperlicher Gewalt und sexuellem Missbrauch stehen.
  • Dialektisch-Behaviorale Therapie (DBT)
    Anfang der 1980er Jahre entwickelte Marsha Linehan die DBT. Ihre Basis ist die kognitive Verhaltenstherapie. Sie wird ergänzt um fernöstliche Meditationstechniken sowie Elemente aus der Hypnotherapie und anderen therapeutischen Verfahren. Mittlerweile handelt es sich um eine weit verbreitete störungsspezifische Therapiemethode, welche zur Behandlung von Patienten mit Borderline-Persönlichkeitsstörung eingesetzt wird.
  • Dodo Verdikt (Psychotherapieforschung)
    Das sog. Dodo-Bird-Verdikt ist ein seit Rosenzweig (1936) feststehender Begriff in der Psychotherapieforschung und bedeutet, dass grundsätzlich kein Psychotherapieverfahren einem anderen überlegen ist. Der Begriff geht auf das Märchen „Alice im Wunderland“ zurück, in dem der Vogel Dodo nach einem Wettrennen, das keinen Sieger hervorbrachte, feststellt: „Everybody has won and all must have prices“.
  • Emotionsfokussierte Therapie
    Ein von L. Greenberg aus der Gesprächspsychotherapie und Gestalttherapie heraus entwickelter psychotherapeutischer Ansatz, in dem der Prozess des emotionalen Erlebens des Patienten, den zentralen Fokus bildet.
  • Es (Psychoanalyse)
    Im Es ist das Unbewusste also auch die unbewussten Triebe repräsentiert.
  • Existenzphilosophie
    Bei der Existenzphilosophie handelt es sich um eine philosophische Strömung, die sich vor allem in der ersten Hälfte des 20. Jhdts. entwickelte. Zentrales Merkmal ist der Bruch mit dem Absoluten im Sinne des Deutschen Idealismus oder auch einer verabsolutierenden Wissenschaft. Das Subjekt, der einzelne Mensch in seinem Sein rückt in den Mittelpunkt.
  • Exorzismus
    Religiöse Praktiken, um Teufel und Dämonen, von denen man annimmt, dass diese Menschen befallen haben, auszutreiben.
  • Exposition und Reaktionsverhinderung
    Zählt in der Verhaltenstherapie zu der Gruppe der Konfrontationsverfahren. Grundlage ist eine in vivo Konfrontation mit der angstauslösenden Situation. Durch die Unterbindung des Vermeidungsverhaltens wird der Prozess der Habituation ermöglicht.
  • Expressed Emotions
    Bei „Expressed Emotions“ handelt es sich um ein Konzept, mit dem auf Basis des in der Familie vorherrschenden Kommunikationstils Wahrscheinlichkeitsaussagen über die Wiederauftretenswahrscheinlichkeit von Störungen wie Schizophrenie, affektive Störung und Essstörung vorgenommen werden können.
  • Externe Validität
    Externe Validität ist gegeben, wenn sich Studienergebnisse auf die realen Bedingungen der Umwelt generalisieren lassen. Je höher die externe desto niedriger die interne Validität.
  • Fading (Verhaltenstherapie)
    Ein Begriff aus der Verhaltenstherapie: Mit Fading, also dem Ausblenden, werden Hilfestellungen schrittweise wieder zurückgenommen, so dass der Patient zunehmend in die Lage versetzt wird, das Verhalten eigenständig ohne weitere Hilfe auszuführen.
  • Familienskulptur
    Bei der Familienskulptur handelt es sich um eine von Virginia Satir entwickelte Methode, die in der Familientherapie zum Einsatz kommt. In einer familientherapeutischen Sitzung wird beispielsweise ein Familienmitglied aufgefordert, seine Familienmitglieder so aufzustellen, wie es dies für seine Wahrnehmung seiner Familie als passend erlebt.
  • felt sense (Focusing)
    Felt sense ist ein von Gendlin im Rahmen des Focusing geprägter Begriff, mit dem die körperliche Resonanz beschreiben wird, die das emotionale Erleben begleitet.
  • Flooding
    Zählt in der Verhaltenstherapie zu der Gruppe der Konfrontationsverfahren. In vivo Reizüberflutung, also massierte Konfrontation mit der angstauslösenden Situation (z.B. Kirchturmbesteigung bei Höhenangst).
  • Focusing (Focusing)
    Focusing ist ein von E. Gendlin aus der Gesprächspsychotherapie weiterentwickelter körperpsychotherapeutischer Ansatz.
  • Freie Assoziation
    Eine Technik in der psychoanalytischen Behandlung, in der der Patient laut und unzensiert all das aussprechen soll, was ihm gerade in den Sinn kommt. Über diese Technik erhält der Psychoanalytiker Zugang zu unbewussten Wünschen und Konflikten des Patienten, die im Rahmen der weiteren Behandlung bearbeitet werden.
  • Genitale Phase
    Bei der genitalen Phase (ab Erreichen der Geschlechtsreife) handelt es sich um eine der von Freud beschriebenen psychosexuellen Phasen. Mit Eintritt in die Pubertät erfolgt die Zusammenfassung der Partialtriebe in einen Sexualtrieb, der sich nun in den Dienst der Fortpflanzung stellt. Sexualität tritt nun in den Dienst der zwischenmenschlichen Partnerschaft.
  • Genogramm
    Ein Genogramm ist, ähnlich wie bei einem Stammbaum, eine über zwei bis drei Generationen hinweg verlaufende schematische Darstellung der einzelnen Familienmitglieder, in der über die Verwendung bestimmter Symbole Beziehungsaspekte grafisch festgehalten werden.
  • Gestaltpsychologie
    Im Gegensatz zur der durch Wundt geprägte „Elementenpsychologie“ versucht die Gestaltpsychologie, Phänomene über eine ganzheitliche Herangehensweise zu untersuchen und zu verstehen. Das Verständnis einer ganzheitlichen Organisation wurde an der visuellen Wahrnehmung und den motorischen Bewegungsabläufe untersucht und schließlich auf den gesamten Menschen übertragen.
  • Gestalttherapie
    Ein von F. Perls unter Einfluss der Psychoanalyse und Gestalttherapie entwickeltes Psychotherapieverfahren, das der Humanistischen Psychologie zuzurechnen ist.
  • Graduierte Löschung
    Zählt in der Verhaltenstherapie zu der Gruppe der Konfrontationsverfahren. In vivo Konfrontation mit zunächst minimal angstauslösenden Situationen mit sukzessiver Steigerung des Grades der angstbesetzten Situationen. Daher i.d.R. keine Reaktionsverhinderung notwendig.
  • Hexaflexmodell
    Im sog. Hexaflexmodell werden sechs störungsrelevante Prozesse beschrieben, die die psychische Flexibilität beeinträchtigen: Kognitive Fusion; Erlebnisvermeidung; Dominanz der vorgestellten Vergangenheit und Zukunft; Mangelnde Werteklarheit; Untätigkeit und beharrliches Vermeidungsverhalten; Festhalten am Selbstkonzept.
  • Horizontale Verhaltensanalyse
    Horizontale Verhaltensanalyse, auch situative Verhaltensanalyse oder Mikroanalyse genannt, bedient sich in der Regel des SORKC-Modells nach Kanfer. Im Sinne dieses Modells gibt es eine bestimmte auslösende Situation (S), durch die sich ein Mensch mit einer bestimmten biologischen Grundverfassung und einem bestimmten physiologischen Zustand (O) konfrontiert sieht, woraufhin er ein bestimmtes Verhalten (emotional, kognitiv, physiologisch, motorisch) (R) initiiert, welches in einer bestimmten Kontingenz (K), also einer zeitlichen und räumlichen Nähe, unterschiedliche kurzfristige und langfristige Konsequenzen (C) nach sich zieht.
  • Humanismus
    Der Begriff „Humanismus“ geht auf den Renaissance-Humanismus zurück und ist eng mit dem Dichter Petrarca (1304–1374) verbunden. Die Ideale der griechischen Antike rücken in den Mittelpunkt. Vor allem die Bildung wurde als bedeutendes Gut verstanden, um die menschlichen Fähigkeiten entfalten zu können.
  • humanistic-experiential psychotherapies
    Ein Oberbegriff, der sämtliche Psychotherapieverfahren umfasst, die der Humanistischen Psychologie zuzuordnen sind.
  • Humanistische Psychologie
    Mit der Humanistischen Psychologie wurde neben dem Behaviorismus und der Psychoanalyse Anfang der 1960er Jahre eine sog. Dritte Kraft etabliert. Zum einen stellte sich die Humanistische Psychologie kritisch gegen die rein experimentell-naturwissenschaftlich ausgerichtete Orientierung der akademischen Psychologie, zum anderen bildete sie einen Gegenpol zu dem eher negativen und deterministischen Menschenbild der Psychoanalyse. Der gesunde Mensch mit seinen Potentialen und seinem Streben nach Selbstverwirklichung wird in den Mittelpunkt gerückt.
  • Humanistische Psychotherapie
    Die Humanistische Psychotherapie ist weder berufsrechtlich noch sozialrechtlich zugelassen und bildet neben Psychoanalyse, Verhaltenstherapie und Systemischer Therapie eines der vier Grundorientierungen der Psychotherapie. Die Humanistische Psychotherapie stellt das psychische Wachstum durch Aktivierung und Entfaltung spezifisch menschlicher Ressourcen (Potentiale) auf ein von Sinn getragenes, selbstverwirklichendes, authentisches Leben hin in den Mittelpunkt. Die Humanistische Psychotherapie ist von einer Vielzahl unterschiedlicher Ansätze und therapeutischen Interventionen gekennzeichnet.
  • Hypnose
    Unter Hypnose werden Verfahren bezeichnet, die Menschen in eine Trance, also einem tief entspannten Wachzustand, versetzen, in der die Aufmerksamkeit auf extrem eigeschränkte und wenige Inhalte ausgerichtet ist.
  • Ich (Psychoanalyse)
    Dem Ich als Mittler zwischen den andrängenden Triebwünschen, den aus dem Über-Ich stammenden moralischen Forderungen und der äußeren Realität fällt die schwierige Aufgabe zu, jeweils die besten Lösungen für die konkreten Situationen zu finden.
  • Ich-dyston
    Als Ich-fremd erlebte Symptome. Ein Angstpatient ist in der Lage zu reflektieren, dass seine Ängste, auch wenn er diese erlebt, unbegründet sind.
  • Ich-Funktionen (Psychoanalyse)
    Mit Ich-Funktionen werden u.a. die Wahrnehmung, das Denken und das Sprechen sowie die Fähigkeit zur Realitätsprüfung, der Affektregulierung und der Beziehungsgestaltung zusammengefasst.
  • Ich-Psychologie
    Eine Strömung innerhalb der Psychoanalyse, in dem die Aufmerksamkeit auf die direkte Beobachtung des Ichs des Patienten gerichtet wird, welches darum bemüht ist, bestimmte unbewusste Regungen und Wünsche vom Bewusstsein fernzuhalten. In der Ich-psychologischen Behandlung geht es nicht um die Bewusstmachung unbewusster Inhalte, sondern um die Beeinflussung intrapsychischer Aushandlungsprozesse und Kompromissbildungen zwischen Wünschen, Abwehrvorgängen, Über-Ich-Forderungen und Anforderungen der Realität.
  • Ich-synton
    Als zum eigenen Ich dazugehörige Symptome. Ein Patient mit einem paranoiden Wahn ist davon überzeugt, dass er real bedroht und verfolgt wird.
  • Implosion
    Zählt in der Verhaltenstherapie zu der Gruppe der Konfrontationsverfahren. Massive in sensu Reizkonfrontation. Der Patient wird in der Vorstellung mit Angstsituationen höchster Intensität konfrontiert, die oft ins Unrealistische übersteigert werden. Reaktionsverhinderung durch verbale Instruktion: Patient muss bei den induzierten Vorstellungen bleiben. Wird heute kaum mehr angewandt.
  • In Senu Interventionen
    Ein Begriff aus der Verhaltenstherapie, der besagt, dass es in der Behandlung zur Konfrontation mit angstauslösenden Situationen nur in der Vorstellung kommt.
  • In Vivo Interventionen
    Ein Begriff aus der Verhaltenstherapie, der besagt, dass es in der Behandlung zur Konfrontation mit angstauslösenden Situationen aus der realen Umwelt kommt.
  • Individualpsychologie
    Individualpsychologie ist ein von A. Adler entwickeltes psychotherapeutisches Verfahren.
  • Inkongruenz (Gesprächspsychotherapie)
    Der Zustand der Inkongruenz wird in der Gesprächspsychotherapie als Ursprung einer psychischen Störung verstanden. Er besteht in der Unvereinbarkeit zwischen dem organismischem Erleben und dem Selbstkonzept.
  • Intellektualisieren
    Abwehrmechanismus: Die Fähigkeit des Abstrahierens wird eingesetzt, um das eigene affektive Erleben oder das Erleben anderer nicht (zu) bedrohlich stark werden zu lassen.
  • Intermittierende Verstärkung
    Ein Begriff aus der Verhaltenstherapie / Lerntheorie: Die Verstärkung erfolgt hier unregelmäßig und weist gegenüber der kontinuierlichen Verstärkung (jedes Mal nach dem erwünschten Verhalten) und der Quoten-Verstärkung (nach einer festgelegten Anzahl des gezeigten Verhaltens) die höchste Löschungsresistenz auf
  • Interne Validität
    Über die Kontrolle aller möglicher Störvariablen kann ein eindeutiger kausaler Zusammenhang zwischen unabhängiger und abhängiger Variable postuliert werden. Perfekte interne Validität bedeutet 100%ige Replizierbarkeit der Ergebnisse. Je höher die interne desto niedriger die externe Validität.
  • Intersubjektivisten / Theorie der Intersubjektivität
    Mit der Theorie der Intersubjektivität findet eine Fokusverschiebung dahingehend statt, dass, wie auch die Säuglingsforschung bestätigt, die Intersubjektivität der Subjektivität vorausgeht. Die Vertreter der intersubjektiven Theorien halten die Vorstellung von einer autonomen Psyche für eine Illusion. Das therapeutische Geschehen wird als eine kontextabhängige Ko-Konstruktion zwischen Therapeut und Patient verstanden. Der therapeutische Fokus ist in diesem Ansatz vor allem auf die Beziehung zwischen Therapeut und Patient gerichtet. Die zentralen Methoden in der therapeutischen Arbeit sind vor allem die Empathie und die Introspektion.
  • Introjektion
    Einverleibung von Werten, Funktionen oder Eigenschaften von Menschen, um sie nicht mehr als Bedrohung von außen erleben zu müssen.
  • Joining
    Ein Begriff aus der Systemischen Therapie. Er beschreibt alle Interventionen, die der Herstellung von Sicherheit und Abbau von Angst, Scham und Vorurteilen dienen.
  • Kathartische Behandlung
    Ein von S. Freud gemeinsam mit J. Breuer entwickeltes psychotherapeutisches Verfahren, in dem die Patienten über Hypnose an die vergessenen traumatisierenden frühen kindlichen Erfahrungen herangeführt werden und die damit verbundenen Affekte nacherleben und ausleben(Katharsis).
  • Klassisches Konditionieren
    Ein im Behaviorismus erforschter Lernvorgang. Bei einer bestehenden Reiz-Reaktionssequenz (Unkonditierter Stimulus; Unkonditionierte Reaktion), wird der Ursprungsreiz mit einem weiteren Reiz gekoppelt, der in der Folge allein die Reaktion auslösen kann (konditionierter Stimulus; konditionierte Reaktion).
  • kognitive Triade (A. Beck)
    Ein Erklärungsansatz für die Entstehung von Depression (Kognitive Therapie nach A. Beck): Es handelt sich hier um eine negative Sicht auf die eigene Person („Ich bin wertlos“), eine negative Sicht auf die Umwelt („Die Welt ist grausam und keiner liebt mich“) und eine negative Sicht auf die Zukunft („Es wird alles nur noch schlechter werden“). So bildet sich eine Art Teufelskreis, der zu immer stärkeren kognitiven Verzerrungen führt und mit der Überzeugung einhergeht, hilflos der Umgebung ausgeliefert zu sein.
  • Komplexe Verstärkung
    Ein Begriff aus der Verhaltenstherapie: Von komplexer Verstärkung spricht man, wenn eine Reihe von Verhaltensweisen zeitgleich beeinflusst werden soll. Ein Beispiel ist das Einhalten diverser Regeln (Küchendienst, Zimmer aufräumen, Pünktlichkeit etc.) in einer Betreuungseinrichtung. Oft kommen hier sog. generalisierte Verstärker (Tokens) zum Einsatz, die dann z.B. in einen Kinobesuch eingelöst werden können.
  • Konfliktpathologie
    Bestimmte Vorstellungen, Affekte oder Impulse sind im Prinzip repräsentiert, verwickeln aber die Betroffenen in unlösbare Konflikte, so dass sie ins Unbewusste verdrängt werden müssen. Über die Nutzung bestimmter Abwehrmechanismen werde diese so weit wie möglich unbewusst gehalten. Zur Ausbildung einer psychischen Störung kommt es, wenn aus welchen Gründen auch immer, die Abwehr versagt bzw. zusammenbricht.
  • Konfrontationsverfahren
    Die Konfrontationsverfahren bezeichnet eine Gruppe therapeutischer Interventionen aus der Verhaltenstherapie. Patienten werden im Rahmen der Therapie mit Situationen bzw. Stimuli konfrontiert, die bisher gemieden wurden, weil sie in der Regel mit Ängsten besetzt waren.
  • Kontingenz (Verhaltenstherapie)
    Ein Begriff aus der Verhaltenstherapie / Lerntheorie: Wesentlich für den operant gesteuerten Lernprozess ist die Kontingenz, also die Verbindung zwischen Verhalten und Konsequenz, die am ehesten gegeben ist, wenn die Konsequenz in räumlicher und zeitlicher Nähe zum Verhalten steht. Ein Bespiel für nicht gegebene Kontingenz ist das Rauchen und die sehr verzögert auftretenden gesundheitlichen Folgen.
  • Kontingenzmanagement (Verhaltenstherapie)
    Mit Kontingenzmanagement wird die systematische Anwendung verschiedener operanter Strategien umschrieben, bei denen komplexe Verhaltensmuster beeinflusst werden. Typische Beispiel sind: Token Economy, Response-Cost und Kontingenzverträge.
  • Kontingenzverträge (Verhaltenstherapie)
    Eine Form des Kontingenzmanagements aus der Verhaltenstherapie: Unter dem Begriff „Kontingenzverträge“ werden Vereinbarungen zwischen Therapeut und Patient zusammengefasst, in denen das Problemverhalten, die Art der Interventionen, die Ziele, die jeweiligen Aufgaben des Therapeuten und des Patienten sowie die jeweiligen Arten der Verstärkung und ggf. auch der Bestrafung präzise und verbindlich zusammengestellt werden.
  • Kybernetik 1. Ordnung
    Das zentrale Merkmal der Kybernetik 1. Ordnung ist die Vorstellung, als neutraler Beobachter oder Forscher ein System von außen beobachten und betrachten zu können und durch gezielte Interventionen in absichtsvoller Weise auf dieses System einwirken zu können.
  • Kybernetik 2. Ordnung
    Im Sinne der Kybernetik 2. Ordnung lässt sich ein System weder objektiv erfassen noch gezielt in eine bestimmte Richtung manipulieren. Vielmehr unterliegen insbesondere biologische Systeme dem Prinzip der Selbstorganisation, das heißt, sie streben danach, sich in sinnvoller Weise zu organisieren. Therapeutisch bedeutet dies, dass der Therapeut seine Patienten nicht mehr in eine zentrale Richtung verändern kann, sondern lediglich Entwicklungs- bzw. Veränderungsanstöße geben kann, die wiederum die jeweils eigene Selbstorganisation stimulieren.
  • Latenzphase
    Bei der Latenzphase (5. Lebensjahr bis Eintritt in die Pubertät) handelt es sich um eine der von Freud beschriebenen psychosexuellen Phasen. Nachdem der ödipale Konflikt überwunden wurde, entwickelt das Kind die Fähigkeit, libidinöse Strebungen verdrängen oder auch sublimieren zu können. Sexuelle Energie wird in den Aufbau sozialer Beziehungen investiert.
  • Logotherapie und Existenzanalyse
    Ein von v. Frankl in den späten 1920er Jahren entwickeltes Psychotherapieverfahren, das der Humanistischen Psychologie zuzurechnen ist. Das therapeutische Vorgehen ist stark von einer phänomenologischen Grundhaltung geprägt. Psychotherapeutisches Ziel ist es, den Patienten auf dem Weg zu einem existenziell erfüllten Leben zu begleiten und zu unterstützen.
  • Matrix-Paradigma (Psychotherapieforschung)
    Um die Wirkung von Psychotherapie differenziert zu erfassen, bedarf es einer multidimensionalen Matrix (Behandlungsverfahren x Therapeut x Klient x Problem x Setting). Das Problem in diesem Matrix-Ansatz stellt allerdings die ausreichende Besetzung der einzelnen Zellen dar. Würde man z.B. jede Dimension mit 10 Varianten (also 10 Verfahren, 10 Klienten etc.) besetzen wollen, würde man eine Matrix von 10.000 Zellen generieren.
  • Medizinalisierung / Medikalisierung (Klinische Psychologie)
    Mit Medizinalisierung in der Klinischen Psychologie wird der Trend beschrieben, von der Medizin geprägtes Störungsverständnis in die Klinische Psychologie zu übernehmen und so vor allem biologische Einflüsse zu betonen und psychosoziale Aspekte zu vernachlässigen.
  • Melancholie
    Der Begriff „Melancholie“ (aus dem Griechischen: Schwarzgalligkeit) wird Hippokrates (ca. 400 v. Chr.) zugeschrieben, der damit die depressive Störung bezeichnete.
  • Mentalisierungsbasierte Psychotherapie
    Ausgangspunkt dieses Ansatzes sind die Erkenntnisse über die frühe menschliche Entwicklung vor allem im Hinblick auf die Qualität der psychischen Repräsentanzen der Umwelt, des sozialen Umfeldes sowie der eigenen Person. Die Qualität der Mentalisierungsfähigkeit entscheidet darüber, wie das Individuum sich selbst, seine Bedürfnisse und Emotionen, aber auch soziale Situationen, wie z.B. Konflikte, wahrnehmen, erleben und regulieren kann. das Ziel der mentalisierungsbasierten Psychotherapie ist, für die Patienten einen Raum zu schaffen, in dem sie das Nachdenken über Gefühle und Gedanken als gefahrlos erleben können.
  • Metaanalyse
    In einer Metaanalyse werden einzelne Studien (Primärstudien) zu ein und derselben Fragestellung statistisch, i.d.R. über die Berechnung von Effektstärken, zusammenfasst.
  • Metakognitive Therapie
    Die Metakognitive Therapie wurde von A. Wells (geb. 1962) zur Behandlung von Patienten mit Generalisierter Angststörung entwickelt. Wells sieht die Ursache für die Generalisierte Angststörung in spezifischen dysfunktionalen Informationsverarbeitungsprozessen, die aversive Emotionen zur Folge haben. Mit dem Begriff „Metakognitionen“ beschreibt Wells die sog. Kognitionen über Kognitionen, die den jeweiligen Denk- und Handlungsstil einer Person bestimmen. Das vorrangige Ziel der MCT ist die Reduzierung der selbstzentrierten Informationsverarbeitung und das Erreichen einer bewussteren Kontrolle metakognitiver Prozesse.
  • Mindfulness Based Cognitive Therapy (MBCT)
    Die Mindfulness Based Cognitive Therapy (MBCT) oder achtsamkeitsbasierte kognitive Therapie wurde aus MBSR zur Rückfallprävention bei Depressionen entwickelt. Wie bei MBSR handelt es sich bei MBCT um ein gruppentherapeutisches Programm, das aus achtsamkeitsbasierten Übungen besteht, aber um entsprechende psychoedukative Elemente aus der Kognitiven Therapie nach Beck, wie Beobachtung und Umgang mit automatischen Gedanken etc., ergänzt wird.
  • Mindfulness Based Stress Reduction (MBSR)
    Bei Mindfulness Based Stress Reduction (MBSR) handelt es sich um eine störungsübergreifende gruppentherapeutische Intervention zur achtsamkeitsbasierten Stressreduktion. Es handelt sich um ein achtwöchiges Gruppenprogramm zur Stressprävention, in dem Übungen aus der Körpertherapie sowie dem Zen und Yoga integriert wurden.
  • Modelllernen
    Synonyme sind Beobachtungslernen, Lernen am Modell, Imitationslernen. Es handelt sich um die Nachahmung einer vorher beobachtete Handlung eines Vorbilds (Modells). Voraussetzung dafür ist u.a., dass die verstärkenden Konsequenzen des Modellverhaltens wahrgenommen werden.
  • Narrative Methoden (Systemische Therapie)
    Ausgangspunkt dieser neueren Entwicklung innerhalb der Systemischen Therapie ist die Erkenntnis, dass Erfahrungen in erster Linie durch Sprache kommuniziert werden. Es ist also nicht das Erlebte selbst, was geteilt wird, sondern seine Versprachlichung.
  • Objektbeziehung
    Der Begriff „Objektbeziehung“ umschreibt im Unterschied zur realen Interaktion die vorgestellte Beziehung, also die innere Repräsentanz der Beziehung, zu einer Person.
  • Objektbeziehungstheorie
    Mit der Entwicklung der Objektbeziehungstheorie in den 1950er Jahren wurde innerhalb der psychoanalytischen Theoriebildung ein grundlegender Paradigmenwechsel eingeleitet. Es rücken die zwischenmenschlichen Erfahrungen, also das Beziehungserleben und sein Einfluss auf die Entwicklung des Menschen, in den Vordergrund. Im Mittelpunkt der therapeutischen Arbeit steht das unmittelbare Beziehungserleben des Patienten mit seinem Therapeuten sowie die Möglichkeit, im Laufe des therapeutischen Prozesses korrigierende Beziehungserfahrungen machen zu können.
  • Ödipuskomplex
    In der Freud’schen Theorie stellt der sog. ödipale Konflikt den Kulminationspunkt der psychosexuellen kindlichen Entwicklung dar. Grundsätzlich wird im Ödipuskomplex die Gesamtheit der kindlichen Liebes-, Hass- und Schuldgefühle gegenüber den Eltern beschrieben. Der zentrale Konflikt besteht in der Rivalität zwischen dem Jungen und dem Vater um die Liebe der Mutter bzw. in der Rivalität zwischen dem Mädchen und der Mutter um die Liebe des Vaters.
  • Operantes Konditionieren
    Ein im Behaviorismus erforschter Lernvorgang. Die Konsequenzen des zuvor gezeigten Verhaltens beeinflussen die Wiederauftretenswahrscheinlichkeit dieses Verhaltens. Belohnung und negative Verstärkung erhöhen und direkte bzw. indirekte Bestrafung senken die Auftretenswahrscheinlichkeit.
  • Operantes Verhalten
    Grundlage ist das Lernprinzip, das besagt, dass operantes bzw. instrumentelles Verhalten in seiner Auftretenswahrscheinlichkeit vor allem über die nachfolgenden Konsequenzen kontrolliert wird. Unabhängig also von den Ursachen und den Vorbedingungen des Verhaltens kann dieses allein über Einflussnahme auf die Konsequenzen manipuliert bzw. verändert werden. Diese Verhaltensklasse wird über die Gruppe der operanten Verfahren verändert.
  • Operationalisierte Psychodynamische Diagnostik (OPD)
    Auf Grundlage eines halbstrukturierten Interviews werden mit dem OPD Beurteilungen auf den folgenden fünf Achsen vorgenommen: Achse I: Krankheitserleben und Behandlungsvoraussetzungen, Achse II: Beziehung, Achse III: Konflikt, Achse IV: Struktur, Achse V: Psychische und psychosomatische Störungen
  • Orale Phase
    Die erste von Freud beschriebene psychosexuelle Phase (1. – 2. Lebensjahr), in der die Triebbefriedigung auf die orale erogene Zone (Mundhöhle, Zunge, Lippen) ausgerichtet ist. Heute stehen in der oralen Phase neben der Triebbefriedigung auch die frühen Bindungserfahrungen (Bedürfnis nach Schutz und Geborgenheit) im Fokus.
  • Ordeal Therapy
    Dieser therapeutische Ansatz ist der Systemischen Therapie zuzurechnen und wurde von Jay Halye in den 1980er Jahren entwickelt. Bei Ordeals (Feuer- oder Geduldsprobe) handelt es sich um Verschreibungen, die es den Patienten so schwer machen soll, ein bestimmtes Symptom beizubehalten, dass sie lieber das Symptom aufgeben, als weiterhin den Verschreibungen nachzugehen.
  • Organismisches Erleben (Gesprächspsychotherapie)
    Das organismische Erleben beinhaltet sämtliche Erfahrungen, die sich innerhalb des Organismus abspielen und potenziell dem Bewusstsein zugänglich sind, aber eben nicht bewusst sein müssen.
  • Outcome-Forschung (Psychotherapieforschung)
    Das klassische Design ist ein Prä-Post-Kontrollgruppen-Design. Vor Beginn der psychotherapeutischen Intervention wird ein Outcome-Maß, z.B. psychische Befindlichkeit, erhoben. Per Zufallsauswahl erhält eine Gruppe der Patienten Psychotherapie, während eine andere Gruppe, die sog. Kontrollgruppe, auf eine Warteliste gesetzt wird. Am Ende der Psychotherapie wird das Outcome-Maß ein zweites Mal erhoben. Die Veränderungen im Outcome-Maß innerhalb der Psychotherapiegruppe können dann kausal mit der erfolgten Psychotherapie in Verbindung gebracht werden, wenn in der Psychotherapiegruppe gegenüber der Kontrollgruppe eine signifikante Veränderung nachgewiesen werden kann.
  • Phallische Phase
    Die phallische Phase (3. -5. Lebensjahr) ist die dritte von S. Freud beschriebenen psychosexuellen Phasen. Hier erreicht die frühkindliche Sexualität ihren Höhepunkt. Beim Jungen wird der Penis und beim Mädchen die Klitoris zur zentralen Quelle des Lustempfindens. Ein bedeutsames Merkmal dieser Phase ist der Schau- und Zeigetrieb (Voyeurismus und Exhibitionismus).
  • Phänomenologie
    Die Phänomenologie ist eine philosophische Strömung, oder besser Methode, die in der ersten Hälfte des 20. Jhdts. entwickelt wurde und zum Ziel hat, sich ohne Vorannahmen den Betrachtungsgegenständen so anzunähern, wie sie wirklich sind (eidetische Reduktion).
  • Prä-Therapie
    Ein von G. Prouty aus der Gesprächspsychotherapie weiterentwickelter Ansatz zur therapeutischen Behandlung von akut psychotischen Menschen oder auch Menschen mit Demenz.
  • Preparedness
    Seligmann prägte den Begriff „Preparedness“, um zu erklären, dass der Mensch evolutionsbiologisch begründet eine hohe Bereitschaft zeigt, z.B. gegenüber Enge, Höhe, Spinnen, Schlangen etc. relativ schnell Ängste auszubilden.
  • Primärer Verstärker
    Ein Begriff aus der Verhaltenstherapie / Lerntheorie: Primäre Verstärker beziehen sich auf die menschlichen Grundbedürfnisse, wie Essen, Trinken, Schlafen etc. Sie entfalten nur Wirkung, wenn hier ein Mangel, also eine Deprivation vorherrscht.
  • Progression
    Abwehrmechanismus: Ist das Gegenteil von Regression. Darunter wird die Flucht nach vorn verstanden, z.B. Pseudoautonomie.
  • Progressiven Muskelrelaxation (PMR)
    Ein von Jacobson in den 1920er Jahren entwickeltes Entspannungsverfahren, in dem durch bewusste An- und Entspannung bestimmter Muskelgruppen ein Zustand tiefer Entspannung des gesamten Körpers erreicht werden soll.
  • Projektion
    Abwehrmechanismus: Inneres soll außen sein: Eigene unangenehme Anteile werden statt bei sich selbst beim Anderen wahrgenommen und ihm zugeschrieben.
  • Projektive Identifikation
    Abwehrmechanismus: Manipulative Verlagerung unerträglicher Selbstaspekte in den Anderen, der sich damit identifiziert und danach handelt.
  • Prompting (Verhaltenstherapie)
    Ein Begriff aus der Verhaltenstherapie: Mit Prompting werden die verbalen und verhaltensmäßigen Hilfestellungen beschrieben, die der Therapeut während des Lernprozesses zur Verfügung stellt. So kann er einzelne Handlungsanweisungen geben, die Hand des Patienten führen und die Aufmerksamkeit des Patienten entsprechend lenken.
  • Prozess-Outome-Forschung (Psychotherapieforschung)
    Im Fokus dieses Forschungsansatzes steht die Frage, welche hilfreichen Psychotherapieprozesse es gibt und wie sich dies auf das Endergebnis der Psychotherapie auswirken.
  • Prozessforschung (Psychotherapieforschung)
    Ziel der Prozessforschung ist es, die jeweiligen theoretischen Annahmen über Veränderungsprozesse in den einzelnen Psychotherapien empirisch zu erfassen und zu überprüfen. In der Regel werden in der Prozessforschung drei unterschiedliche Foki gesetzt: Entweder steht der Klient, der Therapeut oder die Klient-Therapeut-Dyade im Mittelpunkt der Betrachtung.
  • Psychoanalyse
    Ein von S. Freud begründetes psychotherapeutisches Verfahren. Ein besonderer Fokus liegt hier auf die im Menschen unbewussten Vorgänge.
  • Psychotherapeutische Technik
    Eine psychotherapeutische Technik ist eine konkrete Vorgehensweise im Rahmen der Anwendung eines Psychotherapieverfahrens oder einer Psychotherapiemethode. Hierunter werden z.B. Achtsamkeitsübungen, Entspannungsverfahren und bestimmte Rollenspielen subsumiert.
  • Psychotherapiemethoden
    Psychotherapiemethoden verfügen über eine Theorie der Entstehung und Aufrechterhaltung mindestens einer bestimmten psychischen Störung und sind für diese therapeutisch einsetzbar. Zu den Psychotherapiemethoden zählen z.B. EMDR („eye movement disensitization and reprocessing“), Hypnotherapie und Neuropsychologische Therapie.
  • Psychotherapieverfahren
    Psychotherapieverfahren verfügen über eine umfassende Theorie der Entstehung und Aufrechterhaltung von psychischen Störungen und sind in einem breiten Spektrum verschiedener psychischer Störungen einsetzbar. Zu den Psychotherapieverfahren zählen psychoanalytisch begründete Psychotherapie, Verhaltenstherapie, Gesprächspsychotherapie und Systemische Therapie.
  • Randomisierte kontrollierte Studien (RCT, randomized controlled trials)
    Ziel von RCTs ist es, den Effekt einer bestimmten Intervention zu messen, indem Individuen zufällig der Behandlungs- bzw. Kontrollgruppe zugewiesen werden. Im Sinne eines naturwissenschaftlichen Experiments sollen so gesetzmäßige Ursache-Wirkungs-Ketten aus der Masse zufälliger Korrelationen isoliert werden.
  • Rationale Emotive Therapie
    Ein psychotherapeutischer Ansatz, der von A. Ellis entwickelt wurde und die Kognitive Therapie mitbegründete. Ursprung des psychischen Leids wird vor allem in irrationalen Überzeugungen gesehen, die durch Anwendung des sokratischen Dialogs bearbeitet werden.
  • Rationalisierung
    Abwehrmechanismus: Man redet sich ein, dass das eigene Verhalten einen verstandesgemäßen guten Grund hat, um es so vor sich und anderen zu rechtfertigen.
  • Reaktionsbildung
    Abwehrmechanismus: Aggressive Gefühle werden abgewehrt, indem sie ins Gegenteil verkehrt werden.
  • Reflecting Team
    Eine von Tom Anderson entwickelte Methode der Systemischen Therapie. Im Beisein der Patienten bzw. der Familienangehörigen, die allerdings zunächst nur zuhören, reflektiert ein Therapeutenteam über deren familiäre Dynamik oder auch den Therapieprozess.
  • Reframing
    Ein Begriff aus der Systemischen Therapie, Er umfasst alle Interventionen, die zur Folge haben, dass subjektiven starre Wirklichkeiten umdefiniert werden, also bestehende Muster durch neue Sichtweisen unterbrochen werden.
  • Regression
    Mit Regression wird der Vorgang bezeichnet, wenn ein Mensch ein bereits erreichtes psychisches Funktionsniveau verlässt und zu einem lebensgeschichtlichen früheren Niveau des Denkens, Handelns und Fühlens zurückkehrt.
  • Relationale Psychoanalyse
    In der Relationalen Psychoanalyse wird die psychische Realität als eine relationale Matrix gesehen, die sich sowohl aus dem intrapsychischen als auch aus einem interpersonalen Bereich zusammensetzt. In der relationalen Therapie soll sich der Therapeut authentisch in die Beziehung mit dem Patienten einlassen und ihm so neue beziehungskorrigierende Erfahrungen ermöglichen. Ein völliges Novum innerhalb der Psychoanalyse ist die Möglichkeit des Therapeuten zur Selbstenthüllung.
  • Respondentes Verhalten
    Bei respondentem Verhalten reagiert eine Person auf einen zuvor dargebotenen Reiz, wie es z.B. bei der Angstreaktion der Fall ist. Solche Verhaltensweisen werden in der Regel über die Gruppe der Konfrontationsverfahren verändert.
  • Response Cost (Verhaltenstherapie)
    Eine Form des Kontingenzmanagements aus der Verhaltenstherapie: Es handelt sich um eine Weiterentwicklung der Token Economy. Einerseits können generalisierte Verstärker wie Tokens bei erwünschten Verhaltensweisen erworben werden, andererseits müssen diese Tokens bei Response-Cost wieder abgegeben werden, wenn unerwünschtes Verhalten gezeigt wird.
  • Schematherapie (J. Young)
    Ein Therapieansatz der Verhaltenstherapie, der der 3. Welle zugeschrieben wird, und vor allem für die Behandlung von Menschen mit Persönlichkeitsstörungen zum Einsatz kommt. Die klassischen kognitiven Schemata nach A. Beck wurden erweitert um Emotionen, Körperempfindungen und Erinnerungen aus der Kindheit. Hauptfokus der Schematherapie ist die Arbeit an den in der Kindheit erworbenen maladaptiven Schemata.
  • Sekundärer Krankheitsgewinn
    Patient erlebt durch seine Störung äußere Vorteile wie z.B. besondere Aufmerksamkeit des sozialen Umfeldes oder Entlastung am Arbeitsplatz durch Krankschreibung.
  • Sekundärer Verstärker
    Ein Begriff aus der Verhaltenstherapie / Lerntheorie: Sekundäre Verstärker wirken aufgrund von internalisierten Lernprozessen. Beispiele sind verbales Lob oder Geld.
  • Selbstaktualisierungstendenz (Gesprächspsychotherapie)
    Mit Selbstaktualsierungstendenz werden Wachstums- und Entwicklungstendenzen beschrieben, die sich auf die verinnerlichten Selbststrukturen bzw. das Selbstideal richten.
  • Selbstobjekt
    Selbstobjekte sind all jene Objekte, die in irgendeiner Form für das Selbst bedeutsam und somit selbststrukturgebend bzw. -stabilisierend sind. So kann die Tochter für den Vater zum Selbstobjekt werden, weil ihm über seine Tochter wichtige Anteile seiner inneren Repräsentanz als guter Vater gespiegelt werden.
  • Selbstpsychologie
    In der Selbstpsychologie rückt das Selbst des Menschen, sein subjektives Selbsterleben sowie sein Bedürfnis nach Selbstanerkennung und anerkennender Spiegelung in den Vordergrund. Im Zentrum stehen nun die Vorstellungen, die ein Mensch über sich selbst entwickelt und welche so wesentlicher Bestandteil seiner Selbstdefinition und seiner psychosozialen Identität werden. Das zentrale Motiv des Menschen sieht Kohut weniger in der Triebbefriedigung, sondern in der Organisation und Verwirklichung des Selbst.
  • Selbstverstärkung / Selbstbekräftigung
    Ein Begriff aus der Verhaltenstherapie: Selbstverstärkung liegt vor, wenn der Patient sich selbst für ein bestimmtes Verhalten lobt oder sich etwas gönnt.
  • Shaping (Verhaltenstherapie)
    Ein Begriff aus der Verhaltenstherapie: Über das Shaping (dt.: Verhaltensausformung) sollen Verhaltensweisen aufgebaut werden, die bisher gar nicht oder nur unzureichend vorhanden waren. In einer ersten Phase werden die Anfangsschritte des gewünschten Verhaltens verstärkt. Im Rahmen des weiteren Fortschritts wird dann schrittweise nur noch Verhalten, das immer mehr Ähnlichkeit mit dem Zielverhalten aufweisen muss, verstärkt (diskriminative Verstärkung).
  • Skillstraining (DBT)
    Ein wichtiges Element in der DBT. Im Rahmen einer Gruppentherapie, die eher Workshop-Charakter hat, werden Fertigkeiten in den Bereichen innere Achtsamkeit, Stresstoleranz, Umgang mit Gefühlen, zwischenmenschliche Fähigkeiten, Selbstwert und Selbstakzeptanz eingeübt, so dass die Patienten vor allem für Stresssituationen über neue Reaktionsmuster verfügen, die deeskalierend wirken sollen.
  • Sokratischer Dialog
    Ein von A. Ellis im Rahmen der von ihm begründeten Rationalen Emotiven Therapie (RET) aus der Antike (Plato, ca. 300 v. Chr.) direktive Gesprächsführung, in der die irrationalen Überzeugungen des Patienten systematisch hinterfragt werden, so dass das bestehende Überzeugungssystem erschüttert wird und es zu einer Neubewertung kommt.
  • Soziale Phobie
    Eine Angststörung, bei der soziale Situationen gemieden werden, da befürchtet wird, plötzlich in eine peinliche Situation und dabei ins Zentrum der Aufmerksamkeit zu geraten.
  • Soziale Verstärkung
    Ein Begriff aus der Verhaltenstherapie / Lerntheorie: Soziale Verstärkung wird beispielsweise durch positive Reaktionen der Bezugsgruppe erreicht.
  • Soziales Kompetenztraining
    Zählt in der Verhaltenstherapie zu der Gruppe der Konfrontationsverfahren. Mehr oder weniger standardisierte Gruppenprogramme zur Erhöhung der sozialen Kompetenz.
  • Spaltung
    Abwehrmechanismus: Aufgrund der Unfähigkeit, negative und positive Anteile eines Menschen in ein Gesamtbild integrieren zu können, werden diese durch die Spaltung jeweils nur getrennt erlebt (schwarz-weiß).
  • Spezifische Wirkfaktoren (Psychotherapieforschung)
    Therapieverfahrenspezifische Wirkfaktoren (z.B. Konfrontationsverfahren, Übertragungsdeutung)
  • Strategische Familientherapie
    Die Strategische Familientherapie wurde von Jay Haley (1923–2007) gegen Ende der 1970er Jahre entwickelt. Es handelt sich um eine Weiterentwicklung der Strategischen Familientherapie nach Minuchin. Zentral ist eine normative Vorstellung von Familie sowie die Autorität des Therapeuten mit seinen direktiven Interventionen.
  • Strukturelle Familientherapie
    Die Strukturelle Familientherapie wurde von Sandor Minuchin (1923–) gegen Ende der 1960er Jahre entwickelt. Sein Fokus war es, das familiäre System in seine Subsysteme (z.B. Eltern, Kinder, Großeltern) zu unterteilen und zu prüfen, inwieweit die Grenzen zwischen den jeweiligen Subsystemen und die Außengrenzen des familiären Systems zu starr bzw. zu durchlässig sind.
  • Strukturmodell
    Das von S. Freud entwickelte Strukturmodell oder auch Drei-Instanzen-Modell stellt eine Erweiterung des topografischen Modells dar. Während das Es die Triebe repräsentiert und das Über-Ich die verinnerlichten moralischen Vorstellungen abbildet, dient das Ich als Mittler zwischen den aus dem Es kommenden Triebbedürfnissen, den aus dem Über-Ich herrührenden moralischen Anforderungen sowie den Erfordernissen der realen Außenwelt.
  • Strukturpathologie
    Mit Strukturpathologie werden Einschränkungen der Selbststeuerungs- und Interaktionsfähigkeiten beschrieben, die sich vor allem negativ auf die Gestaltung sozialer Beziehungen auswirken. Im Gegensatz zu den Konfliktstörungen beruhen die Strukturstörungen auf einem Mangel. Bei diesen sog. frühen Störungen konnten die basalen regulierenden psychischen Strukturen nur unzureichend entwickelt werden. Entsprechend steht hier nicht, wie in der Konfliktpathologie, ein Kräftespiel entgegengesetzter psychischer Zustände, sondern deren Desintegration im Vordergrund.
  • Sublimierung
    Abwehrmechanismus: Eine negative Triebenergie oder verpönte Wünsche werden auf ein kulturell anerkanntes Ziel umgeleitet. Ein wichtiges Motiv für die Kulturentwicklung. Voraussetzung: Vorhandensein eines Über-Ichs
  • Systematische Desensibilisierung
    Eine Methode (Konfrontationsverfahren) der Verhaltenstherapie, die zur Behandlung von Patienten mit einfachen Phobien eingesetzt wird. Im Zustand der Entspannung (i.d.R. über Progressive Muskelrelaxation) werden Patienten nach einer individuell erarbeiteten Angsthierarchie in aufsteigender Reihenfolge mit den angstauslösenden Stimuli in sensu (d.h. über Imagination) konfrontiert.
  • Systemische Aufstellung
    Gruppenmitglieder werden als sog. Stellvertreter herangezogen. Bei der Aufstellung z.B. bestimmter familiärer Konstellationen spielen lediglich der Abstand und der jeweilige Winkel der aufgestellten Personen zueinander eine Rolle.
  • Systemische Therapie
    Systemische Therapie ist ein in der Behandlung Erwachsener kassenärztlich zugelassenes Psychotherapieverfahren und bildet neben Psychoanalyse, Verhaltenstherapie und Humanistische Psychotherapie eines der vier Grundorientierungen der Psychotherapie. Ziel der Therapie ist eine Erweiterung der Wahrnehmungs- und Handlungsmöglichkeiten des/der Einzelnen und des Gesamtfamiliensystems. Hierfür verfügt die Systemische Therapie über ein breites und heterogenes Methodenrepertoire.
  • Tiefenpsychologisch Fundierte Psychotherapie
    Mit Tiefenpsychologisch Fundierte Psychotherapie wird ein im Rahmen der kassenärztlichen Versorgung vorgehaltenes psychodynamisches Behandlungsverfahren bezeichnet, welches mit bis zu 100 Stunden und i.d.R. eine Sitzung pro Woche in Anspruch genommen werden kann. Diese Therapie findet im Sitzen statt.
  • Todestrieb
    Bei dem Todestrieb handelt es sich um einen innewohnenden Drang, der zum Ziel hat, einen früheren Zustand wiederherzustellen. Um als Individuum leben zu können, muss der Todestrieb, der den früheren anorganischen Zustand herstellen möchte, nach außen gerichtet werden. Auf Basis dieses Vorgangs erklärt Freud die aggressiven Tendenzen, die einem jeden Menschen innewohnen.
  • Token Economy (Verhaltenstherapie)
    Eine Form des Kontingenzmanagements aus der Verhaltenstherapie: Tokens sind Münzen, die als generalisierte Verstärker zum Einsatz kommen. Zeigt der Patient das erwünschte Verhalten, erhält er hierfür Tokens, die zu einem späteren Zeitpunkt für bestimmte Privilegien, wie Erhöhung des Taschengeldes, Kinobesuch und Ähnliches, eingetauscht werden können.
  • Topografisches Modell
    Bei dem topografischen Modell handelt es sich um die Einteilung in Bewusstes, Vorbewusstes, also Vorstellungsinhalte, die potentiell bewusstseinsfähig sind, und Unbewusstes. Wie beim Eisberg, bei dem nur ein sehr kleiner Teil über die Wasseroberfläche ragt, kann auch nur ein sehr kleiner Teil der psychischen Aktivitäten bewusst werden. Der weitaus größere Teil, nämlich das Unbewusste ist nicht sichtbar.
  • treatment as usual (TAU); (Psychotheraieforschung)
    Aufgrund der wiederholten Kritik, dass die Wartelistenbedingung in einem solchen Untersuchungsdesign ethisch gegenüber den behandlungsbedürftigen Patienten nicht zu vertreten sei, ging man zunehmend dazu über, TAU („treatment as usual“) als Intervention für die Kontrollgruppe einzuführen. Während Patienten der Kontrollgruppe nun also die reguläre Behandlung (TAU) erhielten, wurde geprüft, inwieweit das zu untersuchende Psychotherapieverfahren dieser überlegen ist.
  • Trieb (Psychoanalyse)
    Triebe sind biologisch begründete innere physiologische Zustände, die nicht bewusst erfahrbar sind, eine konstante Kraft bilden und Handlungen auslösen. Bewusst erfahrbar sind nur die Triebabkömmlinge, also die bewusste Interpretation des inneren Zustands.
  • Triebtheorie
    Mit Triebtheorie wird die erste theoretische Ausrichtung der Psychoanalyse umschrieben, in der die Entstehung psychischer Störung vor allem triebtheoretisch (Sexualtrieb, Ich-Erhaltungstrieb, Lebenstrieb, Todestrieb) erklärt wurde.
  • Über-Ich
    Das Über-Ich entsteht aus der Übernahme der elterlichen Werte und Ideale und bildet somit die moralische Instanz.
  • Übergangsobjekt
    Die Bedeutung des Übergangsobjekts wurde von Winnicott erkannt und beschrieben. Kinder ab dem vierten Monat wählen häufig ein äußeres Objekt, wie ein Kuscheltier oder eine Schmusedecke, das den Raum zwischen Mutter und Kleinkind einnimmt und somit eine wichtige Stütze des Kindes darstellt, um Zeiten der Abwesenheit der Mutter überbrücken zu können.
  • Übersummativität
    Ein Begriff aus der Gestaltpsychologie, der besagt, dass das Ganze mehr als die Summe seiner Teile ist.
  • Ungeschehen machen
    Abwehrmechanismus: Weil man einen „unmoralischen“ Gedanken oder eine „unmoralische“ Handlung wiedergutmachen will, greift man zu einer Symptomhandlung, die den betreffenden Gedanken oder die betreffende Handlung abwehren bzw. sühnen soll, z.B. Waschzwang, zwanghafte Ordnungsliebe.
  • Verdrängung
    Ist die Basis aller anderen Abwehrmechanismen. Unerwünschte oder bedrohliche Impulse werden daran gehindert, ins Bewusstsein zu gelangen. Verdrängung dient der Vermeidung von Angst, Scham, Schmerz und anderen negativen Affekten.
  • Verhaltenstherapie
    Verhaltenstherapie ist neben Psychoanalyse, Systemische Therapie und Humanistische Psychotherapie eines der vier Grundorientierungen der Psychotherapie. Es handelt sich um ein Psychotherapieverfahren, welches sich aus dem Behaviorismus Ende der 1960er Jahre heraus entwickelt hat und mittlerweile in die sogenannten „drei Wellen“ (Lerntheorien, Kognitionen, Achtsamkeit bzw. Selbstakzeptanz) untergliedert werden kann. Die Verhaltenstherapie zählt in Deutschland zu den sogenannten Richtlinienverfahren (kassenärztlich zugelassen).
  • Verleugnung
    Abwehrmechanismus: Wenn man sich gegen die Wahrnehmung einer unangenehmen Wirklichkeit nicht wehren kann, wehrt man sich unbewusst gegen ihre Bedeutung und spielt die Wichtigkeit herunter.
  • Vertikale Verhaltensanalyse
    Vertikale Verhaltensanalyse, auch Makroanalyse, Plananalyse oder Schemaanalyse genannt, wird erhoben, um kognitive Schemata, also typische kognitive Muster des Patienten, und die jeweiligen Werte, Normen und Ziele zu erfassen. Ferner geht es um die Erfassung dysfunktionale Beziehungsmuster und Persönlichkeitsstrukturen.
  • Widerstand
    Widerstand bedeutet, dass ein Mensch konkrete Handlungen unternimmt, um die Bewusstwerdung unangenehmer Inhalte zu verhindern. Dies kann z.B. beharrliches Schweigen in der Therapie oder systematisches Zuspätkommen zu den Therapiesitzungen sein.
  • Zwei-Faktoren-Theorie von Mowrer
    Mit dieser Theorie wird der Erwerb einer Angststörung über das klassische Konditionieren (erster Faktor) und die Aufrechterhaltung durch die Prinzipien des operanten Konditionierens (zweiter Faktor) erklärt.