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Sozialpsychologie – Der Mensch in sozialen Beziehungen

  • Begriff
    Erklärung
  • Accessibility
    →Zugänglichkeit.
  • Active Self
    →Modell des aktiven Selbst.
  • Actor-Observer Bias
    →Akteur-Beobachter-Effekt.
  • Actual Self
    Aktuelles →Selbstkonzept.
  • additive Aufgabe
    →Aufgabenart, bei der sich die Gesamtleistung einer →Gruppe aus der Summe der Einzelleistungen der Gruppenmitglieder ergibt (z. B. beim Tauziehen). Die →potenzielle Produktivität der Gruppe liegt damit über der besten Einzelleistung.
  • Advocatus Diaboli
    Person, die bei Diskussionen im Auftrag der →Gruppe Gegenpositionen zur aktuellen Gruppenmeinung vertritt; kann Verzerrungen bei Gruppenentscheidungen entgegenwirken.
  • Affekt
    Bezieht sich auf die →Valenz, d. h. positive bzw. negative Aspekte, von Dingen und ist damit auch der Oberbegriff eines breiten Spektrums an →Gefühlen; umfasst sowohl →Emotionen als auch →Stimmungen.
  • affektiv
    Auf →Affekte bezogen.
  • Ageism
    →Vorurteile gegenüber Personen aufgrund ihres Alters.
  • Aggression
    Nicht versehentliches bzw. absichtsvolles Verhalten mit dem Ziel, eine andere Person, sich selbst oder einen Gegenstand zu schädigen (siehe auch →feindselige Aggression und → instrumentelle Aggression).
  • Aggressionsverschiebung (Displaced Aggression)
    Aggressives Verhalten wird gegen Personen oder Objekte gerichtet, die nicht Auslöser der negativen →Gefühle sind.
  • aggressive Hinweisreize
    Reize, die mit →Aggressionen/aggressiven Handlungen assoziiert sind (z. B. Schusswaffen); können die Auftretenswahrscheinlichkeit von Aggression erhöhen.
  • Akkulturation
    Prozess, in dem sich die kulturelle Identität zweier Gruppen durch Kontakt wandelt. Der Ablauf und die Folgen dieses Prozesses hängen von den →Akkulturationsstrategien beider Gruppen ab.
  • Akkulturationsstrategie
    Konkrete Ausformung der →Akkulturation, die abhängig von den Präferenzen beider Gruppen ist. Die sich daraus ergebenden Strategien unterscheiden sich darin, in welchem Ausmaß die Gruppen kulturelle Aspekte der jeweils anderen Gruppe übernehmen und in welchem Ausmaß sie Aspekte ihrer Herkunftskultur behalten.
  • Altenstereotyp
    Gesamtheit der →Stereotype über alte Menschen in einer →Kultur.
  • Altruismus
    →altruistisches Verhalten.
  • altruistisches Verhalten
    Spezialfall →prosozialen Verhaltens, der durch Empathie mit dem Opfer motiviert ist; nützt vorrangig dem Hilfeempfänger und hat keinen offensichtlichen Nutzen für den Helfer.
  • Ankerheuristik (Ankereffekt)
    Unter Urteilsunsicherheit bewirkt ein Ausgangswert (sog. Anker) eine Angleichung des Urteils in Richtung auf diesen Anker.
  • Annäherungsmotivation
    Motivation, den Abstand zu einem erwünschten Zustand physisch oder symbolisch zu verkleinern (siehe auch →Vermeidungsmotivation).
  • Anschlussmotiv (Need to belong)
    Bedürfnis nach Kontakt zu anderen Menschen bzw. danach, den Kontakt zu anderen Menschen zu suchen.
  • Appearance Prejudice
    →Vorurteile gegenüber Personen aufgrund ihrer äußeren Erscheinung.
  • Arousal
    Körperliche Erregung.
  • Arousal-Cost-Reward-Modell
    Das Leid einer anderen Person verursacht eine unangenehme emotionale Erregung (→Arousal). Der potenzielle Helfer versucht, diese mit möglichst geringen Kosten so schnell und vollständig wie möglich zu reduzieren. Kosten-Nutzen-Abwägungen (Cost-Reward) sind ausschlaggebend dafür, wie der potenzielle Helfer reagiert, d. h., ob er (in-)direkt hilft oder beispielsweise die Situation neu definiert bzw. verlässt.
  • Assimilation
    →Akkulturationsstrategie, bei der eine Gruppe weitgehend den Bezug zu ihrer Herkunftskultur aufgibt und kulturelle Merkmale der anderen Gruppe übernimmt.
  • Assoziation
    Besteht eine Assoziation zwischen zwei Reizen/→Kategorien, so wird bei Wahrnehmung eines dieser Reize/einer dieser Kategorien auch der/die andere aktiviert bzw. ins Bewusstsein gerufen.
  • Attribution
    Prozess der Ursachenzuschreibung; unterschieden werden u. a. →internale/dispositionale und →externale/situationale Ursachen (siehe auch →selbstwertdienliche Attribution und →Fehlattribution).
  • Attributionsfehler
    →fundamentaler Attributionsfehler, →ultimativer Attributionsfehler.
  • Auffälligkeit
    →Salienz.
  • Aufgabenarten
    Aufgaben können sich darin unterscheiden, wie die Einzelleistungen mehrerer Personen in einer →Gruppe die Gesamtleistung determinieren; unterschieden werden →additive, →konjunktive und →disjunktive Aufgaben.
  • Aufmerksamkeitskonflikt
    →Distraction-Conflict Theory.
  • autokinetischer Effekt
    Wahrnehmungstäuschung, die verwendet wurde, um →sozialen Einfluss zu untersuchen. Die Täuschung besteht darin, dass sich ein Lichtpunkt in einem ansonsten abgedunkelten Raum vermeintlich bewegt, de facto aber fix ist.
  • Autoritarismus (Right-Wing Authoritarianism, RWA)
    →Ideologie, die durch Unterordnung unter starke Autoritäten, autoritäre Aggression und Konventionalismus geprägt ist.
  • Autorität
    Auf →soziale Normen gestützter Machtstatus; wichtiger Faktor bei der Untersuchung von →sozialem Einfluss.
  • Availability
    →Verfügbarkeit.
  • Averageness-Effekt
    →Effekt von Durchschnittlichkeit.
  • Basking in reflected Glory
    Ist die →Eigengruppe erfolgreich und allgemein beliebt, identifiziert man sich stärker mit dieser und zeigt dies auch verstärkt nach außen. Dies trägt über die →soziale Identität zu einer positiven Sicht der eigenen Person bei.
  • Beauty-is-good-Stereotyp
    Tendenz, attraktiven Menschen mehr positive Eigenschaften (z. B. Begabung, Ehrlichkeit oder auch Intelligenz) zuzuschreiben als unattraktiven.
  • Bedrohung durch Stereotype (Stereotype Threat)
    Befürchtung einer Person, dass sie durch ihr Verhalten ein negatives →Stereotyp über die →Eigengruppe bestätigen bzw. im Sinne dieses negativen Stereotyps bewertet werden könnte.
  • Belohnung
    Positive Konsequenz eines Verhaltens, die - wenn sie unmittelbar auf das Verhalten folgt - dazu führt, dass das Verhalten in der Zukunft in ähnlichen Situationen häufiger gezeigt wird. Das Verhalten wird mit Absicht oder unbeabsichtigt verstärkt.
  • Bestrafung
    Negative Konsequenz eines Verhaltens, die - wenn sie unmittelbar auf das Verhalten folgt - dazu führt, dass das Verhalten in der Zukunft in ähnlichen Situationen seltener gezeigt wird (siehe auch →Belohnung).
  • Bewertungsangst
    Ist das Handeln einer Person potenziell durch andere bewertbar, kann ihr Verhalten durch die Angst beeinflusst werden, etwas falsch zu machen und sich zu blamieren; kann beispielsweise →prosoziales Verhalten hemmen (→Bystander-Effekt).
  • Bewertungserwartung
    Erwartung, dass die eigene Leistung oder Person durch andere bewertet wird (→sozialer Einfluss).
  • Beziehungsmodell
    →Relational-Models-Theorie.
  • Bias(es)
    →Urteilsverzerrungen.
  • Bindungsstil
    Interaktionsverhalten zwischen Kindern und engen Bezugspersonen in der frühen Kindheit; wird überwiegend von der Feinfühligkeit und Verlässlichkeit der Bezugsperson beeinflusst. Die drei Hauptbindungsstile sind sicher, ängstlich-ambivalent und vermeidend.
  • Bindungssystem
    Motivationssystem, welches durch Trennung von der Bindungsperson sowie durch Bedrohung, Schmerz und Gefahr aktiviert wird, um Schutz und Sicherheit bei der Bindungsperson zu suchen und damit Angst und Stress zu regulieren.
  • biologische Fitness (Fortpflanzungsvorteil)
    Bezieht sich auf die Anzahl fortpflanzungsfähiger Nachkommen. Je mehr eigene Nachkommen eines Individuums überleben, umso höher ist die direkte Fitness seiner genetischen Ausstattung. Da ein Teil des Erbguts bei nahen Verwandten identisch ist, ist für die Selektion von genetischen Merkmalen die Gesamtfitness wichtig, die den eigenen Fortpflanzungserfolg sowie den naher Verwandter umfasst.
  • biologisches Motiv
    Annahme, dass →prosoziales Verhalten gezeigt wird, um den →genetischen Erfolg zu erhöhen, d. h. die eigenen Gene erfolgreich weiterzugeben.
  • Black Sheep Effect
    →Schwarzes-Schaf-Effekt.
  • Blaming the Victim
    Tendenz, einer anderen Person für das, was ihr widerfährt/zustößt, zumindest eine Teilschuld zu geben, indem die unglücklichen Umstände auf deren Charakter oder "falsches" Verhalten zurückgeführt werden (→Glaube an eine gerechte Welt).
  • Bogus-Pipeline-Methode
    Subtile Methode, Menschen dazu zu bewegen, ihre wahren →Einstellungen preiszugeben. Die Versuchspersonen nehmen dabei an, dass sie an eine Art Lügendetektor angeschlossen sind, der ihre wahren, unverfälschten Einstellungen erkennt. Häufig werden unter diesen Umständen die tatsächlichen Einstellungen (z. B. →Vorurteile) angegeben, da die Teilnehmer befürchten, andernfalls als Lügner entlarvt zu werden.
  • Brainstorming
    Gruppenproblemlösetechnik, bei der alle Ideen eingebracht werden sollen, ohne dass diese sofort einer Wertung unterzogen werden. Dadurch sollen Qualität und Quantität der Ideenproduktion erhöht werden. Es hat sich jedoch gezeigt, dass dies nicht der Fall ist: →Gruppen bringen in typischen Brainstormingsitzungen nicht nur quantitativ weniger, sondern auch qualitativ weniger kreative Ideen hervor als die gleiche Anzahl Personen in Einzelarbeit (→Step-Ladder-Methode).
  • Bullying
    Insbesondere unter Schülern systematisch eingesetzte Form der instrumentellen →Aggression, mit der meist ein spezifisches Opfer geschädigt werden soll; hat zum Teil dramatische Konsequenzen für das Opfer.
  • Bumerangeffekt
    Zu starke und offensichtliche Beeinflussungsversuche sind kontraproduktiv und führen eher zu einer Verfestigung oder erhöhten →Zugänglichkeit der ursprünglichen →Kognitionen (→Reaktanz).
  • Bystander-Effekt
    Individuen zeigen typischerweise umso weniger Hilfeverhalten, je mehr potenzielle Helfer (Bystander) anwesend sind. Wichtige vermittelnde Prozesse sind →pluralistische Ignoranz, →Verantwortungsdiffusion und →Bewertungsangst.
  • Carry-over Effect of Competition
    Befund, dass Wettbewerb selbst dann zu stärkeren →Vorurteilen gegenüber einer →Fremdgruppe führt, wenn die Wettbewerbssituation überhaupt nichts mit dieser Fremdgruppe zu tun hat.
  • Cautious-Shift-Phänomen
    Form der →Gruppenpolarisierung, bei der die Gruppenentscheidung vorsichtiger ausfällt, als man angesichts der ursprünglichen Neigungen ihrer Mitglieder erwarten würde. Tritt auf, wenn die Mitglieder schon vor der Diskussion zur Vorsicht tendieren.
  • Cocktailparty-Phänomen
    Im Prozess der Wahrnehmung werden Informationen gefiltert; nur wenige Reize erhalten die knappe Ressource Aufmerksamkeit; bezeichnet das Phänomen, dass die Nennung des eigenen Namens (z. B. am Nachbartisch) automatisch die Aufmerksamkeit auf sich zieht.
  • Collective Threat
    Besorgnis, ein anderes Mitglied der →Eigengruppe könnte ein negatives →Stereotyp erfüllen; kann leistungsverschlechternd wirken (→Stereotype Threat).
  • Commitment
    Verpflichtung gegenüber bzw. Engagement für eine Sache oder Beziehung; besonders verhaltenswirksam, wenn es aktiv, öffentlich geäußert, mit Anstrengung verbunden und freiwillig ist. Im Kontext von Paarbeziehungen ist Commitment eine Facette oder Komponente von Liebe, durch Rituale wie Verlobung und Hochzeit auch öffentlich bekräftigt.
  • Community-Based Social Marketing
    Kampagnen zur Verhaltensänderung in der Bevölkerung, die sich das Prinzip sozialer Bewährtheit durch Konzentration auf einzelne Gemeinschaften zunutze machen. Dabei wird versucht, in einem Dorf, Stadtbezirk oder Betrieb durch Treffen, Plakate, Sticker, Broschüren, Annoncen etc. möglichst viele Menschen zu erreichen.
  • Compliance
    Form von →Konformität, bei der die Person nach außen hin ein mit der Mehrheitsmeinung konformes Urteil abgibt, dabei aber (weiterhin) davon überzeugt ist, dass eigentlich eine andere Lösung oder Meinung richtig wäre (→normativer Einfluss) (siehe auch →Forced/Induced Compliance).
  • Confirmation Bias
    Tendenz, die eigenen Annahmen bestätigende Informationen bevorzugt zu suchen bzw. wahrzunehmen.
  • Consensus Implies Correctness
    →Prinzip sozialer Bewährtheit.
  • Core-Social-Motive-Theorie
    Theorie, gemäß derer Zugehörigkeit, Verstehen, Kontrolle, Selbstwerterhalt und Vertrauen die fünf wichtigsten sozialen Motive sind (engl.: BUC(K)ET - Belonging, Understanding, Control, Enhancement, Trust).
  • Correspondence Bias
    Tendenz, aus dem Verhalten anderer Personen stabile Persönlichkeitsmerkmale (Dispositionen) zu erschließen, selbst wenn das Verhalten stark durch situative Faktoren bedingt ist (→fundamentaler Attributionsfehler).
  • Cues
    →Hinweisreize.
  • Deadline-Prinzip
    Der Wert eines Angebots steigt, wenn dieses zeitlich nur begrenzt verfügbar ist.
  • Dehumanisierung
    Wahrnehmung von Angehörigen anderer Gruppen als weniger menschlich als Angehörige der Eigengruppe; verknüpft mit weniger Empathie. Auch Tiere können dehumanisiert werden, womit gemeint ist, dass sie als weniger menschenähnlich wahrgenommen werden, als ihre Physiologie und ihr Verhalten nahelegen (z. B., dass sie keine Gefühle haben oder keinen Schmerz empfinden können).
  • Deindividuierung (Deindividuation)
    Tritt ein, wenn eine Situation die soziale Identität einer Person auf Kosten der personalen Identität salient macht; kann zu einem Verlust normaler Verhaltensbeschränkungen führen und dadurch einen Anstieg aggressiven Verhaltens in Übereinstimmung mit aktuellen Gruppennormen (→soziale Norm) bewirken.
  • Denken, divergentes
    →divergentes Denken.
  • Desensibilisierung
    Abnahme der Sensibilität gegenüber einem bestimmten Stimulus; beispielsweise hervorgerufen durch die wiederholte Darbietung ähnlicher Stimuli.
  • deskriptive Norm
    Wahrnehmung dessen, was andere, insbesondere die Mehrheit der Eigengruppenmitglieder, in der Situation tun oder unterlassen (was getan wird).
  • disjunktive Aufgabe
    →Aufgabenart, bei der der Beitrag eines Gruppenmitglieds als Gruppenprodukt ausgewählt wird (z. B. bei der Lösung eines Rätsels). Die →potenzielle Produktivität der →Gruppe ist maximal so gut wie die Leistung des besten Mitglieds.
  • Diskriminierung
    Ungleichbehandlung; Personen werden allein aufgrund ihrer Zugehörigkeit zu einer →Gruppe anders, meist schlechter, behandelt als andere Personen; bildet die Verhaltenskomponente eines →Vorurteils.
  • dispositionale Attribution
    →Attribution des Verhaltens von Personen auf deren →internale, überdauernde Eigenschaften, Fähigkeiten oder Reaktionstendenzen (gemeinsam als Dispositionen bezeichnet).
  • Dissonanz, kognitive
    →kognitive Dissonanz.
  • Dissonanzreduktion
    Versuch, den als unangenehm erlebten Zustand der →kognitiven Dissonanz zu überwinden und →Konsistenz herzustellen; kann direkt (durch Änderung von einem oder mehreren Elementen der dissonanten Beziehung, durch Hinzufügen neuer konsonanter →Kognitionen, durch Vermindern der Bedeutung der dissonanten Elemente) und indirekt (durch Beeinflussung der mit Dissonanz verbundenen negativen →Gefühle) erfolgen.
  • Distraction-Conflict Theory
    Die Anwesenheit anderer Personen lenkt ab, wodurch für die Aufgabenbewältigung weniger →kognitive Ressourcen zur Verfügung stehen. Die Aufmerksamkeit konzentriert sich dann auf wenige Schlüsselaspekte der Aufgabe, periphere Merkmale werden vernachlässigt.
  • divergentes Denken
    Kreativer Denkprozess, bei dem vielfältige und zum Teil ungewöhnliche Alternativen in Betracht gezogen werden und bei dem nicht davon ausgegangen wird, dass es für ein Problem nur eine richtige Lösung gibt.
  • dominante Reaktion
    Diejenige Reaktion im Verhaltensrepertoire einer Person, deren Auftreten in einer bestimmten Situation am wahrscheinlichsten ist bzw. die in der Reaktionshierarchie am höchsten steht, z. B. weil sie gut gelernt ist (→Drive Theory of Social Facilitation).
  • Door-in-the-Face-Technik
    Durch eine vorgeschobene große Forderung erhöht sich die Wahrscheinlichkeit, dass einer nachgeschobenen kleineren Bitte zugestimmt wird - vorausgesetzt die erste Forderung liegt in einem realistischen Bereich.
  • Drive-Theorie der sozialen Erleichterung
    Die Anwesenheit anderer Personen bewirkt eine Steigerung der physiologischen Erregung und fördert damit die Ausführung der →dominanten Reaktion. Dies kann bei einfachen oder gut geübten Aufgaben zu einer Leistungsverbesserung (→soziale Erleichterung), bei schwierigen oder ungeübten Aufgaben zu einer Leistungsverschlechterung (→soziale Hemmung) führen.
  • Dual Path Model of Collective Action
    Erlebt die machtlosere Minderheit die Situation als instabil und damit veränderbar, erlebt sie Ärger und greift zu normativen, legalen Mitteln des Widerstands. Sieht sie die Situation als stabil an, neigt sie vermehrt zu gewaltsamen und illegalen Mitteln und erlebt Verachtung.
  • Duncker-Aufgabe
    Problemlöseaufgabe zur Messung kreativen Denkens; beispielsweise hat eine Versuchsperson eine Schachtel mit Reisnägeln, eine Kerze und eine Streichholzschachtel zur Verfügung und soll die Kerze so an der Wand befestigen, dass nach dem Anzünden kein Wachs auf den Boden tropft.
  • Easy-Escape-Bedingungen
    Bedingungen, unter denen die Kosten für unterlassene Hilfe gering sind; führen zu einer Verringerung des Auftretens von Hilfeverhalten; sind gegeben, wenn zukünftige Interaktionen mit der hilfsbedürftigen Person unwahrscheinlich sind, der potenzielle Helfer eine Rechtfertigung für das Unterlassen der Hilfeleistung hat oder keine negative Bewertung durch das soziale Umfeld erwarten muss.
  • Effekt der räumlichen Nähe (Proximity- oder Propinquity-Effekt)
    Der Effekt der räumlichen Nähe bezeichnet den Umstand, dass Menschen die sich häufiger begegnen, sich gegenseitig sympathischer finden und häufiger Freundschaften knüpfen als Menschen, die sich seltener begegnen.
  • Effekt des gemeinsamen Wissens
    Die →Gruppe konzentriert sich auf Informationen, die bereits allen bekannt sind, d. h. auf das gemeinsame Wissen. Informationen, die nur einzelnen Mitgliedern bekannt sind (nicht geteiltes Wissen), kommen häufig nicht zur Sprache oder erhalten weniger Aufmerksamkeit.
  • Effekt von Durchschnittlichkeit (Averageness-Effekt)
    Tendenz, mehrere gemittelte Gesichter schöner zu finden als die einzelnen Gesichter, aus denen sich das gemittelte Gesicht ergibt.
  • Eigengruppe (Ingroup)
    →Gruppe, der man selbst angehört.
  • Eigengruppenaufwertung (Ingroup Favoritism)
    Tendenz, die eigene →Gruppe bzw. Mitglieder der →Eigengruppe besonders positiv zu bewerten und bei der Verteilung von Ressourcen zu bevorzugen.
  • Eigengruppenprojektion
    Eine übergeordnete Gruppe wird der eigenen Sub- oder Teilgruppe als ähnlicher wahrgenommen als dies außenstehende Beurteiler tun würden. Merkmale der Eigengruppe werden also in die übergeordnete Gruppe projiziert, wodurch die Eigengruppe für die übergeordnete Gruppe als prototypischer erscheint (siehe auch →Prototyp und →Typikalität).
  • Einfluss
    →informativer Einfluss, →normativer Einfluss, → sozialer Einfluss.
  • Einsamkeit
    Negatives Erleben des Alleinseins oder der Stress sozialer Isolation. Einsam fühlen sich Menschen, wenn sie gern mehr oder andere soziale Beziehungen hätten, als sie tatsächlich haben.
  • Einstellung
    Eine kognitive Repräsentation, die aus einer zusammenfassenden Bewertung eines Einstellungsobjekts besteht. Einstellungsobjekte können Personen, Sachverhalte, Objekte, Ideen und vieles mehr sein. Einstellungen bestehen aus einer →kognitiven, einer →affektiven und einer Verhaltenskomponente, haben eine kognitive und eine motivationale Funktion und können im Gedächtnis gespeichert oder situativ konstruiert sein. Man unterscheidet weiterhin zwischen deliberativen/→expliziten und automatischen/→impliziten Einstellungen.
  • emotionale Unterstützung
    Eine Person tröstet, beruhigt und ermutigt eine andere Person, freut sich mit ihr, hört ihr zu und signalisiert Verständnis, Nähe und Verlässlichkeit (siehe auch →instrumentelle Unterstützung).
  • Emotionen
    Starke →Gefühle, die einen Objektbezug aufweisen, d. h. auf einen Gegenstand oder eine Person gerichtet sind. Emotionen sind im Vergleich zu →Stimmungen meist von kürzerer Dauer und größerer Intensität.
  • Empathie
    Fähigkeit/Zustand des Einfühlens in eine andere Person; begünstigt →altruistisches Verhalten.
  • Empathie-Altruismus-Hypothese
    Die Not eines anderen Menschen kann bei potenziellen Helfern eine empathische Reaktion auslösen. →Empathie wiederum motiviert zu →altruistischem Verhalten, bei welchem nicht egoistische Kosten-Nutzen-Überlegungen, sondern vor allem die echte Besorgnis um das Wohl des anderen maßgeblich ist.
  • Empathievermeidung
    Menschen verstehen intuitiv, dass Empathie zu Hilfeverhalten motiviert. Ist Hilfe mit hohen Kosten verbunden, vermeiden sie deshalb Situationen, die →Empathie auslösen.
  • Empfindungen, kognitive/nichtaffektive
    →kognitive/nichtaffektive Empfindungen.
  • Empowering Leadership
    Führungsstil, der die Eigeninitiative von Mitarbeitern fördert, indem die Führungsperson mit gutem Beispiel vorangeht, gemeinsam entscheidet, informiert, berät und Anteil nimmt.
  • Entweder-oder-Aufgaben
    Entscheidungsaufgaben, für die nur eine richtige Lösung existiert (→disjunktive Aufgaben).
  • Erregungstransfer
    Erregung aus einer vorausgegangenen Aktivität kann auf eine neue Erregungssituation übertragen werden. Dabei wird die Erregung fälschlicherweise für eine Folge der neuen Erregungssituation gehalten, also fehlattribuiert. Eine solche fehlattribuierte Erregung kann die Aggressionsbereitschaft erhöhen, wenn sie beispielsweise als Ärger oder →Frustration interpretiert wird.
  • evaluatives Konditionieren
    Raumzeitliche Paarung eines →affektiv neutralen Stimulus mit einem valenten Stimulus, in dessen Folge eine Änderung der Wertigkeit des vormals neutralen Stimulus bewirkt wird; relevant im Prozess der Gefühls- und der Einstellungsbildung.
  • Experiment
    Forschungsmethode, bei der in einem kontrollierten Setting durch systematische Variation mindestens einer →unabhängigen Variablen deren Wirkung auf mindestens eine →abhängige Variable untersucht wird. Nicht untersuchte Einflussfaktoren werden ausgeschlossen oder, wenn dies nicht möglich ist, konstant gehalten.
  • Experimentalgruppe (EG)
    Gruppe von Versuchspersonen, der in einem →Experiment die Experimentalbedingung, d. h. die Stufe der →unabhängigen Variablen, zugewiesen wird, bei der im Vergleich zur Kontrollbedingung eine bestimmte Veränderung in der →abhängigen Variablen erwartet wird.
  • explizit
    Bewusst, deutlich (Gegenteil: →implizit).
  • explizite Einstellungsmessung
    Messung von →Einstellungen, indem diese mittels direkter, selbstberichtender Verfahren erhoben werden (z. B. durch →Ratingskalen) (siehe auch →implizite Einstellungsmessung).
  • external
    Außerhalb der Person liegend; situations-, umweltbedingt (Gegenteil: →internal).
  • extrinsische Motivation
    Von außen kommende Motivation aufgrund von →Belohnungen und/oder äußerem Druck (Gegenteil: →intrinsische Motivation).
  • Fatism
    →Vorurteile gegenüber übergewichtigen Personen, Unterform des →Appearance Prejudice.
  • Faustregel
    →Heuristik.
  • Fehlattribution
    Falsche Ursachenzuschreibung bzw. Verwechslung der Ursache, beispielsweise des eigenen →Arousal.
  • feindselige Aggression
    Erfolgt aus Emotionen (wie Ärger, Wut) heraus und dient dazu, jemandem zu schaden; auch heiße →Aggression genannt (siehe auch →instrumentelle Aggression).
  • Fischteicheffekt (Big-Fish-Little-Pond-Effekt)
    Das größere akademische Selbstvertrauen eines guten Schülers in einer leistungsschwächeren Klasse.
  • Fitness
    →biologische Fitness.
  • Foot-in-the-Door-Prinzip
    Durch eine vorgeschobene kleine Bitte erhöht sich die Wahrscheinlichkeit, dass einer nachgeschobenen größeren Bitte zum gleichen Inhaltsbereich zugestimmt wird.
  • Forced/Induced Compliance
    Erzwungene Einwilligung; wird eine Person dazu gebracht, öffentlich eine Meinung zu vertreten, die nicht ihrer privaten Meinung entspricht, so entsteht →kognitive Dissonanz. Zum Zwecke der →Dissonanzreduktion kann die Person ihre private Meinung der öffentlich geäußerten anpassen, die ausgeführte Handlung nachträglich aufwerten sowie die negativen Konsequenzen bagatellisieren.
  • Framing
    Einbettung oder Verpackung einer Information.
  • Free-Rider Effect
    →Trittbrettfahren.
  • Fremdgruppe (Outgroup)
    →Gruppe, der man nicht angehört.
  • Fremdgruppenabwertung (Outgroup Derogation)
    Tendenz, in Intergruppenvergleichen die →Fremdgruppe abzuwerten.
  • Fremdgruppenhomogenitätseffekt
    Tendenz, Mitglieder der →Fremdgruppe als einander ähnlicher wahrzunehmen, als diese tatsächlich sind, und ähnlicher als Mitglieder der →Eigengruppe.
  • Freunde
    Menschen, die man mag, deren Gesellschaft man genießt, mit denen man Interessen und Aktivitäten teilt, die hilfreich und verständnisvoll sind, denen man vertrauen kann, mit denen man sich wohlfühlt und die →emotionale Unterstützung gewähren.
  • Frustration
    Unerwartete Blockade eines wichtigen Ziels.
  • Frustrations-Aggressions-Hypothese
    Annahme, dass →Frustration eine wichtige Quelle negativer Gefühle ist und die Bereitschaft zu →Aggression erhöht.
  • fundamentaler Attributionsfehler
    Tendenz, den Einfluss dispositionaler Faktoren auf das Verhalten anderer Personen zu über- und den Einfluss situativer Faktoren zu unterschätzen. Dadurch kommen häufig Fehlurteile zustande; eine der Ursachen für den →Correspondence Bias.
  • Gamification
    Gestaltung von Internetanwendungen und Apps, die nicht primär als Spiele konzipiert sind, mit Elementen, die an Spiele erinnern (z. B. Wettbewerb, Herausforderung, Glück, Humor, Vorstellungswelten, Rollenübernahme). Ziel ist eine Erhöhung der Attraktivität der Apps und damit häufigerer oder längerer Gebrauch.
  • Gedächtnissystem, transaktives
    →transaktives Gedächtnissystem.
  • Gefühl
    Begriff, der umgangssprachlich für eine Vielzahl von Empfindungen verwendet wird. Wichtige Formen sind →Stimmungen und →Emotionen.
  • General Aggression Model (GAM)
    Modellhafter Versuch, bestehende Annahmen zur Entstehung von Aggression zu integrieren. Dieses Modell berücksichtigt sowohl personale als auch situative Faktoren.
  • genetischer Erfolg
    →biologische Fitness.
  • Gerechtigkeitsnorm
    →Soziale Norm bezüglich der Ver- oder Zuteilung von Ressourcen; besagt beispielsweise im Rahmen von Hilfeverhalten, dass vor allem den Personen geholfen wird, die Hilfe auch verdienen.
  • Gimpel-Effekt (Sucker Effect)
    Variante des →sozialen Faulenzens, bei der Gruppenmitglieder ihre Leistung reduzieren, wenn sie den Eindruck haben, dass sich die anderen Mitglieder nicht oder nicht so sehr wie sie selbst anstrengen.
  • Glass Ceiling (gläserne Decke)
    Bezeichnung für die Tatsache, dass Frauen in höheren Managementebenen, trotz größerer Chancengleichheit in anderen Bereichen, nach wie vor unterrepräsentiert sind.
  • Glaube an eine gerechte Welt
    →Selbstwertdienliche Attribution, die die Annahme beinhaltet, dass guten Menschen Gutes widerfährt und dass Menschen, denen Schlechtes widerfährt, dies auch verdienen.
  • Gleichnis vom barmherzigen Samariter
    Bibelstelle (Lukas 10, 29-37), die in →Experimenten zu prosozialem Verhalten dazu genutzt wird, prosoziale Normen (→soziale Norm) zu aktivieren.
  • Gruppe
    Im engeren Sinn Ansammlung von zwei oder mehr Personen, die folgende Kriterien aufweist: Interaktion, gemeinsame Ziele, →Wir-Gefühl und zeitliche Stabilität. Diese Kriterien grenzen eine Gruppe gegenüber einer bloßen Ansammlung von Menschen sowie gegenüber einer →Masse ab. Im weiteren Sinn: Erfordert nur, dass sich zwei oder mehr Personen selbst als Mitglieder der gleichen sozialen →Kategorie wahrnehmen. Solche sozialen Kategorien sind beispielsweise das Geschlecht oder die eigene ethnische Zugehörigkeit.
  • Gruppenauswahl
    Wenn Menschen zwischen verschiedenen →Gruppen wählen können, streben sie die Zugehörigkeit zu der Gruppe an, von der sie sich den größten Nutzen versprechen. Für die Gruppenauswahl sind neben materiellem und psychologischem Nutzen zudem frühere Erfahrungen mit ähnlichen Gruppen und die Ähnlichkeit/→Passung der eigenen Person zu den bestehenden Gruppenmitgliedern relevant.
  • Gruppenbildung
    Personen bilden Gruppen, um gemeinsam Ziele zu erreichen, Sicherheit, Schutz und Macht zu erhalten, ihre sozialen Bedürfnisse zu befriedigen und ihr →Selbstwertgefühl zu stärken. Gruppenzugehörigkeiten machen einen wichtigen Teil der →sozialen Identität aus.
  • Gruppendenken (Groupthink)
    Theoretische Erklärung für das Zustandekommen fataler Gruppenentscheidungen, wonach die Kohäsion eine zentrale Rolle spielt. Um →Kohäsion aufrechtzuerhalten und nicht durch Konflikte zu beeinträchtigen, wird versucht, möglichst schnell - und damit mitunter auf Kosten der Entscheidungsqualität - einen Konsens zu finden. Neuere Forschung konnte den entscheidenden Einfluss der Kohäsion nicht bestätigen.
  • Gruppenleistung
    Sie ergibt sich aus der →potenziellen Produktivität zuzüglich der →Prozessgewinne und abzüglich der →Prozessverluste. Die Summe der beiden letzten Variablen bezeichnet man als →Prozessbilanz.
  • Gruppennorm
    →soziale Norm.
  • Gruppenpolarisierung
    Die →Gruppe vertritt - im Vergleich zu den ursprünglichen Meinungen ihrer Mitglieder vor der Diskussion - eine extremere Position. Ursachen sind wiederholte Äußerungen, →informativer Einfluss, →normativer Einfluss und →sozialer Vergleich.
  • Gruppenproduktivität
    →Gruppenleistung und →Illusion der Gruppenproduktivität.
  • Gruppenstruktur
    Organisierende und konstituierende Merkmale einer →Gruppe; die wichtigsten sind →Rollen, →Normen, → Status und →Kohäsion.
  • Gruppenzusammenhalt
    →Kohäsion.
  • Halo-Effekt
    Bezeichnet das Phänomen, dass der Gesamteindruck, den eine Person auf andere macht, durch ein einzelnes positives Merkmal, wie beispielsweise ihre Attraktivität, dominiert wird.
  • Helfen, impulsives
    →impulsives Helfen.
  • Helferidentität
    →Selbstbild als besonders hilfsbereite Person, welches durch →dispositionale Attributionen von Hilfeverhalten aufgebaut wird; Teil der →persönlichen Identität.
  • Helper's High
    Besonders positive →Stimmung, die durch Hilfeverhalten hervorgerufen wird.
  • Heuristik
    Faustregel, die eine schnelle, sparsame und meist hinreichend genaue Urteilsbildung ermöglicht. Die wichtigsten Heuristiken sind die →Repräsentativitätsheuristik, die →Verfügbarkeitsheuristik und die →Ankerheuristik.
  • Hidden Profile
    Liegt vor, wenn im Rahmen einer Gruppenaufgabe die korrekte Lösung aus den verschiedenen Informationspaketen, die den einzelnen Gruppenmitgliedern vorliegen, nicht zu erkennen ist, wohl aber, wenn die Gruppenmitglieder ihre Informationspakete zusammennehmen. Spielt bei der Untersuchung des →Effekts des gemeinsamen Wissens eine Rolle.
  • Hilfeverhalten
    →prosoziales Verhalten.
  • Hinweisreize (Cues)
    Auf diese wird beispielsweise bei der oberflächlichen Verarbeitung von Persuasionsbotschaften zurückgegriffen (siehe auch →Hinweisreize für Aggressivität).
  • Hinweisreize für Aggressivität
    Reize, die mit →Aggression/aggressiven Handlungen assoziiert sind, wie beispielsweise Schusswaffen. Im Falle emotionaler Erregung können sie aggressionsintensivierend wirken.
  • Hypothesentesten, selektives/positives
    →selektives/positives Hypothesentesten.
  • IAT
    →Implicit Association Test.
  • Identifiable-Victim-Effekt
    Durch Herausstellen einzelner, identifizierbarer Opfer von Katastrophen werden stärkeres Mitgefühl und größere Hilfsbereitschaft hervorgerufen als durch Berichte über eine große Zahl anonym bleibender Opfer.
  • Identität
    →personale Identität, →soziale Identität.
  • Ideologie
    Sozial geteilte Grundannahmen über die Wirklichkeit, die die Interpretation einer Vielzahl von Geschehnissen beeinflussen, normalerweise ohne dass wir uns dessen bewusst sind.
  • Ideomotor-Prinzip
    Durch Aktivierung von Konzepten werden damit verbundene motorische Komponenten voraktiviert, die dann leichter ausgeführt oder spontan ausgeführt werden. Der Gedanke an Essen könnte also beispielsweise das Hand-zum-Mund-Führen voraktivieren.
  • ikonisches Foto
    Foto von einem historischen Ereignis, das große Berühmtheit erlangt und das Ereignis dadurch als Symbol oder Ikon repräsentiert.
  • Illusion der Einstimmigkeit
    Symptom, das in der Theorie des →Gruppendenkens beschrieben wird und den (verzerrten) Eindruck von Einstimmigkeit unter den Gruppenmitgliedern bezeichnet. Dieser kommt dadurch zustande, dass abweichende Meinungen nicht geäußert werden.
  • Illusion der Gruppenproduktivität
    Bei der Arbeit in der →Gruppe überschätzt der Einzelne die Höhe des eigenen Beitrags zur gesamten →Gruppenleistung. Dies trägt auch dazu bei, dass sich der Glaube, eine Gruppe leiste grundsätzlich mehr als ihre Einzelmitglieder, hartnäckig hält.
  • Illusion der Unanfechtbarkeit
    Symptom, das in der Theorie des →Gruppendenkens beschrieben wird und die verzerrte Wahrnehmung der Gruppenmitglieder bezeichnet, nichts und niemand könne der →Gruppe etwas anhaben. Dadurch entsteht ein überzogener Optimismus.
  • illusorische Korrelation
    Wahrgenommene Zusammenhänge, obwohl diese gar nicht oder zumindest nicht in dem angenommenen Ausmaß bestehen.
  • imaginale Bestätigung
    Im Rahmen der Bestätigung von →Vorurteilen kann eine nur vorgestellte Episode ebenso wie eine tatsächlich erlebte Episode als (verzerrende) Evidenz für ein →Stereotyp fungieren.
  • Imitation
    Nachahmung; die Imitation des Verhaltens anderer wird auch als →Modelllernen oder Beobachtungslernen bezeichnet. Wir imitieren bevorzugt Personen, die wir mögen und denen wir uns zugehörig fühlen. Für die Imitation nonverbalen Ausdrucksverhaltens ist auch der Begriff →Mimikry gebräuchlich.
  • Implicit Association Test (IAT)
    Reaktionszeitverfahren, das die Assoziationsstärke von →Kategorien misst; basiert auf der Annahme, dass es leichter fällt, mit der valenzkompatibel besetzten als mit einer valenzinkompatibel besetzten Antworttaste auf assoziierte Konzepte zu reagieren. Aus der Reaktionszeitdifferenz zwischen einer valenzkompatiblen Bedingung, in der assoziierte Konzepte jeweils der gleichen Antworttaste zugeordnet sind (z. B. alter Mensch - negativ), und einer inkompatiblen Bedingung, in der assoziierte Konzepte jeweils verschiedenen Antworttasten zugeordnet sind (z. B. alter Mensch - positiv), wird die Stärke der →Assoziation und damit letztendlich die →Einstellung der Person erschlossen.
  • implizit
    Nicht unmittelbar zugänglich, nicht bewusst (Gegenteil: →explizit).
  • implizite Einstellungsmessung
    Messung von →Einstellungen, indem diese aus den Leistungsdaten einer Person (z. B. Reaktionszeiten oder Fehlerraten in einem →Stroop-Test) erschlossen werden (siehe auch →explizite Einstellungsmessung).
  • implizite Theorien
    Annahmen bzgl. bestimmter Sachverhalte (z. B. dem Zusammenhang von Intelligenz und Attraktivität), die nicht explizit sind, d. h. nicht bewusst formuliert und vertreten werden.
  • Impression Management
    Strategien, mit denen versucht wird, einen bestimmten (meist einen guten) Eindruck bei anderen zu hinterlassen.
  • impulsives Helfen
    Sonderfall →prosozialen Verhaltens, bei dem die rationale Abwägung potenzieller Kosten für Helfen keine oder nur eine sehr untergeordnete Rolle zu spielen scheint; findet sich beispielsweise in eindeutigen, realistischen Situationen, wenn eine Beziehung zwischen Opfer und Helfer besteht und/oder eine starke Erregung (z. B. durch Leiden des Opfers) empfunden wird.
  • individualistische Kultur
    Kulturkreis, in dem individuelle Fähigkeiten und persönlicher Erfolg im Fokus der Aufmerksamkeit stehen; als individualistische Kulturen gelten z. B. Westeuropa oder Nordamerika (siehe auch →kollektivistische Kultur).
  • informativer Einfluss
    →Sozialer Einfluss, der auf dem angenommenen Informationswert der Meinung anderer beruht; führt meist zu →Konversion.
  • Ingroup Favoritism
    →Eigengruppenaufwertung.
  • injunktive Norm
    Wahrnehmung, welches Verhalten von anderen befürwortet oder abgelehnt wird (was man tun soll). Besonders relevant ist, was die Mehrheit der Eigengruppenmitglieder befürwortet oder ablehnt (siehe auch →deskriptive Norm und →soziale Norm).
  • instrumentelle Aggression
    Dient als Mittel, um ein Ziel zu erreichen, das über die Schädigung des anderen hinausgeht; auch als kalte →Aggression genannt (siehe auch →feindselige Aggression).
  • instrumentelle Unterstützung
    Eine Person hilft einer anderen praktisch (siehe auch → emotionale Unterstützung).
  • Integration
    →Akkulturationsstrategie, bei der eine Gruppe weitgehend den Bezug zu ihrer Herkunftskultur behält, aber auch kulturelle Merkmale der anderen Gruppe übernimmt.
  • interaktives Problemlösen
    Interventionstechnik in politischen Konflikten, die Intergruppenkontakt gemeinsam mit strukturierten Gesprächsrunden zur Vorbereitung und Begleitung offizieller Verhandlungen nutzt.
  • Interdependenz
    Gegenseitige Abhängigkeit; Merkmal vieler überdauernder Beziehungen. Je enger die Beziehung ist, umso mehr Interdependenz besteht normalerweise auch, in Form von Austausch oder gemeinsamer Nutzung von Ressourcen, gemeinsamen Zielen, gegenseitiger Unterstützung und nicht zuletzt emotionalen Bedürfnissen wie dem Bedürfnis nach Intimität.
  • interkulturelle Beziehung
    →Soziale Beziehung, bei der Personen aus unterschiedlichen →Kulturen kommen.
  • internal
    Innerhalb der Person liegend, durch die Person bedingt (Gegenteil: →external).
  • internale Attribution
    →dispositionale Attribution.
  • Intimität
    Eine Facette von Liebe, die durch gegenseitiges wohlwollendes Verständnis, positive, warme Gefühle füreinander sowie die Kommunikation von Zuneigung (durch Worte, tatkräftige Unterstützung und nonverbale Signale) geprägt ist.
  • intrinsische Motivation
    Aus einem inneren Antrieb entstehende Motivation durch Interesse und/oder Spaß an der Tätigkeit (Gegenteil: → intrinsische Motivation).
  • Investment-Modell
    Modell, das annimmt, dass sich das Commitment in Partnerschaften aus der Zufriedenheit mit der Beziehung, der Qualität möglicher Alternativen und dem bisherigen Investment vorhersagen lässt. Die Zufriedenheit wiederum wird beeinflusst von Kosten und Nutzen der Beziehung sowie vom Vergleichsniveau.
  • Jigsaw-Classroom-Technik
    Bezeichnung für eine bestimmte Klassensituation, die →Vorurteile vermindern und das →Selbstwertgefühl der Schüler erhöhen soll. Die Schüler arbeiten in gemischten Kleingruppen, und jeder Schüler ist hinsichtlich der Erarbeitung des Unterrichtsstoffs von den Leistungen anderer Schüler abhängig. Die Leistungen der einzelnen Schüler fügen sich wie ein Puzzle (engl. jigsaw) zusammen.
  • Judostrategien
    Strategien →sozialen Einflusses, die sich der Mechanismen menschlicher Informationsverarbeitung - im Speziellen der →Urteilsheuristiken - bedienen, um andere dazu zu bringen, etwas Bestimmtes zu tun oder zu unterlassen.
  • Kategorie
    Elementare Wissensstruktur; Gruppierung von zwei oder mehr unterscheidbaren Objekten, die ähnlich behandelt werden.
  • Katharsis (griech. →→→a→s→→, "Reinigung")
    Emotionale Entlastung aufgrund des Durchlebens bestimmter →Affekte.
  • Katharsishypothese
    Annahme, dass das Ausführen jeglicher aggressiver Handlungen - gegen Objekte oder beliebige Personen - ärger- und aggressionsreduzierende Effekte hat.
  • Kin Selection
    →Verwandtenselektion.
  • Kindchenschema
    Konfiguration von Merkmalen, insbesondere Gesichtszügen, die wir automatisch verarbeiten und als niedlich empfinden.
  • Kognition
    In der →Psychologie der Oberbegriff für die mentalen Prozesse der Informationsverarbeitung; dazu zählen Wahrnehmung, Erkennen, Vorstellen, Urteilen, Gedächtnis, Lernen und Denken (siehe auch →soziale Kognition).
  • kognitiv
    Auf →Kognitionen bezogen.
  • kognitive Dissonanz
    Innerer Konflikt, der durch das Auftreten miteinander unvereinbarer →Kognitionen hervorgerufen wird. Der als unangenehm empfundene Zustand motiviert zur →Dissonanzreduktion.
  • kognitive Kapazität
    Maß an spezifischen Gehirnaktivitäten, die aktuell zur Bearbeitung einer Aufgabe zur Verfügung stehen. Da die kognitive Kapazität beschränkt ist, muss in manchen Situationen auf Vereinfachungen (z. B. →Heuristiken) zurückgegriffen werden.
  • Kohäsion
    Zusammenhalt einer →Gruppe, der sich darin widerspiegelt, wie gerne die Gruppenmitglieder Teil der Gruppe bleiben wollen; resultiert aus allen Kräften, die die Mitglieder motivieren, in der Gruppe zu bleiben.
  • Köhler-Effekt
    →Unverzichtbarkeit.
  • Koinzidenz
    Gemeinsames Auftreten zweier oder mehrerer Ereignisse, das auch zufällig sein kann (→illusorische Korrelation).
  • kollektivistische Kultur
    Kulturkreis, in dem gemeinsamer Verantwortung und kollektivem Wohl großer Wert beigemessen wird; als kollektivistische Kulturen gelten z. B. Asien oder Israel (siehe auch →individualistische Kultur).
  • Kompensation
    →soziale Kompensation.
  • Konditionieren
    →evaluatives Konditionieren und →operantes/instrumentelles Konditionieren.
  • Konformität
    Übereinstimmung/Anpassung des eigenen Verhaltens oder der eigenen Meinung mit dem/an das Verhalten bzw. mit der/an die Meinung anderer; kann über →informativen Einfluss oder →normativen Einfluss bewirkt werden.
  • Konformitätsdruck
    Druck, sich gemäß der Gruppe zu äußern und zu verhalten bzw. sich der →Gruppe anzupassen; bezeichnet in der Theorie des →Gruppendenkens den massiven Druck der Gruppe auf Zweifler in den eigenen Reihen, wodurch diese dazu gebracht werden, die Gruppenmeinung nicht mehr infrage zu stellen (→Compliance).
  • konjunktive Aufgabe
    →Aufgabenart, die erfordert, dass eine Aufgabe von jedem Gruppenmitglied einzeln erfolgreich ausgeführt wird (z. B. das Besteigen eines Berges). Die →potenzielle Produktivität der →Gruppe ist maximal so gut wie die Leistung des schlechtesten/schwächsten Mitglieds.
  • Konsistenz
    Widerspruchsfreiheit. Im Rahmen der Kausalattribution das Ausmaß, in dem sich eine Person in der gleichen Situation über die Zeit hinweg gleich verhält. In der Forschung zu →sozialem Einfluss bezeichnet Konsistenz das Ausmaß an Übereinstimmung der Meinungen in einer →Gruppe, sowohl zwischen den Mitgliedern als auch über die Zeit hinweg. Konsistenz ist ein wichtiger Faktor für →Minderheiteneinfluss. Innerhalb einer Person ist kognitive Konsistenz (auch Konsonanz) das Gegenteil von →kognitiver Dissonanz.
  • Konsistenzbestreben
    Menschen empfinden es als angenehm, wenn sich ihre Einstellungen sowie die Komponenten der Einstellungen in einem harmonischen, spannungsfreien Zustand zueinander befinden, und streben daher einen solchen Zustand an (→Konsistenz, →kognitive Dissonanz). Die Judostrategie "Erzielen von →Commitment" macht sich Konsistenzstreben zunutze, um →sozialen Einfluss auszuüben.
  • Kontakthypothese
    Annahme, dass Feindseligkeiten und →Vorurteile durch vermehrten Kontakt zwischen den →Gruppen vermindert werden können. Statusgleichheit, Kooperation und gemeinsame Ziele sowie Unterstützung durch Autoritäten/Institutionen erleichtern/verbessern die positiven Effekte von Intergruppenkontakt
  • Kontrast
    Im Prozess der Informationsverarbeitung können verfügbare →Konzepte (z. B. Wissen über die Eigenschaften einer Person) neuen Eindrücken widersprechen, sodass Einschätzungen (z. B. Personenbeurteilungen) in Richtung der bestehenden Inhalte korrigiert werden (Gegenteil: →Assimilation).
  • Kontrastprinzip
    Je nach Vergleichsgrundlage nehmen wir ein und dieselbe Sache unterschiedlich wahr. Urteilsgegenstände gewinnen beispielsweise an Attraktivität, wenn sie zusammen mit weniger positiven Alternativen präsentiert werden, und verlieren an Wert im Zusammenhang mit extrem attraktiven Alternativen.
  • Kontrollgruppe
    Gruppe von Versuchspersonen, der in einem →Experiment nicht die Experimentalbedingung zugewiesen wird, d. h. der die Stufe der →unabhängigen Variablen zugewiesen wird, bei der im Vergleich zur Experimentalbedingung keine Veränderung in der →abhängigen Variablen erwartet wird.
  • Kontrollvariable
    Variable, deren Einfluss im →Experiment nicht systematisch variiert wird (z. B. das Geschlecht der Versuchspersonen), die aber erhoben wird, um ungewollte Einflüsse auf die →abhängige Variable zu erfassen.
  • Konversion
    Form von →Konformität, die vorliegt, wenn sich eine Person nicht nur öffentlich der Meinung bzw. dem Verhalten anderer anschließt, sondern auch innerlich davon überzeugt ist, dass sie damit richtig liegt bzw. handelt (→informativer Einfluss).
  • Konversionstheorie
    Zwei-Prozess-Theorie, die annimmt, dass der Einfluss von Mehr- und Minderheiten auf qualitativ unterschiedlichen Prozessen beruht. Eine von der eigenen Meinung abweichende Mehrheit setzt einen Vergleichsprozess in Gang ("Was sagen sie→") und führt meist auf direktem Wege zu öffentlicher, aber nicht notwendigerweise zu privater →Konformität mit der Mehrheit (→Compliance). Eine von der eigenen Meinung abweichende Minderheit setzt einen Validierungsprozess in Gang ("Warum sagen sie das→") und beeinflusst indirekt und langfristig - über divergentes Denken und systematische Verarbeitung - die private, nicht notwendigerweise aber die öffentliche Meinung der Mehrheit.
  • Koordinationsverluste
    →Prozessverlust bei der Arbeit in →Gruppen; der Leistungsverlust entsteht durch organisatorische Überlagerung der Aktivitäten einzelner Gruppenmitglieder (z. B. suboptimaler Informationsfluss oder sich widersprechende Ziele).
  • Korrelation
    Beschreibt den statistischen Zusammenhang zwischen Variablen; als Korrelationsmaß ist r mit einem Wertebereich von -1 bis +1 gebräuchlich. Dabei ist der Zusammenhang umso größer, je näher r an -1 (negativer Zusammenhang) oder +1 (positiver Zusammenhang) liegt; bei r = 0 ist kein Zusammenhang feststellbar. Korrelationen erlauben keine Aussage über Kausalität (→Ursache-Wirkungs-Zusammenhang; siehe auch →illusorische Korrelation).
  • Korrespondenzprinzip
    Es gibt nur dann einen engen Zusammenhang zwischen →Einstellung und Verhalten, wenn beide Maße im Grad ihrer Spezifikation übereinstimmen (→Einstellungsspezifikation).
  • Kränkungs-Aggressions-Kreislauf
    Nach Kränkungen der eigenen Ehre wird diese über aggressives oder gewalttätiges Verhalten wiederherzustellen versucht; verdeutlicht, wie sich kulturelle Normen (→soziale Norm) in den →Kognitionen, →Emotionen, im Verhalten und in den physiologischen Reaktionen von Personen manifestieren (→Kultur der Ehre).
  • Kultur
    Die von Personen durch →Sozialisation erworbenen, für eine →Gruppe spezifischen Handlungs- und Denkmuster, Erwartungen, Einstellungen, Werte, (auch affektive) Reaktionsweisen sowie die Praktiken und Artefakte, die die Gruppe als Ganzes kennzeichnen. Die deutsche Sprache kennzeichnet beispielsweise die Kulturen Deutschlands, Österreichs und vieler schweizerischer Regionen, während Dialekte, Religion, politische Einstellungen oder Kleidung bestimmte Regionen oder Bevölkerungsgruppen kennzeichnen. Bezieht man sich auf die spezifische Kultur einer Unter- oder Teilgruppe, spricht man auch von Subkultur (z. B. Regionalkultur, Jugendkultur).
  • Kultur der Ehre (Culture of Honor)
    Kultur, in der Normen (→soziale Norm)herrschen, die →Aggressionen legitimieren, beispielsweise die Bereitschaft, auf Gewalt und Bedrohungen mit Gewalt zu reagieren (siehe auch →individualistische Kultur und →kollektivistische Kultur).
  • Lean Production
    →teilautonome Arbeitsgruppe.
  • Leichtigkeit der Verarbeitung (Fluency)
    Kognitives Gefühl, das entsteht, wenn Wahrnehmungsinhalte einfach zu erkennen sind, beispielsweise, weil man sie schon oft gesehen hat, weil sie sich gut vom Hintergrund abheben oder weil sie symmetrisch sind. Fluency ist ein positives Gefühl, das auch dem Eindruck von Vertrautheit zugrunde liegt.
  • Leichtigkeit des Abrufs (Ease of Retrieval)
    Sind Informationen für →kognitive Operationen leicht verfügbar, so stellt sich ein →Gefühl der Leichtigkeit des Abrufs ein. Dieses "kognitive Gefühl" wird als heuristischer Hinweisreiz für die Urteilsbildung herangezogen und kann dazu führen, dass Wahrscheinlichkeiten nicht richtig eingeschätzt werden (→Verfügbarkeitsheuristik).
  • Leidenschaft
    Facette oder Komponente von Liebe, gekennzeichnet durch Erregung und sexuelle Anziehung, die Sehnsucht und das Verlangen nach dem anderen.
  • Leistungsnorm
    →Soziale Norm, die das Leistungsniveau von Mitgliedern einer →Gruppe bestimmt.
  • Lexical Decision Task
    →Wortentscheidungsaufgabe.
  • Likert-Skala
    Zur →Einstellungsmessung benutzte →Ratingskala. Dabei wird den einzelnen Items ein Kontinuum von positiv bis negativ abgestuften Antwortkategorien zugeordnet, das in numerisch gleich große Abschnitte eingeteilt ist (z. B. von "stimme vollkommen zu" bis "stimme überhaupt nicht zu"). Der Befragte kreuzt für jedes Item die für ihn am ehesten zutreffende Antwort an; das Einstellungsmaß ergibt sich dann aus dem Mittelwert aller Items in einem Themenbereich.
  • Lost-Letter-Technik
    In →Quasiexperimenten eingesetzte Technik, mit der untersucht wird, unter welchen Umständen "verloren gegangene" Briefe von Passanten eher aufgehoben und abgeschickt werden; ein großer Prozentsatz zugesandter Briefe spricht beispielsweise für hohe Hilfsbereitschaft in der betreffenden Region.
  • Low-Ball-Technik
    Strategie →sozialen Einflusses, bei der zunächst durch einen äußeren Anreiz ein Commitment erzeugt wird. Nach einiger Zeit wird der Anreiz entfernt. In der Zwischenzeit haben sich neue Gründe für das Verhalten gefunden und halten dieses auch ohne den ursprünglichen Anreiz aufrecht.
  • Masse
    Große Ansammlung von Menschen, die eine geringe Strukturierung (→Gruppenstruktur) aufweist und sich von einer →Gruppe im engeren Sinn dadurch unterscheidet, dass die anwesenden Personen nicht alle wechselseitig miteinander interagieren.
  • Mehrheit
    Teilgruppe innerhalb einer übergeordneten →Gruppe, die entweder mehr Mitglieder oder einen höheren Status als die →Minderheit hat.
  • Meinungswächter
    Das Auftreten selbst ernannter Meinungswächter wird als Symptom in der Theorie des →Gruppendenkens beschrieben; bringen Zweifler aktiv zum Schweigen.
  • Mere-Exposure-Effekt
    Effekt, der allein dadurch entsteht, dass man einem Reiz (wiederholt) ausgesetzt ist; beispielsweise löst die wiederholte Darbietung eines Reizes in uns Vertrautheit aus, was wiederum zu höherer Sympathie gegenüber dem Stimulus führt.
  • Michelangelo-Phänomen
    Mit ihrer Paarbeziehung zufriedene Personen neigen dazu, ihre Partner zu idealisieren, die sich im Laufe der Zeit häufig tatsächlich dem Idealbild annähern. Man könnte also sagen, dass glückliche Partner sich gegenseitig zu idealen Menschen "modellieren", so wie Michelangelo Stein zu idealen Statuen modellierte.
  • Mimikry
    Nachahmung des →nonverbalen Verhaltens eines Gegenübers; erhöht die Wahrscheinlichkeit →prosozialen Verhaltens.
  • Minderheit
    Teilgruppe innerhalb einer übergeordneten →Gruppe, die entweder weniger Mitglieder oder einen geringeren Status als die →Mehrheit hat.
  • Minderheiteneinfluss
    Prozess, in dem die →Minderheit die →Mehrheit von ihrer Meinung oder Einstellung überzeugt.
  • Minimal Group Paradigm
    →Paradigma der minimalen Gruppen.
  • Missattribution
    →Fehlattribution.
  • Mobbing
    Insbesondere am Arbeitsplatz systematisch eingesetzte Form der instrumentellen →Aggression. Meist soll ein spezifisches Opfer geschädigt werden; hat zum Teil dramatische Konsequenzen für das Opfer.
  • Modell des aktiven Selbst
    Gemäß dieser Erklärung beeinflussen aktivierte →Stereotype anschließendes Verhalten, indem sie verändern, wie wir uns selbst sehen. Dem Modell liegt die Annahme zugrunde, dass sich unser aktives →Selbstkonzept relativ rasch und deutlich ändern kann.
  • Modelllernen
    Prozess, in dem bestimmte Verhaltensweisen oder →Gefühle von anderen (beobachteten) Personen übernommen werden, ohne dass eigene (negative oder positive) Erfahrungen mit dem Reiz vorliegen.
  • Mood-Maintenance-Hypothese
    Hilfe kann aus dem Motiv heraus erfolgen, eine momentan positive →Stimmung zu erhalten. Dies ist eine Ursache dafür, dass in positiver Stimmung typischerweise mehr geholfen wird. Droht die Hilfehandlung jedoch die gute Laune zu verderben, findet sich bei positiv gestimmten Personen eine geringere Hilfsbereitschaft.
  • Motivationsverluste
    →Prozessverlust bei der Arbeit in →Gruppen; der Leistungsabfall resultiert aus einer bewussten oder unbewussten Anstrengungsreduktion von Gruppenmitgliedern (z. B. →soziales Faulenzen).
  • Name Dropping
    Strategie →sozialen Einflusses, bei der versucht wird, einem anderen dadurch sympathisch zu erscheinen, dass man sich mit Personen oder Ereignissen in Verbindung bringt, die der andere bereits mag.
  • Narzissmus
    Selbstliebe, überhöht positive Bewertung der eigenen Fähigkeiten/Qualitäten.
  • Need to belong
    →Anschlussmotiv.
  • Negative-State-Relief-Hypothese
    Hilfe kann aus dem Motiv heraus erfolgen, eine - beispielsweise durch den Notfall oder den Anblick des Opfers hervorgerufene - negative →Stimmung zu verbessern. Wird die Stimmung anderweitig gehoben, wird →prosoziales Verhalten als Stimmungsverbesserer unnötig, und es wird weniger geholfen.
  • nonverbales Verhalten
    Bewusst oder unbewusst gesendete nichtverbale Signale; dazu zählen Blickkontakt, Gesichtsausdruck und Mimik, Stimmlage, Gestik, Körperhaltung, Bewegung sowie Berührung und räumlicher Abstand gegenüber anderen.
  • Norm
    →soziale Norm.
  • normativer Einfluss
    →Sozialer Einfluss, der auf dem Bedürfnis nach Akzeptanz und Bestätigung durch andere beruht; führt meist zu →Compliance.
  • Oneness
    Gefühl des Einsseins mit einem anderen.
  • operantes/instrumentelles Konditionieren
    Die kontingente Paarung eines neutralen Stimulus mit einem positiven/negativen Stimulus führt zu einer Erhöhung/einem Absinken der Auftretenswahrscheinlichkeit dieses Stimulus. Anders ausgedrückt: Dem Verhalten in einer Situation folgt unmittelbar eine →Belohnung oder eine →Bestrafung, wodurch es in der Zukunft in ähnlichen Situationen häufiger bzw. seltener gezeigt wird.
  • Other-Enhancement
    Strategie, sich dem anderen sympathisch erscheinen zu lassen, indem man den anderen aufwertet.
  • Outgroup Homogeneity Effect
    →Fremdgruppenhomogenitätseffekt.
  • Outside View
    Planungsstrategie, die sich weniger auf Vorhersagen und Schätzungen stützt (Inside View) und stärker bemüht, die Erfahrungen einer Klasse ähnlicher Projekte zu untersuchen, eine grobe Verteilung der Ergebnisse für diese Referenzklasse darzustellen und dann das aktuelle Projekt in dieser Verteilung zu positionieren.
  • Overjustification Effect
    →Überrechtfertigung.
  • Paradigma der minimalen Gruppen (Minimal Groop Paradigm)
    Experimentelle Prozedur, in der Personen willkürlich in minimale →Gruppen aufgeteilt werden, denen die Merkmale echter, gewachsener Gruppen fehlen. Damit kann der Einfluss untersucht werden, den die bloße Gruppenzugehörigkeit auf Intergruppenverhalten ausübt.
  • Passung
    Übereinstimmung, Kompatibilität; tritt beispielsweise zwischen motivationaler Orientierung einer Person und ihrem Verhalten, →Affekt und Informationsverarbeitung auf (z. B. hinsichtlich der →Valenz einer zu verarbeitenden Information und dem auszuführenden Verhalten wie Nicken).
  • Peergroup
    Bezeichnet eine spezielle →Eigengruppe, nämlich die →Gruppe gleichaltriger bzw. gleichgestellter Personen, der man sich zugehörig fühlt. Peergroups werden insbesondere im Kindes- und Jugendalter als wichtige Sozialisationsquelle angesehen.
  • personale Identität
    Merkmale, die eine Person ausmachen, wie die persönlichen Normen und Werte; der Teil des →Selbstkonzepts, der sich nicht auf Gruppenzugehörigkeiten bezieht.
  • persönliches Unbehagen (Distress)
    Negative →selbstzentrierte Gefühle (Angst, Unruhe, Stress).
  • Persuasion
    Bemühen, die →Einstellung einer Person durch den Einsatz diverser Botschaften zu verändern.
  • Persuasive Arguments Explanation
    Bei Gruppenentscheidungen bringen andere Gruppenmitglieder Argumente vor, die man selbst noch nicht bedacht hat und die die eigene Meinung zusätzlich stützen; kann dazu führen, dass extremere Positionen vertreten werden (→Gruppenpolarisierung, →Risky-Shift-Phänomen).
  • Planungsfehler (Planning Fallacy)
    Unterschätzen von Kosten und Dauer eines Projekts.
  • pluralistische Ignoranz
    Untätigkeit, die aus der Beobachtung der fehlenden Reaktionen anderer resultiert. Beruht auf der Annahme, dass andere die Situation als harmlos einschätzen, woraus man schließt, dass die Situation tatsächlich ungefährlich ist. Daraus kann folgen, dass in einer Notsituation keiner dem Opfer zu Hilfe kommt (→Bystander-Effekt).
  • Polarisierung
    →Gruppenpolarisierung.
  • Position
    Offizielle Stellung innerhalb einer Organisationsstruktur.
  • positive Teststrategie
    Tendenz, solche Informationen zu suchen, die Vorannahmen bestätigen; z. B. werden bei einem Interview solche Fragen an eine Person gestellt, die den bereits bestehenden Eindruck bestätigen (→Confirmation Bias).
  • potenzielle Produktivität
    Variable, die bei Gruppenarbeit beschreibt, was die →Gruppe leisten könnte, wenn jedes Mitglied seine Ressourcen optimal zur Aufgabenbewältigung einsetzen würde.
  • Primacy-Effekt
    Früher auftretende Informationen können einen größeren Einfluss auf die Einstellungsbildung haben, da noch keine weiteren Informationen eingegangen sind, die mit dem Abspeicherungsprozess im Langzeitgedächtnis interferieren.
  • Priming
    Voraktivierung durch Reize, die assoziativ mit dem Zielreiz verknüpft sind oder werden; "bahnt" dem Zielreiz den Weg bzw. führt dazu, dass die voraktivierten Inhalte leichter zugänglich sind (siehe auch →affektives Priming, →konzeptuelles Priming, →prozedurales Priming und →semantisches Priming).
  • Prinzip der Knappheit
    Möglichkeiten erscheinen umso erstrebenswerter, je schwerer sie zu erreichen sind. Knappheit bewirkt extremere Beurteilungen und Reaktanz.
  • Prinzip sozialer Bewährtheit (Consensus implies Correctness)
    Faustregel (→Heuristik), die besagt: "Was alle machen, ist gut bzw. richtig."
  • Propinquity-Effekt
    →Effekt der räumlichen Nähe.
  • prosoziale Norm
    →soziale Norm, die sich auf →prosoziales Verhalten bezieht.
  • prosoziales Verhalten
    Bezeichnet eine freiwillige Handlung mit der Absicht, einer anderen Person etwas Gutes zu tun, die aber auch einen Nutzen für den Helfer beinhalten kann (→altruistisches Verhalten).
  • Prototyp
    Charakteristischer Vertreter einer →Kategorie von Objekten oder Wesen, der die mit der Kategorie assoziierten Merkmale am besten repräsentiert.
  • Proximity-Effekt
    →Effekt der räumlichen Nähe.
  • Prozessbilanz
    Variable zur Bestimmung der →Gruppenleistung, die sich aus der Summe von →Prozessverlusten und →Prozessgewinnen ergibt.
  • Prozessgewinne
    Leistungszuwachs, der sich bei der Arbeit in →Gruppen gegenüber der Einzelarbeit ergeben kann; wird zurückgeführt auf gegenseitiges Motivieren, wechselseitiges Lernen und Inspiration.
  • Prozessverluste
    Leistungsverminderung, die sich bei der Arbeit in →Gruppen gegenüber der Einzelarbeit ergeben kann; man unterscheidet zwischen →Motivationsverlusten und →Koordinationsverlusten.
  • Psychologie
    Wissenschaft zur Formulierung von Gesetzmäßigkeiten über das Denken, Fühlen und Verhalten von Menschen.
  • Quellenverwechslung
    Die menschliche Erinnerung arbeitet häufig recht ungenau, d. h., sie gibt kein exaktes Abbild von vergangenen Ereignissen wider. Aus diesem Grund können Menschen manchmal nicht unterscheiden, aus welcher Quelle eine Erinnerung stammt; beispielsweise verwechselt man Fiktion mit Erinnerung oder aber zwei Erinnerungen unterschiedlicher Kontexte.
  • Randomisierung
    Verfahren zur zufälligen Verteilung der Teilnehmer eines →Experiments auf verschiedene Gruppen; Voraussetzung, um aus den Experimentalergebnissen Kausalschlüsse ziehen zu können.
  • Rassismus (Racism)
    →Vorurteile gegenüber Personen aufgrund von sichtbaren körperlichen Merkmalen wie der Hautfarbe, die eine gemeinsame Abstammung vermuten lassen.
  • Ratingskala
    Antwortformat bei direkten Verfahren zur →Einstellungsmessung. Befragte bewerten einen Einstellungsgegenstand auf einem Kontinuum von Antwortalternativen, wobei die Antwortalternativen die möglichen Abstufungen des subjektiven Empfindens der Merkmalsausprägung eines Objekts (z. B. von "sehr gut" bis "sehr schlecht") widerspiegeln sollen. Eine bekannte Ratingskala ist die →Likert-Skala.
  • Rationalisierung
    Im Rahmen der Theorie des →Gruppendenkens beschriebenes Symptom; die →Gruppe rechtfertigt eigene Argumente als rational und immunisiert sie dadurch gegen zuwiderlaufende Argumente.
  • Reaktanz
    Innerer Widerstand, der sich gegen die Einschränkung der eigenen Handlungsfreiheit oder gegen (offensichtliche) Beeinflussungsversuche (→Persuasion) richtet. Dieser Zustand lenkt die Energien darauf, die Handlungsfreiheit zu verteidigen bzw. wiederherzustellen (→Prinzip der Knappheit, →Resistenz).
  • Reappraisal
    Strategie der Emotionsregulation, bei der durch Situationsauswahl, Situationsveränderung, Aufmerksamkeitssteuerung oder kognitive Veränderung die Wahrnehmung der emotionsauslösenden Situation (Appraisal) verändert wird.
  • Recency-Effekt
    Zuletzt enkodierte Informationen können einen größeren Einfluss auf die Einstellungsbildung haben, da sie nicht durch nachkommende Information überschrieben werden und somit länger im Kurzzeitgedächtnis verfügbar sind.
  • Rechtsextremismus
    →Ideologie, die sowohl Dominanzorientierung als auch Autoritarismus umfasst. Beruht auf der Annahme einer natürlichen sozialen Hierarchie, an deren Spitze die (nationale) →Eigengruppe steht. Sie ist dementsprechend mit Vorurteilen und Diskriminierung gegenüber zahlreichen →Fremdgruppen verbunden.
  • Reference Class Forecasting
    →Outside View.
  • Regel der Gegenseitigkeit
    →Reziprozitätsnorm.
  • Rekategorisierung
    →Subtyping.
  • Relational-Models-Theorie
    Besagt, dass →sozialen Beziehungen vier Beziehungsmodelle zugrunde liegen, die universell das Sozialleben strukturieren: Gemeinschaftlichkeit (Communal Sharing), Rangordnung (Authority Ranking), Gegenseitigkeit (Equality Matching) und Proportionalität (Market Pricing).
  • Relational-Turbulence-Modell
    Beschreibt einen Beziehungsverlauf, wonach die Beziehungszufriedenheit zunächst ansteigt, dann stagniert und eine Turbulenzphase durchläuft und anschließend weiter ansteigt. In der Turbulenzphase wird die Beziehung verbindlicher, was mit Beziehungsunsicherheiten und Einmischung einhergeht.
  • Relationship Shielding
    Schutz der eigenen Paarbeziehung durch Ausblenden und Nichtbeachtung alternativer Partner, besonders der attraktivsten.
  • relative Deprivation
    Gefühl der sozialen Benachteiligung oder Ausgrenzung; im Gegensatz zur sensorischen Deprivation, bei der Reize entzogen werden, geht relative Deprivation darauf zurück, dass man sich in einem →sozialen Vergleich schlechter gestellt fühlt als andere Personen oder →Gruppen in ähnlicher Position wie man selbst, obwohl man meint, mindestens genauso viel wie diese zu verdienen.
  • Repräsentativitätsheuristik
    Mentale Vereinfachung/Faustregel (→Heuristik), bei der Personen →Typikalität als Grundlage für ihre Entscheidung heranziehen.
  • Reverse-Correlation-Technik
    Mithilfe dieser Technik lassen sich die Vorstellungsbilder, die wir uns von sozialen Gruppen machen, direkt visualisieren.
  • Reziprozitätsnorm
    →Soziale Norm, die besagt, dass sich Geben und Nehmen die Waage halten müssen. Entsprechend fühlen wir uns beispielsweise verpflichtet, Gefälligkeiten zu erwidern - auch dann, wenn wir diese gar nicht wollten.
  • Risky-Shift-Phänomen
    Form der →Gruppenpolarisierung, bei der die Gruppenentscheidung riskanter ausfällt, als man angesichts der ursprünglichen Neigungen ihrer Mitglieder erwarten würde. Tritt auf, wenn die Mitglieder schon vor der Diskussion zum Risiko tendieren.
  • Robbers-Cave-Experiment
    Klassische Studie zur →Theorie des realistischen Gruppenkonflikts.
  • Rolle
    Allgemein geteilte Erwartung darüber, wie sich eine bestimmte Person in einer bestimmten Situation - beispielsweise in der →Gruppe - zu verhalten hat. Rollen bilden einen Teil der →Gruppenstruktur.
  • Rollenerwartungen
    Erwartungen, die an das Handeln und das Auftreten von Inhabern sozialer →Rollen/→Positionen gerichtet werden; Rollen sind unabhängig von der jeweils diese Rolle ausfüllenden Person.
  • Rollenkonflikt
    Personen haben häufig unterschiedliche →Rollen gleichzeitig zu erfüllen. Widersprechen sich die mit den einzelnen Rollen verbundenen →Rollenerwartungen, besteht ein Rollenkonflikt.
  • Rollenkonformität
    Verhalten einer Person gemäß der mit ihrer →Rolle verbundenen →Rollenerwartungen; kann in Extremfällen zur → Deindividuierung führen.
  • Salienz
    Auffälligkeit eines Stimulus in Bezug zu seinem jeweiligen Hintergrund; spielt für die →Verfügbarkeit/→Zugänglichkeit von Informationen - beispielsweise im Rahmen der →Verfügbarkeitsheuristik - eine Rolle.
  • Scapegoat Theory
    →Sündenbocktheorie.
  • Schema(ta)
    Wissensstruktur, die auf →Kategorien aufbaut und das Wissen einer Person über einen Themenbereich (Objekt, Person, Handlung) sowie die dazugehörigen Attribute (Eigenschaften, Merkmale) und die Beziehung zwischen den Attributen enthält.
  • Schemaaktivierung
    Unter anderem durch Umgebungsreize werden damit assoziierte Wissensstrukturen aktiviert; das entsprechende Verhalten, Denken, Empfinden wird dadurch verfügbarer.
  • schemakonsistente Informationen
    Informationen, die mit den bestehenden Wissensstrukturen übereinstimmen, beispielsweise ein österreichischer Skispringer (→Konsistenz).
  • Schießhemmung
    Biologisch begründeter Widerstand dagegen, eigene Artgenossen zu töten.
  • Schwarzes-Schaf-Effekt (Black Sheep Effect)
    Um die Gruppenidentität und damit letztendlich einen wichtigen Teil der eigenen →sozialen Identität zu schützen, werden Mitglieder der →Eigengruppe, die schlechte Leistung bringen ("schwarze Schafe"), abgewertet, und man distanziert sich von ihnen.
  • Segregation
    →Akkulturationsstrategie, bei der eine Gruppe weitgehend den Bezug zu ihrer Herkunftskultur behält und nur minimal kulturelle Merkmale der anderen Gruppe übernimmt.
  • Selbst
    Umfasst das →Selbstkonzept und das prozesshafte Geschehen der →Selbstwahrnehmung, →Selbstaufmerksamkeit und →Selbstregulation. Die verschiedenen Anteile des Selbst haben wesentlichen Einfluss auf Denken, Fühlen und Handeln.
  • Selbstaufmerksamkeit (Self-Awareness)
    Zustand des Nachdenkens über sich selbst; wird die eigene Aufmerksamkeit auf die eigene Person gerichtet, so neigen wir dazu, unser Verhalten anhand unserer innerer Maßstäbe und Werte zu vergleichen und danach zu bewerten.
  • Selbstbestärkung
    Stärkung des Selbstwerts durch Aktivierung positiver Aspekte der eigenen Person, z. B. positiv eingeschätzte Fähigkeiten, Hobbys, Eigenschaften oder Werte.
  • Selbstbild
    →Selbstkonzept.
  • Selbstdefinition
    Prozess oder Ergebnis der Klärung der eigenen Identität, also der Frage, wer oder was man ist.
  • Selbstdisziplin
    →Selbstkontrolle.
  • Selbstenthüllung (Self-Disclosure)
    Strategie, sich sympathisch darzustellen, indem man persönliche Informationen preisgibt, auch wenn diese nicht erfragt wurden.
  • Selbsterhöhung (Self-Enhancement)
    Strategie, sich durch vorteilhafte Präsentation einem anderen sympathisch zu machen.
  • selbstfokussierte Aufmerksamkeit (Self-Focussing)
    Starke Beschäftigung mit der eigenen Person und den eigenen Empfindungen; eine solche nach innen gerichtete Aufmerksamkeit zeigt sich beispielsweise bei Prüfungsängsten, wobei die selbstfokussierte Aufmerksamkeit in einer Testsituation eine der Hauptursachen für das große Unbehagen und die Beeinträchtigung darstellt.
  • Selbstgenerierung
    Durch eigenes Nachdenken erschlossene Antwort oder Lösung eines Problems; führt zu intensiverer Auseinandersetzung mit der Information und damit zu besserem Abspeichern. Man merkt sich selbstgenerierte Information also im Allgemeinen besser als passiv aufgenommene Information.
  • Selbstkontrolle
    Willen und Fähigkeit, vor allem langfristige Ziele umzusetzen sowie Versuchungen, die diese Ziele gefährden, zu widerstehen.
  • Selbstkonzept
    Wissen und Einschätzungen einer Person über/von sich selbst.
  • selbstlos
    Durch den Wunsch zu helfen motiviert, ohne offensichtlichen Nutzen für einen selbst (siehe auch →altruistisches Verhalten).
  • Selbstlosigkeit
    Neigung zu →selbstlosem Handeln.
  • Selbstmissbilligung
    Subtile Taktik, Sympathie durch eine "positive Selbstdarstellung" zu erhöhen; dabei werden negative Informationen über sich selbst preisgegeben, um sich als bescheiden und ehrlich darzustellen.
  • Selbstregulation
    Fähigkeiten und Strategien, die Ziele, die wir uns gesteckt haben, auch in Verhalten umzusetzen.
  • selbstrelevant
    Wichtig für das Selbstbild.
  • Selbststereotyp
    →Stereotyp über die →Eigengruppe (siehe auch →Bedrohung durch Stereotype).
  • Selbstwahrnehmung
    Selbsterkenntnis durch Beobachtung des eigenen Verhaltens; beeinflusst die Bildung von →Einstellungen, Motiven und Empfindungen.
  • Selbstwert
    Umfassende Einschätzung einer Person über den eigenen Wert.
  • Selbstwertbestätigung (Self-Affirmation)
    Möglichkeit, eine Bedrohung des →Selbstkonzepts zu reduzieren, indem die Aufmerksamkeit auf eine andere Fähigkeit gerichtet wird, die für den eigenen →Selbstwert zwar ebenfalls relevant ist, aber zugleich in keinem Bezug zur Bedrohung steht. Indem sich die Person in Bezug auf diese Fähigkeit selbst kompetent fühlt, sinkt die Bedrohung im Bereich der anderen Fähigkeit.
  • selbstwertdienliche Attribution (Self-Serving Bias)
    Neigung, Erfolge auf eigene Fähigkeiten (d. h. →internale Faktoren) zurückzuführen und für Fehler und Misserfolge vermehrt situative (d. h. →externale) Faktoren verantwortlich zu machen (siehe auch →defensive Attribution, → gegendefensive Attribution).
  • Selbstwertgefühl (Self-Esteem)
    Affektiv-evaluative Komponente des →Selbst, die eine zusammenfassende Selbstbewertung darstellt.
  • Selbstzensur
    Symptom, das in der Theorie des →Gruppendenkens beschrieben wird und die freiwillige Unterdrückung eigener Zweifel an der Gruppenmeinung bezeichnet, um von der →Gruppe akzeptiert und gemocht zu werden (→normativer Einfluss).
  • selbstzentrierte Gefühle
    Gefühle oder Emotionen, bei denen das eigene Wohlergehen im Vordergrund steht.
  • selektive Wahrnehmung
    Menschen nehmen aufgrund ihrer begrenzten →kognitiven Kapazitäten ihre Umwelt weder vollständig noch objektiv wahr. Das menschliche Wahrnehmungssystem hat offensichtlich eine Art Filtermöglichkeit, die an unterschiedlichen Stellen des Wahrnehmungsprozesses eingreifen und die Information (sowohl bewusst als auch unbewusst) selektieren kann.
  • selektives/positives Hypothesentesten
    Vorgehen, bei dem hauptsächlich nach Informationen gesucht wird, die für die eigene Hypothese sprechen könnten, und Informationen vernachlässigt werden, die der Hypothese widersprechen würden.
  • Self-Affirmation
    →Selbstwertbestätigung.
  • Self-Disclosure
    →Selbstenthüllung.
  • Self-Fullfilling Prophecy
    →sich selbst erfüllende Prophezeiung.
  • Self-Serving Bias (Egotism Effect)
    →selbstwertdienliche Attribution.
  • semantisch
    Auf die inhaltliche Bedeutung bezogen.
  • serielle Monogamie
    Lebensweise, bei der eine Person mehrere sexuelle Beziehungen im Leben eingeht und in jeder dieser Beziehungen monogam lebt, also nur mit dem jeweiligen Partner oder der jeweiligen Partnerin Sexualkontakte hat.
  • Sexismus (Sexism)
    →Vorurteile gegenüber Personen aufgrund ihrer Geschlechtszugehörigkeit.
  • sexuelle Belästigung
    Sexualisierte Form drangsalierenden und schikanierenden Verhaltens, z. B. unerwünschte Berührungen an Brüsten oder Po, Drängen zu sexuellen Handlungen oder obszöne Bemerkungen.
  • sexuelle Doppelmoral
    Soziale Normen, Regeln und Gesetze, die weibliche Promiskuität stärker ahnden als männliche.
  • Shared Leadership
    Verteilte Führung wird als dynamischer Prozess unter den Gruppenmitgliedern verstanden, dessen Ziel es ist, sich gegenseitig zu führen, um Gruppenziele zu erreichen.
  • sich selbst erfüllende Prophezeiung (Self-Fullfilling Prophecy)
    Die Erwartungen an das Verhalten einer Person werden Realität, indem sie ein Verhalten hervorrufen, welches sie bestätigt.
  • Signifikanz
    →Irrtumswahrscheinlichkeit.
  • situative Bedingung
    Merkmal einer Situation, das bestimmte Reaktionen (Denken, Handeln oder Fühlen) wahrscheinlicher macht.
  • Skript(e)
    Wissensstruktur, die routineartige Handlungsepisoden in bestimmten Gegenstandsbereichen repräsentiert (z. B. für den Ablauf eines Restaurantbesuchs).
  • Social Capital
    Persönliche Ressourcen, also für die Umsetzung eigener Ziele nutzbare Mittel, die aus der Einbettung in soziale Netzwerke entstehen.
  • Social Facilitation
    →soziale Erleichterung.
  • Social Identity Model of Deindividuation Phenomena
    Besagt, dass Menschen vor allem im Sinne ihrer →sozialen Identität und nicht ihrer →personalen Identität handeln, wenn sie persönlich anonym sind und gleichzeitig einer salienten Gruppe angehören. Demnach bestimmen dann die Normen und Werte der Gruppe das persönliche Verhalten, selbst wenn diese nicht den persönlichen Normen und Werten entsprechen.
  • Social Identity Theory
    →Theorie der sozialen Identität.
  • Social Inhibition
    →soziale Hemmung.
  • Social Loafing
    →soziales Faulenzen.
  • Social-Baseline-Theorie
    Diese Theorie nimmt an, dass unser Organismus an das Zusammensein mit anderen angepasst ist. Alleinsein versetzt damit Menschen in erhöhte Alarmbereitschaft und vergrößert die Bedrohlichkeit zahlreicher Gefahren. Es führt zu einer Abweichung von normalen und adaptiven Regulationsprozessen, und →soziale Unterstützung bringt den Organismus in seinen Ausgangs- oder Standardzustand zurück.
  • sozial-kognitive Lerntheorie
    Lernen erfolgt durch Beobachtung des Verhaltens anderer und Beurteilung von dessen Konsequenzen (→Modelllernen).
  • soziale Bewährtheit
    Merkmal eines Verhaltens, das in einer bestimmten Situation von einer Mehrheit der Personen gezeigt wird (entspricht hohem Konsens in der Kausalattribution; siehe auch →deskriptive Norm).
  • soziale Beziehung
    Eine solche Beziehung besteht dann, wenn Menschen miteinander interagieren und wenn sie sich in ihrem Erleben und Verhalten gegenseitig beeinflussen.
  • Soziale Dominanzorientierung (SDO)
    Präferenz eines Individuums für Hierarchie innerhalb der Gesellschaft und für die Vorherrschaft über Gruppen mit niedrigem Status.
  • soziale Erleichterung (Social Facilitation)
    Die Anwesenheit anderer führt zu einer erhöhten physiologischen Erregung. Dadurch kann die Leistung bei einfachen oder gut geübten Aufgaben verbessert werden (→dominante Reaktion).
  • soziale Erwünschtheit
    Tendenz, ein Verhalten zu zeigen, das die eigene Person in günstigem Licht erscheinen lässt, d. h. Verhalten, von dem man glaubt, dass es von den anderen erwartet und gebilligt wird.
  • soziale Hemmung (Social Inhibition)
    Die Anwesenheit anderer führt zu einer erhöhten physiologischen Erregung. Dadurch wird die Leistung bei schwierigen oder ungeübten Aufgaben verschlechtert.
  • soziale Identität
    Teilaspekt der Identität, der auf der Gruppenzugehörigkeit beruht. Hierfür spielen →Gruppen im weiteren Sinn, wie beispielsweise das Geschlecht, die Rasse oder die ethnische Zugehörigkeit, eine wichtige Rolle.
  • soziale Kategorisierung
    Tendenz, die soziale Welt in →Kategorien bzw. in →Eigengruppen und →Fremdgruppen aufzuteilen. Die Ursachen sind →kognitiver Natur (Vereinfachung der Informationsverarbeitung) und motivationaler Natur (Sicherung der sozialen Identität/ Erhöhung des →Selbstwertgefühls).
  • soziale Kognition
    Art und Weise, wie Informationen über die soziale Realität verarbeitet und verwandt werden, wie sie durch den sozialen Kontext beeinflusst werden und wie sie den Urteiler in seinem Denken, Handeln und Erleben beeinflussen.
  • soziale Kompensation
    →Prozessgewinn bei der Arbeit in →Gruppen. Leistungssteigerung von fähigeren Mitgliedern, um eine erwartete geringe Leistung von weniger fähigen bzw. unmotivierten Mitgliedern auszugleichen. Voraussetzungen für das Auftreten sind die individuelle Bedeutsamkeit des Gruppenergebnisses sowie die Nichtidentifizierbarkeit der Einzelbeiträge.
  • soziale Motive
    Menschen suchen soziale Situationen auf, um durch Sozialkontakte ihre sozialen Motive zu befriedigen.
  • soziale Norm
    Allgemein geteilte Erwartung darüber, wie sich alle Mitglieder einer Gruppe unabhängig von ihrer Rolle zu verhalten haben; leitet das Verhalten der Gruppenmitglieder und bildet einen Teil der →Gruppenstruktur (siehe auch →deskriptive Norm).
  • soziale Rolle
    →Rolle.
  • soziale Unterstützung
    Ein Beziehungspartner geht auf die Bedürfnisse eines anderen ein (siehe auch → emotionale Unterstützung und →instrumentelle Unterstützung).
  • soziale Verantwortung
    Übergreifende, vornehmlich altruistische →soziale Norm, die fordert, dass wir Personen helfen, die auf Hilfe angewiesen sind, also beispielsweise alten Menschen, Kindern, Kranken, Hilflosen oder von uns Abhängigen; kommt insbesondere in Hilfesituationen zum Ausdruck, in denen eine Gegenleistung des anderen unwahrscheinlich oder unsicher ist.
  • soziale Verstärker
    Als →Belohnung wirkende soziale Signale oder Reize, z. B. Blickkontakt, Lächeln, Zuwendung, Lob, Umarmungen oder auch nur der Anblick einer geliebten Person.
  • soziale Wahrnehmung
    Teilbereich der →Sozialpsychologie, der sich damit beschäftigt, wie und auf welcher Grundlage Individuen andere Personen wahrnehmen und sich ein Urteil über diese bilden.
  • soziale Zurückweisung
    Bedrohung des →Selbst, welche auf die Erfahrung des Ausschlusses aus einer →Gruppe zurückgeht; kann Menschen aufgrund ihres grundlegenden Bedürfnisses nach Zugehörigkeit und Anerkennung (→Need to belong) stark belasten und zu psychischen und physischen Erkrankungen führen.
  • sozialer Einfluss
    Beabsichtigte oder unbeabsichtigte Einflussnahme einer oder mehrerer Personen auf die Einstellungen, Überzeugungen, Wahrnehmungen oder das Verhalten einer oder mehrerer anderer Personen.
  • sozialer Vergleich
    Selbsterkenntnis durch den Vergleich mit anderen; resultiert - je nachdem, ob auf Ähnlichkeiten oder Unterschiede fokussiert wird - in →Assimilation oder →Kontrast; dient u. a. der →Selbstmotivation, →Selbsterhöhung und →Selbsterkenntnis.
  • soziales Dilemma
    Situation, in der kooperatives Verhalten für den Einzelnen riskant ist (und damit die individuell schlechtere Wahl), insgesamt aber zum besten Ergebnis führen würde.
  • soziales Faulenzen (Social Loafing)
    Wenn die Einzelleistung in der Gruppe nicht identifiziert werden kann oder zumindest nicht bewertet wird, vermindern Gruppenmitglieder ihre Anstrengung im Vergleich zur Einzelarbeit. Dieser →Motivationsverlust tritt vor allem bei einfachen, uninteressanten Aufgaben auf.
  • Sozialisation
    Prozess, in dem sich Mitglieder einer gesellschaftlichen →Gruppe deren →Kultur, einschließlich der in dieser geltenden Normen (→soziale Norm) aneignen.
  • Sozialpsychologie
    Teilgebiet der →Psychologie, das untersucht, wie Denken, Fühlen und Verhalten von Individuen durch die tatsächliche, vorgestellte oder implizite Anwesenheit anderer beeinflusst werden.
  • Soziologie
    Sozialwissenschaft, die das Zusammenleben in Gemeinschaften und Gesellschaften erforscht und dabei besonderes Augenmerk auf soziale Systeme, Institutionen, →Gruppen und Organisationen legt.
  • Stalking
    Dieser Begriff kommt aus dem Englischen und bedeutet "heranpirschen"; bezeichnet das wiederholte Belästigen und Verfolgen einer Person, wobei das konkrete Verhalten ganz unterschiedlich ausfallen kann. Das Hauptkriterium ist die wiederholte und andauernde Natur der einzelnen Verhaltensweisen.
  • Status
    Sozial bewertete Stellung (Rang oder Prestige) einer Person oder Gruppe; beeinflusst den Handlungsspielraum und die →Gruppenstruktur.
  • Statusmerkmale
    →Theorie der Erwartungszustände.
  • Step-Ladder-Methode
    Maßnahme, um Informationsverluste beim →Brainstorming zu vermindern. Die Gruppenmitglieder sammeln zunächst getrennt voneinander Ideen. In einem zweiten Schritt diskutieren und bewerten sie diese in einer gemeinsamen Sitzung.
  • Stereotyp
    Wissensstruktur, die sozial geteilte Überzeugungen über Merkmale und Verhalten von →Gruppen und deren Mitgliedern enthält; bildet die →kognitive Komponente eines →Vorurteils.
  • Stereotypaktivierung
    Verfügbarmachen der Gruppenzugehörigkeit; kann durch eine Vielzahl von Reizen auf bewusstem wie unbewusstem Wege geschehen.
  • Stereotypakzeptierung (stereotype Überzeugung)
    Positive oder negative Empfindung gegenüber Personen aufgrund ihrer Zugehörigkeit zu einer →Fremdgruppe; bildet die →affektive Komponente eines →Vorurteils.
  • Stereotype Threat
    →Bedrohung durch Stereotype.
  • Stereotypisierung
    Undifferenzierte (stereotype) Wahrnehmung von Personen, bei der lediglich deren Gruppenzugehörigkeit als Grundlage hinzugezogen wird.
  • Stigma
    Überdauerndes Merkmal einer Person oder →Gruppe, das von anderen stark negativ bewertet wird und das zu einer Vermeidungstendenz gegenüber der stigmatisierten Person führt.
  • Stimmung
    →Gefühle, die weniger intensiv sind als →Emotionen und nicht unbedingt ein Bezugsobjekt haben. Sie haben häufig unbekannte Ursachen und dauern länger an.
  • Strange-Situation-Test
    Paradigma, in dem Bindungsverhalten von Kleinkindern beobachtet werden kann.
  • Strukturmerkmale
    →Gruppenstruktur.
  • subliminal
    Unterhalb der Wahrnehmungsschwelle.
  • Subtyping
    Für stereotypinkonsistente Exemplare wird eine Untergruppe (Subtype) gebildet. Dies erlaubt die Integration des untypischen Exemplars und gleichzeitig die Aufrechterhaltung des ursprünglichen →Stereotyps.
  • Sucker Effect
    →Gimpel-Effekt.
  • Sündenbocktheorie (Scapegoat Theory)
    Tendenz, bei →Frustration eine leicht zu identifizierende, nicht gemochte und machtlose →Fremdgruppe verantwortlich zu machen, obwohl diese nicht Ursache der misslichen Lage ist.
  • Sunk Cost
    Zu spätes Aufgeben unrentabler Projekte.
  • Synergieeffekte
    Durch Zusammenarbeit in der →Gruppe erzielter Zugewinn an Leistung, wodurch die Gruppenleistung größer wird als die Summe der Einzelleistungen der Gruppenmitglieder.
  • systematische Verarbeitung
    Hierbei setzt sich der Rezipient mit einer persuasiven Botschaft sorgsam auseinander und denkt über deren Argumentation nach (→Heuristisch-Systematisches Modell).
  • Systemrechtfertigung
    Gemäß der Theorie der Systemrechtfertigung haben Menschen eine Tendenz, die Handlungen ihrer Regierung und die aktuellen Gesetze, Regelungen und Institutionen - den Status quo - zu rechtfertigen.
  • teilautonome Arbeitsgruppe
    Team, das weitgehende Autonomie für Entscheidungen, Koordinierung und Umsetzung seiner Arbeit hat; häufig verknüpft mit flachen Hierarchien.
  • Terror Management Theory (TMT)
    Eine Konfrontation mit dem Gedanken an die Unausweichlichkeit des eigenen Todes ruft eine existenzielle Bedrohung (Terror) des Selbst hervor. Wie eine Person mit dieser umgeht (Management), ist Gegenstand der TMT.
  • Terrorismus
    Verbreitung von Schrecken durch Ausübung von Gewalt gegen Personen oder Sachen zur Erreichung politischer Ziele; Form →instrumenteller Aggression.
  • Teststrategie, positive
    →positive Teststrategie.
  • That's-not-all-Prinzip
    Strategie sozialen →Einflusses, bei der sich durch ein "Extra" die Wahrscheinlichkeit erhöht, dass der andere einem ursprünglichen Angebot zustimmt. Die Dreingabe/der Nachlass muss dafür als spontan und freiwillig empfunden und angeboten werden, noch bevor sich der andere hinsichtlich des ursprünglichen Angebots entschieden hat.
  • Theorie der Erwartungszustände
    Der →Status eines Gruppenmitglieds hängt davon ab, wie viel es gemäß den Erwartungen der →Gruppe zur Erreichung der Gruppenziele beitragen kann. Um dies abzuschätzen, werden spezifische (Fähigkeiten/Fertigkeiten, die für die erfolgreiche Aufgabenbewältigung unmittelbar von Bedeutung sind) und diffuse Statusmerkmale (z. B. Alter, Geschlecht, Titel oder Status in anderen Gruppen) herangezogen.
  • Theorie der sozialen Identität
    Menschen haben das Bedürfnis danach, ein positives →Selbstkonzept zu erreichen und zu erhalten. Dieses Selbstkonzept definiert sich nicht nur über individuelle Merkmale, sondern auch über Gruppenmitgliedschaften (→soziale Identität). Der Wert der →Eigengruppe wird dabei (auch) über den Vergleich mit anderen →Gruppen bestimmt.
  • Theorie des realistischen Gruppenkonflikts
    Beschreibt das Entstehen von Konflikten zwischen Gruppen durch den Wettbewerb um wertvolle, aber knappe Ressourcen. Feindseligkeit, vermehrte →Vorurteile und →Diskriminierung sind die Folge.
  • Tiefschlagprinzip
    →Low-Ball-Prinzip.
  • Tit for Tat
    Strategie der "absoluten Gegenseitigkeit" nach dem Motto "Wie du mir, so ich dir" (→Reziprozitätsnorm).
  • Tit for Tat plus one
    Um sicherzugehen, dass die Gegenleistung als mindestens gleichwertig zur erhaltenen Leistung akzeptiert wird, geben Personen eine Gegenleistung, die gemäß ihrer Einschätzung den Wert der erhaltenen Leistung übersteigt.
  • transaktives Gedächtnissystem
    Bezeichnet die effektive Kombination der Gedächtnisse von zwei oder mehr Personen, indem eine klare Aufteilung besteht, wer für das Erinnern welcher Arten von Informationen zuständig ist. Dadurch kann Informationsverlusten entgegengewirkt und die gesamte Erinnerungsleistung einer →Gruppe verbessert werden.
  • Triade
    In der →Balance-Theorie verwendete Bezeichnung für ein Einstellungsdreieck, welches aus zwei Personen und einem Einstellungsobjekt besteht. Stimmen die →Einstellungen der beiden Personen zueinander und die jeweils von den Personen vertretene Einstellung zu dem Einstellungsgegenstand überein, spricht man von einer balancierten Triade; kommt es zu Unstimmigkeiten (z. B. Person A mag den Einstellungsgegenstand, Person B mag den Gegenstand nicht, Person A mag aber Person B), so entsteht eine nicht balancierte Triade, die als unangenehm empfunden wird (→Konsistenz, →Konsistenzbestreben).
  • Trittbrettfahren (Free-Rider Effect)
    Variante des →sozialen Faulenzens, bei der Gruppenmitglieder ihre Leistung reduzieren, wenn sie ihren persönlichen Beitrag als für das Gruppenergebnis nicht bedeutsam wahrnehmen bzw. dieser nicht individuell zugeschrieben werden kann.
  • Typikalität
    Bezeichnet die Nähe eines Merkmals oder eines Exemplars zum →Prototyp einer →Kategorie (siehe auch →Repräsentativitätsheuristik).
  • Überrechtfertigung (Overjustification Effect)
    Eine vorhandene →intrinsische Motivation kann durch Zugabe einer Belohnung (→extrinsische Motivation) zerstört werden.
  • ultimativer Attributionsfehler
    →Selbstwertdienliche Attributionstendenz auf Gruppenebene; in Bezug auf die →Eigengruppe wird positives Verhalten auf →internale Ursachen (z. B. guter Charakter der Gruppenmitglieder), negatives Verhalten aber auf →externale Ursachen zurückgeführt. In Bezug auf →Fremdgruppen dagegen wird positives Verhalten auf externale Ursachen, negatives Verhalten auf internale Ursachen zurückgeführt.
  • unabhängige Variable (UV)
    Variable, die in →Experimenten systematisch variiert wird, um ihren Einfluss auf →abhängige Variablen zu untersuchen.
  • Unified-Instrumental-Modell von Gruppenkonflikten
    Die zentrale Annahme des Modells ist, dass die Diskriminierung einer Fremdgruppe von der Wahrnehmung der Intergruppenbeziehungen als Nullsummenspiel getrieben wird. Diese Wahrnehmung kann durch Ressourcenknappheit gefördert werden (realistische Bedrohung). Darüber hinaus kann auch ein Wertekonflikt als Nullsummenspiel wahrgenommen werden (symbolische Bedrohung).
  • Unverzichtbarkeit (Köhler-Effekt)
    Leistungssteigerung schwächerer Mitglieder, um die Gruppe nicht "auszubremsen"; tritt auf, wenn der eigene Beitrag als für das (individuell bedeutsame) Gruppenergebnis wesentlich wahrgenommen wird, wie es beispielsweise in →konjunktiven Aufgaben der Fall ist.
  • Urban-Overload-Hypothese
    Annahme, dass in Städten die Überfrachtung mit Reizen für den Einzelnen so groß ist, dass dieser sich eher gegenüber Außenreizen abschottet. Je höher die Bevölkerungsdichte ist, desto unwahrscheinlicher sind spontane Hilfsleistungen gegenüber Fremden.
  • Urteilsheuristiken
    Faustregeln (→Heuristik), die unter Einsatz geringer →kognitiver Kapazitäten zu einem hinreichend genauen Urteil führen; unter bestimmten Bedingungen kann es aber zu systematischen →Urteilsverzerrungen (Biases) kommen.
  • Urteilsverzerrungen
    Fehlerhafte Urteile, die auf systematische Einflüsse während der Urteilsbildung zurückzuführen sind; treten beispielsweise unter bestimmten Umständen bei der Verwendung von →Heuristiken auf.
  • Valenz
    Wertigkeit; beispielsweise positive (Freude) oder negative (Ärger) Konnotation von Empfindungen.
  • Validität
    →externe Validität, →interne Validität.
  • Verantwortungsdiffusion
    Mit zunehmender Personenzahl in einer →Gruppe sinkt das Verantwortungsgefühl des Einzelnen für die Erledigung einer Aufgabe, d. h., die Verantwortung "diffundiert" (verteilt sich) über die Gruppenmitglieder (→Bystander-Effekt).
  • Verfügbarkeit (Availability)
    Gedächtnisinhalte, die einem leicht in den Sinn kommen, sind →kognitiv verfügbarer; kann beispielsweise durch kürzliche oder häufige Aktivierung (z. B. durch Medienberichte), durch →Auffälligkeit oder eigene Erfahrung bedingt sein.
  • Verfügbarkeitsheuristik
    Mentale Vereinfachung/Faustregel(→Heuristik), bei der Personen ihr Urteil auf die Leichtigkeit stützen, mit der ihnen ein Gedächtnisinhalt in den Sinn kommt. Das Urteil basiert auf dem Motto: "Wenn mir ein Ereignis leicht einfällt, dann wird es wohl häufig auftreten" oder "Wenn ich mir ein Ereignis leicht vorstellen kann, dann wird es wohl häufig vorkommen".
  • Vergewaltigungsmythen
    Annahmen bezüglich der Umstände von Vergewaltigungen, d. h. bezüglich Ursachen, Folgen, Täter, Opfer und deren Interaktion, mittels derer sexuelle Gewalt von Männern gegenüber Frauen geleugnet, verharmlost oder gerechtfertigt wird.
  • Verlusteskalation
    Wegen der Unfähigkeit, Entscheidungen zu revidieren/Vorhaben abzubrechen, auch wenn deren Erfolg bereits mehr als fraglich ist, werden meist weitere Anstrengungen in solche Vorhaben investiert; zum Teil werden die Anstrengungen sogar weiter intensiviert, was zu einem weiteren Ansteigen der Verluste führt.
  • Vermeidungsmotivation
    Motivation, den Abstand zu einem unerwünschten Zustand physisch oder symbolisch zu vergrößern, beispielsweise die Situation zu umgehen oder sich abzuwenden (siehe auch →Annäherungsmotivation).
  • Verschwörungstheorien
    In sozialen Gruppen geteilte Überzeugungen, dass sich eine fremde Minderheit (z. B. eine politische, religiöse oder ethnische Gruppe) heimlich zusammengetan hat, um ihre eigenen Ziele zu unserem Schaden zu verfolgen.
  • Verträglichkeit (Agreeableness)
    Einer der fünf Persönlichkeitsfaktoren des Big-Five-Persönlichkeitsmodells (neben Neurotizismus, Extraversion, Offenheit für neue Erfahrungen und Gewissenhaftigkeit).
  • Vertraute(r)
    Vermeintliche Versuchsperson, die in Wirklichkeit ein Eingeweihter/Komplize des Versuchsleiters ist und im →Experiment eine bestimmte Rolle spielt.
  • Verwandtenselektion (Kin Selection)
    Tendenz, engen Verwandten eher zu helfen als Fremden. Dies kann den Erfolg der eigenen Gene (→biologische Fitness) erhöhen, da Verwandte eine hohe genetische Ähnlichkeit aufweisen.
  • Vorurteil
    →Einstellungen gegenüber Angehörigen einer →Fremdgruppe allein aufgrund deren Gruppenzugehörigkeit gründet; Vorurteile weisen eine →kognitive (→Stereotyp), eine →affektive (→Stereotypakzeptierung) und eine Verhaltenskomponente (→Diskriminierung) auf und können sowohl positiv als auch negativ sein.
  • Waffeneffekt
    Bezeichnung für den Befund, dass allein die Anwesenheit von Schusswaffen aggressives Verhalten wahrscheinlicher macht (→aggressive Hinweisreize).
  • Wahrnehmung
    →selektive Wahrnehmung, →soziale Wahrnehmung.
  • Weisheit der Masse (Wisdom of the Crowd)
    Genauigkeit, die sich durch Aggregation (z. B. Mittelung) von Einzelurteilen erreichen lässt.
  • Wir-Gefühl
    Die Mitglieder einer →Gruppe nehmen sich selbst als Gruppe wahr und grenzen sich damit gegenüber anderen Personen ab ("wir" und "die anderen"). Durch diese Abgrenzung wird die Gruppe auch von Außenstehenden als Gruppe/Einheit wahrgenommen (→Kohäsion).
  • Wortentscheidungsaufgabe (Lexical Decision Task)
    Verfahren zur Messung der →Verfügbarkeit von →Kategorien; Versuchspersonen werden per Computerbildschirm Wörter (z. B. "Spinne") und Pseudowörter (z. B. "Pruz") dargeboten, die diese als Wort oder Nichtwort klassifizieren sollen (meist per Tastendruck). Je geringer die Reaktionszeit auf die Wörter, desto höher die Verfügbarkeit der Wörter und desto höher die Verfügbarkeit der den Wörtern zugrunde liegenden Kategorien.
  • Zugänglichkeit (Accessibility)
    Leichtigkeit und Geschwindigkeit, mit der Informationen im Gedächtnis aufgefunden und abgerufen werden können.
  • abhängige Variable (AV)
    Variable, deren Ausprägung in →Experimenten durch die hypothesengeleitete systematische Variation der →unabhängigen Variablen beeinflusst und untersucht wird.