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Sozialpsychologie – Das Individuum im sozialen Kontext

  • Begriff
    Erklärung
  • abhängige Variable (AV)
    Variable, deren Ausprägung in →Experimenten durch die hypothesengeleitete systematische Variation der →unabhängigen Variablen beeinflusst und untersucht wird.
  • Aboutness Principle
    Tendenz, bei Erleben einer Reaktion, diese Reaktion als informativ für einen bestimmten Stimulus (z. B. für das Objekt, das die Reaktion ausgelöst hat) zu begreifen (→How-do-I-feel-about-Heuristik).
  • Above-Average Effect
    Bestreben, sich im Vergleich zu anderen Personen oder Gruppen als besser anzusehen.
  • abwärtsgerichteter Vergleich
    "Vergleich mit unterlegenem Standard, d. h. anderen Personen, die hinsichtlich einer bestimmten Fähigkeit oder Eigenschaft schlechter sind als man selbst; dient vor allem der Selbsterhöhung (siehe auch →aufwärtsgerichteter Vergleich und lateraler Vergleich)."
  • Accessibility
    →Zugänglichkeit.
  • Actor-Observer Bias
    →Akteur-Beobachter-Effekt.
  • Actual Self
    Aktuelles →Selbstkonzept.
  • Affect Misattribution Procedure (AMP)
    Verfahren zur →impliziten Einstellungsmessung, bei dem →Einstellungen erschlossen werden aus den Fehlattributionen, die Personen über ihre eigenen →affektiven Reaktionen aufweisen.
  • Affect-as-Information-Heuristik
    →Gefühle können sich direkt auf Urteile auswirken, indem sie im Sinne einer →Heuristik (und unter Umständen unter Vernachlässigung anderer, „sachlicher“ Informationen) als Urteilsgrundlage verwendet werden (→Aboutness Principle, →How-do-I-feel-about-Heuristik). Dies kann zu Fehlurteilen führen, wenn die →Stimmung nicht durch das Urteilsobjekt hervorgerufen wurde, sondern aus einer anderen Quelle stammt.
  • Affekt
    Bezieht sich auf die →Valenz, d. h. positive bzw. negative Wertigkeit von Entitäten, und ist damit auch der Oberbegriff eines breiten Spektrums an →Gefühlen; umfasst sowohl →Emotionen als auch →Stimmungen.
  • affektiv
    Auf Affekte bezogen.
  • affektives Priming
    Die Reaktion auf einen Zielreiz (z. B. Kakerlake) wird erleichtert, wenn er dieselbe Valenz wie der Prime (z. B. ekelhaft) aufweist (siehe auch →konzeptuelles Priming, →prozedurales Priming und →semantisches Priming).
  • Affektpriming (Affect-Priming Model)
    Gedächtnisinhalte, die mit der aktuellen Stimmung verknüpft sind, werden automatisch aktiviert und sind damit leichter verfügbar (→Stimmungskongruenz, →Priming).
  • Aggregationsprinzip
    Globale Verhaltensmaße, die eine Vielfalt von Situationen und Zeitpunkten in sich vereinigen, lassen sich von globalen Einstellungsmaßen besser vorhersagen als einzelne Verhaltensweisen.
  • Akteur-Beobachter-Effekt (Actor-Observer Bias)
    Tendenz, in Bezug auf das Verhalten anderer Personen dispositionale Ursachen zu überschätzen, während für das eigene Verhalten der Anteil situativer Faktoren überschätzt wird.
  • Anchoring and Adjustment
    Verankerung und Anpassung (→Ankerheuristik).
  • Ankerassimilation
    Anpassung eines Urteils an einen vorgegebenen (Anker-)Wert (→Ankerheuristik).
  • Ankereffekt
    →Ankerheuristik.
  • Ankerheuristik (Ankereffekt)
    Unter Urteilsunsicherheit bewirkt ein (vorgegebener oder selbstgenerierter) Ausgangswert (sog. Anker) eine Angleichung (→Assimilation) des Urteils in Richtung auf diesen Anker.
  • Anschlussmotiv (Need to belong)
    Bedürfnis nach Kontakt zu anderen Menschen bzw. danach, den Kontakt zu anderen Menschen zu suchen.
  • Arousal
    Körperliche Erregung.
  • Arousal-State-Dependent Memory
    Material, das in einem bestimmten Erregungszustand gelernt wird, wird besser erinnert, wenn beim Abruf der gleiche Zustand herrscht.
  • Assimilation
    Angleichung eines Urteils in Richtung voraktivierter Inhalte (Gegenteil: →Kontrast).
  • Assoziation
    Besteht eine Assoziation zwischen zwei Reizen/→Kategorien, so wird bei Wahrnehmung eines dieser Reize/einer dieser Kategorien auch der/die andere aktiviert bzw. ins Bewusstsein gerufen.
  • assoziative Netzwerke
    Art und Weise, wie einzelne →Kategorien in der Wissensstruktur eines Menschen miteinander verbunden sind. Einander semantisch ähnliche Kategorien (jene mit vielen gemeinsamen Eigenschaften) sind in einem assoziativen Netzwerk funktional näher beieinander als sehr unterschiedliche Kategorien (jene mit wenigen Gemeinsamkeiten).
  • Attribution
    Prozess der Ursachenzuschreibung; unterschieden werden u. a. →internale/dispositionale und →externale/situationale Ursachen (siehe auch →defensive Attribution → gegendefensive Attribution und →selbstwertdienliche Attribution).
  • Attributionsfehler
    →fundamentaler Attributionsfehler, →ultimativer Attributionsfehler.
  • Auffälligkeit
    →Salienz.
  • aufwärtsgerichteter Vergleich
    Vergleich mit überlegenem Standard, d. h. anderen Personen, die hinsichtlich einer bestimmten Fähigkeit oder Eigenschaft besser sind als man selbst; dient vor allem der Selbstmotivation (siehe auch →abwärtsgerichteter Vergleich und →lateraler Vergleich).
  • Augenscheinvalidität
    Gültigkeit (z. B. einer Theorie), die sich aus den als offensichtlich wahr- bzw. angenommenen Zusammenhängen ergibt.
  • Availability
    →Verfügbarkeit.
  • Balance-Theorie
    Theorie, der zufolge Menschen bestrebt sind, ihre →Kognitionen in einem Zustand des Gleichgewichts (Balance) zu halten und damit →Konsistenz herzustellen. Das →Konsistenzbestreben ist besonders dann relevant, wenn eine Person sich mehreren Einstellungsobjekten gegenübersieht (→Triade).
  • Basisrate
    Häufigkeit, mit der ein bestimmtes Merkmal einer bestimmten →Kategorie in einer →Population vorkommt.
  • Basisratenvernachlässigung
    Bei Entscheidungen dient häufig die →Repräsentativität als Entscheidungsgrundlage, während die →Basisrate vernachlässigt wird (→Repräsentativitätsheuristik).
  • Basking in reflected Glory
    Ist die →Eigengruppe erfolgreich und allgemein beliebt, identifiziert man sich stärker mit dieser und zeigt dies auch verstärkt nach außen. Dies trägt über die →soziale Identität zu einer positiven Sicht der eigenen Person bei.
  • Beauty-is-good-Stereotyp
    Tendenz, attraktiven Menschen mehr positive Eigenschaften (z. B. Begabung, Ehrlichkeit oder auch Intelligenz) zuzuschreiben als unattraktiven.
  • Behavior Trait Inference
    Automatische Schlussfolgerung von Verhaltensweisen auf Eigenschaften bei der Eindrucksbildung.
  • behavioral
    Auf das Verhalten (behavior) bezogen.
  • Beobachtung
    Methode der empirischen Sozialforschung mit dem Ziel, Verhalten oder die Auswirkungen von Verhalten zu untersuchen; erlaubt allein keine →Kausalitätsschlüsse.
  • Bias(es)
    →Urteilsverzerrungen.
  • Bindungsstil
    Interaktionsverhalten zwischen Kindern und engen Bezugspersonen vor allem in der frühen Kindheit; wird überwiegend von der Feinfühligkeit und Verlässlichkeit der Bezugsperson beeinflusst.
  • Bodyfeedback
    Rückmeldungen aus dem Körper an das Gehirn, die Informationsverarbeitung und →Stimmung beeinflussen können (→Facial Feedback, →Postural Feedback).
  • Bogus-Pipeline-Methode
    Subtile Methode, Menschen dazu zu bewegen, ihre wahren →Einstellungen preiszugeben. Die Versuchspersonen nehmen dabei an, dass sie an eine Art Lügendetektor angeschlossen sind, der ihre wahren, unverfälschten Einstellungen erkennt. Häufig werden unter diesen Umständen die tatsächlichen Einstellungen (z. B. Vorurteile) angegeben, da die Teilnehmer befürchten, andernfalls als Lügner entlarvt zu werden.
  • Bottom-up-Verarbeitung
    Informationsverarbeitung anhand der Merkmale, die der wahrgenommene Reiz selbst mitliefert, also ein datengesteuertes Vorgehen („von unten nach oben“) über Merkmale wie Helligkeit oder Farbe eines Objekts oder Geschlecht einer Person; analytischer als →Top-down-Verarbeitung.
  • Bumerangeffekt
    Zu starke und offensichtliche Beeinflussungsversuche sind kontraproduktiv und führen eher zu einer Verfestigung oder erhöhten →Zugänglichkeit der ursprünglichen →Kognitionen (→Reaktanz).
  • Cocktailparty-Phänomen
    Im Prozess der Wahrnehmung werden Informationen gefiltert; nur wenige Reize erhalten die knappe Ressource Aufmerksamkeit; bezeichnet das Phänomen, dass die Nennung des eigenen Namens (z. B. am Nachbartisch) automatisch die Aufmerksamkeit auf sich zieht.
  • Commitment
    Verpflichtung gegenüber bzw. Engagement für eine Sache; besonders verhaltenswirksam, wenn es aktiv, öffentlich geäußert, mit Anstrengung verbunden und freiwillig ist.
  • Confirmation Bias
    Tendenz, die eigenen Annahmen bestätigende Informationen bevorzugt zu suchen bzw. wahrzunehmen.
  • Correspondence Bias
    Tendenz, aus dem Verhalten anderer Personen stabile Persönlichkeitsmerkmale (Dispositionen) zu erschließen, selbst wenn das Verhalten stark durch situative Faktoren bedingt ist (→fundamentaler Attributionsfehler).
  • Counter-defensive Attribution
    →gegendefensive Attribution.
  • Counterfactual Thinking
    →kontrafaktisches Denken.
  • Coverstory
    Falsche, aber der Versuchsperson plausibel erscheinende Erklärung für den Zweck eines →Experiments; dient dazu, dass die Versuchsperson die wahren Hypothesen der Untersuchung nicht erkennt und sich beispielsweise nicht sozial erwünscht verhält. Coverstorys müssen spätestens nach Beendigung der Datenerhebung gegenüber den Versuchspersonen als solche aufgelöst werden.
  • Cues
    →Hinweisreize.
  • Deadline-Prinzip
    Der Wert eines Angebots steigt, wenn dieses zeitlich nur begrenzt verfügbar ist.
  • defensive Attribution
    →Selbstwertdienliche Attrribution, bei der Ursachen für Ereignisse so erklärt werden, dass sie dem eigenen Selbstwert nicht schaden (z. B. →unrealistischer Optimismus, →Glaube an eine gerechte Welt) (siehe auch → gegendefensive Attribution und →selbstwertdienliche Attribution).
  • Denken, divergentes
    →divergentes Denken.
  • Desensibilisierung
    Abnahme der Sensibilität gegenüber einem bestimmten Stimulus; beispielsweise hervorgerufen durch die wiederholte Darbietung ähnlicher Stimuli.
  • Dissonanz, kognitive
    →kognitive Dissonanz.
  • Dissonanzreduktion
    Versuch, den als unangenehm erlebten Zustand der →kognitiven Dissonanz zu überwinden und →Konsistenz herzustellen; kann direkt (durch Änderung von einem oder mehreren Elementen der dissonanten Beziehung, durch Hinzufügen neuer konsonanter →Kognitionen, durch Vermindern der Bedeutung der dissonanten Elemente) und indirekt (durch Beeinflussung der mit Dissonanz verbundenen negativen →Gefühle) erfolgen.
  • Distinktheit
    Im Rahmen der →Kausalattribution das Ausmaß, in dem sich die zu beurteilende Person über verschiedene Situationen hinweg gleich (niedrige Distinktheit) oder in einer spezifischen Situation besonders (hohe Distinktheit) verhält.
  • divergentes Denken
    Kreativer Denkprozess, bei dem vielfältige und zum Teil ungewöhnliche Alternativen in Betracht gezogen werden und bei dem nicht davon ausgegangen wird, dass es für ein Problem nur eine richtige Lösung gibt.
  • Duncker-Aufgabe
    Problemlöseaufgabe zur Messung kreativen Denkens; beispielsweise hat eine Versuchsperson eine Schachtel mit Reisnägeln, eine Kerze und eine Streichholzschachtel zur Verfügung und soll die Kerze so an der Wand befestigen, dass nach dem Anzünden kein Wachs auf den Boden tropft.
  • Ease of Retrieval
    →Leichtigkeit des Abrufs.
  • Effekt der Überrechtfertigung (Overjustification Effect)
    Für Aktivitäten, die mit Belohnung oder extrinsischen Gründen assoziiert, d. h. in Verbindung gebracht werden, nimmt die →intrinsische Motivation ab.
  • Effort Justification
    Waren große Anstrengungen nötig, um ein bestimmtes Ziel zu erreichen, dann wird das Erreichte aufgewertet, um die Vorleistung/erbrachten Opfer zu rechtfertigen.
  • Egocentric Bias
    →Selbstwertdienliche Attribution, bei der Personen ihren eigenen Anteil an gemeinsamen Ereignissen oder Leistungen überschätzen.
  • Egotism Effect
    →Self-Serving Bias.
  • Eigengruppe (Ingroup)
    Gruppe, der man selbst angehört.
  • Einsamkeit
    Negatives Erleben des Alleinseins oder der Stress sozialer Isolation. Einsam fühlen sich Menschen, wenn sie gern mehr oder andere soziale Beziehungen hätten, als sie tatsächlich haben.
  • Einstellung
    Eine kognitive Repräsentation, die aus einer zusammenfassenden Bewertung eines Einstellungsobjekts besteht. Einstellungsobjekte können Personen, Sachverhalte, Objekte, Ideen und vieles mehr sein. Einstellungen bestehen aus einer →kognitiven, einer →affektiven und einer →behavioralen Komponente, haben eine kognitive und eine motivationale Funktion und können im Gedächtnis gespeichert oder situativ konstruiert sein. Man unterscheidet weiterhin zwischen deliberativen/→expliziten und automatischen/→impliziten Einstellungen.
  • einstellungsdiskrepantes Verhalten
    Verhalten, das nicht der →Einstellung entspricht; kann nach der Theorie der →kognitiven Dissonanz zu Einstellungsveränderung führen.
  • Einstellungsimpfung (Attitude Inoculation)
    Mehrere kleine Angriffe auf die eigene →Einstellung wirken wie eine Impfung, die Gegenargumentation auslösen und so gegen stärkere Angriffe immunisieren.
  • Einstellungsmessung
    Die →Einstellungen und die →Einstellungsstärke einer Person können mittels direkter (z. B. →Ratingskalen, →Likert-Skala, → semantisches Differenzial) und indirekter (physiologische Maße, →Bogus-Pipeline-Methode, →Lost-Letter-Technik) Verfahren erhoben werden (siehe auch →explizite Einstellungsmessung und →implizite Einstellungsmessung).
  • Einstellungsspezifikation
    Maß dafür, wie exakt sich eine Einstellung auf ein bestimmtes Verhalten bezieht. Je spezifischer eine Einstellung zu einem Verhalten passt, desto besser ermöglicht diese Einstellung eine genaue Verhaltensvorhersage (→Korrespondenzprinzip).
  • Einstellungsstärke
    Bezeichnet sowohl die Intensität und Extremität einer →Einstellung (z. B., wie stark die durch die Einstellung hervorgerufene emotionale Reaktion auf ein Objekt ist) als auch das Ausmaß der persönlichen Erfahrung mit dem Einstellungsobjekt.
  • Einstellungszugänglichkeit
    Leichtigkeit, mit der eine →Einstellung abgerufen werden kann.
  • Elaboration Likelihood Model (ELM)
    Zwei-Prozess-Modell der Informationsverarbeitung, nach dem die Wahrscheinlichkeit (Likelihood), dass ein Rezipient sich mit Informationen systematisch und kritisch auseinandersetzt (diese elaboriert), von der Motivation und den Fähigkeiten dieses Rezipienten abhängt. Sind Motivation und Fähigkeit hoch, erfolgt die Informationsverarbeitung auf der →zentralen Route der Persuasion, fehlen Fähigkeit oder Motivation, erfolgt die Verarbeitung auf der →peripheren Route der Persuasion. Detailliertere Aussagen über die Bedingungen des Zusammenspiels der beiden Routen erlaubt das →Heuristic Systematic Model (HSM) der Informationsverarbeitung.
  • ELM
    →Elaboration Likelihood Model.
  • emotionale Ansteckung
    Emotionsausdrücke von Mimik, Gestik, Haltungen, Stimme etc. werden spontan und häufig unbewusst imitiert. Dadurch kann bei der imitierenden Person – vermittelt durch Rückkoppelung des eigenen Gesichtsausdrucks an das Gehirn – (→Facial Feedback) die gleiche →Stimmung ausgelöst werden.
  • Emotionen
    Starke →Gefühle, die auf einen Gegenstand oder eine Person gerichtet sind. Emotionen sind im Vergleich zu →Stimmungen meist von kürzerer Dauer und größerer Intensität.
  • Empfindungen, kognitive/nichtaffektive
    →kognitive/nichtaffektive Empfindungen.
  • Enkodierung
    Bezeichnet im Prozess der Informationsverarbeitung die erstmalige Verarbeitung von Reizen und deren Umwandlung in eine interne Repräsentation. Die Bedeutung, die ein Reiz dabei erhält, ist abhängig davon, wie er zu bestehenden Wissensstrukturen in Beziehung gesetzt wird.
  • Erinnerung, zustandsabhängige
    →zustandsabhängige Erinnerung.
  • Erregungstransfer
    Erregung aus einer vorausgegangenen Aktivität kann auf eine neue Erregungssituation übertragen werden. Dabei wird die Erregung fälschlicherweise für eine Folge der neuen Erregungssituation gehalten, also fehlattribuiert. Eine solche fehlattribuierte Erregung kann dazu führen, dass Personen als attraktiver eingeschätzt werden.
  • evaluative Konditionierung
    Raumzeitliche Paarung eines neutralen Stimulus mit einem valenten Stimulus, in dessen Folge eine Änderung der Wertigkeit des vormals neutralen Stimulus bewirkt wird; der →Affekt des valenten Stimulus wird auf den zuvor neutralen übertragen.
  • Exemplar-Based Representation
    Die Repräsentation einer →Kategorie im Gedächtnis, die eher auf konkreten Beispielen basiert als auf abstrakten Merkmalen.
  • Experiment
    Forschungsmethode, bei der in einem kontrollierten Setting durch systematische Variation mindestens einer →unabhängigen Variablen deren Wirkung auf mindestens eine →abhängige Variable untersucht wird. Nicht untersuchte Einflussfaktoren werden ausgeschlossen oder, wenn dies nicht möglich ist, konstant gehalten (→Randomisierung, →Standardisierung, →Störquellen).
  • Experimentalgruppe (EG)
    Gruppe von Versuchspersonen, der in einem →Experiment die Experimentalbedingung, d. h. die Stufe der →unabhängigen Variablen, zugewiesen wird, bei der im Vergleich zur Kontrollbedingung (→Kontrollgruppe) eine bestimmte Veränderung in der →abhängigen Variablen erwartet wird.
  • explizit
    Bewusst, deutlich (Gegenteil: →implizit).
  • explizite Einstellungsmessung
    Messung von →Einstellungen, indem diese mittels direkter, selbstberichtender Verfahren erhoben werden (z. B. durch →Ratingskalen) (siehe auch →implizite Einstellungsmessung).
  • external
    Außerhalb der Person liegend; situations-, umweltbedingt (Gegenteil: →internal).
  • externe Validität
    Gütekriterium, das angibt, inwieweit Ergebnisse einer Studie auf andere als die untersuchten Situationen und andere →Populationen generalisierbar sind.
  • extrinsische Motivation
    Von außen kommende Motivation aufgrund von Belohnungen und/oder äußerem Druck (Gegenteil: →intrinsische Motivation).
  • Facial Feedback
    Rückmeldungen von der mimischen Muskulatur an das Gehirn (→Bodyfeedback).
  • Faustregel
    →Heuristik.
  • First Impression Error
    Tendenz, eine andere Personen aufgrund des ersten Eindrucks zu beurteilen, den wir von ihr haben.
  • Fokus
    →globaler Fokus, →lokaler Fokus.
  • Forced/Induced Compliance
    Erzwungene Einwilligung; wird eine Person dazu gebracht, öffentlich eine Meinung zu vertreten, die nicht ihrer privaten Meinung entspricht, so entsteht →kognitive Dissonanz. Zum Zwecke der →Dissonanzreduktion kann die Person ihre private Meinung der öffentlich geäußerten anpassen, die ausgeführte Handlung nachträglich aufwerten sowie die negativen Konsequenzen bagatellisieren.
  • Framing
    Einbettung oder Verpackung einer Information.
  • Fremdgruppe (Outgroup)
    Gruppe, der man nicht angehört.
  • fundamentaler Attributionsfehler
    Tendenz, den Einfluss dispositionaler Faktoren auf das Verhalten anderer Personen zu über- und den Einfluss situativer Faktoren zu unterschätzen. Dadurch kommen häufig Fehlurteile zustande; eine der Ursachen für den →Correspondence Bias.
  • Gedächtnissystem, transaktives
    →transaktives Gedächtnissystem.
  • Gefühl
    Oberbegriff für eine Vielzahl affektiver, aber auch nichtaffektiver Gefühlszustände (z. B. Anstrengung, Müdigkeit, Leichtigkeit der Verarbeitung) (siehe auch →Stimmungen, →Emotionen und → Affekt).
  • gegendefensive Attribution
    Unter bestimmten Umständen, z. B. wenn uns andere Ziele wichtiger erscheinen, vermeiden wir →selbstwertdienliche Attributionen und attribuieren Erfolge extern und Misserfolge intern. Dies tritt insbesondere dann auf, wenn durch selbstwertdienliche Attributionen Zuhörer abgewertet würden; beispielsweise wird man im Gespräch mit befreundeten Kommilitonen eine Klausur trotz eines eigenen schlechten Ergebnisses nicht abwerten, wenn damit die (gute) Leistung der Kommilitonen ebenfalls abgewertet würde (siehe auch →defensive Attribution und →selbstwertdienliche Attribution).
  • globaler Fokus
    Ausrichtung der Informationsverarbeitung auf übergeordnete Strukturen der Reizkonstellation (Gegenteil: →lokaler Fokus).
  • Go/No-Go-Assoziationsaufgabe
    Verfahren zur →impliziten Einstellungsmessung, bei der die Teilnehmer instruiert werden, auf einige dargebotene Reize mit Tastendruck zu reagieren (Go), auf andere jedoch nicht zu reagieren (No-Go). Während das Go-Signal die übliche Reaktion auslöst, bewirkt das No-Go-Signal eine Hemmung der eigentlich initiierten Reaktion. Aus der Geschwindigkeit, mit der auf eine kompatible Bedingung (z. B. attraktiv – klug – Go) reagiert wird, wird auf die zugrunde liegende →Einstellung geschlossen.
  • Good-is-familiar-Effekt
    Bekannte Reize können leichter wahrgenommen werden; angesichts begrenzter Verarbeitungskapazitäten wird diese Leichtigkeit der Verarbeitung empfunden.
  • Grundgesamtheit (Population)
    Alle Träger eines Merkmals bzw. alle Messwerte, über die man aufgrund der Stichprobenergebnisse eine Aussage machen will.
  • Halo-Effekt
    Bezeichnet das Phänomen, dass der Gesamteindruck, den eine Person auf andere macht, durch ein einzelnes positives Merkmal, wie beispielsweise ihre Attraktivität, dominiert wird.
  • Helfen, impulsives
    →impulsives Helfen.
  • Heuristic Systematic Model (HSM)
    Zwei-Prozess-Modell der Informationsverarbeitung, nach dem Informationen systematisch (wenn die Fähigkeiten und die Motivation des Rezipienten hoch sind; →systematische Verarbeitung) und heuristisch (wenn Fähigkeiten und Motivation des Rezipienten niedrig sind; →heuristische Verarbeitung) verarbeitet werden, wobei →Heuristiken auch bei Ansteigen von Motivation und Fähigkeit weiterhin genutzt werden. Das HSM ist dahingehend eine wichtige Weiterentwicklung des →Elaboration Likelihood Model, da es die Bedingungen des Zusammenwirkens der beiden Prozesse der Informationsverarbeitung detaillierter beschreiben kann.
  • Heuristik
    Faustregel, die eine schnelle, sparsame und meist hinreichend genaue Urteilsbildung ermöglicht. Die wichtigsten Heuristiken sind die →Repräsentativitätsheuristik, die →Verfügbarkeitsheuristik und die →Ankerheuristik.
  • heuristische Verarbeitung
    Informationsverarbeitung einer persuasiven Nachricht, die die Verwendung einfacher Faustregeln und →Heuristiken umfasst (→Heuristic Systematic Model).
  • Hindsight Bias
    →Rückschaufehler.
  • Hinweisreize (Cues)
    Auf diese wird beispielsweise bei der oberflächlichen Verarbeitung von Persuasionsbotschaften zurückgegriffen (→Heuristic Systematic Model, →Elaboration Likelihood Model).
  • How-do-I-feel-about-Heuristik
    Anstatt für ein Urteil relevante Informationen abzurufen und zu integrieren, wird die Faustregel (→Heuristik) „Ist die Empfindung angenehm, dann ist auch der Urteilsgegenstand gut!“ angewendet (→Stimmungskongruenz).
  • HSM
    → Heuristic Systematic Model.
  • Hypothesentesten, selektives/positives
    →selektives/positives Hypothesentesten.
  • I-knew-it-all-along-Effekt
    →Rückschaufehler.
  • IAT
    →Implicit Association Test.
  • Ideal Self
    Angestrebtes →Selbstkonzept.
  • Identität, soziale
    →soziale Identität.
  • illusorische Korrelation
    Wahrgenommene Zusammenhänge, obwohl diese gar nicht oder zumindest nicht in dem angenommenen Ausmaß bestehen.
  • Imitation
    Nachahmung; beispielsweise können durch Wahrnehmung und Imitation des emotionalen Ausdrucks einer anderen Person →Gefühle ausgelöst werden (→Bodyfeedback, →emotionale Ansteckung).
  • Implicit Association Test (IAT)
    Reaktionszeitverfahren, das die Assoziationsstärke von →Kategorien misst; basiert auf der Annahme, dass es leichter fällt, mit der valenzkompatibel besetzten als mit einer valenzinkompatibel besetzten Antworttaste auf assoziierte Konzepte zu reagieren. Aus der Reaktionszeitdifferenz zwischen einer valenzkompatiblen Bedingung, in der assoziierte Konzepte jeweils der gleichen Antworttaste zugeordnet sind (z. B. alter Mensch – negativ), und einer inkompatiblen Bedingung, in der assoziierte Konzepte jeweils verschiedenen Antworttasten zugeordnet sind (z. B. alter Mensch – positiv), wird die Stärke der →Assoziation und damit letztendlich die →Einstellung der Person erschlossen.
  • implizit
    Nicht unmittelbar zugänglich, nicht bewusst (Gegenteil: →explizit).
  • implizite Einstellungsmessung
    Messung von →Einstellungen, indem diese aus den Leistungsdaten einer Person (z. B. Reaktionszeiten) erschlossen werden (siehe auch →explizite Einstellungsmessung).
  • implizite Theorien
    Annahmen bzgl. bestimmter Sachverhalte (z. B. dem Zusammenhang von Intelligenz und Attraktivität), die nicht explizit sind, d. h. nicht bewusst formuliert und vertreten werden.
  • impulsives System
    Mentales System, das im Rahmen des →Reflektiv-Impulsiv-Modells gemeinsam mit dem →reflektiven System als bestimmend für (soziales) Verhalten angesehen wird. Das impulsive System basiert auf einem Langzeitspeicher, in dem Inhalte aufgrund von Erfahrung und Lernen assoziativ verbunden sind. Wird ein Reiz/Inhalt wahrgenommen, so werden assoziierte Elemente im Langzeitspeicher (z. B. spezifische Verhaltensschemata oder grundlegende motivationale Orientierungen wie Annäherung oder Vermeidung) aktiviert, und entsprechendes wird Verhalten ausgelöst. Das impulsive System benötigt kaum →kognitive Kapazitäten und ermöglicht dadurch Verhalten unter suboptimalen Bedingungen (z. B. Zeitdruck, Ablenkung).
  • independentes Selbstkonzept
    Selbstdefinition, die sich stärker auf Unabhängigkeit von anderen und die eigenen Gedanken, →Gefühle und Ansichten stützt; tritt vor allem in →individualistischen Kulturen auf (siehe auch →interdependentes Selbstkonzept).
  • individualistische Kultur
    Kulturkreis, in dem individuelle Fähigkeiten und persönlicher Erfolg im Fokus der Aufmerksamkeit stehen; als individualistische Kulturen gelten z. B. Westeuropa oder Nordamerika (siehe auch →kollektivistische Kultur).
  • Informationsverarbeitungsmodus
    Intensität sowie Art und Weise, in der einstellungsrelevante Informationen verarbeitet werden, hängen von Fähigkeiten und der Motivationslage der Person ab. Diese wiederum werden von individuellen und situativen Faktoren beeinflusst (→Elaboration Likelihood Model, → Heuristic Systematic Model, →systematische Verarbeitung, →heuristische Verarbeitung).
  • Inkonsistenzeffekt
    Bei der Eindrucksbildung bewirken distinkte und inkonsistente Informationen dann einen Erinnerungsvorteil, wenn sie besonders gut enkodiert und verarbeitet wurden; Voraussetzung dafür sind ausreichende Verarbeitungskapazität und Motivation (→Bottom-up-Verarbeitung).
  • interdependentes Selbstkonzept
    Selbstdefinition, die sich stärker auf das Miteinander mit anderen und die Verbundenheit mit den Gedanken, →Gefühlen und Ansichten anderer stützt; tritt vor allem in →kollektivistischen Kulturen auf (siehe auch →independentes Selbstkonzept ).
  • internal
    Innerhalb der Person liegend, durch die Person bedingt (Gegenteil: →external).
  • interne Validität
    Gütekriterium, das angibt, inwieweit in einer empirischen Untersuchung sichergestellt ist, dass Veränderungen in der →abhängigen Variablen nur durch die →unabhängige Variable beeinflusst werden.
  • intrinsische Motivation
    Aus einem inneren Antrieb entstehende Motivation durch Interesse und/oder Spaß an der Tätigkeit (Gegenteil: → extrinsische Motivation).
  • Introspektion
    Selbsterkenntnis durch Nachdenken über sich selbst.
  • Involvement
    Innere Beteiligung bzw. Engagement, das ein Mensch für ein Objekt oder einen Sachverhalt zeigt.
  • Irrtumswahrscheinlichkeit
    Wahrscheinlichkeitsmaß, mittels dessen ausgesagt werden kann, ob die Unterschiede in der →abhängigen Variablen zufällig entstanden sind oder durch die →unabhängige Variable hervorgerufen wurden. Ab einer bestimmten Irrtumswahrscheinlichkeit (Konvention: wenn die Irrtumswahrscheinlichkeit kleiner als 5 % ist) geht man davon aus, dass die Unterschiede nicht zufällig entstanden, sondern statistisch bedeutsam oder „signifikant“ sind.
  • Kategorie
    Elementare Wissensstruktur; Gruppierung von zwei oder mehr unterscheidbaren Objekten, die ähnlich behandelt werden.
  • Katharsis
    Emotionale Entlastung.
  • Kausalattribution
    Zuschreibung von Ursachen für ein beobachtetes Ereignis; wichtige Kriterien sind →Distinktheit, →Konsensus und →Konsistenz.
  • Kausalitätsschluss
    →Ursache-Wirkungs-Zusammenhang.
  • Kognition
    In der →Psychologie der Oberbegriff für die mentalen Prozesse der Informationsverarbeitung; dazu zählen Wahrnehmung, Erkennen, Vorstellen, Urteilen, Gedächtnis, Lernen und Denken (siehe auch →soziale Kognition).
  • kognitiv
    Auf →Kognitionen bezogen.
  • kognitive Dissonanz
    Miteinander unvereinbare →Kognitionen – Gedanken, Meinungen, →Einstellungen, Wünsche oder Absichten – erzeugen einen inneren Konflikt, der als unangenehm empfunden wird (Dissonanz). Dieser wiederum löst – im Falle von Wahlfreiheit – das Bestreben nach →Dissonanzreduktion aus.
  • kognitive Kapazität
    Maß an spezifischen Gehirnaktivitäten, die aktuell zur Bearbeitung einer Aufgabe zur Verfügung stehen. Da die kognitive Kapazität beschränkt ist, muss in manchen Situationen auf Vereinfachungen (z. B. →Heuristiken) zurückgegriffen werden.
  • kognitive/nichtaffektive Empfindungen
    Empfindungen, die keine eindeutige →Valenz haben, z. B. Überraschung, Vertrautheit, Sicherheit, Müdigkeit, Hunger, Anstrengung oder Leichtigkeit.
  • Kohäsion
    Zusammenhalt einer Gruppe, der sich darin widerspiegelt, wie gerne die Gruppenmitglieder Teil der Gruppe bleiben wollen; resultiert aus allen Kräften, die die Mitglieder motivieren, in der Gruppe zu bleiben.
  • Koinzidenz
    Gemeinsames Auftreten zweier oder mehrerer Ereignisse, das auch zufällig sein kann (→illusorische Korrelation).
  • kollektivistische Kultur
    Kulturkreis, in dem gemeinsamer Verantwortung und kollektivem Wohl großer Wert beigemessen wird; als kollektivistische Kulturen gelten z. B. Asien oder Israel (siehe auch →individualistische Kultur).
  • Kompensation
    →soziale Kompensation.
  • Konditionierung
    →evaluative Konditionierung und →operante/instrumentelle Konditionierung.
  • Konfundierung
    →Störquelle im Experiment, die eindeutige kausale Schlussfolgerungen erschwert; tritt auf, wenn eine →unabhängige Variable aus mehreren potenziell trennbaren Komponenten besteht und von diesen Komponenten andere als die manipulierten systematisch mit der Ausprägung der unabhängigen Variablen variieren und auf die →abhängige Variable einwirken.
  • Konjunktionsregel
    Die Verbindung von zwei Ereignissen kann niemals wahrscheinlicher sein als eines dieser Ereignisse alleine. Diese Regel wird häufig zugunsten der →Repräsentativität vernachlässigt (→Repräsentativitätsheuristik).
  • Konjunktionstäuschung
    Kombinationen mehrerer Ereignisse (z. B. auch im Rahmen sehr spezifischer Szenarien) können typischer erscheinen als eines der Ereignisse für sich. Die erhöhte →Repräsentativität solcher Konjunktionen führt zu einer Überschätzung ihrer Wahrscheinlichkeit (→Repräsentativitätsheuristik).
  • Konsensus
    Im Rahmen der →Kausalattribution das Ausmaß, in dem sich andere Personen in der gleichen Weise verhalten wie die zu beurteilende Person.
  • Konsistenz
    Im Rahmen der →Kausalattribution das Ausmaß, in dem sich eine Person in der gleichen Situation über die Zeit hinweg gleich verhält; in der →Balance-Theorie das Ausmaß der Übereinstimmung von →Einstellungen in einer →Triade.
  • Konsistenzbestreben
    Menschen empfinden es als angenehm, wenn sich ihre Einstellungen sowie die Komponenten der Einstellungen in einem harmonischen, spannungsfreien Zustand zueinander befinden, und streben daher einen solchen Zustand an. Konsistenzstreben wurde im Rahmen der →Balance-Theorie auch für soziale Beziehungen untersucht, wobei Menschen typischerweise balancierte →Triaden gegenüber nicht balancierten vorziehen bzw. versuchen, balancierte Triaden herzustellen.
  • Konsistenzeffekt
    Konsistente Informationen, also solche, die mit unseren Vorannahmen übereinstimmen, können besser verarbeitet (z. B. gelernt oder erinnert) werden, da sie an bereits bestehende Wissensstrukturen (→Skripte, →Schemata) anknüpfen oder sich von diesen ableiten lassen (→Top-down-Verarbeitung).
  • Konsolidierung
    Bezeichnet im Rahmen der Informationsverarbeitung den Prozess des Abspeicherns von Informationen im Langzeitgedächtnis.
  • kontrafaktisches Denken (Counterfactual Thinking)
    Ein in der Vergangenheit liegendes Ereignis wird in der Vorstellung erneut durchgespielt, wobei man sich vorstellt, wie etwas hätte ausgehen können, wenn man sich anders verhalten hätte (z. B. „Hätte ich eher angefangen zu lernen, hätte ich bestimmt eine bessere Note erreicht“). Kontrafaktisches Denken tritt besonders häufig auf nach verpassten Gelegenheiten oder Ereignissen mit negativen Folgen und erfüllt den Zweck, den daraus resultierten negativen Ereignissen und →Affekten mental zu entfliehen oder zu lernen, solche Situationen zukünftig anders zu gestalten.
  • Kontrast
    Im Prozess der Informationsverarbeitung können verfügbare →Konzepte (z. B. Wissen über die Eigenschaften einer Person) neuen Eindrücken widersprechen, sodass Einschätzungen (z. B. Personenbeurteilungen) in Richtung der bestehenden Inhalte korrigiert werden (Gegenteil: →Assimilation).
  • Kontrollgruppe
    Gruppe von Versuchspersonen, der in einem →Experiment nicht die Experimentalbedingung zugewiesen wird, d. h. der die Stufe der →unabhängigen Variablen zugewiesen wird, bei der im Vergleich zur Experimentalbedingung keine Veränderung in der →abhängigen Variablen erwartet wird.
  • Kontrollvariable
    Variable, deren Einfluss im →Experiment nicht systematisch variiert wird (z. B. das Geschlecht der Versuchspersonen), die aber erhoben wird, um ungewollte Einflüsse auf die →abhängige Variable zu erfassen.
  • konzeptuelles Priming
    Die Reaktion auf komplexe, mit dem Prime assoziierte Konzepte wird erleichtert (siehe auch →affektives Priming, →prozedurales Priming und →semantisches Priming).
  • Korrelation
    Beschreibt den statistischen Zusammenhang zwischen Variablen; als Korrelationsmaß ist r mit einem Wertebereich von –1 bis +1 gebräuchlich. Dabei ist der Zusammenhang umso größer, je näher r an –1 (negativer Zusammenhang) oder +1 (positiver Zusammenhang) liegt; bei r = 0 ist kein Zusammenhang feststellbar. Korrelationen erlauben keine Aussage über Kausalität (→Ursache-Wirkungs-Zusammenhang; siehe auch →illusorische Korrelation).
  • Korrespondenzprinzip
    Es gibt nur dann einen engen Zusammenhang zwischen →Einstellung und Verhalten, wenn beide Maße im Grad ihrer Spezifikation übereinstimmen (→Einstellungsspezifikation).
  • Laienpsychologie
    Annahmen psychologischer Laien über menschliches Denken, Fühlen und Verhalten, die nicht die Kriterien wissenschaftlicher Aussagen erfüllen.
  • lateraler Vergleich
    Vergleich mit einem ähnlichen Standard, d. h. anderen Personen, die hinsichtlich einer bestimmten Fähigkeit oder Eigenschaft einem selbst ähnlich sind; dient vor allem der Selbsterkenntnis (siehe auch →abwärtsgerichteter Vergleich und aufwärtsgerichteter Vergleich).
  • Lebhaftigkeit (Vividness)
    Eigenschaft von Reizen, die für die →Verfügbarkeit/→Zugänglichkeit von Informationen (z. B. im Rahmen der →Verfügbarkeitsheuristik) eine Rolle spielt; ein hohes Maß an Lebhaftigkeit weisen häufig bewegte oder bunte Reize auf.
  • Leichtigkeit des Abrufs (Ease of Retrieval)
    Sind Informationen für →kognitive Operationen leicht verfügbar, so stellt sich ein →Gefühl der Leichtigkeit des Abrufs ein. Dieses „kognitive Gefühl“ wird als heuristischer Hinweisreiz für die Urteilsbildung herangezogen und kann dazu führen, dass Wahrscheinlichkeiten nicht richtig eingeschätzt werden (→Verfügbarkeitsheuristik).
  • Lexical Decision Task
    Verfahren zur Messung der →Verfügbarkeit von →Kategorien; Versuchspersonen werden per Computerbildschirm Wörter (z. B. „Spinne“) und Pseudowörter (z. B. „Pruz“) dargeboten, die diese als Wort oder Nichtwort klassifizieren sollen (meist per Tastendruck). Je geringer die Reaktionszeit auf die Wörter, desto höher die Verfügbarkeit der Wörter und desto höher die Verfügbarkeit der den Wörtern zugrunde liegenden Kategorien.
  • Likert-Skala
    Zur →Einstellungsmessung benutzte →Ratingskala. Dabei wird den einzelnen Items ein Kontinuum von positiv bis negativ abgestuften Antwortkategorien zugeordnet, das in numerisch gleich große Abschnitte eingeteilt ist (z. B. von „stimme vollkommen zu“ bis „stimme überhaupt nicht zu“). Der Befragte kreuzt für jedes Item die für ihn am ehesten zutreffende Antwort an; das Einstellungsmaß ergibt sich dann aus dem Mittelwert aller Items in einem Themenbereich.
  • lokaler Fokus
    Ausrichtung der Informationsverarbeitung auf Details der Reizkonstellation (Gegenteil: →globaler Fokus).
  • Lost-Letter-Technik
    In Quasiexperimenten eingesetzte Technik, mit der untersucht wird, unter welchen Umständen „verloren gegangene“ Briefe von Passanten eher aufgehoben und abgeschickt werden; ein großer Prozentsatz zugesandter Briefe spricht beispielsweise für hohe Hilfsbereitschaft in der betreffenden Region.
  • Masse
    Große Ansammlung von Menschen, die eine geringe Strukturierung aufweist und sich von einer Gruppe im engeren Sinn dadurch unterscheidet, dass die anwesenden Personen nicht alle wechselseitig miteinander interagieren.
  • Mere-Exposure-Effekt
    Effekt, der allein dadurch entsteht, dass man einem Reiz (wiederholt) ausgesetzt ist; beispielsweise löst die wiederholte Darbietung eines Reizes in uns Vertrautheit aus, was wiederum zu höherer Sympathie gegenüber dem Stimulus führt.
  • Mere-Thought-Effekt
    Effekt, der allein dadurch entsteht, dass über ein Einstellungsobjekt nachgedacht wird.
  • Modelllernen
    Prozess, in dem bestimmte Verhaltensweisen oder →Gefühle von anderen (beobachteten) Personen übernommen werden, ohne dass eigene (negative oder positive) Erfahrungen mit dem Reiz vorliegen.
  • Mood-and-General-Knowledge
    Annahme, dass in positiver →Stimmung vermehrt übergeordnete Wissensstrukturen (→Schemata, →Skripte, →Stereotype) bei der Verarbeitung von Informationen herangezogen werden.
  • Mood-Congruent Encoding
    →Stimmungskongruenz.
  • Mood-Congruent Memory
    →Stimmungskongruenz.
  • Mood-Maintenance-Hypothese
    Hilfe kann aus dem Motiv heraus erfolgen, eine momentan positive →Stimmung zu erhalten. Dies ist eine Ursache dafür, dass in positiver Stimmung typischerweise mehr geholfen wird. Droht die Hilfehandlung jedoch die gute Laune zu verderben, findet sich bei positiv gestimmten Personen eine geringere Hilfsbereitschaft.
  • Mood-Repair-Strategie
    Dient der Regulation negativer Gefühlszustände, indem beispielsweise versucht wird, schlechte →Stimmung durch die bewusste Aktivierung positiver Erinnerungen zu verändern.
  • Mood-State-Dependent Memory
    →Stimmungskongruenz.
  • Motor-Kongruenz-Effekte
    Motorische Handlungen beeinflussen die →Enkodierung →affektiver Informationen entsprechend ihrer Kompatibilität (→Passung); beispielsweise erleichtert eine motorische Annäherungshandlung (z. B., wenn man etwas an sich heranzieht) die →Enkodierung positiver Informationen, während eine motorische Handlung des Vermeidens (z. B., wenn man etwas von sich wegschiebt) die Enkodierung negativer Information erleichtert.
  • Musculus zygmaticus
    Mit Lächeln assoziierter Gesichtsmuskel, der aktiviert werden kann, indem ein Stift mit den Zähnen gehalten wird; diente u. a. in der →Pen Study zum experimentellen Nachweis der Einstellungsbildung durch →Facial Feedback.
  • Need for Cognition
    Bedürfnis, gründlich nachzudenken. Menschen mit einem hohen Need for Cognition neigen eher zu inhaltsrelevantem Nachdenken, weisen eine stärkere Verarbeitung von Botschaften über die →zentrale Route der Persuasion auf und sind weniger anfällig für den Einfluss peripherer Hinweisreize (wie Attraktivität oder Glaubwürdigkeit) als Personen mit einem niedrigen Kognitionsbedürfnis. Daraus ergibt sich, dass sie die Qualität der Argumente genauer prüfen und ihre →Einstellungen eher durch ein aufmerksames Wahrnehmen der Argumentationsführung bilden.
  • Need to belong
    →Anschlussmotiv.
  • Negativity Bias
    Negative Reize, insbesondere solche, die unser Wohlbefinden beeinträchtigen könnten, erfahren verstärkte Aufmerksamkeit bzw. werden besonders leicht wahrgenommen (→selektive Wahrnehmung).
  • Netzwerkmodell des Gedächtnisses
    Annahme über den Aufbau des Gedächtnisses, nach der alle gespeicherten Informationen/→Kategorien über →Assoziationen miteinander verbunden (vernetzt) sind (→assoziative Netzwerke).
  • nonverbales Verhalten
    Bewusst oder unbewusst gesendete nichtverbale Signale; dazu zählen Blickkontakt, Gesichtsausdruck und Mimik, Stimmlage, Gestik, Körperhaltung, Bewegung sowie Berührung und räumlicher Abstand gegenüber anderen.
  • operante/instrumentelle Konditionierung
    Die kontingente Paarung eines neutralen Stimulus mit einem positiven/negativen Stimulus führt zu einer Erhöhung/einem Absinken der Auftretenswahrscheinlichkeit dieses Stimulus.
  • optische Täuschung
    Phänomen, bei dem die subjektive visuelle Wahrnehmung anders ausfällt als die objektiven Gegebenheiten des Betrachtungsgegenstands.
  • Ought Self
    →Selbstkonzept, von dem wir annehmen, dass wir ihm gleichen sollen.
  • Overconfidence Bias
    Unangemessen hohe Überzeugung von der Richtigkeit der eigenen Meinung/des eigenen Verhaltens.
  • Overjustification Effect
    →Effekt der Überrechtfertigung.
  • Passung
    Übereinstimmung, Kompatibilität; tritt beispielsweise zwischen motivationaler Orientierung einer Person und ihrem Verhalten, →Affekt und Informationsverarbeitung auf (z. B. hinsichtlich der →Valenz einer zu verarbeitenden Information und dem auszuführenden Verhalten wie Nicken).
  • Pen Study
    →Experiment, bei dem durch Halten eines Stifts mit den Zähnen bzw. mit den Lippen verschiedene Gesichtsmuskel aktiviert wurden, die entweder mit Lächeln assoziiert sind (→Musculus zygmaticus; Stift mit den Zähnen gehalten) oder nicht (Musculus orbicularis; Stift mit den Lippen gehalten). Jene Personen, die den Stift mit den Zähnen festhielten und somit – ohne dass ihnen dies bewusst war – die Muskelaktivität eines Lächelns zeigten, gaben höhere Amüsiertheit an als jene, die den Stift mit den Lippen hielten. Dieser Befund zeigte, dass die positivere →affektive Reaktion, die bei Aktivierung des M. zygmaticus nachgewiesen wurde, durch →Facial Feedback hervorgerufen wird und nicht durch →Selbstwahrnehmung.
  • periphere Route der Persuasion
    Weg zu einer Einstellungsänderung, wobei die Änderung der →Einstellung nicht auf einer intensiven Auseinandersetzung mit der persuasiven Botschaft basiert, sondern eine Reaktion auf periphere Hinweisreize (z. B. den Expertenstatus des Kommunikators) darstellt (→Elaboration Likelihood Model, →zentrale Route der Persuasion).
  • Persönlichkeitspsychologie
    Teilgebiet der →Psychologie, das sich mit den einzigartigen und überdauernden Eigenschaften von Menschen und den intra- und interindividuellen Unterschieden zwischen Menschen beschäftigt.
  • Persuasion
    Bemühen, die →Einstellungen einer Person durch den Einsatz diverser Botschaften zu verändern.
  • Population
    →Grundgesamtheit.
  • positive Teststrategie
    Tendenz, solche Informationen zu suchen, die Vorannahmen bestätigen; z. B. werden bei einem Interview solche Fragen an eine Person gestellt, die den bereits bestehenden Eindruck bestätigen (→Confirmation Bias).
  • Postural Feedback
    Rückmeldungen der Körperhaltung an das Gehirn (→Bodyfeedback).
  • Primacy-Effekt
    Früher auftretende Informationen können einen größeren Einfluss auf die Einstellungsbildung haben, da noch keine weiteren Informationen eingegangen sind, die mit dem Abspeicherungsprozess im Langzeitgedächtnis interferieren.
  • Priming
    Voraktivierung durch Reize, die assoziativ mit dem Zielreiz verknüpft sind oder werden; „bahnt“ dem Zielreiz den Weg bzw. führt dazu, dass die voraktivierten Inhalte leichter zugänglich sind (siehe auch →affektives Priming, →konzeptuelles Priming, →prozedurales Priming und →semantisches Priming).
  • Prototyp
    Charakteristischer Vertreter einer →Kategorie von Objekten oder Wesen, der die mit der Kategorie assoziierten Merkmale am besten repräsentiert (→Exemplar-Based Representation).
  • prozedurales Priming
    Eine bestimmte →kognitive oder →behaviorale Prozedur wird erleichtert, wenn dieselbe bereits in der Priming-Phase durchgeführt wurde (siehe auch →affektives Priming, →konzeptuelles Priming und →semantisches Priming).
  • psychischer Realismus
    Ausmaß, in dem die im →Experiment hervorgerufenen psychologischen Prozesse die gleichen sind, die auch in realistischen Situationen ablaufen.
  • Psychologie
    Wissenschaft zur Formulierung von Gesetzmäßigkeiten über das Denken, Fühlen und Verhalten von Menschen.
  • Quellenverwechslung
    Die menschliche Erinnerung arbeitet häufig recht ungenau, d. h., sie gibt kein exaktes Abbild von vergangenen Ereignissen wider. Aus diesem Grund können Menschen manchmal nicht unterscheiden, aus welcher Quelle eine Erinnerung stammt; beispielsweise verwechselt man Fiktion mit Erinnerung oder aber zwei Erinnerungen unterschiedlicher Kontexte.
  • Randomisierung
    Verfahren zur zufälligen Verteilung der Teilnehmer eines →Experiments auf verschiedene Gruppen; Voraussetzung, um aus den Experimentalergebnissen →Kausalschlüsse ziehen zu können.
  • Rassismus (Racism)
    Vorurteile gegenüber Personen aufgrund ihrer Rassenzugehörigkeit.
  • Ratingskala
    Antwortformat bei direkten Verfahren zur →Einstellungsmessung. Befragte bewerten einen Einstellungsgegenstand auf einem Kontinuum von Antwortalternativen, wobei die Antwortalternativen die möglichen Abstufungen des subjektiven Empfindens der Merkmalsausprägung eines Objekts (z. B. von „sehr gut“ bis „sehr schlecht“) widerspiegeln sollen. Eine bekannte Ratingskala ist die →Likert-Skala.
  • Reaktanz
    Innerer Widerstand, der sich gegen die Einschränkung der eigenen richtet. Dieser Zustand lenkt die Energien darauf, die Handlungsfreiheit zu verteidigen bzw. wiederherzustellen (→Resistenz).
  • Realismus, psychischer
    →psychischer Realismus.
  • Rebound-Effekt
    →Bumerangeffekt.
  • Recency-Effekt
    Zuletzt enkodierte Informationen können einen größeren Einfluss auf die Einstellungsbildung haben, da sie nicht durch nachkommende Information überschrieben werden und somit länger im Kurzzeitgedächtnis verfügbar sind.
  • Reflektiv-Impulsiv-Modell (RIM)
    Zwei-Prozess-Modell zur Erklärung (sozialen) Verhaltens. Menschliches Verhalten ist nach dem RIM Resultat zweier miteinander interagierender mentaler Prozesse, welche durch unterschiedliche Repräsentationen und Verarbeitung von Informationen gekennzeichnet sind. Während im →reflektiven System bewusste Verhaltensentscheidungen generiert werden, wird Verhalten im →impulsiven System durch assoziative Verknüpfungen und grundlegende motivationale Orientierungen ausgelöst. Beide Systeme können in die gleiche Richtung (synergetisch) oder auch gegenläufig zueinander (antagonistisch) arbeiten.
  • reflektives System
    Mentales System, welches im Rahmen des →Reflektiv-Impulsiv-Modells gemeinsam mit dem →impulsiven System als bestimmend für soziales Verhalten angesehen wird. Im reflektiven System werden regelbasiert bewusste Verhaltensentscheidungen generiert, wozu faktisches und evaluatives Wissen aus dem Langzeitgedächtnis genutzt werden. Das reflektive System fungiert als Urteils- und Kontrollsystem und ist an Voraussetzungen (z. B. ausreichende →kognitive Kapazität, Motivation) gebunden.
  • Replikationsstudien
    Die Wiederholung einer bereits durchgeführten Studie, um zu überprüfen, ob sich die Ergebnisse der Originalstudie noch einmal so ergeben. Bei direkten Replikationen wird eine Studie möglichst genau so repliziert, wie die Originalstudie durchgeführt worden ist. Bei einer konzeptuellen Replikation werden dieselben Konzepte manipuliert und gemessen wie in der Originalstudie, jedoch zumeist mit anderen Methoden.
  • Repräsentativität
    Besagt, wie typisch ein konkreter Fall für ein abstrakteres Modell ist (z. B. wie typisch ein Student im Anzug für die Kategorie „Wirtschaftswissenschaftler“ ist).
  • Repräsentativitätsheuristik
    Mentale Vereinfachung/Faustregel (→Heuristik), bei der Personen Typikalität als Grundlage für ihre Entscheidung heranziehen.
  • Resistenz
    Widerstehen von Beeinflussungsversuchen; kann entstehen durch Einstellungsimpfung, Vorwarnung und Reaktanz.
  • RIM
    →Reflektiv-Impulsiv-Modell.
  • Rückschaufehler (Hindsight Bias)
    Tendenz von Personen, im Nachhinein (d. h., wenn die Lösung einer Aufgabe oder der Ausgang eines Ereignisses bekannt ist) die Wahrscheinlichkeit zu überschätzen, dass sie die Aufgabe richtig lösen bzw. den Ausgang des Ereignisses vorhersagen hätten können.
  • Salienz
    Auffälligkeit eines Stimulus in Bezug zu seinem jeweiligen Hintergrund; spielt für die →Verfügbarkeit/→Zugänglichkeit von Informationen – beispielsweise im Rahmen der →Verfügbarkeitsheuristik – eine Rolle.
  • SAM
    →Selective Accessibility Model.
  • Sandbagging
    Zur Vorbereitung einer →selbstwertdienlichen Attribution spielt eine Person die eigenen Leistungsmöglichkeiten herunter, um so die Erwartungshaltung anderer niedrig zu halten.
  • Schema(ta)
    Wissensstruktur, die auf →Kategorien aufbaut und das Wissen einer Person über einen Themenbereich (Objekt, Person, Handlung) sowie die dazugehörigen Attribute (Eigenschaften, Merkmale) und die Beziehung zwischen den Attributen enthält.
  • Schemaaktivierung
    Unter anderem durch Umgebungsreize werden damit assoziierte Wissensstrukturen aktiviert; das entsprechende Verhalten, Denken, Empfinden wird dadurch verfügbarer.
  • schemainkonsistente Informationen
    Informationen, die nicht mit den bestehenden Wissensstrukturen einer Person übereinstimmen, beispielsweise ein britischer Skispringer (→Inkonsistenzeffekt).
  • schemakonsistente Informationen
    Informationen, die mit den bestehenden Wissensstrukturen übereinstimmen, beispielsweise ein österreichischer Skispringer (→Konsistenzeffekt).
  • Selbst
    Umfasst das →Selbstkonzept und das prozesshafte Geschehen der →Selbstwahrnehmung, →Selbstaufmerksamkeit und →Selbstregulation. Die verschiedenen Anteile des Selbst haben wesentlichen Einfluss auf Denken, Fühlen und Handeln.
  • Selbstaufmerksamkeit (Self-Awareness)
    Nachdenken über sich selbst bzw. Richtung der Aufmerksamkeit auf die eigene Person. Wird die eigene Aufmerksamkeit auf die eigene Person gerichtet, so neigen wir dazu, unser Verhalten anhand unserer inneren Maßstäbe und Werte zu vergleichen und danach zu bewerten.
  • Selbstbehinderung (Self-Handicapping)
    Zur Vorbereitung einer →selbstwertdienlichen Attribution schafft sich eine Person ein Hindernis (Handicap), das für einen potenziellen Misserfolg verantwortlich gemacht werden oder aber einen möglichen Erfolg noch aufwerten kann.
  • Selbstenthüllung
    Strategie, sich sympathisch darzustellen, indem man persönliche Informationen preisgibt, auch wenn diese nicht erfragt wurden.
  • Selbsterhöhung (Self-Enhancement)
    Strategie, sich durch vorteilhafte Präsentation einem anderen sympathisch zu machen.
  • selbstfokussierte Aufmerksamkeit (Self-Focussing)
    Starke Beschäftigung mit der eigenen Person und den eigenen Empfindungen; eine solche nach innen gerichtete Aufmerksamkeit zeigt sich beispielsweise bei Prüfungsängsten, wobei die selbstfokussierte Aufmerksamkeit in einer Testsituation eine der Hauptursachen für das große Unbehagen und die Beeinträchtigung darstellt.
  • Selbstkonzept
    Bezeichnet die Inhalte des →Selbst (Selbstaspekte), also Wissen und Einschätzungen einer Person über/von sich selbst (siehe auch →independentes Selbstkonzept und →interdependentes Selbstkonzept).
  • Selbstmissbilligung
    Subtile Taktik, Sympathie durch eine „positive Selbstdarstellung“ zu erhöhen; dabei werden negative Informationen über sich selbst preisgegeben, um sich als bescheiden und ehrlich darzustellen.
  • Selbstregulation
    Fähigkeiten und Strategien, die Ziele, die wir uns gesteckt haben, auch in Verhalten umzusetzen.
  • Selbstselektion
    Die Auswahl der Teilnehmer an einem →Experiment erfolgt nicht durch den Versuchsleiter, sondern wird durch die Untersuchten bzw. deren Merkmale, Vorlieben etc. selbst vorgenommen; Selbstselektion könnte beispielsweise bei der Beobachtung von natürlichen Gruppen vorkommen.
  • Selbstüberwachung (Self-Monitoring)
    Maß dafür, inwieweit Personen ihr Verhalten überwachen. Personen mit einem hohen Maß an Selbstüberwachung orientieren ihr Verhalten an den Erwartungen anderer bzw. den Situationsanforderungen, Personen mit niedriger Selbstüberwachung orientieren sich eher an ihren eigenen Sichtweisen und Befindlichkeiten.
  • Selbstverifizierung
    Menschen haben das Bedürfnis, ihr →Selbstkonzept zu bestätigen, unabhängig davon, ob dieses nun positiv oder negativ ist.
  • Selbstwahrnehmung
    Selbsterkenntnis durch Beobachtung des eigenen Verhaltens; beeinflusst die Bildung von →Einstellungen, Motiven und Empfindungen.
  • Selbstwert
    Umfassende Einschätzung einer Person über den eigenen Wert.
  • Selbstwertbestätigung (Self-Affirmation)
    Möglichkeit, eine Bedrohung des →Selbstkonzepts zu reduzieren, indem die Aufmerksamkeit auf eine andere Fähigkeit gerichtet wird, die für den eigenen →Selbstwert zwar ebenfalls relevant ist, aber zugleich in keinem Bezug zur Bedrohung steht. Indem sich die Person in Bezug auf diese Fähigkeit selbst kompetent fühlt, sinkt die Bedrohung im Bereich der anderen Fähigkeit.
  • selbstwertdienliche Attribution (Self-Serving Bias)
    Neigung, Erfolge auf eigene Fähigkeiten (d. h. →internale Faktoren) zurückzuführen und für Fehler und Misserfolge vermehrt situative (d. h. →externale) Faktoren verantwortlich zu machen (siehe auch →defensive Attribution und → gegendefensive Attribution).
  • Selbstwertgefühl (Self-Esteem)
    Affektiv-evaluative Komponente des →Selbst, die eine zusammenfassende Selbstbewertung darstellt.
  • Selbstwirksamkeit (Self-Efficacy)
    Überzeugung, Ziele durch eigenes Handeln erreichen zu können.
  • Selective Accessibility Model (SAM)
    Annahme, dass Personen zunächst überprüfen, ob eine Hypothese (z. B. beim →Ankereffekt ein vorgegebener Wert oder „Anker“) zutreffend sein kann. Dabei werden selektiv Informationen aktiviert, die für diese Hypothese sprechen. Unabhängig davon, ob dieses →selektive/positive Hypothesentesten für oder gegen die Hypothese ausfällt, bleibt das bis dato aktivierte hypothesenkonsistente Wissen für nachfolgende Informationsverarbeitungsprozesse leichter verfügbar und kann sich darüber beispielsweise auf Urteile auswirken.
  • selektive Wahrnehmung
    Menschen nehmen aufgrund ihrer begrenzten →kognitiven Kapazitäten ihre Umwelt weder vollständig noch objektiv wahr. Das menschliche Wahrnehmungssystem hat offensichtlich eine Art Filtermöglichkeit, die an unterschiedlichen Stellen des Wahrnehmungsprozesses eingreifen und die Information (sowohl bewusst als auch unbewusst) selektieren kann.
  • selektives/positives Hypothesentesten
    Vorgehen, bei dem hauptsächlich nach Informationen gesucht wird, die für die eigene Hypothese sprechen könnten, und Informationen vernachlässigt werden, die der Hypothese widersprechen würden.
  • Self-Affirmation
    →Selbstwertbestätigung.
  • Self-Evaluation Maintenance Theory
    Das Ausmaß der erlebten Bedrohung durch das (Leistungs-)Verhalten anderer hängt von der Nähe zum anderen und der persönlichen Relevanz des Verhaltens ab. Um eine positive Selbstsicht und einen hohen →Selbstwert aufrechtzuerhalten, werden wir uns daher jenen nähern, die schlechter abschneiden, und uns von denjenigen distanzieren, die bessere Leistung bringen.
  • Self-Fullfilling Prophecy
    →sich selbst erfüllende Prophezeiung.
  • Self-Handicapping
    →Selbstbehinderung.
  • Self-Monitoring
    →Selbstüberwachung.
  • Self-Reference-Effekt
    Tendenz, dass mit dem Selbst in Bezug stehende Informationen besonders gut verarbeitet werden.
  • Self-Serving Bias (Egotism Effect)
    →selbstwertdienliche Attribution.
  • semantisches Differenzial
    Zur Erhebung →affektiver Einstellungskomponenten benutztes Antwortformat. Dabei handelt es sich um eine bipolare Skala, deren Endpunkte mit den beiden wertenden Ausprägungen eines Begriffspaars bezeichnet sind (z. B. angenehm – unangenehm).
  • semantisches Priming
    Die Reaktion auf mit dem Prime in seiner inhaltlichen Bedeutung verknüpfte Gedächtnisinhalte wird erleichtert (siehe auch →affektives Priming, →konzeptuelles Priming und →prozedurales Priming).
  • sich selbst erfüllende Prophezeiung (Self-Fullfilling Prophecy)
    Die Erwartungen an das Verhalten einer Person werden Realität, indem sie ein Verhalten hervorrufen, welches sie bestätigt.
  • Signifikanz, statistische
    →Irrtumswahrscheinlichkeit.
  • Similar-to-me-Effekt
    Tendenz, andere Personen, die man sich selbst in irgendeiner Weise als ähnlich empfindet, in einem positiven Licht wahrzunehmen.
  • situative Theorie
    Allgemeine Annahmen darüber, ob bzw. wie stark situative Faktoren das Verhalten beeinflussen.
  • Skript(e)
    Wissensstruktur, die routineartige Handlungsepisoden in bestimmten Gegenstandsbereichen repräsentiert (z. B. für den Ablauf eines Restaurantbesuchs).
  • Sleeper-Effekt
    Verzögerte →Persuasion, die darauf zurückgeht, dass sich episodische Erinnerungen (z. B. die Glaubwürdigkeit des Kommunikators) im Gedächtnis schneller abbauen als semantische Inhalte (z. B. die Botschaft selbst); kann zur Folge haben, dass die unterschiedliche Wirkung von glaubwürdigen und unglaubwürdigen Quellen auf die Einstellungsänderung über die Zeit abnimmt und die Botschaft eines zunächst als unglaubwürdig eingeschätzten Senders erinnert wird, nicht aber dessen Unglaubwürdigkeit.
  • Social Identity Theory
    →Theorie der sozialen Identität.
  • soziale Erwünschtheit
    Tendenz, ein Verhalten zu zeigen, das die eigene Person in günstigem Licht erscheinen lässt, d. h. Verhalten, von dem man glaubt, dass es von den anderen erwartet und gebilligt wird.
  • soziale Identität
    Teilaspekt der Identität, der auf der Gruppenzugehörigkeit beruht. Hierfür spielen Gruppen im weiteren Sinn, wie beispielsweise das Geschlecht, die Rasse oder die ethnische Zugehörigkeit, eine wichtige Rolle.
  • soziale Kognition
    Art und Weise, wie wir Informationen über die soziale Realität interpretieren, analysieren, erinnern und verwenden, wie diese Informationsverarbeitung durch den sozialen Kontext beeinflusst wird und wie dies wiederum unser Erleben und Verhalten beeinflusst.
  • soziale Motive
    Menschen suchen soziale Situationen auf, um durch Sozialkontakte ihre sozialen Motive zu befriedigen.
  • soziale Wahrnehmung
    Teilbereich der →Sozialpsychologie, der sich damit beschäftigt, wie und auf welcher Grundlage Individuen andere Personen wahrnehmen und sich ein Urteil über diese bilden.
  • soziale Zurückweisung
    Bedrohung des →Selbst, welche auf die Erfahrung des Ausschlusses aus einer Gruppe zurückgeht; kann Menschen aufgrund ihres grundlegenden Bedürfnisses nach Zugehörigkeit und Anerkennung (→Need to belong) stark belasten und zu psychischen und physischen Erkrankungen führen.
  • sozialer Vergleich
    Selbsterkenntnis durch den Vergleich mit anderen; resultiert – je nachdem, ob auf Ähnlichkeiten oder Unterschiede fokussiert wird – in →Assimilation oder →Kontrast; dient u. a. der →Selbstmotivation, →Selbsterhöhung und →Selbsterkenntnis.
  • Sozialpsychologie
    Teilgebiet der →Psychologie, das untersucht, wie Denken, Fühlen und Verhalten von Individuen durch die tatsächliche, vorgestellte oder implizite Anwesenheit anderer beeinflusst werden.
  • Soziologie
    Sozialwissenschaft, die das Zusammenleben in Gemeinschaften und Gesellschaften erforscht und dabei besonderes Augenmerk auf soziale Systeme, Institutionen, Gruppen und Organisationen legt.
  • Spreading-Apart-of-Alternatives-Effekt
    Um →kognitive Dissonanz zu vermeiden, kommt es nach Entscheidungen unter Wahlfreiheit zu einer Aufwertung der gewählten und einer Abwertung der nicht gewählten Alternative.
  • Spreading-Attitude-Effekt
    Spezialfall der →evaluativen Konditionierung; dabei überträgt sich eine auf die raumzeitliche Paarung eines neutralen mit einem valenten Stimulus zurückzuführende Bewertung des vorher neutralen Stimulus auf weitere, mit dem valenten Stimulus assoziierte Stimuli.
  • Standardisierung
    Um Verzerrungen der Ergebnisse (z. B. Versuchsleitereffekte) zu vermeiden, wird das Vorgehen bei der Datenerhebung bzw. das Verhalten gegenüber Probanden in einem Test, Interview oder →Experiment vereinheitlicht.
  • Stereotyp
    Wissensstruktur, die sozial geteilte Überzeugungen über Merkmale und Verhalten von Gruppen und deren Mitgliedern enthält.
  • Stichprobe
    Für eine Untersuchung ausgewählte Personen einer →Grundgesamtheit; sollte die Grundgesamtheit möglichst gut repräsentieren (durch Zufallsauswahl weitgehend gewährleistet), um aus der Stichprobenuntersuchung Aussagen über die Grundgesamtheit ableiten zu können.
  • Stimmung
    →Gefühle, die weniger intensiv sind als →Emotionen und nicht unbedingt ein Bezugsobjekt haben. Sie haben häufig unbekannte Ursachen und dauern länger an.
  • stimmungskongruente Urteile
    Urteile werden von →Stimmungen beeinflusst; typischerweise fallen sie in positiver Stimmung positiver, in negativer Stimmung negativer aus.
  • Stimmungskongruenz
    Übereinstimmung von Informationen und der aktuellen Stimmungslage eines Individuums. Informationen, die zur aktuellen Gefühlslage des Individuums „passen“, d. h. die gleiche →Valenz aufweisen, haben einen Verarbeitungsvorteil (Mood-Congruent Encoding) und werden besser erinnert (Mood-Congruent Memory). Unabhängig von ihrer Valenz werden Inhalte besser erinnert, wenn sie in der gleichen →Stimmung erinnert werden sollen, in der sie auch abgespeichert wurden (Mood-State-Dependent Memory).
  • Störquellen
    Einflussfaktoren, die im Experiment den Zusammenhang von →unabhängiger Variable und →abhängiger Variable beeinflussen und somit die Exaktheit des →Kausalitätsschlusses verfälschen; sollten eliminiert oder zumindest kontrolliert werden.
  • subliminal
    Unterhalb der Wahrnehmungsschwelle.
  • systematische Verarbeitung
    Hierbei setzt sich der Rezipient mit einer persuasiven Botschaft sorgsam auseinander und denkt über deren Argumentation nach (→Heuristic Systematic Model).
  • Täuschung, optische
    →optische Täuschung.
  • Teststrategie, positive
    →positive Teststrategie.
  • Theorem von Bayes
    Formel zur Berechnung verbundener/bedingter Wahrscheinlichkeiten.
  • Theorie der Selbstwahrnehmung
    →Einstellungen, Motive und Empfindungen können aus der Beobachtung des eigenen Verhaltens erschlossen werden.
  • Theorie der sozialen Identität
    Menschen haben das Bedürfnis danach, ein positives →Selbstkonzept zu erreichen und zu erhalten. Dieses Selbstkonzept definiert sich nicht nur über individuelle Merkmale, sondern auch über Gruppenmitgliedschaften (→soziale Identität). Der Wert der →Eigengruppe wird dabei (auch) über den Vergleich mit anderen Gruppen bestimmt.
  • Theory of Planned Behavior
    Theorie zum Zusammenhang von →Einstellungen und Verhalten; Weiterentwicklung der →Theory of Reasoned Action.
  • Theory of Reasoned Action
    Theorie zum Zusammenhang von →Einstellungen und Verhalten. In Situationen, in denen Personen die Zeit und die Möglichkeit haben, ihr Verhalten zu reflektieren, ist die Entscheidung, ein bestimmtes Verhalten einzugehen (die Verhaltensabsicht), das Ergebnis eines rationalen Prozesses; eine Weiterentwicklung wurde mit der →Theory of Planned Behavior vorgestellt.
  • Top-down-Verarbeitung
    Konzeptgeleitete Informationsverarbeitung unter verstärktem Rückgriff auf übergeordnete Wissensstrukturen (z. B. →Schemata oder →Skripte) und vereinfachende Prozeduren (z. B. →Heuristiken).
  • Triade
    In der →Balance-Theorie verwendete Bezeichnung für ein Einstellungsdreieck, welches aus zwei Personen und einem Einstellungsobjekt besteht. Stimmen die →Einstellungen der beiden Personen zueinander und die jeweils von den Personen vertretene Einstellung zu dem Einstellungsgegenstand überein, spricht man von einer balancierten Triade; kommt es zu Unstimmigkeiten (z. B. Person A mag den Einstellungsgegenstand, Person B mag den Gegenstand nicht, Person A mag aber Person B), so entsteht eine nicht balancierte Triade, die als unangenehm empfunden wird (→Konsistenz, →Konsistenzbestreben).
  • Typikalität
    →Repräsentativität.
  • Überrechtfertigung (Overjustification Effect)
    →Effekt der Überrechtfertigung.
  • ultimativer Attributionsfehler
    →Selbstwertdienliche Attributionstendenz auf Gruppenebene; in Bezug auf die →Eigengruppe wird positives Verhalten auf →internale Ursachen (z. B. guter Charakter der Gruppenmitglieder), negatives Verhalten aber auf →externale Ursachen zurückgeführt. In Bezug auf →Fremdgruppen dagegen wird positives Verhalten auf externale Ursachen, negatives Verhalten auf internale Ursachen zurückgeführt.
  • unabhängige Variable (UV)
    Variable, die in →Experimenten systematisch variiert wird, um ihren Einfluss auf →abhängige Variablen zu untersuchen.
  • unrealistischer Optimismus
    Annahme, dass Gutes einem selbst häufiger und Schlechtes einem selbst seltener widerfährt als anderen Menschen.
  • Ursache-Wirkungs-Zusammenhang (Kausalitätsschluss)
    "Einen Ursache-Wirkungs-Zusammenhang zu beschreiben, ist das Ziel experimenteller wissenschaftlicher Forschung. Um erklären zu können, dass eine Ursache (und nur diese) verantwortlich für eine bestimmte Wirkung ist, müssen Ursache und Wirkung kovariieren, die Ursache muss vor der Wirkung auftreten und Alternativerklärungen müssen ausgeschlossen werden können; diese Kriterien sind meist nur im →Experiment erfüllt."
  • Urteile, stimmungskongruente
    →stimmungskongruente Urteile.
  • Urteilsheuristiken
    Faustregeln (→Heuristik), die unter Einsatz geringer →kognitiver Kapazitäten zu einem hinreichend genauen Urteil führen; unter bestimmten Bedingungen kann es aber zu systematischen →Urteilsverzerrungen (Biases) kommen.
  • Urteilsverzerrungen
    Fehlerhafte Urteile, die auf systematische Einflüsse während der Urteilsbildung zurückzuführen sind; treten beispielsweise unter bestimmten Umständen bei der Verwendung von →Heuristiken auf.
  • Valenz
    Wertigkeit; beispielsweise positive (Freude) oder negative (Ärger) Konnotation von Empfindungen.
  • Validität
    →externe Validität, →interne Validität.
  • Velten-Technik
    Selbstinstruktion, bei der durch das Lesen von Sätzen, die eine bestimmte →Stimmung ausdrücken/transportieren, beim Leser eine entsprechende Stimmung ausgelöst werden soll.
  • Verfügbarkeit (Availability)
    Gedächtnisinhalte, die einem leicht in den Sinn kommen, sind →kognitiv verfügbarer; kann beispielsweise durch kürzliche oder häufige Aktivierung (z. B. durch Medienberichte), durch →Auffälligkeit oder eigene Erfahrung bedingt sein.
  • Verfügbarkeitsheuristik
    Mentale Vereinfachung/Faustregel(→Heuristik), bei der Personen ihr Urteil auf die Leichtigkeit stützen, mit der ihnen ein Gedächtnisinhalt in den Sinn kommt. Das Urteil basiert auf dem Motto: „Wenn mir ein Ereignis leicht einfällt, dann wird es wohl häufig auftreten“ oder „Wenn ich mir ein Ereignis leicht vorstellen kann, dann wird es wohl häufig vorkommen“.
  • Verlusteskalation
    Wegen der Unfähigkeit, Entscheidungen zu revidieren/Vorhaben abzubrechen, auch wenn deren Erfolg bereits mehr als fraglich ist, werden meist weitere Anstrengungen in solche Vorhaben investiert; zum Teil werden die Anstrengungen sogar weiter intensiviert, was zu einem weiteren Ansteigen der Verluste führt.
  • Vernachlässigung der Basisrate
    →Basisratenvernachlässigung.
  • Vertraute(r)
    Vermeintliche Versuchsperson, die in Wirklichkeit ein Eingeweihter/Komplize des Versuchsleiters ist und im →Experiment eine bestimmte Rolle spielt.
  • Vividness
    →Lebhaftigkeit.
  • wahrgenommene Handlungskontrolle
    Bewertung der eigenen Fähigkeit, ein spezifisches Verhalten auszuführen und zu kontrollieren.
  • Wahrnehmung
    →selektive Wahrnehmung, →soziale Wahrnehmung.
  • Wortentscheidungsaufgabe
    →Lexical Decision Task.
  • Yale-Ansatz der Einstellungsänderung
    An der Yale University entwickelte Theorie, wonach persuasive Botschaften unabhängig von ihrem Inhalt an Wirkung gewinnen, wenn bestimmte Aspekte der Botschaft, des Rezipienten sowie Merkmale des Kommunikators beachtet werden.
  • zentrale Route der Persuasion
    Weg zu einer Einstellungsänderung, wobei die Änderung der →Einstellung aus der →systematischen Verarbeitung einer persuasiven Information resultiert (→Elaboration Likelihood Model).
  • Zugänglichkeit (Accessibility)
    Leichtigkeit und Geschwindigkeit, mit der Informationen im Gedächtnis aufgefunden und abgerufen werden können.
  • zustandsabhängige Erinnerung
    Material, das in einem bestimmten Zustand gelernt wird (z. B. in einer bestimmten →Stimmung oder bei einem bestimmten Erregungslevel), wird besser erinnert, wenn beim Abruf der gleiche Zustand herrscht.
  • Zweiseitigkeit der Argumentation
    Im Rahmen der →Persuasion erreichen Botschaften eine größere Überzeugungskraft, wenn die Argumente zweiseitig aufgebaut sind, d. h. das Für und das Wider der Position dargelegt wird, und nicht nur einseitig jene Argumente, die die eigene Position stützen; nur erfolgreich, wenn der Kommunikator das Wider auch gut ausräumen kann.
  • Zweistufenprozess der Attribution
    Ein beobachtetes Verhalten wird in einem ersten Schritt automatisch internal attribuiert; stehen Zeit, Energie und Motivation zur Verfügung, kann es zu einer zweiten Verarbeitungsstufe kommen, auf der die →Attribution um mögliche Ursachen außerhalb der beobachteten Person korrigiert wird.
  • Begriff
    Erklärung