Lexikon - Gesamtglossar aller Bücher

  • Begriff
    Erklärung
  • I/E-Modell
    Das Internal-External-Frame-of-Reference-Modell beschreibt die Effekte sozialer und dimensionaler Vergleiche auf fachbezogene Selbstkonzepte.
  • International Statistical Classification of Diseases. Klassifikationssystem der Weltgesundheitsorganisation (WHO), welches im Kapitel V (F) psychische Störungen klassifiziert. Es unterscheidet sich im Wesentlichen vom DSM dadurch, dass es sein Augenmerk nicht allein auf die psychischen Störungen richtet, sondern auch auf somatische Erkrankungen.
  • International Statistical Classification of Diseases and Related Health Problems: weltweit eingesetztes Diagnoseklassifikationssystem; von WHO-Expertengruppen entwickelt; psychische Störungen finden sich unter der Kategorie F.
  • Klassifikationssystem zur Klassifikation von Krankheiten
  • Die Internationale Klassifikation psychischer Störungen (»International Classification of Diseases«) in ihrer zehnten Revision (ICD-10; Kapitel V), die von der Weltgesundheitsorganisation (WHO) herausgegeben wird, ist ein aktuell gültiges und in Wissenschaft und klinischer Praxis eingesetztes Klassifikationssystem für psychische Störungen.
  • ICD-10 (International Classification of Diseases )
    Katalog zur Klassifikation von Krankheiten, der von der WHO herausgegeben wird und alle Krankheiten abdeckt. Dient der Einordnung und Codierung sämtlicher Krankheiten und ist in Deutschland von Krankenkassen und Rentenversicherungsträgern für die Diagnosestellung vorgeschrieben.
  • Instanz nach der psychoanalytischen Konzeption Freuds, die darum bemüht ist, Wege zu einer Triebbefriedigung zu finden, die den Normen der sozialen Umgebung (repräsentiert durch das Über-Ich) gerecht werden. Sie vermittelt also zwischen dem Es und dem Übe
  • In der psychoanalytischen Theorie die zweite Persönlichkeitsstruktur, die sich entwickelt. Diese ist die rationale, logische und problemlösende Komponente der Persönlichkeit.
  • Ich
    das weitgehend bewusst arbeitende »ausführende Organ« der Persönlichkeit, das nach Freuds Meinung einen Kompromiss zwischen den Forderungen des Es, des Über-Ichs und der Realität sucht. Das Ich arbeitet nach dem _Realitätsprinzip_ und befriedigt die Wünsche des Es auf eine Weise, dass eher Lust als Schmerz zu erwarten ist.
  • psychoanalytisch: Mittler zwischen Es, Außenwelt und Über-Ich
  • Ich-fremd, als nicht zur eigenen Persönlichkeit gehörend empfunden, z. B. Zwangsgedanken und -handlungen. Ich-Syntonie
  • Erlebens- und Verhaltensmuster werden als nicht zur Person zugehörig wahrgenommen. Beispiel: Person entwickelt eine Angststörung, erlebt diese als eine fremde, neue Eigenschaft von sich und bemüht sich, diese loszuwerden.
  • Auftretende Gedanken, Impulse oder Affekte werden als dem Ich zugehörig erlebt. Ich-Dystonie
  • Erlebens- und Verhaltensmuster werden als zur Person zugehörig wahrgenommen. Beispiel: Eine Person mit ängstlich-vermeidender Persönlichkeitsstörung erlebt ihre Schüchternheit nicht als einen abgegrenzten Teilbereich, der kommt und auch wieder geht, sondern als ein definierendes Element der eigenen Persönlichkeit.
  • Ich-Verteidigungsfunktion
    Wenn Einstellungen dazu beitragen, unser Selbstwertgefühl zu schützen.
  • ICSD-2 (International Classification of Sleep Disorders 2)
    Klassifikationssystem von Schlafstörungen der American Academy of Sleep Medicine (2005), das eine differenziertere Klassifikation von Schlafstörungen erlaubt als ICD-10 oder DSM-IV-TR.
  • IDCL (Internationale Diagnose-Checklisten für ICD-10 und DSM-IV)
    Stellen eine ökonomische Alternative zu den aufwändigen Langversionen der Interviewleitfäden dar. Sie weisen einen deutlich geringeren Strukturierungsgrad auf als die ausgearbeiteten Interviews und berücksichtigen dennoch alle Einzelkriterien. Sollte ein Patient die Hauptkriterien einer Diagnose nicht erfüllen, so kann direkt zur nächsten F-Diagnose gesprungen werden, was das Verfahren ökonomischer macht. (Hiller, Zaudig und Mombour 1997)
  • Normalitätsdefinition als einen Zustand vordefinierter Vollkommenheit.
  • Ideatorische Apraxie
    Form der Apraxie, bei der der Handlungsentwurf fehlerhaft sein soll. Die Unterscheidung von Störungen des Handlungsentwurfs und der Ausführung ist jedoch fragwürdig. Die Bezeichnung ideatorische Apraxie wird meist für Störungen des Werkzeug- und Objektgebrauchs verwendet.
  • Identifikation mit der Gruppe
    Das Ausmaß, in dem Menschen sich selbst als Mitglied einer Gruppe sehen (Selbstdefinition auf der Ebene der Gruppe), und das Ausmaß der positiven Bewertung der Gruppe und emotionalen Bindung an die Gruppe (Selbstinvestition auf der Ebene der Gruppe).
  • Identifizierung
    Prozess, durch den nach Freuds Auffassung Kinder die Wertvorstellungen ihrer Eltern in ihr eigenes Über-Ich integrieren.
  • Identität
    Gefühl für das eigene Selbst. Nach Erikson besteht die Aufgabe der Adoleszenz darin, das Selbstgefühl zu festigen. dabei werden verschiedene Rollen erprobt und ggf. integriert.
  • Identität versus Identitätsdiffusion
    Psychosoziale Entwicklungsphase nach Erikson, die während der Adoleszenz auftritt. In dieser Phase entwickeln Jugendliche oder junge Erwachsene entweder eine kohärente Identität, oder es gelingt ihnen nicht, unterschiedliche Rollen in einem einheitlichen
  • Identitätsaushandlung
    Ein Prozess, durch den wir mittels von Geben und Nehmen geprägten Interaktionen mit anderen feststellen, wer wir sind.
  • Identitätsdiffusion (oft auch Rollendiffusion genannt)
    Eine unvollständige oder inkohärente Vorstellung vom Selbst, bei der zum Teil widersprüchliche Werte und Rollen als Teil der eigenen Persönlichkeit erlebt werden, aber nicht zu einer einheitlichen Identität integriert werden können.
  • Ideografische Prognose
    Fehlen geeignete Instrumente, die auf einer statistischen Vorhersage basieren, oder entscheidet sich der Diagnostiker aus grundsätzlichen Überlegungen gegen »starre« statistische Erklärungsansätze, kann mithilfe des ideografischen Ansatzes eine Prognose erstellt werden. Ziel dieses Ansatzes ist es, ein individuelles Erklärungsmodel für den Probanden auszuarbeiten, um damit zu einer Prognose zu gelangen.
  • ideomotorische Ansätze
    Ideomotorische Ansätze gehen davon aus, dass die theoretische Analyse der Handlungssteuerung beim Wechselspiel zwischen einer Intention und der Auswahl intentionsdienlicher Handlungen oder Handlungseigenschaften beginnt. Reizereignisse sind hier nicht die Ursache von Handlungsentscheidungen, sondern deren Ergebnis: Handlungen dienen zur Erzeugung von Ereignissen (Handlungseffekten), die ihrerseits wahrgenommen und im Lichte der momentanen Intention bewertet werden.
  • Ideomotorische Apraxie
    Form der Apraxie, bei der bei korrektem Entwurf der Handlung ihre Umsetzung in motorische Aktionen gestört sein soll. Die Realität dieser Art der Störung ist jedoch zweifelhaft. Der Name wird heute in erster Linie als Sammelbegriff für gestörte Handlungen ohne Objekt, also beim Imitieren von Gesten und der Ausführung kommunikativer Gesten, verwendet.
  • Ideomotorische Hypothese
    Annahme, dass Willkürhandlungen durch die Antizipation ihrer sensorischen Konsequenzen ausgelöst werden.
  • Ideomotorische Kompatibilität
    Reiz-Reaktions-Beziehung, bei der die zu gebende Reaktion dem zu beantwortenden Reiz stark ähnelt, zum Beispiel das Nachsprechen von Wörtern.
  • Ideomotorisches Grundprinzip
    Grundprinzip, nach dem Willensprozesse von selbst zur Entscheidung drängen.
  • Ideomotorisches Prinzip
    Nach dem ideomotorischen Prinzip werden willkürliche Körperbewegungen durch eine Antizipation ihrer sensorischen Effekte determiniert.
  • Ideomotorisches Prinzip (ideomotor principle)
    Annahme, der zufolge Handlungen durch das Denken an oder Antizipieren von durch diese Handlung produzierte, sensorische Effekte hervorgebracht und gesteuert werden.
  • idiographisch
    einzelfallbezogen
  • Studieren und Durchdringen von Informationen für eine Person
  • idiopathisch
    Ohne erkennbare Ursache
  • IDÜ (Interpersonelle Diskriminationsübung)
    Patient soll am konkreten Beispiel neue interpersonelle Lernerfahrungen bezüglich relevanter Übertragungssituationen machen. Patient erwartet erfahrungsbedingt bestimmtes Verhalten von Therapeut in potenziell problematischen Übertragungssituationen. Therapeut verhält sich inkonsistent zu Erwartungen des Patienten. Aufforderung an Patient, systematische Differenzierung zwischen tatsächlichem und erwartetem Therapeutenverhalten anzustellen (systematische Gegenüberstellung).
  • Eine Kategorie des soziometrischen Status, die sich auf Kinder oder Jugendliche bezieht, die selten als gemocht oder nicht gemocht erwähnt werden; sie scheinen von den Peers einfach nicht besonders bemerkt zu werden.
  • Ikonisches Gedächtnis
    kurzzeitiges sensorisches Gedächtnis für visuelle Eindrücke, ähnlich wie eine Momentaufnahme oder ein Bild, das nur wenige Zehntelsekunden lang erinnert werden kann.
  • Ikonisches Gedächtnis
    → Sensorisches Gedächtnis.
  • Ikonisches Gedächtnis (visuelles Gedächtnis) (iconic memory)
    Kurzzeitiges sensorisches Gedächtnis für visuelle Eindrücke. Die hier gespeicherten Inhalte werden als Ikon bezeichnet. Sie bestehen nur etwa 0,5-1 s.
  • ist eine kunstgeschichtliche Methode zur Analyse von visuellem Material. Im Mittelpunkt stehen die Analyse von Symbolen und die motivgeschichtliche Einbettung der Darstellung. Die Analyse erfolgt auf drei aufeinander aufbauenden Ebenen: der darstellenden, der ikonografischen und der ikonologischen Ebene.
  • Illusorische Korrelation
    Die Tendenz, einen Zusammenhang da wahrzunehmen, wo keiner vorhanden ist (z. B. zwischen einer Gruppe und einem negativen Verhalten), oder einen bestehenden Zusammenhang als ausgeprägter wahrzunehmen, als er wirklich ist.
  • Wenn eine subjektive Beziehung (z.B. der wahrgenommene Zusammenhang zwischen zwei Variablen) systematisch von einer objektiven Beziehung abweicht.
  • Image von Organisationen
    Die von den Mitgliedern der Organisationsumwelt geteilte Einschätzung der Organisation. Das Organisationsimage hat einen starken Einfluss auf das Verhalten potenzieller Bewerber. Deswegen zielen viele Maßnahmen des Personalmarketing auf eine Erhaltung und Steigerung eines positiven Organisationsimages ab.
  • Imagery-Debatte (imagery debate)
    Theoretischer Streit darüber, welcher Art die Repräsentationen sind, die bewussten mentalen Vorstellungen zugrunde liegen. Nach der propositionalen Theorie beruhen mentale Vorstellungen auf abstrakten, amodalen Symbolen. Nach der analogen Theorie sind mentale Vorstellungen wahrnehmungsähnlich.
  • Imagetransfer
    Als Imagetransfer bezeichnet man die Übertragung eines Markenimages auf Produkte, die unter der Marke geführt werden. Einen Imagetransfer erhofft man sich insbesondere bei Produkten, die im Rahmen einer Produktlinien- oder Markenerweiterung neu unter der Marke geführt werden.
  • Die im Egozentrismus von Jugendlichen begründete Überzeugung, dass jeder andere Mensch seine Aufmerksamkeit auf die Erscheinung und das Verhalten des Jugendlichen richtet.
  • Die Bearbeitung von Informationen erfolgt u. a. durch die Bildung von visuellen Vorstellungen, verbunden mit Aktivierung von Gedächtnisinhalten und der Aufmerksamkeit auf einen bestimmten Gegenstand.
  • Imitation' bezeichnet die Nachahmung eines gesehenen Verhaltens im eigenen Verhalten. Imitation setzt voraus, dass die visuellen Muster gesehenen Verhaltens in motorische Impulse übersetzt werden, die zu gleichen oder wenigstens ähnlichen eigenen Verhaltensweisen führen. An dieser visuell-motorisch Übersetzung sind vermutlich sogenannte → Spiegelneuronen beteiligt.
  • Imitationslernen (Lernen durch Nachahmung)
    Lernen von neuen Verhaltensweisen durch die Beobachtung bestimmter Modelle, deren Verhalten (gleich oder später) nachgeahmt wird.
  • Immunglobuline
    Glykoproteine, die von Plasmazellen produziert werden; sie neutralisieren Krankheitserreger (Antigene) und sind Antikörper
  • Immunkompetenz
    Fähigkeit eines Organismus auf "Eindringlinge von außen", z.B. Krankheitserreger, zu reagieren
  • Immunologie
    Lehre von den Abwehrmechanismen des Organismus
  • Immunsupression
    Unterdrückung, bzw. Abschwächung der körpereigenen Immunreaktion durch chemische, biologische Substanzen oder Strahlen oder durch psychische Einflüsse; klinische Anwendung z.B. zur Verhinderung einer Tranplantatabstoßung
  • Implementation
    Umsetzung von Prinzipien oder Programmen in einen konkreten Kontext. Das Konzept der Implementation ist eng mit dem Transferbegriff verbunden. In der Pädagogischen Psychologie ist wichtig, dass es sich dabei immer um einen Transfer – beispielsweise von grundlagenwissenschaftlichen Erkenntnissen (Lern- oder Motivationstheorien) oder Trainingsprogrammen – in einen Anwendungskontext wie z. B. schulischen Unterricht handelt.
  • Implementationsabsichten (Vorsätze)
    „Wenn-dann“-Pläne, die ein Verhalten spezifizieren, das man benötigt, um ein Ziel zu erreichen, und den Kontext angeben, in dem das Verhalten auftreten wird.
  • Implementierungsintention (implementation intention)
    Im Gegensatz zu Zielintentionen, die einen angestrebten Zielzustand repräsentieren, spezifizieren Implementierungsintentionen, unter welchen Reizbedingungen eine intendierte Handlung ausgeführt werden soll, um ein Ziel zu erreichen. Sie fördern die Wahrnehmung günstiger Gelegenheiten und die quasiautomatische Auslösung intendierter Handlungen durch die Reizbedingungen.
  • Implitziter Assoziationstest (IAT)
    Eine von Greenwald, McGhee und Schwartz (1998) entwickelte Methode zur indirekten Messung von Vorurteilen. Hierbei wird aus der Assoziation zwischen einer bestimmten Objektkategorie und deren affektiver Bewertung auf die zugrunde liegende Einstellung geschlossen. Als Maß für die Stärke einer Assoziation werden Antwortzeiten verwendet.
  • Implizite Eigenschaften
    "Implizite Eigenschaften üben ihren Einfluss auf die Wahrnehmung, Handlung und den Ausdruck von Menschen aus, ohne dass das dem Individuum jederzeit oder auch nur teilweise bewusst ist; vergleichbar mit dem Autopiloten eines Flugzeugs, der die Maschine automatisch steuert und nur in Notfällen vom Piloten bemerkt wird."
  • implizite Einstellung
    Eine implizite Einstellung ist eine Einstellung bzw. Bewertungsreaktion, die sich nicht auf direktes Nachfragen, sondern nur in bestimmten Aspekten des Verhaltens zeigt. Implizite Einstellungen heißen deshalb implizit, weil sie aus diesen Verhaltensaspekten erschlossen werden müssen. Implizite Einstellungen sind unbewußt.
  • implizite Einstellung
    weitgehend nichtbewusst repräsentierte, automatische Bewertung von Objekten der Wahrnehmung
  • Implizite Einstellungen oder Assoziationen
    Einstellungen oder Assoziationen, die nicht bewusst geäußert werden, die sich aber im Verhalten zeigen. Implizit heißen diese Einstellungen deshalb, weil man aus dem Verhalten auf sie schließen muss und sie nicht direkt erfragen kann.
  • Implizite Einstellungsmaße
    Einstellungsmaße, bei denen spontane evaluative Assoziationen auf ein Objekt erfasst werden, ohne dass dies auf verbalen Angaben beruht.
  • implizite Erinnerung
    Eine implizite Erinnerung liegt vor, wenn die Person sich nicht bewußt an eine Begegnung mit einem Reiz erinnert, sich aber Spuren im Verhalten finden, die klar belegen, daß diese Begegnung stattgefunden hat. Der Nachweis impliziter Erinnerungen belegt gleichzeitig, daß wir sehr viel mehr aufnehmen, als wir uns bewußt machen. Daher sind implizite Erinnerungen für die Werbewirkungsforschung von großer Bedeutung.
  • Implizite Maße
    Nichtreaktive Messungen von Konstrukten wie etwa Einstellungen (z. B. durch Reaktionszeiten), sodass die Teilnehmer nicht wissen, was gemessen wird. Sie gehören zur Gruppe der > nichtreaktiven Methoden.
  • implizite Messverfahren
    "mit dem Begriff implizite Meßverfahren werden Methoden beschrieben, die streng genommen nicht implizit (der Begriff „implizit“ ist auf Methoden überhaupt nicht anwendbar), sondern indirekt sind. Ein Verfahren ist dann indirekt, wenn das interessierende Konstrukt sozusagen ""über einen Umweg"" gemessen wird. Zum Beispiel fragt man bei einer indirekten Einstellungsmessung nicht nach der Einstellung, sondern gibt eine ganz andere Instruktion (z.B. eine Kategorisierungsaufgabe). Man erwartet aber, dass das, was man eigentlich messen will, sich in dem niederschlägt, was man misst (z.B. in der Geschwindigkeit bei der Kategorisierung oder in der Fehlerzahl) Somit ist das charakteristische Merkmal eines impliziten Verfahrens, dass es das interessierende Konstrukt sozusagen indirekt über einen Umweg misst. Zum anderen erhofft man sich über diesen Umweg auch Dinge zu messen, die dem Bewusstsein prinzipiell nicht zugänglich sind. Die wichtigsten impliziten Konstrukte sind implizite Erinnerungen und implizite Einstellungen oder Assoziationen."
  • Implizite Motive
    Implizite Motive sind individuelle und zeitlich überdauernde Motivdispositionen. Sie werden in früher Kindheit erlernt und stellen emotional getönte Präferenzen (habituelle Bereitschaften) dar, sich immer wieder mit bestimmten Arten von Anreizen auseinanderzusetzen (McClelland et al. 1989), z. B. beim Leistungsmotiv mit dem Schwierigkeitsanreiz einer Aufgabe.
  • implizite Motive
    Implizite Motive sind unbewusste, auf affektiven Erfahrungen basierende Motive.
  • Implizite Motive
    Solche Motive, die der Introspektion nicht zugängig sind und die daher mit indirekten Tests (z.B. dem Thematischen Apperzeptionstest), statt mit direkten Methoden (z.B. Fragebögen) erfasst werden.
  • Implizite Persönlichkeitstheorie
    Vorstellungen von Betrachtern, wie unterschiedliche Persönlichkeitsmerkmale innerhalb einer Person organisiert sind.
  • Implizite Verfahren
    Verfahren, deren Zielsetzung nicht unmittelbar durchschaut werden kann, z. B. projektive Techniken oder Reaktionszeitverfahren. Hierdurch lassen sich auch kritische Themen, schwer verbalisierbare Sachverhalte und Unbewusstes erfassen. Die erhobenen Daten sind allerdings häufig mehrdeutig und schwer interpretierbar.
  • impliziter Assoziationstest
    Test zur Erfassung individueller impliziter Einstellungen und Selbstkonzepte
  • impliziter Assoziationstest (IAT)
    Der IAT ist ein Verfahren auf Reaktionszeit-Basis, das implizite Einstellungen (eigentlich Assoziationen) messen soll. In einem IAT werden zwei sehr einfache Kategorisierungsaufgaben miteinander kombiniert, das heißt: Die Probanden müssen zwei Aufgaben gleichzeitig erfüllen. Kategorisiert werden zum einen Beispiele von Objektkategorien, die bewertet werden sollen (z.B. Bilder oder Begriffe, die zur BMW gehören) und zum anderen Eigenschaften, die zu zwei verschiedenen Attributkategorien gehören (z.B. gut-schlecht oder sportlich-elegant). Wenn beide Aufgaben kombiniert werden, kann es je nach Kombination zu einer Erleichterung (Beschleunigung der Reaktionszeiten) oder zu einer Erschwernis der Aufgabe (Verlangsamung) kommen. Die Verlangsamung oder Beschleunigung gilt als implizitere Hinweis auf die unterstellten Einstellungen.
  • Impliziter Egoismus
    Nicht bewusste bzw. automatisch positive Bewertung von Objekten, die mit dem Selbst assoziiert sind.
  • Implizites Behalten
    Implizites Behalten bezieht sich auf Behaltensleistungen, deren sich die »erinnernde« Person nicht bewusst ist. Solche Behaltensleistungen, werden in impliziten perzeptuellen und konzeptuellen Behaltenstests erfasst.
  • Implizites Gedächtnis
    Behalten, das unabhängig von bewusster Erinnerung ist (auch als _nondeklaratives Gedächtnis_ bezeichnet).
  • Implizites Gedächtnis (prozedurales Gedächtnis) (implicit memory)
    (1) Das Behalten unabhängig von bewusster Erinnerung. Speichert unser „Können“. (2) Verfügbare Gedächtnisleistung (oft eine Leistungsverbesserung) ohne bewusste Erinnerung an die gemachte Erfahrung.
  • Implizites Kategorienlernen (implicit learning of categories)
    Unbewusster Erwerb von Kategorienwissen; wird bei komplexen Kategorienstrukturen vermutet.
  • Implizites Lernen
    Nicht bewusste Wiedergabe ohne willentliche Anstrengung; Verhaltensgedächtnis
  • Implizites Lernen
    Implizites Lernen liegt dann vor, wenn eine Absicht zu lernen nicht gegeben ist und der Lernvorgang selbst unbewusst bleibt. In der Regel handelt es sich um unbewusste Anpassungen des Verhaltens an verdeckte Struktureigenschaften des Lernmaterials.
  • Implizites Lernen (implicit learning)
    Lernen in Situationen, in denen die Person Strukturen einer relativ komplexen Reizumgebung lernt, ohne dies notwendigerweise zu beabsichtigen, und in einer Weise, dass das resultierende Wissen schwer zu verbalisieren ist.
  • Implizites Lernen (implicit learning)
    Unabsichtliche Lernprozesse, wobei meist nicht bewusst wird, dass wir Wissen erwerben. Das Lernen läuft beiläufig ab (inzidentelles Lernen) und kann unbewusst bleiben (nicht verbal berichtbar) und trotzdem Verhalten beeinflussen (nach Dorsch 2013).
  • implizites Selbstkonzept
    weitgehend nichtbewusst repräsentierte assoziative Struktur des Selbstkonzepts
  • Implizites Selbstwertgefühl
    Die Positivität der automatischen bzw. nicht bewussten Bewertung einer Person von sich selbst.
  • Implizites Wirken eines Ziels
    Prozess, bei dem ein Ziel, Reaktionen zu regulieren (z. B. eine Stereotypisierung zu überwinden), unbewusst wirkt.
  • Überflutung, therapeutisches Verfahren zur Reduktion von Angstbeschwerden, bei der Reizkonfrontation in sensu angewandt.
  • Problem kann in der Phase sexueller Erregung auftreten. Erektion kann nicht auf Dauer gehalten werden oder Stärke reicht nicht für befriedigenden Verkehr aus.
  • impression management
    Verzerrung bei Selbstbeschreibungen in Richtung eines sozial erwünschten Bildes. Dabei ist der Wunsch entscheidend, vor anderen einen guten Eindruck machen zu wollen.
  • Impression Motivation (Motiv sozialen Eindrucks)
    Das Bedürfnis eines Menschen nach sozialer Akzeptanz und Anerkennung, verbunden mit dem Bestreben, auf andere ein gutes Bild zu machen.
  • impulsive Informationsverarbeitung
    weitgehend nichtbewusst repräsentierte, automatische Verarbeitung von Information
  • Impulsives Hilfeverhalten
    Unmittelbare, nicht durchdachte Form von Hilfeverhalten, zu der anscheinend kein bewusster Entscheidungsprozess gehört und bei der der Helfende seine Aufmerksamkeit nicht auf die Anwesenheit anderer Zuschauer richtet.
  • Impulskontrollstörung
    "Störung der Impulskontrolle, gekennzeichnet durch unreflektierte Handlungen als Folge eines imperativen Dranges, dessen Folgen nicht bedacht werden; die willentliche Hemmung tritt entweder erst gar nicht auf oder setzt sich nicht gegen den Drang durch."
  • Bezugsgruppe, der man angehört und mit deren Zielen man sich identifiziert
  • In-vitro-Fertilisation (IVF)
    Ein Verfahren der assistierten Reproduktion, bei der die männlichen Samenzellen in einem speziellen Kulturmedium außerhalb des weiblichen Körpers mit der weiblichen Eizelle zusammengebracht werden.
  • In-vivo-Beobachtungen
    In-vivo-Beobachtungen finden meist in natürlichen Umgebungen statt. Anwendungsbeispiele sind etwa die Beobachtung aggressiven Verhaltens von Kindern im Kindergarten oder in der Schule oder – bei Erziehungsproblemen – die Beobachtung der Interaktionen von Eltern und Kindern in ihrer Wohnung.
  • Incidents oder kritische Ereignisse sind Vorfälle in einem Arbeitssystem, die zwar auf der Grundlage von menschlichen, technischen oder organisatorischen Fehlern entstanden sind und eine gefährliche Situation wiedergeben, die aber nicht zu Schäden oder Unfällen geführt haben. Man bezeichnet solche Situationen auch als Beinaheunfälle oder „near misses“.
  • Incident-Reporting-Systeme
    Sie dienen zur Erfassung und Analyse von kritischen sicherheitsrelevanten Ereignissen in hoch riskanten Arbeitsbereichen (z. B. der Luftfahrt). Zur Meldung und Darstellung der kritischen Ereignisse werden Formulare und Leitfäden im Berichtssystem vorgegeben. Außerdem wird eine anonymisierte bzw. vertrauliche Behandlung der Berichte zugesichert. Dadurch sollen Schwachstellen in den Arbeitsabläufen hoch riskanter Arbeitssysteme entdeckt und aus den aufgetretenen Fehlern gelernt werden. Aus der Analyse der kritischen Ereignisse will man Hinweise für fehlerverursachende Faktoren erhalten und Konsequenzen zur Vermeidung gleicher oder ähnlicher Fehler und Probleme ableiten.
  • Independentes versus interdependentes Selbst
    Während beim independenten Selbst die Autonomie und der Individualismus hervorgehoben wird und das Selbst über interne Merkmale wie Traits definiert wird, wird beim interdependenten Selbst die Verbindung zu anderen betont und das Selbst im Sinne der Beziehungen zu anderen definiert.
  • Ein Index („index“) dient der Operationalisierung komplexer bzw. mehrdimensionaler theoretischer Konstrukte auf individueller Ebene (z.B. Merkmale einer Person) sowie oft auch auf kollektiver Ebene (z.B. Merkmale von Märkten oder Gesellschaften) auf der Basis eines formativen Messmodells. Ein Index besteht aus einem Satz von formativen Indikatorvariablen, die formal und inhaltlich sehr heterogen sein können. Der Index schreibt vor, welche Indikatorvariablen in den Index eingehen und in welcher Weise sie zu standardisieren, zu gewichten und additiv oder multiplikativ zu einem Indexwert zu verrechnen sind. Die Aussagekraft von Indexwerten muss theoretisch begründet und möglichst auch empirisch geprüft werden.
  • Neben dem Index als Messverfahren, das unterschiedliche formative Indikatoren zur Messung eines komplexen Merkmals verknüpft, existiert der Index („index“) bzw. die „Rate“ als ein standardisierter Kennwert für ein einfaches Merkmal. Er wird gebildet, indem man die interessierende Indikatorvariable (z. B. Häufigkeit von Straftaten, Ehescheidungen, Geburten, Körpergewicht, Schwangerschaften trotz Verhütung) mit einer festgelegten Größe in Beziehung setzt, wodurch sich die inhaltliche Aussagekraft und Interpretierbarkeit der Variable erhöht.
  • Indexikalische Hypothese (indexical hypothesis, IH)
    Nach der IH werden handlungsbezogene Sätze verstanden, indem die in einem Satz dargestellten Handlungen simuliert werden. Erstens aktivieren Wörter in Sätzen modale Repräsentationen (perzeptuelle Symbole). Zweitens werden Affordances von den perzeptuellen Symbolen abgeleitet. Drittens werden Affordances in ein kohärentes, ausführbares Set von Handlungen integriert. Dies geschieht unter Berücksichtigung der Syntax. Die IH geht davon aus, dass auch sprachliche Inhalte, die keinen direkten Handlungsbezug aufweisen, in Handlungen verankert sind.
  • Indifferenztemperatur
    Hauttemperatur, die bei längerer Einwirkung keine Temperaturempfindung mehr hervorruft
  • Grund zur Anwendung eines bestimmten diagnostischen oder therapeutischen Verfahrens in einem definierten Störungsfall. Bei welchem Patient mit welchem Problem ist welche Behandlung durch welchen Therapeuten angemessen, wirksam und effizient?
  • Von lateinisch indicare (anzeigen). Bezieht sich darauf, welche therapeutische Maßnahme bei einer bestimmen Störung angebracht ist und zum Einsatz kommen soll.
  • Manifeste Variable, die zusammen mit anderen Indikatoren einer latenten Variable zugeordnet ist
  • Indirekte Aggression
    Aggressives Verhalten, das verdeckt ausgeführt wird, um die Zielperson in ihren sozialen Beziehungen zu schädigen, z. B. durch das Verbreiten von Gerüchten.
  • indirekte Einflussschätzung
    Schätzung bestimmter Arten von Einflüssen auf eine Eigenschaft durch die Korrelation zwischen Personen, die diese Einflussart teilen (z. B. Zwillinge)
  • Verfahren, bei denen das Testprinzip kaum durchschaubar und bewusst manipulierbar ist
  • indirekte Veränderungsmessung
    Bei der indirekten Veränderungsmessung werden die relevanten (meist symptomorientierten) Verfahren, die zu Beginn der Therapie eingesetzt wurden, am Ende der Behandlung erneut vorgegeben.
  • Indirekter Sprechakt (indirect speech act)
    Nicht explizit ausgedrückte Handlung, die mit einer sprachlichen Äußerung vollzogen wird (Versprechen, Befehlen, Drohen etc.).
  • Individualisierende Informationen
    Informationen über die persönlichen Charakteristika einer Zielperson, die nicht einfach aus der Zugehörigkeit zu einer bestimmten Kategorie abgeleitet werden.
  • Individualismus
    die Priorität für die eigenen Ziele ist höher als die für Gruppenziele. die eigene Identität definiert sich eher über persönliche Eigenschaften als über Gruppenmerkmale.
  • Individualismus
    Werthaltung, die die Unabhängigkeit von anderen betont
  • Individualismus – Kollektivismus
    Individualistische Länder sind diejenigen, in denen die Menschen sich so beschreiben, dass ihre Autonomie gegenüber anderen hervorgehoben wird. Kollektivistische Länder sind diejenigen, in denen sich die Menschen selbst so beschreiben, dass ihre Verbindungen zu anderen betont werden.
  • Hervorstechen einzigartiger oder besonders charakteristischer Merkmale, die sich von denen anderer Personen abheben (vgl. Referenzialität)
  • Individualkommunikation
    Informationsaustausch zwischen einer potenziell begrenzten Anzahl an Individuen, der sich in die Subkategorien direkte Individualkommunikation und medienvermittelte Individualkommunikation differenzieren lässt.
  • Individuelle Fertigkeitsverluste bzw. ­gewinne
    Sind Beeinträchtigungen oder Verbesserungen der individuellen Fertigkeit der Gruppenmitglieder zur erfolgreichen Aufgabenbearbeitung, die durch soziale Interaktion zustande kommen.
  • individuelle Konsistenz
    statistisch: Ähnlichkeit der z-Werte einer Person in zwei Variablen
  • Individueller Fehler der Personalauswahl
    Ein geeigneter Bewerber wird abgelehnt (Beta-Fehler, Fehler zweiter Art, „false negative“).
  • individuelles Netzwerk
    die sozialen Beziehungen einer Person
  • Individuumszentrierte Prävention
    Wird auch personenorientierte Prävention oder Verhaltensprävention genannt und richtet sich direkt an die einzelnen Personen, deren Merkmale und Verhalten.
  • Maßnahme wird als indiziert bezeichnet, wenn bei der Zielgruppe bereits Prodromalsymptome einer zu vermeidenden Erkrankung vorliegen. Die Intervention ist in diesen Fällen klinisch notwendig.
  • Die Induktion („induction“) ist eine Schlussfolgerung vom Speziellen auf das Allgemeine, in der empirischen Sozialforschung eine Schlussfolgerung von empirischen Daten über einzelne beobachtete Fälle auf übergeordnete wissenschaftliche Theorien, die über eine Reihe von Fällen verallgemeinerbar sind. Beim induktiven Schließen beginnt der Erkenntnisprozess mit Daten, und es werden aus den Daten schrittweise Muster herausgearbeitet. Mittels Induktion sollen neue Theorien gebildet, aber auch bestätigt werden. Die Induktion ist heute vor allem im qualitativen Paradigma der empirischen Sozialforschung etabliert.
  • In der Logik versteht man unter Induktion die Methode des Schlussfolgerns von Einzelfällen auf das Allgemeine und Gesetzmäßige.
  • (vom lateinischen inducere für „hinführen“) Bezeichnet in der Logik den Schluss, der von einem oder wenigen Fällen (dem Besonderen) auf alle Fälle einer Gesamtheit (das Allgemeine) schließt.
  • Induktive Erziehung
    Erziehungsmaßnahmen, mit denen Eltern die Kinder auf die Auswirkungen von Fehlverhalten auf andere Menschen hinweisen.
  • Induktive Konstruktion
    Bei der sog. induktiven Entwicklung von Skalen stützt sich der Konstrukteur im Wesentlichen auf die Korrelationsrechnung bzw. die explorative Faktorenanalyse. Die Items werden aufgrund relativ vager Vorstellungen über das Konstrukt formuliert. Items, die miteinander hoch, aber niedrig mit anderen Items korrelieren (Einfach-Struktur) werden zu einer Skala zusammengefasst.
  • Induktives Schließen (inductive reasoning)
    Unsicherer Schluss, bei dem die Konklusion zwar wahrscheinlich, aber nicht zwingend aus den Prämissen folgt (z. B. Ableitung allgemeiner Gesetze aus Beobachtungen).
  • Induktives Schlussfolgern (induktives Denken) (inductive reasoning)
    Das Schlussfolgern in Situationen, in denen die abgeleiteten Schlüsse nur mit einer bestimmten Wahrscheinlichkeit aus den Prämissen folgen. Gegensatz: deduktives Schlussfolgern.
  • Hier wird vom Konkreten und Besonderen auf das Allgemeine und Abstrakte geschlossen (z.B. vom Beobachten bestimmter Leistungen auf die Intelligenz einer Person).
  • Es wird versucht, theoretische Vorannahmen über den Gegenstand auszublenden und Schlussfolgerungen über den Gegenstand möglichst nur aus dem Datenmaterial heraus zu ziehen. Theorien stehen nicht am Beginn, sondern am Ende der Untersuchung (Gegensatz zum deduktiven Vorgehen).
  • Induzierte Bewegung wird die Scheinbewegung eines Objektes bezeichnet, die durch die Bewegung eines anderen Körpers ausgelöst wird.
  • Induzierte Bewegung (induced motion)
    Die Scheinbewegung eines Objekts, die ausgelöst wird durch die wahrgenommene Bewegung eines weiteren Objekts (z. B. Scheinbare Bewegung des Mondes hinter vorbeiziehenden Wolken). Ein kleines stationäres Objekt, das sich (im Film) innerhalb einer großen sich bewegenden Fläche (Hintergrund) befindet, erscheint bewegt, während der Hintergrund zu ruhen scheint.
  • Die fehlende Erinnerung an die ersten drei Lebensjahre und die darauffolgende Unschärfe der Erinnerung bis in das sechste Lebensjahr hinein wird als infantile Amnesie bezeichnet. Inzwischen weiß man, dass dies weniger auf eine fehlende Abspeicherung von I
  • Infektionen
    Infektionen beruhen auf dem Eindringen von Viren in den Körper, in dem sie sich vermehren. Die Übertragung kann durch direkten Kontakt über die Haut, indirekt (z. B. Körpersekrete) oder durch Überträger (Mücken) erfolgen. Die Immunabwehr beruht auf der Bildung von Antikörpern, die die Viren binden und der Phagozytose durch Makrophagen bzw. der Vernichtung durch zytotoxische T-Lymphozyten und natürliche Killerzellen zuführen. Durch spezifische Gedächtnis-T-Lymphozyten wird eine Immunität gegen die Viren entwickelt. Nach der Primärinfektion kann jedoch auch eine latente, subklinische Infektion bestehen bleiben, die durch exogene oder endogene Faktoren reaktiviert wird, wenn die Immunabwehr geschwächt wird.
  • Inferenz (inference)
    Information, die im Satz oder Text nicht explizit ausgedrückt ist, aber vom Rezipienten erschlossen wird. Man unterscheidet Brückeninferenzen, die notwendig sind, um eine kohärente Repräsentation aufzubauen, von elaborativen Inferenzen, bei denen die Repräsentation nur ausgeschmückt wird. Brückeninferenzen werden häufig auch als Rückwärtsinferenzen und elaborative Inferenzen als Vorwärtsinferenzen bezeichnet.
  • Inferenzstatistik
    Mathematische Verfahren zur Überprüfung, ob sich Zusammenhänge oder Unterschiede, die in einer Stichprobe gefunden wurden, auf eine Grundgesamtheit (Population) verallgemeinern lassen. Dazu werden Signifikanztests durchgeführt.
  • Inferenzstatistik
    Ziel der Inferenzstatistik sind Schlüsse von einer Stichprobe auf eine Population sowie Aussagen über die Güte dieser Schlüsse. Typische interenzstatistische Verfahren sind Standardfehler, Konfidenzintervalle und Signifikanztests.
  • Inferenzstatistik
    Teilbereich der Statistik, der sich mit der Überprüfung von Hypothesen durch Schlüsse von Stichproben auf Populationen beschäftigt. Weitere Bezeichnung: „schließende Statistik“
  • Statistik, die auf der Basis von Stichprobenergebnissen induktiv allgemeingültige Aussagen formuliert. Zur Inferenzstatistik zählen die Schätzung von Populationsparametern (Schließen) und die Überprüfung von Hypothesen (Testen)
  • Die Inferenzstatistik dient dem Schluss von einer Stichprobe auf eine zugehörige Population. Aussagen der Inferenzstatistik gehen damit über das Beobachtbare hinaus und sind mit Unsicherheit behaftet. Parameter für Populationen werden in der Regel mit griechischen Symbolen bezeichnet, am wichtigsten darunter μ (sprich: mü) für den Mittelwert, δ (sprich: sigma) für die Standardabweichung und π (sprich: pi) für die relative Häufigkeit (den Anteil).
  • Inferior-frontales Kreuzungsareal (IFJ)
    Ein auf Grundlage von fMRT-Studien beschriebenes Areal in der Kreuzungsregion von Sulcus frontalis inferior und Sulcus präcentralis inferior. Das IFJ repräsentiert abstrakte Eigenschaften visueller Objekte, die im Fokus der Aufmerksamkeit stehen. Es ist wahrscheinlich an der Top-down-Kontrolle parietaler und extrastriärer visueller Areale beteiligt.
  • Infertilität
    Unvermögen eine Schwangerschaft bis zu einer Lebendgeburt auszutragen.
  • In der Informationstheorie der von der Bedeutung unabhängige Gehalt einer Nachricht.
  • Informationaler Einfluss
    Einfluss, der darauf beruht, dass man die Informationen, die man von anderen erhalten hat, als Hinweis auf die Realität akzeptiert.
  • Informationaler Einfluss der Bezugsgruppe
    Personen identifizieren sich mit einer bestimmen Gruppe und verhalten sich konform mit einer prototypischen Gruppenposition.
  • Informationaler sozialer Einfluss
    Einfluss, der sich aus der Bereitschaft eines Menschen ergibt, die Meinungen anderer über die Wirklichkeit anzunehmen.
  • Informationaler sozialer Einfluss
    Einfluss der Gruppe auf ein Individuum, der vorwiegend in unsicheren sozialen Situationen zum Tragen kommt. Hierbei wird die Gruppe als Informationsquelle genutzt, um zu korrekten Wahrnehmungen, Einstellungen und Verhaltensweisen zu kommen.
  • Informations-Display-Matrix
    In einer Informations-Display-Matrix, auch Mouselab genannt, werden zeilenweise Entscheidungsoptionen und spaltenweise deren Eigenschaften präsentiert. Die einzelnen Zellen der Matrix sind zunächst verdeckt und können durch die Entscheider aufgedeckt werden. Die Reihenfolge und Menge der aufgedeckten Zellen bis hin zur Entscheidung ist ein Hinweis auf die verwendete Entscheidungsstrategie und die subjektive Bedeutung der Attribute.
  • Falsifizierbare Theorien unterscheiden sich in ihrem Informationsgehalt (empirischen Gehalt; „empirical content“) bzw. im Grad der Falsifizierbarkeit („degree of falsifiability“), d. h. gleichzeitig im Grad ihrer Allgemeingültigkeit und Präzision. Eine Theorie mit hohem Informationsgehalt zeichnet sich durch einen breiten Gültigkeitsbereich (Oder-Erweiterung der Wenn-Komponente: höhere Allgemeingültigkeit) und sehr präzise Vorhersagen aus (Und- Erweiterung der Dann-Komponente: höhere Präzision). Für sie existieren mehr Falsifikatoren als für eine Theorie mit geringem Informationsgehalt. Kann sich die Theorie mit hohem Informationsgehalt trotz vielfältiger Falsifikationsmöglichkeiten empirisch dennoch bewähren, trägt dies im Verständnis des Kritischen Rationalismus stärker zum Erkenntnisgewinn bei als die Prüfung informationsärmerer Theorien.
  • Informationskriterien
    Maße zur deskriptiven, relativen Beurteilung der Güte eines Modells. Häufig verwendete Informationskriterien sind der AIC, der BIC und der CAIC.
  • Hier geht es um die häufig vorgenommene Unterteilung in verschiedene Verarbeitungsstufen, die sich auf eine zeitliche geordnete Abfolge von Ereignissen bezieht. Auf jeder dieser Stufen werden dann spezifische Operationen durchgeführt und die so veränderten Informationen an die nächste Stufe weitergeleitet.
  • Informationsverarbeitungsansatz
    Der Informationsverarbeitungsansatz beruht auf Annahmen über interne (kognitive) Strukturen und Prozesse zur Aufnahme, Weiterleitung und Verarbeitung von Informationen sowie deren Einfluss auf Verhalten und Handeln.
  • Informationsverarbeitungstheorie
    Im Zentrum dieser Theorie stehen die Prozesse zur Aufnahme, Verarbeitung und Speicherung der Informationen. Dabei werden die folgenden Aspekte in den Blick genommen: Die Aufmerksamkeitssteuerung, kognitive und metakognitive Strategien sowie das Vorwissen.
  • Informationsverarbeitungstheorie
    Wissenschaftstheoretische Sichtweise, die (vor allem kognitive) menschliche Prozesse als Informationsverarbeitungsprozesse interpretiert. Wichtige Gegenstandsbereiche sind die Repräsentation und Organisation von Wissen und Gedächtnis sowie die Prozesse, die sich auf das Aufnehmen, Behalten und Verwenden von Wissen beziehen.
  • Informationsverarbeitungstheorien
    Eine Klasse von Theorien, die die Informationsverarbeitung in den Mittelpunkt stellen, um die Struktur des kognitiven Systems und die mentalen Aktivitäten zu beschreiben, die Aufmerksamkeit und Gedächtnis zum Problemlösen nutzen.
  • Einwirkungspotenzial, das auf den spezifischen Beziehungen und Netzwerken eines Organisationsmitgliedes basiert.
  • Eine Informelle Organisation bildet sich aus den gesellschaftlichen Strukturen heraus, die spontan durch soziale Kontakte zwischen den Mitgliedern entstehen.
  • Informelles Lernen
    Lernprozesse, die nicht absichtlich herbeigeführt werden und vornehmlich außerhalb formaler Bildungsinstitutionen (z. B. in der Familie) erfolgen. Auch in institutionellen Bildungseinrichtungen (z.B. in der Pause, in der Nachmittagsbetreuung der Ganztagsschule) findet jedoch informelles Lernen statt.
  • Informierte Einwilligung
    ein ethischer Grundsatz, der darin besteht, dass Versuchsteilnehmer genügend informiert werden, um entscheiden zu können, ob sie an einem Versuch teilnehmen möchten.
  • informierte Einwilligung
    Die Teilnahme an einer diagnostischen Untersuchung ist grundsätzlich freiwillig. Die Teilnehmer sollen vor Beginn der Untersuchung über Art und Umfang der Verfahren sowie über die Weitergabe ihrer Ergebnisse informiert werden. Sie können dann entscheiden, ob sie sich der Untersuchung unterziehen oder nicht bzw. ob sie die Teilnahme an einem bestimmten Verfahren verweigern.
  • Inhaltliche Hypothese
    Vorhersage auf der Basis von Theorien, dass ein (oder kein) Unterschied zwischen Gruppen/Bedingungen oder ein (oder kein) Zusammenhang zwischen verschiedenen Merkmalen besteht
  • Inhaltliche Intelligenzdefinition
    Obwohl es unterschiedliche Definitionen hiervon gibt, könnte eine Definition, die breite Zustimmung findet, lauten, dass unter Intelligenz die Fähigkeit verstanden wird, sich an neue Situationen und veränderbare Anforderungen der Umwelt anzupassen, und eb
  • Inhaltliche Klarheit
    Unterricht, in dem die inhaltlichen Aspekte des Unterrichtsgegenstands sprachlich prägnant und verständlich, fachlich korrekt und inhaltlich kohärent dargestellt und/oder entwickelt werden. Dabei übernehmen variantenreiche Erklärungen und Erläuterungen, die Herausarbeitung von Gemeinsamkeiten und Unterschieden in Konzepten sowie die Verwendung und Verbindung unterschiedlicher Repräsentationsformen eine wichtige verständnisfördernde Funktion.
  • ist ein systematisches, datenreduzierendes Verfahren zur vergleichenden Analyse von bedeutungshaltigem Material. Die Analyse erfolgt, indem Materialteile (Segmente) den Kategorien eines inhaltsanalytischen Kategoriensystems zugeordnet werden. Diese Zuordnung wird meist von zwei unabhängig Codierenden vorgenommen.
  • Das inhaltsanalytische Kategoriensystem („content analysis coding system“, „content analytic coding system“, „content analytic coding scheme“) als vollstandardisiertes Erhebungsinstrument operationalisiert theoriebasiert immer genau jene formalen und inhaltlichen Merkmale von Dokumenten, die für das jeweilige Forschungsproblem relevant sind. Damit das Kategoriensystem intersubjektiv nachvollziehbar ist, wird es mit genauen Definitionen aller Kategorien und Kodieranweisungen versehen, dadurch entsteht ein Codebuch. Die Kodierung der Dokumente anhand des Codebuches erfolgt durch geschulte Kodierende. Die psychometrischen Gütekriterien des Kategoriensystems, insbesondere Validität und Reliabilität sind zu prüfen und ihre mindestens ausreichende Qualität ist zu belegen (argumentativer Rückgriff auf Theorien und Forschungsstand zur Definition und Inhaltsvalidierung der Kategorien; Validitäts-Beurteilung der Kategorien bzw. des Kategoriensystems durch Fachexperten; empirische Reliabilitätsprüfung des Kategoriensystems).
  • Form der Organisationsberatung, bei der ein fachliche Berater hinzugezogen wird, weil er über Expertenwissen oder relevante Informationen verfügt.
  • Inhaltseffekt (belief bias)
    Inhaltlich glaubhafte Konklusionen werden häufiger (manchmal fälschlich) als logisch gültig akzeptiert als unglaubwürdige Konklusionen; unglaubwürdige Konklusionen werden häufiger (manchmal fälschlich) als logisch ungültig verworfen als glaubwürdige Konklusionen.
  • Motivationstheorien, die die zentralen Inhalte der Motive und damit die Motivquellen fokussieren
  • Inhaltsvalidierung
    Der Nachweis, dass ein Personalauswahlinstrument den Gegenstandsbereich (z. B. Leistungsmotivation), auf den es sich bezieht, in relevanten Bereichen abdeckt.
  • Inhaltsvalidität
    Ausmaß, in dem ein Test das zu testende Verhalten tatsächlich stichprobenartig erfasst.
  • Inhaltsvalidität
    Ausmaß, in dem ein Messverfahren eine repräsentative Stichprobe der zu erfassenden Inhalte tatsächlich erfasst
  • Inhaltsvalidität
    Unter Inhaltsvalidität versteht man, wie repräsentativ die Items eines Tests für das zu messende Merkmal sind.
  • Spezifische Form der Validität, bei der Items eines Verfahrens repräsentativ für den zu messenden Merkmalsbereich sind
  • Inhibiting-Hormone
    Hypothalamische Hormone, welche die Freisetzung von Hormonen aus der Adenohypophyse hemmen (z. B. Prolactin Release-Inhibiting Hormon).
  • Erste Phase der IPT. Hauptziele: Entlastung des Patienten, Informationsgewinn, Problemidentifikation und erste Symptomreduktion.
  • Initiation
    Der Rollenübergang beim Eintritt in eine Gruppe; häufig mit einem Ritual einhergehend.
  • Injektion, subkutan
    Injektion in die Unterhaut.
  • inklusive Fitness
    Fitness eines Gens unter Berücksichtigung seiner Reproduktion in genetisch Verwandten
  • Inkongruenz nach C. Rogers
    Der auf Carl Rogers zurückgehende Begriff der Inkongruenz bezieht sich auf die Diskrepanz zwischen dem, wie man sich erlebt (Selbstkonzept), und dem, wie man sich sehen will (Ideal-Selbst). In der GT kann chronische Inkongruenz entstehen, wenn Veränderungen nicht in das Selbstbild integriert werden können (weil man sich nicht als Person, sondern nur für Leistungen etc. wertschätzt) und es stattdessen zu Verleugnen, Verdrängen oder Verzerren von Erfahrungen kommt. Dieser Prozess erfüllt dann den Zweck, ein instabiles Selbstbild zu stabilisieren bzw. das Selbstwertgefühl zu stabilisieren. Bei Klaus Grawe bezieht sich der Begriff auf das Abweichen der wahrgenommenen Realität von den eigenen Bedürfnissen/Wünschen/Zielen.
  • Inkongruenz-Ansatz zur Erklärung psychischer Störungen
    Konzept von Klaus Grawe, demzufolge ein Auseinanderklaffen der Bedürfnisse, Wünsche, Ziele und Erwartungen einerseits und der wahrgenommenen Erreichung dieser Zustände andererseits als Risikofaktor für die Entwicklung psychischer Störungen gesehen wird. Ein latent hohes Inkongruenzniveau wird als wichtiger Risikofaktor, ein akuter signifikanter Anstieg des Inkongruenzniveaus als wichtiger Auslöser für die Entwicklung psychischer Störungen betrachtet.
  • Inkrementalität (incrementality)
    Der Begriff bezieht sich auf den Zeitverlauf der Verarbeitung. Bei der Sprachrezeption wird inkrementell verarbeitet, wenn mit der Verarbeitung eines sprachlichen Ausdrucks (z. B. Satz) begonnen wird, obwohl er noch nicht vollständig vorliegt. Bei der Produktion wird inkrementell verarbeitet, wenn mit der Verarbeitung eines sprachlichen Ausdrucks (z. B. Satz) auf einer bestimmten Verarbeitungsstufe begonnen wird, obwohl die Verarbeitung auf der vorherigen Stufe noch nicht abgeschlossen ist.
  • Inkrementelle Validität
    Bei Anwendung mehrerer diagnostischer Verfahren, die sich ergänzen, ist entscheidend, welcher Zuwachs an Validität mit einem weiteren Verfahren erzielt wird. Diesen Zuwachs nennt man inkrementelle Validität. Das zusätzliche Verfahren erfasst in diesem Fall einen bisher noch nicht berücksichtigten Aspekt des Kriteriums.
  • Spezifische Form der (Kriteriums-)Validität, bei der eine Skala eine Kriteriumsvariable besser als eine andere Skala, die das gleiche Konstrukt misst, vorhersagen kann (d.h. mehr Varianzaufklärung und stärkere Prädiktion)
  • Inkrementelle Validität
    Bezeichnet das Ausmaß, in dem die Vorhersage eines externen Kriteriums verbessert werden kann, wenn zusätzliche Testaufgaben oder (Sub-)Tests zu den bereits eingesetzten Verfahren hinzugenommen werden.
  • Innenohr
    innerster Teil des Ohrs, der u. a. aus Kochlea, Bogengängen und Sacculi des Vestibularapparats besteht.
  • Das Innenohr umfasst die Cochlea mit den Rezeptoren für das Hören und die Bogenänge des Gleichgewichtsorgans.
  • Innere Uhr (Zirkadianoszillator)
    Angeborener endogener Rhythmusgeber. Er bestimmt für eine Reihe von Körper- und psychischen Funktionen die zirkadiane Rhythmik. Zentral hierfür sind im Gehirn die suprachiasmatischen Kerne des Hypothalamus (hier wird über spezielle Rezeptoren in den Augen das Schlaf-Wach-Verhalten angepasst/synchronisiert), sowie der Locus coeruleus im dorsalen Ponsbereich und das Corpus pineale (Zirbeldrüse).
  • ist ein Konzept und stellt eine qualitative Annäherung an das Gütekriterium der Objektivität bei der Datenerhebung dar. Es beruht auf der Annahme, dass bei der Datenerhebung nicht die äußere, sondern die innere Entsprechung der Situationen ausschlaggebend ist. Da verschiedene Menschen dieselbe Situation je anders erleben, lässt sich Objektivität nicht dadurch herstellen, dass Forschende sich verschiedenen Personen gegenüber in identischer Weise verhalten. Erforderlich ist vielmehr ein personenspezifisch je unterschiedliches Verhalten, um aufseiten der Befragten dieselbe innere Situation zu erzeugen. Dieser Auffassung zufolge „emergiert“ Objektivität gerade aus der Subjektivität der Interaktionsrelationen.
  • Innere Zellmasse (Embryoblast)
    Der Zellhaufen im Inneren der Blastozyste, aus dem sich schließlich der Embryo entwickeln wird.
  • Im Laufe der weiteren Entwicklung entsteht ein solches Modell der Bindung, das die bisherigen Bindungserfahrungen mit Bezugspersonen zusammenfasst.
  • Inneres Arbeitsmodell von Bindung
    Die kindliche mentale Repräsentation des Selbst, der Bindungsperson(en) und der Beziehungen im Allgemeinen, die als Ergebnis der Erfahrungen mit den Bezugspersonen entstehen. Das Arbeitsmodell leitet die Interaktionen der Kinder mit den Bezugspersonen und
  • Die dritte Phase bei der Internalisierung von Sprache über Kommunikation, Selbstgespräch und verbales Denken nach Wygotski. Kinder entwickeln ihre Fähigkeiten zur Selbstregulation und zum Problemlösen, indem sie sich selbst die von den Eltern gehörten Anw
  • Innervation
    Versorgung mit Nervenfasern
  • Ein zweistufiger Prozess, der sich in Ideengenerierung und -implementierung gliedert, wobei Kreativität als Subprozess der Innovation lediglich die Ideenfindung beeinflusst.
  • Innovation
    > Minderheitseinfluss
  • Siehe „Strukturmodelle“.
  • Variablentyp, der im Zuge des GMP expliziert wird. Beinhaltet alle Ausgangs- und Settingmerkmale der Therapie.
  • Insemination
    Ein Verfahren der assistierten Reproduktion, bei der männliche Samenzellen in die Gebärmutter eingebracht werden.
  • Wiederholt auftretende Einschlaf- oder Durchschlafschwierigkeiten.
  • Insomnie
    wiederholt auftretende Einschlaf- oder Durchschlafschwierigkeiten.
  • Inspirationsmuskulatur
    Das Zwerchfell und diejenigen Muskeln des Brustkorbs, die bei Kontraktion den Brustraum erweitern
  • Instinkt
    komplexes Verhalten, das bei jedem Mitglied einer Gattung als Muster festgelegt ist und nicht gelernt werden muss.
  • Instinkt (instinct)
    Ungelerntes Verhaltensmuster, das von passenden Schlüsselreizen ausgelöst wird und dann starr abläuft.
  • Instinkt(-handlung)
    (1) Verhaltensweisen, die vollkommen ohne Erfahrung schon beim erstmaligen Ausführen beherrscht werden (Darwin 1871). (2) „… ein hierarchisch organisierter nervöser Mechanismus, der auf bestimmte vorwarnende, auslösende und richtende Impulse, sowohl innere, wie äußere, anspricht und sie mit wohl koordinierten lebens- und arterhaltenden Bewegungen beantwortet“ (Tinbergen 1956).
  • Instinktives Verhalten
    Instinktives Verhalten bezieht sich auf die Bewältigung elementarer Lebensanforderungen wie Fortpflanzung, Nahrungsbeschaffung, Aufzucht der Nachkommen usw. Bei jeder Spezies finden sich dementsprechend Verhaltensmuster etwa für das Anschleichen an Beutetiere, für die Paarung, für den Nestbau oder die Fütterung des Nachwuchses. Diese Verhaltensmuster sind in ihrer Grundform angeboren, werden aber durch Erfahrung an die Umgebung angepasst.
  • Die Institutionelle Organisation ist gekennzeichnet durch ihre spezifische Zweckorientierung, geregelte Arbeitsteilung, klare Grenzen und ihre Selbsterhaltung.
  • Institutioneller Fehler der Personalauswahl
    Ein ungeeigneter Bewerber wird eingestellt (Alpha-Fehler, Fehler erster Art, „false positives“).
  • Instruktion
    Anleitung und Wissensvermittlung im Rahmen von Unterricht.
  • Instrumentalität
    Grad der Erwartung, dass ein Handlungsergebnis die betreffende Folge nach sich zieht oder ausschließt.
  • Instrumentelle (operante) Konditionierung
    Ausgangspunkt einer instrumentellen Konditionierung ist die Ausführung frei gewählter Verhaltensweisen (R1 … Rn) unter definierten Reizbedingungen. Wird nun ein bestimmtes Verhalten (Ri) bei bestimmten Reizbedingungen (Si) hinreichend verlässlich belohnt bzw. bestraft, erhöhen bzw. verringern sich Häufigkeit und/oder Intensität des Auftretens des jeweiligen Verhaltens (Ri) unter den jeweiligen Reizbedingungen (Si). Durch instrumentelle Konditionierung werden neue Verhaltensweisen zur Herstellung erwünschter bzw. zur Vermeidung unangenehmer Situationen in Abhängigkeit von der jeweils gegebenen Situation gelernt.
  • Instrumentelle Aggression
    Aggressives Verhalten, das als Mittel zum Zweck ausgeführt wird, um ein bestimmtes Ziel zu erreichen.
  • Aggression, die durch den Wunsch motiviert ist, ein konkretes Ziel zu erreichen.
  • Instrumentelle Aggression
    Absichtliches Zufügen von Schmerz / Schaden bei anderen Personen, um dadurch ein bestimmtes Ziel zu erreichen.
  • Die Instrumentelle Organisation ist die planmäßige, organisierte Gestaltung zur Steuerung von Prozessen.
  • Insulin
    Lebenswichtiges Hormon der Bauchspeicheldrüse (Pankreas), das in den β-Zellen der Langerhans-Inseln produziert wird, Antagonist des Glukagon.
  • Insulinresistenz
    Die Körperzellen (Muskel, Fett) reagieren zu wenig bis gar nicht auf Insulin, sie sind resistent; pathologischer Mechanismus in der Entstehung von Typ-2-Diabetes.
  • Insulinsubstitution
    Ersetzen des vom eigenen Körper nicht mehr oder nicht mehr ausreichend produzierten Hormons Insulin durch Gaben von Insulin mittels Injektion oder Insulinpumpe
  • Integiertes Überblicksmodell von Motivation und Handeln
    Integration des erweiterten Modells motivierten Handelns mit dem Handlungsphasenmodell
  • Integration (integration)
    Prozess des Zusammenfügens (z. B. cortical) verteilter Information zu einer kohärenten Struktur.
  • Integration von Handlungsmerkmalen
    Handlungspläne bzw. motorische Programme stellen keine in sich geschlossenen Einheiten dar, sondern eher Netzwerke von funktionell und anatomisch verteilten Repräsentation. Die Programmierung einer Handlung besteht aus der Spezifikation ihrer wesentlichen Merkmale, der Aktivierung der entsprechenden Merkmalskodes und der Integration der aktivierten Kodes in einen Handlungsplan.
  • Integrationsfenster
    Multimodale Integration zweier oder mehrerer diskrepanter Sinneseindrücke kann nur erfolgen, wenn die Sinneseindrücke hinreichend ähnlich sind. Die Grenzen, die beschreiben, wie ähnlich multimodale Sinneseindrücke sein müssen, um integriert zu werden, werden als Integrationsfenster beschrieben.
  • Integrative Diagnostik
    Die integrative Diagnostik verbindet die Diagnosen auf verschiedenen Ebenen in einer Organisation. Ebenen können die Individual-, Gruppen-, Abteilungs- und die Gesamtorganisationsebene sein.
  • Integrative Verhaltenstherapie (IVT)
    Moderne Verhaltenstherapie, die Selbstmanagementmodelle, motivationale Konzepte, in früher Kindheit erworbene Schemata in verhaltenstherapeutische Fallkonzeptionen und die anschließende Behandlung einbindet.
  • Integrative Wiederholung (integrativ rehearsal)
    oder elaboriertes Wiederholen angenommener Prozess, durch den der Informationstransfer vom Kurzzeit- in das Langzeitgedächtnis erfolgt.
  • Integratives Kommunikationsmodell nach Hargie und Kollegen
    Unterscheidet sechs Bestandteile von Kommunikation: 1. Merkmale der Person und Merkmale der Situation (= Person-Situation-Kontext), 2. Ziel(-e), 3. vermittelnde Prozesse, 4. Antwortverhalten, 5. Feedback und 6. Wahrnehmung. Barrieren, die den Kommunikationsprozess erschweren, können auf jeder der sechs Stufen auftreten.
  • Vertrauenswürdigkeit
  • Integritätstests
    Eine spezielle Variante von Persönlichkeitstests findet in Deutschland kaum Verwendung: die Integritätstests. Diese Verfahren wurden entwickelt, um kontraproduktives Verhalten im Unternehmen (Diebstahl, Alkohol- oder Drogenkonsum, Beschädigung oder Zerstörung von Sachen etc.) vorherzusagen.
  • Integrity-Tests verfolgen das Ziel, Bewerber mit Neigungen zu betriebs- oder mitarbeiterschädlichem (kontraproduktivem) Verhalten zu identifizieren. Es gibt einstellungs- und eigenschaftsorientierte Verfahren. Einstellungsorientierte Verfahren fragen danach, was die Befragten in Bezug auf bestimmte, problematische Sachverhalte in Verbindung mit Diebstahl glauben. Eigenschaftsorientierte Verfahren erheben in erster Linie Selbstbeschreibungen und lehnen sich dabei an gebräuchliche Persönlichkeitstests an.
  • Disposition, intellektuell-künstlerisch aufgeschlossen zu sein
  • Nach Wechsler „die zusammengesetzte oder globale Fähigkeit des Individuums, zweckvoll zu handeln, vernünftig zu denken und sich mit seiner Umgebung wirkungsvoll auseinanderzuset-zen“. Zur Erfassung werden entsprechende Tests eingesetzt, die auf der Basis sehr unterschiedlicher Modelle entwickelt worden sind.
  • Intelligenz
    mentale Eigenschaft, die in der Fähigkeit besteht, aus Erfahrung zu lernen, Probleme zu lösen und Wissen einzusetzen, um sich an neue Situationen anzupassen.
  • Intelligenz
    Fähigkeit eines Menschen zur Anpassung an neuartige Bedingungen und zur Lösung neuer Probleme auf der Grundlage vorangehender Erfahrungen im gesellschaftlichen Kontext.
  • Fähigkeit zu hoher Bildung
  • Bezeichnet das Alter (in Jahren), das den intellektuellen Leistungen in einem Test entspricht. Wenn ein Kind so viele Aufgaben löst, wie der Durchschnitt der gleichaltrigen Kinder, entspricht dieses "Alter" dem Lebensalter. Wenn es weniger oder mehr Aufga
  • Intelligenzalter
    von Binet eingeführtes Maß zur Feststellung der Intelligenztestleistung. das Lebensalter, das am typischsten einer bestimmten Leistungsebene entspricht. So sagt man, wenn ein Kind die Leistungen eines durchschnittlichen 8-Jährigen vollbringt, es habe ein Intelligenzalter von 8.
  • Intelligenzalter
    Intelligenz ausgedrückt als durchschnittliche Intelligenz einer bestimmten Altersstufe
  • Intelligenzforschung
    Forschungsrichtung der Psychologie, in der vor allem thematisiert wird, wie sich Personen rasch mit neuartigen Denkaufgaben zurechtfinden, welche Fähigkeiten sie bezüglich intellektueller Operationen wie Analysieren, Synthetisieren, Generalisieren, Induzieren, Deduzieren, Abduzieren oder Abstrahieren besitzen.
  • Intelligenzmodelle
    Globale Intelligenzmodelle sehen Intelligenz als ganzheitliche und homogene Fähigkeit an. Hierarchische Intelligenzmodelle nehmen eine hierarchische Ordnung von Intelligenzkomponenten an. Auf der obersten Ebene steht der Generalfaktor „g“, der die allgemeine Intelligenz erfasst und in Teilkomponenten aufgespaltet wird.
  • Dieser wurde in früheren Intelligenzmessungen bestimmt, indem das Intelligenzalter ins Verhältnis zum Lebensalter gesetzt wurde und das Ergebnis mit dem Faktor 100 multipliziert wurde. Bei der heute üblichen normorientierten Intelligenzmessung wird das in
  • Ein Gesamtmaß, mit dem die Intelligenz eines Kindes relativ zu der eines anderen Kindes gleichen Alters angegeben wird.
  • Intelligenzquotient oder IQ
    ursprünglich definiert als das Verhältnis von Intelligenzalter (IA) zum Lebensalter (LA) multipliziert mit 100, nach der Formel IQ = IA : LA × 100. In neueren Intelligenztests wird die durchschnittliche Leistungsfähigkeit einer bestimmten Altersgruppe mit einem Wert von 100 gleichgesetzt.
  • Intelligenztest
    ein Verfahren, um die geistigen Fähigkeiten eines Menschen zu erfassen und sie anhand numerischer Testwerte mit denen anderer zu vergleichen.
  • Intelligenztests (Systematik)
    Intelligenztests unterscheiden sich in vielerlei Hinsicht. Messintention: Die Tests sollen die allgemeine Intelligenz oder eine Intelligenzkomponente messen, ein Globalmaß der Intelligenz und/oder Informationen zur Intelligenzstruktur bzw. über einzelne Intelligenzkomponenten liefern, die Intelligenz sprachfrei/kulturfair oder bildungsabhängig messen. Durchführungsbedingungen: Einige können nur als Einzeltest durchführt werden, viele aber auch als Gruppentest, sie betonen unterschiedlich stark speed und power, sind als Papier-und-Bleistift-Test und/oder als Computertest verfügbar und dauern unterschiedlich lange. Zielgruppe: Ein Tests kann für einen bestimmten Alters- oder einen bestimmten Intelligenzbereich vorgesehen sein, sich aber auch für die Gesamtbevölkerung oder für spezielle Personengruppen eignen.
  • Intend-to-treat-Analysen
    Auswertungsstrategie bei klinischen Studien mit Compliance-Problemen. Die tatsächliche Behandlung kann von der beabsichtigten Behandlung abweichen. Die Daten werden jedoch so analysiert, als ob das Behandlungsprotokoll perfekt eingehalten worden wäre. Der Begriff wird aber auch verwendet, um einfache Ersetzungsstrategien bei Drop-out im Verlauf einer Studie zu bezeichnen. Die gebräuchlichste, aber oft inadäquate Strategie dabei ist »last observation carried forward« (LOCF), bei der angenommen wird, dass der letzte beobachtete Wert bis zum Ende der Studie beibehalten wird.
  • Intension (intension)
    Die Intension eines sprachlichen Ausdrucks ist sein konzeptueller Gehalt. Sätze sind in einer intensionalen Semantik nicht an sich wahr oder falsch, sondern immer nur in Bezug auf bestimmte Situationen (Zeiten, Welten) es sei denn es handelt sich um Tautologien oder Kontradiktionen. Die Intension eines Satzes ist eine Funktion, die für jede Situation angibt, ob der Satz wahr oder falsch ist.
  • Intensität
    Energiemenge von Licht oder Klangwellen, die wir als Helligkeit oder Lautstärke wahrnehmen und die von der Amplitude der Wellen abhängt.
  • Hier ist das interessierende Phänomen stark ausgeprägt, aber nicht so stark wie beim Extremfall.
  • Intentionale Bindung (intentional binding)
    Zeitliche Illusion, der zufolge das Zeitintervall zwischen eigenen intentionalen Handlungen und den als Effekten eigener Handlung wahrgenommenen Handlungskonsequenzen als subjektiv komprimiert wahrgenommen wird. Intentionale Bindung dient als indirektes Maß für SoA.
  • Die Absichtlichkeit menschlicher Handlungen, das Bindeglied zwischen Wunsch und Tun.
  • Repräsentationen von Zielzuständen, die ausgeführte Bewegungen steuern. Intentionen bestimmen das Ziel der Handlung und beeinflussen die Auswahl und die Ausführung der Bewegung, die zur Zielerreichung eingesetzt werden soll.
  • Interactive Alignment (interactive alignment)
    Automatischer Prozess, der durch die Sprachproduktion im Dialog führt. Dies geschieht durch eine Angleichung der beiden Sprecher auf fast allen Ebenen der Sprachproduktion (z. B. lexikalisch, syntaktisch).
  • Interaktion
    Im Zuge der mehrfaktoriellen Varianzanalyse beschreibt die Interaktion neben den Haupteffekten der einzelnen UVs die Wechselwirkung zwischen verschiedenen UVs auf die AV. Man spricht auch von bedingten Mittelwertsunterschieden.
  • Interaktion
    das Zusammenspiel, das auftritt, wenn die Auswirkung eines Faktors (z. B. der Umwelt) von einem anderen Faktor abhängt (z. B. den Anlagen).
  • Effekt der Kombination mehrerer Faktoren. Man unterscheidet zwischen ordinaler, hybrider und disordinaler Interaktion (Varianzanalyse)
  • 1. soziale Interaktion 2. statistische Interaktion 3. dynamische Interaktion
  • Unter einer Interaktion versteht man die kombinierte Wirkung der UV auf die AV. Sie umfasst die Wirkungen der einfachen Haupteffekte der UV.
  • Interaktion
    Gegenseitiges Einwirken zwischen Akteuren oder Systemen
  • Wir sprechen von einer Interaktion zweiter Ordnung (A B C-Interaktion, Tripel-Interaktion, „second order interaction“), wenn die Art der Interaktion zwischen zwei Faktoren (Interaktion erster Ordnung, z. B. A B) von den Stufen eines dritten Faktors (z. B. Faktor C) abhängt.
  • Interaktion zwischen Ebenen
    In statistischen Mehrebenenmodellen Effekte eines Prädiktors auf höherer Ebene auf Zusammenhänge auf unterer Ebene
  • Interaktion, soziale
    Soziale Interaktion bezeichnet die Einwirkung verschiedener Personen aufeinander, wobei der Einwirkung nicht notwendigerweise eine Absicht, ein Plan oder auch nur das Wissen der Personen über die wechselseitige Einwirkung zu unterstellen ist.
  • Interaktionale Gerechtigkeit bezieht sich auf soziale Aspekte der Entscheidungsfindung. Sie unterteilt sich in die informationale und die interpersonale Gerechtigkeit.
  • Interaktionen von Wahrnehmung und Handlung
    Nach der Logik linearer Modelle erfordert der Übergang von der Wahrnehmung zur Handlung einen Übersetzungsprozess, der die jeweils relevante Reizinformation auswählt und in eine passende Reaktion transformiert. Zweifel an dieser Idee wecken Beobachtungen, die zeigen, dass irrelevante Reizinformation Handlungen direkt aktivieren und manchmal sogar auslösen kann.
  • Interaktionismus
    Paradigma der Persönlichkeitspsychologie, das statistische und dynamische Interaktionen zwischen Persönlichkeit und Umwelt betont
  • Interaktionismus
    Der Interaktionismus betont die Interaktion von Situation und Eigenschaften, ignoriert jedoch die Haupteffekte dieser beiden Faktoren. Demnach wird menschliches Verhalten stets durch das Zusammenwirken von Situation und Persönlichkeitseigenschaften bestimmt.
  • Interaktionsdiagnostik
    Zur unserer Umwelt gehören auch andere Personen, mit denen wir mehr oder weniger kontinuierlich in Kontakt stehen. Daraus ergeben sich, weil davon jeweils mehrere Personen betroffen sind, soziale Konstellationen: Paare, Familien, Gruppen am Arbeitsplatz (Teams) etc. Deshalb sind Verfahren nützlich, die sich auf die soziale Interaktion in diesen Gruppen richten.
  • Ein signifikanter Interaktionseffekt A B in der zweifaktoriellen Varianzanalyse besagt, dass beide Faktoren nicht einfach ganz normal additiv, sondern in anderer, nicht-additiver Weise zusammenwirken. Anlässlich eines signifikanten Interaktionseffekts in der zweifaktoriellen Varianzanalyse kann eine ungerichtete Interaktionshypothese angenommen werden. Gerichtete Interaktionshypothesen werden über Interaktionskontraste inferenzstatistisch abgesichert.
  • Interaktionseffekt
    Von einem Interaktionseffekt (auch: Wechselwirkungseffekt, Wechselwirkung) spricht man, wenn der kombinierte Effekt von zwei (oder mehreren) unabhängigen Variablen in einem faktoriellen Experiment ein Ergebnismuster zeigt, das von der Summe der > Haupteffekte abweicht.
  • Interaktionsprozessanalyse
    Zur Erforschung von Interaktionen in Kleingruppen hat Bales bereits 1950 die sog. Interaktionsprozessanalyse (s. Bales, 1975) entwickelt. Die Systematik ist theoretisch fundiert und führt zu insgesamt zwölf Kategorien des Verhaltens. Beobachter, die mit einem solchen Kategoriensystem arbeiten, müssen jede Verhaltensweise einer dieser Kategorien zuordnen – eine Restkategorie gibt es nicht.
  • Interaurale Pegeldifferenz
    Unterschied im Schalldruckpegel seitlich einfallender Schallwellen am schallzugewandten und am schallabgewandten Ohr. Die durch den Schallschatten des Kopfes bedingte interaurale Pegeldifferenz ist zusammen mit der → interauralen Zeitdifferenz ein wichtiger Richtungsparameter für die Lokalisation von Schallquellen in der Horizontalebene.
  • Interaurale Pegeldifferenz ist der Unterschied im Schalldruckpegel an den beiden Ohren in Abhängigkeit von der räumlichen Position der Schallquelle.
  • Interaurale Zeitdifferenz
    Unterschied in der Laufzeit seitlich einfallender Schallwellen zum schallzugewandten und zum schallabgewandten Ohr. Zusammen mit der →  interauralen Pegeldifferenz ist die interaurale Zeitdifferenz ein wichtiger Richtungsparameter für die Lokalisation von Schallquellen in der Horizontalebene.
  • Interauraler Laufzeitunterschied ist der zeitliche Unterschied in der Ankunft von Signalen an den Ohren. Ein solcher Unterschied entsteht, wenn Schallwellen von einer Schallquelle kommen, die nicht genau vor oder hinter dem Beobachter ist.
  • Interdependenztheorie
    Die soziale Interdependenztheorie postuliert, dass das Verhalten der Konfliktparteien von der erlebten wechselseitigen Abhängigkeit (Interdependenz) ihrer Ziele beeinflusst wird. Sind die Ziele gleichsinnig (positiv interdependent), so ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass der Konflikt friedlich und konstruktiv beigelegt werden kann. Sind die Ziele der Parteien gegensätzlich (negativ interdependent), so ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass der Konflikt feindschaftlich und eskalierend ausgetragen wird.
  • Interdisziplinarität
    bezeichnet die Bearbeitung von Inhalten aus verschiedenen Disziplinen mit ihren je eigenen theoretischen Perspektiven und forschungsmethodischen Zugängen. Im Kinder- und Jugendhilfebereich ist das Grundprinzip der Zusammenarbeit zwischen den unterschiedlichsten fachlichen Richtungen unter dem Begriff der „Komplexleistung“ im Sozialgesetzbuch (SGB IX) rechtlich verankert.
  • Bewertung einer Handlung als anziehend
  • Die unmittelbare Bewertung von Information anhand des persönlichen Interesses.
  • Relativ stabile psychologische Merkmale von Personen, die das individuelle Hingezogensein zu und die positive subjektive Bewertung von (Freizeit-)Aktivitäten, beruflichen Tätigkeiten, Umwelten oder sozialen Gruppen kennzeichnen.
  • Bewertungen von konkreten Dingen, Phänomenen oder Tätigkeiten (unabhängig von deren Folgen)
  • Im gedächtnispsychologischen Zusammenhang bezeichnet I. die Überlagerung einer Information durch eine andere. Interferenzen sind die häufigste Ursache für Vergessen. Sie sind um so stärker, je ähnlicher die Informationen sind, die gleichzeitig verarbeitet werden. Bei der proaktiven Interferenz wird die Aufnahme neuer Informationen durch bereits vorhandene gestört. Bei der retroaktiven Interferenz behindern neu hinzukommende Informationen die Aufnahme von neuen Inhalten.
  • Interferenzeffekte
    Effekte des Vergessens, die darauf beruhen, dass sich Speicherinhalte wechselseitig stören.
  • Interferone
    Proteine, die von Zellen im Rahmen der Immunantwort auf bakterielle oder virale Infektionen gebildet werden und antivirale, antiproliferative und immunmodulatorische Wirkungen besitzen.
  • Intergruppenangst
    Ein negativer affektiver Zustand, der empfunden wird, wenn man einen zukünftigen Kontakt mit einem Mitglied der Fremdgruppe erwartet oder einen entsprechenden Kontakt aktuell erlebt; er beruht darauf, dass man negative Konsequenzen für die eigene Person während des Intergruppenkontakts erwartet.
  • Unterschiede zwischen Personen
  • interindividueller Unterschied
    Unterschied zwischen Personen
  • Interkorrelationen
    alle Korrelationen zwischen mehr als zwei Variablen
  • Als Interkulturelle Kompetenz wird die Fähigkeit bezeichnet, erfolgreich mit Menschen anderer Kulturen zu interagieren und zusammenzuarbeiten. Eine Person, die Interkulturelle Kompetenz besitzt, erkennt im Austausch mit anderen Kulturen deren spezifische Konzepte von Wahrnehmung, Denken, Fühlen und Handeln und kann ihr eigenes Handeln daran anpassen.
  • Interleukine
    Von Leukozyten sezernierte Proteine, die als lösliche Bestandteile des Immunsystems (humorale Immunität) die Kommunikation zwischen Zellen des Immunsystems ermöglichen und der Immunregulation dienen.
  • Intermittierende Verstärkung
    Inkonsequentes Reagieren auf das Verhalten eines anderen Menschen, indem man beispielsweise ein unerwünschtes Verhalten manchmal bestraft und manchmal ignoriert.
  • Intermittierende Verstärkung (partial reinforcement schedule)
    Verstärkungsplan, bei dem im Unterschied zur kontinuierlichen Verstärkung nicht jede Reaktion verstärkt wird.
  • Intermodale Plastizität
    Bezeichnet funktionelle und strukturelle Veränderungen in neuronalen Strukturen, die typischerweise mit einer deprivierten Modalität assoziiert werden, z. B. eine auditive Aktivierung visueller Kortexregionen oder visueller Anteile multisensorischer Strukturen bei blinden Individuen.
  • Die Forschung hierüber oder über crossmodale Wahrnehmung befasst sich mit der Kompetenz zur Verknüpfung von Informationen aus verschiedenen Sinnesmodalitäten.
  • Die Kombination von Informationen aus zwei oder mehreren Sinnessystemen.
  • Der intermodale Vergleich ermöglicht es Personen, Objekte aus der Sicht von zwei Sinnessystemen zu vergleichen.
  • internale Attribution
    Attribution auf Merkmale der Person
  • Internale Kontrollüberzeugung
    die Wahrnehmung, dass man seine eigenen Geschicke steuern kann.
  • Internales Vorwärtsmodell
    Auf Basis einer → Efferenzkopie wird die zu erwartende Endposition eines Körperglieds vorausberechnet und mit der angestrebten Endposition verglichen; ggf. werden die Muskelkommandos korrigiert. Ermöglicht u. a. eine Bewegungssteuerung unabhängig von sensorischem Feedback. Lokalisationsort: vermutlich → Kleinhirn.
  • Internalisierende Problemverarbeitung
    Ein ruminierender, grübelnder Bewältigungsstil, bei dem die Aufmerksamkeit stark nach innen gerichtet ist. Bei diesem Bewältigungsstil treten dementsprechend Symptomatiken wie sozialer Rückzug, Ängste und Depressionen in den Vordergrund. Dieser Stil finde
  • Der Prozess der Übernahme (Verinnerlichung) der Eigenschaften, Überzeugungen und Normen einer anderen Person.
  • Internalisierung
    Verinnerlichung (sich zu eigen machen) von Normen, Regeln und Werten.
  • Internalisierungsprobleme
    Syndrom aus negativem Selbstwertgefühl, Einsamkeit und Depression
  • International Affective Picture System  (IAPS)
    Das IAPS beinhaltet eine umfassende standardisierte Bildersammlung, deren Anwendung in der experimentellen Emotionsforschung eine weite Verbreitung erfährt. Auf mehr als 1000 potenziell emotionsauslösenden Farbbildern werden unterschiedliche semantische Kategorien menschlicher Erfahrungswelt abgebildet (z.B. Naturkatastrophen, Waffen, Landschaften, spielende Kinder).
  • Interne Kommunikation /PR
    PR-Aktivitäten, die sich an Angehörige einer Organisation wenden, also z.B. Mitarbeiter eines Unternehmens, Partei- oder Vereinsmitglieder. Ein spezifisches Teilgebiet ist die Führungskräftekommunikation, welche sich lediglich an einen begrenzten Kreis im mittleren und oberen Management richtet.
  • interne Konsistenz
    Reliabilität einer Skala auf der Basis der Interkorrelationen ihrer Items
  • Interne Konsistenz
    Die interne Konsistenz ist eine Variante der Reliabilität. Sie gibt an, wie gut alle Teile des Tests das gleiche Merkmal messen. Der Test kann dazu in zwei Hälften (Testhalbierungsmethode) oder auch in so viele Teile zerlegt werden, wie Items vorhanden sind. Cronbachs Alpha ist die bekannteste Formel zur Schätzung der internen Konsistenz.
  • Spezifische Form der Reliabilität, die auf möglichst hohen Interkorrelationen zwischen Items einer Skala beruht
  • Interne Konsistenz (Konsistenzanalyse)
    Methode der Reliabilitätsschätzung. Die Kovarianzen zwischen den Items eines Tests werden als wahre Varianz angesehen und zur Bestimmung der Reliabilität verwendet.
  • interne Personalauswahl
    Auswahl für eine Fortbildungsmaßnahme oder für eine Versetzung
  • Eine interne Repräsentation ist das innere Modell der Außenwelt.
  • Interne Validität („internal validity“): Wie zweifelsfrei kann für die interessierenden Effekte tatsächlich der vermutete Kausaleinfluss der unabhängigen Variable/n auf die abhängige/n Variable/ n belegt werden? Die interne Validität ist vor allem von der Qualität des Untersuchungsdesigns (experimentelle, quasi-experimentelle oder vorexperimentelle Studie) und dessen Umsetzung abhängig.
  • („internal validity“) Eine Untersuchung ist intern valide, wenn ihre Ergebnisse kausal eindeutig interpretierbar sind in dem Sinne, dass Effekte in den abhängigen Variablen zweifelsfrei auf die Wirkung der unabhängigen Variablen zurückzuführen sind. Die interne Validität steigt durch die sorgfältige Kontrolle von personenbezogenen Störvariablen (v. a. durch Randomisierung) sowie von untersuchungsbedingten Störvariablen (z. B. Registrieren, Ausschalten oder Konstanthalten von Störeinflüssen durch standardisierten Ablauf des Experimentes; Verblindung von Versuchspersonen und Versuchsleitenden etc.).
  • Interne Validität
    Bezieht sich auf die Gültigkeit der Schlussfolgerung, dass Veränderungen der unabhängigen Variable zu Veränderungen der abhängigen Variable führen.
  • Das Ausmaß, in dem sich experimentelle Effekte auf Variablen zurückführen lassen, die im Test bewusst manipuliert wurden.
  • Interne Validität
    Eine Untersuchung ist dann intern valide, wenn es sicher ist, daß die Veränderungen in der abhängigen Variablen auf Veränderungen in der unabhängigen Variablen zurückgehen. Üblicherweise erreicht man diese Sicherheit durch das Ausschalten von Störfaktoren, die ihrerseits auf die Ergebnisse (also die Veränderung in der abhängigen Variablen) Einfluß nehmen können. Insofern erhöht man die interne Validität einer Studie meist durch ein künstliches und laborhaftes Vorgehen, das dann auf Kosten der externen Validität geht.
  • Interne Validität
    Ausmaß, in dem Veränderungen der abhängigen Variable auf Variationen der unabhängigen Variable zurückzuführen sind. Bei hoher Ausprägung sind Kausalschlüsse möglich.
  • Liegt vor, wenn das Ergebnis einer Untersuchung eindeutig interpretierbar ist. Sie sinkt mit der Anzahl plausibler Alternativerklärungen für das Ergebnis
  • eines Experiments ist gegeben, wenn Veränderungen in der AV ausschließlich auf die Variation der UV zurückgeführt werden können.
  • Wenn kausale Aussagen über die Variation einer abhängigen Variablen in Folge der sauberen Manipulation einer unabhängigen Variablen gültig sind
  • Internettestung
    Testung durch Tests im Internet
  • Internet­Experiment
    Experiment, das von einem Server aus durchgeführt wird, zu dem die Versuchsteilnehmer über das Internet Zugang haben. Die Versuchsteilnehmer erhalten die Instruktionen und Fragen auf ihrem Computerbildschirm und geben die Antworten über die Tastatur oder einen Touchscreen.
  • Interneurone
    Neuronen des zentralen Nervensystems, deren Aufgabe es ist, die interne Kommunikation zu gewährleisten sowie zwischen sensorischem Input und motorischem Output zu vermitteln.
  • Internodium
    Markhaltiges Nerverfaserstück zwischen zwei Ranvier-Schnürringen
  • Interozeption
    Auch als Interzeption bezeichnet; Wahrnehmung körperinterner Reize.
  • Wahrnehmung von Vorgängen aus dem körperinternen Milieu, bezieht sich auf körperliche, nicht auf geistige Vorgänge.
  • Interpersonale Aggression
    Aggressives Verhalten zwischen Individuen statt Gruppen.
  • interpersonale Emotionsregulation
    Die Emotionsregulation durch andere wird als interpersonale Regulation bezeichnet. Säuglinge sind z.B. noch nicht in der Lage, ihre Bedürfnisse selbst zu befriedigen und somit ihre Emotionen zu regulieren. Sie signalisieren Erwachsenen durch ihren Emotionsausdruck (z.B. durch Weinen), dass sie dabei Hilfe benötigen.
  • Interpersonale Kommunikation
    Mindestens zwei Individuen nehmen einen Informationsaustausch vor. Je nach Anzahl der empfangenden Personen werden zwei Subtypen unterschieden. Ist die Anzahl empfangender Personen potenziell begrenzt handelt es sich um den Subtyp Individualkommunikation. Ist die Anzahl empfangender Personen potenziell unbegrenzt, handelt es sich um den Subtyp Massenkommunikation.
  • Interpersonelle Kohäsion
    Kohäsion, die auf der Sympathie gegenüber der Gruppe und ihren Mitgliedern beruht.
  • Interpersonelle Problemfelder
    Annahme von vier zentralen interpersonellen Problemfeldern, die empirisch am häufigsten mit Depressionen in Verbindung gebrachte interpersonelle Schwierigkeiten darstellen: Trauer, unbewältigte Rollenwechsel, interpersonelle Konflikte, interpersonelle Defizite.
  • Interpretation der Ergebnisse von statistischen Signifikanztests
    Der Rückschluss vom Ergebnis eines statistischen Hypothesentests (signifikantes versus nicht-signifikantes Ergebnis) auf die zu prüfende Theorie ist definitionsgemäß mit einem statistischen Fehler behaftet. Er ist darüber hinaus auf theoretischer Ebene unsicher und muss kritisch diskutiert werden, da die Aussagekraft der Daten von der Gültigkeit diverser Hilfs- und Instrumententheorien abhängt, auf denen die Methodenentscheidungen im Forschungsprozess (z. B. Operationalisierung, Stichprobenauswahl) basieren.
  • Interpretationsobjektivität
    Interpretationsobjektivität ist dann gegeben, wenn alle Testanwender einen bestimmten Rohwert in die gleiche Aussage über die Testperson transformieren. Dazu benötigen sie lediglich zwei Informationen: Erstens, welches Merkmal hier gemessen wurde bzw. wie es zu benennen ist, und zweitens, wie die Ausprägung des Merkmals der Testperson in Relation zu anderen Personen festzustellen ist.
  • Interpretationsobjektivität
    Ein Test entspricht dann diesem Gütekriterium, wenn bezüglich der Interpretation der Testwerte eindeutige Richtlinien (z. B. Normentabellen) vorliegen.
  • Interpretative Phänomenologische Analyse
    Die Interpretative Phänomenologische Analyse („interpretative phenomenological analysis“, IPA) arbeitet induktiv die zentralen Bedeutungen autobiografischer Dokumente heraus. Sie wird auf vorgefundene autobiografische Texte (z.B. Briefe, Tagebücher) sowie auf im Forschungsprozess generierte Dokumente (v. a. Transkripte von narrativen bzw. biografischen Interviews) angewendet. Zielsetzung ist es, das subjektive Erleben bestimmter autobiografischer Erfahrungen aus den Dokumenteninhalten zu rekonstruieren.
  • Das Ausmaß, in dem die Beobachtungen mehrerer Beurteiler, die alle dasselbe Verhalten einschätzen, übereinstimmen.
  • Intersensorische Beeinflussung (crossmodal bias)
    Die Wahrnehmung eines Reizes in einem Sinn wird durch einen gleichzeitigen Reiz in einem anderen Sinn systematisch beeinflusst.
  • Störung der vorgeburtlichen sexuellen Orientierung, bei der die Person in unterschiedlichem Ausmaß eine Vermischung der Merkmale beider Geschlechter aufweist, sowohl im Hinblick auf den Körperbau, Reproduktionsorgane als auch auf das Sexualverhalten.
  • Interstitium
    Zwischenraum zwischen Zellen und Körperorganen oder -teilen
  • Das wechselseitige Verstehen in der Kommunikation zwischen Menschen.
  • Intertemporaler Entscheidungskonflikt (intertemporal choice conflict)
    Bezeichnung für Konflikte zwischen einer kleineren, sofort verfügbaren und einer größeren, aber erst später zu erlangenden Belohnung, wobei der subjektive Wert der späteren Belohnung umso stärker abgewertet wird, je weiter sie in der Zukunft liegt.
  • Bei einer Intervallschätzung („interval estimation“) wird ein unbekannter Populationsparameter durch einen auf der Basis der Stichprobenergebnisse konstruierten Wertebereich (Konfidenzintervall, Vertrauenintervall, „confidence interval“, CI) geschätzt. Dieser Wertebereich wird so konstruiert, dass sich in ihm 1 – ? = 99% oder 1 – ? = 95% (Konfidenzkoeffizient, Vertrauenswahrscheinlichkeit) aller möglichen Populationsparameter befinden, die den empirisch ermittelten Stichprobenkennwert erzeugt haben können. Der Konfidenzkoeffizient 1 – ? ist das Komplement zum Signifikanzniveau ?, das als zulässige Obergrenze der Irrtumswahrscheinlichkeit konventionell auf 1% bzw. 5% festgelegt ist.
  • Eine Intervallskala („interval scale“) ordnet den Objekten eines empirischen Relativs Zahlen zu, die so geartet sind, dass die Rangordnung der Zahlendifferenzen zwischen je zwei Objekten der Rangordnung der Merkmalsunterschiede zwischen je zwei Objekten entspricht. Die Intervallskala zeichnet sich durch Äquidistanz bzw. Gleichabständigkeit der Messwerte aus.
  • Eine Intervallskala erlaubt Aussagen über Gleichheit (Äquivalenzrelation), Rangfolge (Ordnungsrelation) und Größe des Unterschieds der Merkmalsausprägung von Objekten. Eine Intervallskala hat keinen empirisch begründbaren Nullpunkt. Beispiel: Temperaturskalen; mit Fahrenheit- und Celsiusskala lassen sich die gleichen Aussagen machen; ihr Nullpunkt ist verschieden. Intervallskala und Verhältnisskalen bezeichnet man zusammenfassend als metrische Skalen
  • Intervallskala
    Skala, bei der Differenzen von Zahlen psychologisch interpretierbar sind
  • Intervention
    Behandlung von bestehenden Krankheiten und Störungen in ihrer Akutphase; zielt auf eine Heilung des Patienten ab.
  • Intervention
    Mittels sportpsychologischer Intervention (vermittelnder Eingriff, Einmischung; vom lateinischen intervenire für „dazwischentreten“) wird in den verschiedenen Anwendungsfeldern des Sports (Leistungs-, Schul-, Breiten-, Betriebs-, Freizeit-, Gesundheits-, Rehabilitations-/ Behindertensport) durch professionelle Hilfestellung (z. B. durch einen Sportpsychologen, unter Verwendung wissenschaftlich fundierter Maßnahmen) psychosozialen Problemen (wie eingeschränkter Handlungsfähigkeit/- kompetenz) sowohl vorgebeugt als auch, in einem der Diagnostik (7 Kap. 5) nachgeschalteten Prozess, entgegengewirkt (Beckmann und Elbe 2008, S. 28; Nitsch 2001, S. 19).
  • Intervention
    Intervention (lat. dazwischentreten, sich einschalten) steht im Kontext der Pädagogischen Psychologie für das direkte Eingreifen in ein Geschehen, um ein unerwünschtes Phänomen zu beseitigen oder gar nicht erst entstehen zu lassen (z. B. Trainingsinterventionen).
  • Unter einer Intervention versteht man in der Psychologie geplant und gezielt eingesetzte Maßnahmen, um Störungen vorzubeugen (Prävention), sie zu beheben (Psychotherapie) oder deren negative Folgen einzudämmen (Rehabilitation). Wie schon bei der Diagnostik ist auch hier deutlich zu erkennen, dass der Einsatz der Methoden praktischen, in diesem Fall psychologisch-klinischen Belangen dient.
  • Intervention
    Der Begriff leitet sich ab vom lateinischen „inter-venire“ für dazwischentreten, hinzukommen, unterbrechen, durchkreuzen, vermitteln. In der Psychotherapie steht „Intervention“ für das therapeutisch relevante Handeln des Therapeuten.
  • Interventionsforschung bzw. anwendungsorientierte Forschung
    Die Interventionsforschung bzw. anwendungsorientierte Forschung widmet sich der Entwicklung und Überprüfung technologischer Theorien.
  • Das Interview ist ein Gespräch, in dem die Rollen per Konvention meist asymmetrisch verteilt sind, wobei die Forschenden die Fragen stellen und die an der Untersuchung Teilnehmenden antworten. Das Interview dient der Informationsermittlung.
  • Interview
    Interviews dienen generell der Erhebung von Informationen mittels Gespräch. Interviews werden beispielsweise von Journalisten eingesetzt, um politische Standpunkte in Erfahrung zu bringen, oder von Marktforschern, um Einstellungen gegenüber bestimmten Produkten zu erkunden. In anderen Kontexten nennt man Interviews beispielsweise Verhör oder Zeugenbefragung. Der Zusatz »diagnostisches« Interview macht klar, dass es sich um ein Interview zu diagnostischen Zwecken handelt.
  • Der Interview-Leitfaden („interview guide“) ist ein oft als „halbstandardisiert“ bezeichnetes Instrument der Datenerhebung, weil zwar im Vorfeld ein Fragenkatalog festgelegt wird, aber keinerlei Antwortvorgaben existieren. Zudem kann und soll der Leitfaden flexibel der Interviewsituation angepasst werden (z. B. hinsichtlich Wortwahl, Reihenfolge der Fragen, Zusatzfragen). Die „Standardisierung“ des Leitfadens besteht also nicht in exakt vorgegebenen Fragenformulierungen, sondern in der inhaltlichen Vergleichbarkeit des Fragenkatalogs.
  • Zu den Einzeldiagnosen der Klassifikationssysteme entwickelte strukturierte oder standardisierte Leitfäden, die möglichst konkret beschreiben, wie die Symptomatik zu erfassen ist (d. h. vor allem mit welchen Fragen). Auf diesem Weg soll die Reliabilität und damit die Validität der Diagnose erhöht werden.
  • Intimität
    nach Eriksons Theorie die Fähigkeit, enge Liebesbeziehungen einzugehen. Intimität zulassen zu können, ist die primäre Entwicklungsaufgabe der späten Adoleszenz und der ersten Jahre als junger Erwachsener.
  • Intimität (intimacy)
    Zustand wechselseitigen warmherzigen Austauschs zwischen mindestens zwei Personen.
  • Intimitätsmotiv
    Das Intimitätsmotiv ist das Bedürfnis nach engen zwischenmenschlichen Beziehungen, nach Vertrautheit und Harmonie (McAdams, 1992).
  • Intimitätsmotivation
    "Bedürfnis, mit gut bekannten Personen eine enge, offene, vertrauensvolle und harmonische - man könnte auch sagen ""tiefe"" - Beziehung einzugehen, die für sich selbst als wertvoll erachtet wird."
  • intrafusal
    Innerhalb einer Muskelspindel liegend
  • Unterschiede innerhalb einer Person über Messzeitpunkte hinweg
  • intraindividueller Unterschied
    Unterschied innerhalb einer Person
  • Intraklassenkorrelation
    Variante der Korrelation, die Unterschiede in den Mittelwerten und Varianzen der beiden korrelierten Variablen als Abweichungen wertet (z. B. in der Zwillingsforschung)
  • Intramodale Plastizität
    Steht für funktionelle und strukturelle Veränderungen der neuronalen Strukturen, die typischerweise mit der stimulierten Modalität assoziiert werden.
  • Merkmal einer inkonsistenten Präferenzordnung, z.B. wenn Option A über B, B über C, aber C über A präferiert wird (im gegenteiligen Fall würde A über C präferiert).
  • Intransparenz im Sinne fehlender Informationen über die Problemlage macht ein komplexes Problem zu einer Entscheidungssituation unter Unsicherheit und zwingt den Problemlöser, Informationen in der richtigen Menge und Qualität zu beschaffen.
  • intrapersonale Emotionsregulation
    Von intrapersonaler Emotionsregulation spricht man, wenn Menschen ihre Emotionen selbstständig, d.h. ohne Hilfe anderer Personen regulieren.
  • Intrapersonale Kommunikation
    Die Informationsaufnahme und Informationsverarbeitung erfolgt innerhalb eines Individuums (z. B. Selbstgespräche). Ziele dieser Kommunikation sind u. a. Selbstmotivation sowie Selbst- und Zeitmanagement.
  • Intrapreuneurship
    Intrapreuneurship ist ein Kunstwort, das in Anlehnung an den Begriff Entrepreneur (Unternehmer) gebildet wurde. Wenn sich Mitarbeiter wie Unternehmer verhalten, werden sie als Intrapreneure bezeichnet.
  • intrapsychische Bewältigung
    Veränderung der Situationsbewertung oder der hierdurch ausgelösten Gefühle bei Belastung
  • Intrazelluläre Proteinbiosynthese
    Eiweißsynthese innerhalb von Nervenzellen. Sie ist erforderlich in der Gedächtniskonsolidierungsphase (Übergang von flüchtigerer KZG-Spur in dauerhafte LZG-Speicherung). Ihre Hemmung verhindert die dauerhafte Einprägung und Wiedergabe von Information.
  • intrinsische Anreize
    Intrinsische Anreize liegen in der Tätigkeit selbst (z.B. Neuheit der Aufgabe, herausfordernde Aufgabe, deren Bearbeitung Kompetenzerleben verspricht).
  • Intrinsische Motivation steigt mit der Übereinstimmung zwischen Wünschen der Person und ihren Aufgaben. So kann zum Beispiel ein Lernstoff den Lernenden so sehr interessieren, dass er sich freiwillig mit ihm befasst.
  • Liegt intrinsische Motivation vor, dann führt eine Person eine Handlung um ihrer selbst Willen aus. Die Aufgabenbearbeitung macht Spaß.
  • Intrinsische Motivation
    Ein Verhalten ist intrinsisch motiviert, wenn Menschen es einfach deswegen ausführen, weil sie Freude daran haben. Eine äußere Belohnung (z. B. Geld) ist nicht erforderlich, und diese kann die intrinsische Motivation verringern.
  • Intrinsische Motivation
    Wunsch, ein Verhalten um seiner selbst willen zu zeigen.
  • intrinsische Motivation
    Intrinsische Motivation bedeutet, dass eine Person eine Tätigkeit um ihrer selbst willen, d.h. um der in ihr enthaltenden Tätigkeitsanreize ausführt. Externe Kontrolle ist nicht notwendig oder hemmt unter bestimmten Umständen sogar die intrinsische Motivation.
  • Intrinsische Motivation
    "Wird oft verstanden (a) als Motivation, bei der eine Tätigkeit um ihrer selbst willen ausgeführt wird; (b) als Motivation, deren Ursprung in der Person selbst liegt und auf Selbstbestimmung basiert oder auch (c) als Motivation, bei der Tätigkeit und angestrebtes Resultat gleichthematische Anreize haben. Daneben gibt es weitere Begriffsvarianten."
  • Intrinsische Motivation
    Motivation, sich einer Sache oder Tätigkeit um ihrer selbst willen zu widmen. Gegensatz: extrinsische Motivation.
  • Intrinsische Religiosität
    Das Praktizieren des Glaubens aus tiefster Überzeugung.
  • Introspektion
    Der Prozess, durch den man seine eigenen internen (mentalen und emotionalen) Zustände beobachtet, während man sich auf eine bestimmte Weise verhält.
  • Beobachtung und Registrierung der eigenen Wahrnehmungen, Gedanken und Gefühle.
  • Gegenteil von Extraversion
  • Besonders eindringlicher, »aufdringlicher« Gedanke bzw. Vorstellungsinhalt, typischerweise wahrgenommen als wenig kontrollierbar, in normalen Gedankenstrom eindringend und von dessen Inhalten deutlich abgegrenzt, wobei dem Betroffenen klar ist, dass der Gedanke/Vorstellungsinhalt Produkt des eigenen Geistes ist.
  • Spontan auftretende, ungewollt wiederkehrende belastende Erinnerungen/Gedanken/Vorstellungen.
  • Intrusion
    Eindringen; Albträume, Flashbacks; Symptom bei posttraumatischen Belastungsstörungen
  • Hauptmerkmale der Intuition bezeichnen sind nach Gigerenzer (2008): Rasches Auftauchen im Bewußtsein, fehlende Einsicht in die tieferen Gründe dahinter sowie eine hinreichende Stärke und Überzeugungskraft, um trotzdem danach zu handeln.
  • Intuition
    ein müheloser, plötzlicher und automatischer Gefühlszustand oder Gedanke – im Gegensatz zu explizitem, bewusstem Überlegen.
  • Aus der Lernperspektive wird Intuition als ein Denkprozess definiert, dessen Input hauptsächlich aus implizitem Wissen besteht, das durch verschiedene Mechanismen assoziativen Lernens im Langzeitgedächtnis abgespeichert wurde. Intuition äußert sich in einem spontanen Gefühl (beispielsweise auf der Dimension angenehm–unangenehm oder häufig–selten), das als eine Basis für intuitive Urteile und Entscheidungen dienen kann.
  • intuitive Handlungsauswahl
    Eine Fülle von Tier- und Human-Studien stützt die Idee, dass die affektiven Folgen von Handlungen (ihre Valenz) deren Selektion beeinflussen: Handlungen, die wiederholt zu positivem affektiven Konsequenzen geführt haben, werden in der Zukunft mit größerer Wahrscheinlichkeit ausgewählt, während für Handlungen mit negativen affektiven Konsequenzen die Selektionswahrscheinlichkeit abnimmt.
  • Umfasst Verhaltensweisen der Bezugsperson, die vermutlich evolutionsbiologisch entstanden und auf die Bedürfnisse von Säuglingen abgestimmt sind.
  • Wissensinhalte, die sich bereits sehr früh bei Säuglingen nachweisen lassen und die möglicherweise angeborene Bestandteile enthalten. Es wird in den Bereichen der Physik, Biologie und Psychologie vermutet.
  • Eine Invariante ist eine Struktureigenschaft, die sich bei Bewegung eines Beobachters nicht ändert.
  • Invarianzkonzept (Konzept der Erhaltung)
    Die Vorstellung, dass ein bloßes Verändern des Erscheinungsbildes eines Objekts dessen grundlegende Eigenschaften unverändert lässt.
  • Inventar für Interpersonelle Probleme IIP
    Mit dem IIP (Horowitz et al., 2000) werden Schwierigkeiten in sozialen Beziehungen auf mehreren Ebenen erfasst: Intimität, Aggressivität, Assertivität, Unabhängigkeit und Geselligkeit.
  • Inventar komplexer Aufmerksamkeit (INKA)
    Das Inventar komplexer Aufmerksamkeit (INKA) von Heyde (1995) zählt zu den Konzentrationstests. Es kombiniert zwei Aufgabentypen: Suchen (von bestimmten Konsonanten in einer Zeile) und Transformation (in andere Konsonanten (z. B. wird B zu Z). Die Aufgabe ist sehr komplex.
  • Inverse Modellierung
    Bestimmung der zur Ausführung einer geplanten Bewegung notwendigen motorischen Kommandos.
  • Inverses Modell (inverse model)
    Inneres Modell des Muskel-Skelett- Systems, das auf Basis sensorischer Informationen über den gegenwärtigen Zustand des Systems und des gewünschten Zielzustands motorische Kommandos generiert, die den Ist-Zustand in den Zielzustand überführen.
  • Inverses Modell (inverse model)
    Kybernetisches Modell, das die umgekehrte Transformation durchführt wie das System, das es abbildet. In der Motorik vollziehen inverse Modelle eine kinematisch- dynamische Transformation. Sie berechnen aus einem raumzeitlichen Plan (Kinematik) die Kräfte (Dynamik), die notwendig sind, um den Körper der Intention entsprechend zu bewegen.
  • Inverses Modell (inverse model)
    Inverse Modelle berechnen aus intendierten oder wahrgenommenen Effekten die motorischen Kommandos, die üblicherweise zu diesen Effekten führen.
  • „Umgepolte“ Items, bei denen nicht die Bejahung, sondern die Verneinung symptomatisch für eine hohe Merkmalsausprägung ist.
  • Investitionen
    Das Ausmaß an Ressourcen (Zeit, emotionales Engagement, Geld, Selbstenthüllung usw.), die man in eine Beziehung steckt, wodurch die Kosten dafür größer werden, wenn man sich aus der Beziehung zurückzieht.
  • Das Involvement ist eine der wichtigsten Variablen bei der Werbewirkung. Unter Involvement versteht man die Grundbereitschaft des Konsumenten, sich einer Werbung oder Produktinformation zuzuwenden und sich damit zu befassen. Üblicherweise ist das Involvement beim Kunden eher niedrig und nur in Ausnahmefällen (bei bestimmten Themen oder in bestimmten Situationen) hoch.
  • Involvement
    Unter Involvement ist ein individueller, interner Zustand der Erregung oder Aktiviertheit eines Menschen zu verstehen, wobei dieser Zustand unterschiedlich intensiv sein kann, unterschiedlich lange andauern kann und im Allgemeinen auch auf bestimmte Objekte oder Ereignisse gerichtet ist.
  • Involvement
    Ein individueller, interner Zustand der Erregung oder Aktiviertheit, der unterschiedlich intensiv sein kann, unterschiedlich lange andauern kann und im Allgemeinen auch auf bestimmte Objekte oder Ereignisse gerichtet ist.
  • kulturelle Norm zur Vermeidung des Geschlechtsverkehrs mit nahen Verwandten
  • Inzidenz
    Anzahl der Neuerkrankungsfälle einer bestimmten Erkrankung innerhalb eines bestimmten Zeitraums (meist auf ein Jahr bezogen).
  • Epidemiologischer Kennwert. Anzahl neuer Erkrankungs- bzw. Störungsfälle in einer bestimmten Zeiteinheit und einer definierten Region.
  • Forschungsmethode, bei der Probanden sich wiederholt zwischen Typen von Lotterien (präsentiert als Kartenstapel) entscheiden müssen und unmittelbar nach jeder Wahl (Zug einer Karte von einem bestimmten Stapel) Rückmeldung über Gewinne bzw. Verluste erhalten.
  • Ipsiläsional
    Auf derselben Seite wie die Hirnschädigung.
  • Auf der gleichen Seite (des Gehirns) liegend (s. auch kontralateral).
  • IPSP (inhibitorisches postsynaptisches Potenzial)
    Hemmendes Aktionspotenzial.
  • IPT (Interpersonelle Psychotherapie)
    Fokussierte und halbstrukturierte Kurzzeittherapie, ursprünglich für ambulante Behandlung akuter, unipolarer, depressiver Episoden entwickelt. Annahme von Zusammenhang zwischen depressiven Erkrankungen und interpersonellen Belastungen: zwischenmenschliche Belastungen zugleich Auslöser, aufrechterhaltende Bedingung und Folge depressiver Erkrankungen. Ziel: Verbesserung der bestehenden Symptomatik durch Behandlung derjenigen interpersonellen Probleme, in deren Kontext Störung auftritt.
  • ITP bei Dysthymie; Modifikation der IPT für affektive Störungen (hier speziell: Dysthymie).
  • Stanionäre ITP, Modifikation der IPT für affektive Störungen im stationären Setting.
  • Maß der allgemeinen Intelligenz
  • Iris
    Ring aus Muskelgewebe, der den farbigen Teil des Auges um die Pupille bildet und als Blende zur Regulierung der Pupillenöffnung fungiert.
  • Irradiation
    Ausbreitung von Erregungen oder Schmerzen im Bereich zentraler und peripherer Nerven
  • Wir bezeichnen die bedingte Wahrscheinlichkeit, dass unter Annahme der Gültigkeit der H? das empirische oder ein extremeres Stichprobenergebnis (D: empirische Daten) auftritt, als Irrtumswahrscheinlichkeit p(D | H?). Grafisch entspricht diese Wahrscheinlichkeit p(D | H?) der Fläche, die der empirische Wert bzw. die empirische Prüfgröße, die aus den Stichprobendaten berechnet wird (z.B. empirischer t-Wert), vom H? -Modell (z.B. einer t-Verteilung mit entsprechenden Freiheitsgraden) abschneidet.
  • Irrtumswahrscheinlichkeit (Alpha, Signifikanzniveau)
    Die Irrtumswahrscheinlichkeit ist die Wahrscheinlichkeit eines Ergebnisses (unter Annahme der Nullhypothese), ab der man nicht mehr bereit ist, die Nullhypothese zu akzeptieren. Empirisch gefundene Ergebnisse, deren Wahrscheinlichkeiten kleiner als diese festgelegte Irrtumswahrscheinlichkeit sind (p < ?), werden als signifikant bezeichnet und führen zur Ablehnung der Nullhypothese. Die Irrtumswahrscheinlichkeit entspricht damit auch der Wahrscheinlichkeit, mit der man beim Ablehnen der Nullhypothese einen Fehler (Alphafehler) macht.
  • isometrisch
    Kontraktion (Spannungsentwicklung) eines Skelett- oder Herzmuskels ohne Längenänderung
  • Siehe „Prozessmodelle“.
  • Kurven gleicher Lautstärkepegel, d.h. alle Töne auf dieser Kurve werden als gleichlaut empfunden; z.B. alle Töne, die auf der Hörschwelle (bei 4 Phon) liegen, sind gerade hörbar
  • Isophone sind Kurven gleicher Lautstärke für Töne unterschiedlicher Frequenz.
  • isotonisch
    Kontraktion mit Verkürzung eines Skelettmuskels ohne Spannungsänderung
  • Einfachbrechend
  • Issues Management
    Das Konzept des Issues Management sieht vor, dass Organisationen für sie in besonderem Maße relevante Themen in einem frühen Stadium erkennen, aufgreifen, besetzen und gestalten. Unter Issues sind Themen(-komplexe) zu verstehen, die für das Unternehmen gegenwärtig oder zukünftig hochrelevant sind, öffentlich und kontrovers diskutiert werden oder werden könnten – und deshalb ein potenzielles oder aktuelles Risiko, möglicherweise aber auch eine Chance bergen.
  • IST-2000-R: Intelligenz-Struktur-Test 2000 – Revision
    Der I-S-T 2000-R (erw.) (Liepmann et al., 2007) ist ein breit angelegter Intelligenztest, der mehrere Kennwerte zur Intelligenz liefert. Er besteht aus zwei separat einsetzbaren Teilen: Das »Grundmodul« dient der Messung des schlussfolgernden Denkens, der fluiden Intelligenz sowie bei Bedarf, mit zwei separaten Subtests, auch der Merkfähigkeit. Das »Erweiterungsmodul« erfasst allgemeines Wissen; daraus kann die kristallisierte Intelligenz geschätzt werden. Der Test liefert darüber hinaus auch Kennwerte für die verbale, numerische und figurale Intelligenz.
  • Frage oder Aufgabe zur Erfassung einer Eigenschaft
  • Ein Item ist eine als Frage oder als Urteil formulierte Aussage, zu der die befragte Person ihre Zustimmung oder Ablehnung – ggf. in unterschiedlicher Intensität – äußern kann.
  • Einzelaufgabe in einem psychologischen Verfahren
  • Probabilistisches Testmodell, das Wahrscheinlichkeit für das Zustandekommen von Antworten auf Items (oder Skalen) modelliert
  • Eigenschaft eines Testitems, in unterschiedlichen Populationen unterschiedliche Korrelate aufzuweisen
  • Item-Response-Theorie (IRT)
    Die Item-Response-Theorie (probabilistische Testtheorie) geht explizit der Frage nach, welche Rückschlüsse von den Itemantworten (»responses«) der Probanden auf latente Variablen wie Einstellungen, Persönlichkeits- oder Fähigkeitsmerkmale gezogen werden können. Die Items gelten als homogen bezüglich der latenten Variablen, wenn bestimmte Bedingungen wie lokale stochastische Unabhängigkeit erfüllt sind.
  • Item-Response-Theorie (IRT)
    Auch Probabilistische Testtheorie, beschreibt den Zusammenhang zwischen beobachtbarem Antwortverhalten und dem dahinterstehenden Persönlichkeitsmerkmal auf Grundlage eines wahrscheinlichkeitstheoretischen Modells. Dabei wird die Wahrscheinlichkeit für das beobachtbare (gezeigte) Antwortverhalten als von der latenten Merkmalsausprägung abhängig modelliert.
  • Im Rahmen der Itemanalyse („item analysis“) wird anhand einer möglichst repräsentativen Stichprobe der Zielpopulation des Tests die Verteilung der Rohwerte der Items und des Gesamttests betrachtet. Zudem werden die Itemschwierigkeiten und Itemtrennschärfen berechnet und bewertet. Auch die Dimensionalitätsprüfung – also die Frage, ob sich alle Items eines Messinstruments auf eine Skala zusammenfassen lassen (eindimensionaler Test) oder ob Subskalen zu bilden sind (mehrdimensionaler Test) – wird der Itemanalyse zugerechnet. Ziel der Itemanalyse ist es, problematische Items zu entdecken und durch ihre Modifikation oder Eliminierung die Testgüte des Tests (v. a. Reliabilität und Validität) zu erhöhen.
  • Itemcharakteristische Funktion (IC-Funktion)
    Beschreibt die Beziehung zwischen dem latenten Merkmal und dem Reaktionsverhalten der Probanden auf ein Item in Form einer Wahrscheinlichkeitsaussage.
  • Itemformat
    Die Items eines Leistungs- oder eines Persönlichkeitstests können auf unterschiedliche Weise zu beantworten sein. Eine wichtige Unterscheidung ist die zwischen freien und gebundenen Antworten. Ein Test, der freie Antworten verlangt, ist der Rorschach-Test (s. Abschn. 3.5). Dem Probanden wird ein Tintenklecks mit der Frage vorgelegt »Was könnte das sein?« (die Antwort, z. B. »eine Fledermaus«, wird hier vom Testleiter protokolliert). Das andere Extrem ist die Vorgabe eines Items wie »Ich bin ein ehrgeiziger Mensch« und die Einengung der Antwortwortmöglichkeiten auf das Ankreuzen von »Ja« oder »Nein«. Zwischen diesen beiden Extremen gibt es weitere Varianten.
  • Verschiedene Items sind bezüglich einer latenten Dimension ξ dann homogen, wenn das Antwortverhalten auf die Items nur von diesem Merkmal (der latenten Dimension) und keinem anderen systematisch beeinflusst wird.
  • Eine Menge von Items für die mit einem IRT-Modell Itemhomogenität festgestellt wurde; beim adaptiven Testen können daraus beliebige Items zur Vorgabe ausgewählt werden.
  • Die Schwierigkeit eines Items („item difficulty“) wird durch einen Schwierigkeitsindex ausgedrückt. Ein Item ist umso schwieriger, je geringer seine Zustimmungs- bzw. Lösungsrate in der betrachteten Stichprobe ausfällt. Umgekehrt wird ein leichtes Item von fast allen Testpersonen in Schlüsselrichtung beantwortet bzw. korrekt gelöst. Bei nominalskalierten Items wird der Schwierigkeitsindex über den Prozentsatz der Zustimmer/Richtiglöser berechnet. Bei intervallskalierten Items entspricht der Schwierigkeitsindex dem Item-Mittelwert, der wiederum in einen Prozentwert umgerechnet werden kann.
  • Itemschwierigkeit
    Die Itemschwierigkeit gibt an, wie groß der Anteil an Personen ist, die das Item im Sinne des Merkmals beantwortet haben.
  • Beschreibt in der Klassischen Testtheorie das mit 100 multiplizierte Verhältnis des durchschnittlich erreichten Itempunktwertes zum maximal möglichen Itempunktwert. Je größer der Schwierigkeitsindex, desto leichter ist das Item.
  • Beschreibt den Prozess, Items hinsichtlich ihrer Eignung zur Erfassung des interessierenden Merkmals auszuwählen. Neben der Betrachtung deskriptivstatistisch gewonnener Kennwerte (z.B. Itemschwierigeit, Itemtrennschärfe und Itemvarianz) fließen auch inhaltliche und modelltheoretische Überlegungen in den Selektionsprozess ein.
  • Die Trennschärfe eines Items („item discriminability“) gibt an, wie gut die Beantwortung des betreffenden Items das Gesamttestergebnis vorhersagt. Bei trennscharfen Items gilt, dass Personen mit hohem (niedrigem) Testwert auch bei dem betreffenden Item eine hohe (niedrige) Punktzahl erreichen. Der Trennschärfe-Index berechnet sich als Korrelation des Items mit dem Gesamttestwert (als Zusammenfassung aller Items ohne das betrachtete Item).
  • Gibt an, wie stark die mit dem jeweiligen Item erzielte Differenzierung zwischen den Probanden mit der Differenzierung durch den Gesamttest übereinstimmt.
  • Itemvalidität
    Berechnet wird der Zusammenhang eines Items mit einem Außenkriterium. Bei external konstruierten Tests ist dieser Kennwert sogar wichtiger als die Trennschärfe. Die Itemvalidität kann sowohl als Korrelation mit einem Kriteriumswert berechnet werden als auch durch einen Mittelwertsvergleich.
  • Maß für die Differenzierungsfähigkeit des Items; es gibt an, wie unterschiedlich die Probanden auf das Item antworten.
  • Itemzwillinge oder Itempaarlinge
    Methode der Aufteilung eines Tests in Testhälften zur Bestimmung der Splithalf-Reliabilität. Items werden in Paare zu zwei Items mit möglichst gleicher Schwierigkeit und Trennschärfe gruppiert. Jeder Testhälfte wird zufällig jeweils eines der beiden Items zugeordnet.
  • Bei einer Einzelfalluntersuchung mit dichotomer abhängiger Variable lässt sich die Alternativhypothese, dass der Wechsel zwischen dem Auftreten beider Merkmalsausprägungen nicht zufällig, sondern systematisch erfolgt, mit dem Iterationshäufigkeitstest prüfen, wobei entweder der exakte Iterationshäufigkeitstest oder – bei größeren Messwertreihen (n1 und n2 > 30) – der asymptotische Iterationshäufigkeitstest (über die Normalverteilung) zu nutzen sind.