Wirtschaftspsychologie für Bachelor

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Wirtschaftspsychologie für Bachelor

ISBN: 
978-3-662-54943-8

Die Wirtschaft ist heute nicht mehr ohne das Fachwissen der Psychologie zu verstehen! Dieses Lehrbuch gibt einen kompakten und doch vollständigen sowie praxisnahen Überblick über die Wirtschaftspsychologie. Es ordnet die Disziplin historisch ein und bietet eine ebenso kurzweilige wie interessante Darstellung aller relevanten Kernthemen. Durch viele Praxisbezüge, Definitionen, Lernziele, Kontrollfragen und Hinweise auf vertiefende Literatur ist es sehr lernfreundlich gestaltet, zusätzlich fasst eine ausführliche Randspalte das Wichtigste zusammen.

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Der Inhalt

  • Grundlagen, Geschichte und Methoden der Wirtschaftspsychologie
  • Konsum, Markt und Werbung
  • Arbeit, Organisation und Personal
  • Geld, Gesellschaft und Entwicklung

 

Die Zielgruppen

  • Studierende der Psychologie
  • Studierende der Betriebs- oder Volkswirtschaftslehre 
  • Studierende anderer Disziplinen mit Bezug zur Wirtschaft
  • Berufstätige und alle, die Interesse an der Psychologie der Wirtschaft haben
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BegriffErklärung
Betriebswirtschaftslehre"Teilbereich der Wirtschaftswissenschaften, welcher sich mit den ökonomischen Prozessen aus der Perspektive einzelner Betriebe befasst. Wichtige Themen der Betriebswirtschaftslehre sind z. B. Produktion, strategische Unternehmensführung, Finanzen, Organisation, Marketing oder Personal. Der zweite große Teilbereich der Wirtschaftswissenschaften ist die Volkswirtschaftslehre."
Entwicklungspsychologie"Teilbereich der Psychologie, der sich mit der kognitiven, sozialen und körperlichen Entwicklung des Menschen über die gesamte Lebensspanne beschäftigt."
"Hand, unsichtbare""Postulat von Adam Smith, wonach die Summe des individuellen Glücksstrebens als unsichtbare Hand wirkt, die das wirtschaftliche Geschehen in Richtung des Gemeinwohls lenkt."
Hawthorne-Studien"Studien von Mayo, Roethlisberger und Dickson in den 1920er und 1930er Jahren in den Hawthorne-Werken in Chicago. Ziel war es, den Effekt von Arbeitsbedingungen auf die Leistung der Angestellten zu untersuchen. Das für die damalige Zeit überraschende Ergebnis war, dass härteres Anpeitschen nicht unbedingt zu mehr Leistung führt, wohl aber Sinnhaftigkeit, Anerkennung und gute Beziehungen zu Kollegen und Vorgesetzten. Die Hawthorne-Studien waren Ausgangspunkt der Human Relations-Bewegung."
Homo oeconomicus"Überholtes Menschenbild in der Ökonomie, wonach der Mensch rational handelt und stets bestrebt ist, seinen Nutzen zu maximieren."
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Frage 1 von 159
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  • Womit befasst sich die Betriebswirtschaftslehre, womit die Volkswirtschaftslehre?

    Lösung

    Die Betriebswirtschaftslehre widmet sich Themen auf Ebene der einzelnen Betriebe, z. B. Produktion, strategische Unternehmensführung, Finanzen, Organisation, Marketing oder Personal. Die Volkswirtschaftslehre befasst sich mit dem Verhalten der wirtschaftlichen Subjekte (etwa Haushalte oder Unternehmen) und deren Interaktion auf Märkten (Mikroökonomik); außerdem mit der Rolle des Staates für die Wirtschaft, der gesamtwirtschaftlichen Leistung, Konjunktur, Geldpolitik oder Arbeitslosigkeit (Makroökonomik).
  • Was bedeutet das zentrale Postulat der Wirtschaftspsychologie: „Wirtschaft wird von Menschen gemacht“?

    Lösung

    Dass es «die Wirtschaft» nur deshalb gibt, weil die Menschen zu einem System gemeinschaftlich organisierter Austauschprozesse gefunden haben, die ihnen das Überleben in einer Welt knapper Ressourcen erleichtern. Mit dem Postulat klingt an, dass ein Verständnis dieser Austauschprozesse psychologisches Wissen erfordert.
  • Was versteht man unter Angewandter Psychologie?

    Lösung

    Angewandte Psychologie ist der Oberbegriff für verschiedene anwendungsorientierte Teildisziplinen, beispielsweise Klinische Psychologie, Pädagogische Psychologie, Rechtspsychologie, Sportpsychologie, Medienpsychologie oder Verkehrspsychologie. Auch Wirtschaftspsychologie lässt sich zur Angewandten Psychologie zählen.
  • Spricht die Wirtschaftspsychologie nur mikroökonomische oder auch makroökonomische Themenbereiche an, und warum?

    Lösung

    Die Wirtschaftspsychologie spricht auch makroökonomische Themen an (zum Beispiel Konjunktur, Geldpolitik oder Globalisierung), denn auch auf dieser Betrachtungsebene spielt menschliches Verhalten und Erleben eine wichtige Rolle.
  • In welchem Verhältnis stehen Wirtschaftspsychologie, Arbeits- und Organisationspsychologie sowie Konsumpsychologie zueinander?

    Lösung

    Von Wirtschaftspsychologie spricht man immer dann, wenn menschliches Verhalten und Erleben bei wirtschaftlichen Aktivitäten angesprochen ist. In diesem Sinne lässt sich «Wirtschaftspsychologie» als Dachbegriff auffassen, mit dem auch die Arbeits- und Organisationspsychologie sowie die Konsumpsychologie angesprochen sind. Zugleich lassen sich Arbeits- und Organisationspsychologie sowie Konsumpsychologie auch als eigenständige Disziplinen verstehen – insbesondere, weil sie sich im Gegensatz zur Wirtschaftspsychologie schon früh als solche etablieren konnten. Dieses Verständnis ist jedoch überwiegend berufsständischen Ursprungs.
  • Was ist seit eh und je das Ziel des Wirtschaftens?

    Lösung

    Ziel des Wirtschaftens ist seit jeher das Erlangen der zum Überleben notwendigen Ressourcen, denn viele davon sind nicht im Überfluss vorhanden, sondern knapp.
  • In welchen frühen Kulturen zeigten sich erste Zeugnisse ökonomischer Überlegungen?

    Lösung

    In den Kulturen der alten Ägypter (ab ca. 2800 v. Chr.), der Babylonier (um 1800 v. Chr.), der alten Griechen (ca. 700 v. Chr.) und im alten Rom.
  • Welcher Berufsstand machte sich im antiken Griechenland Gedanken zum wirtschaftlichen Verhalten?

    Lösung

    Die Philosophen. So hieß es etwa bei Hesiod, dass Arbeit die wichtigste Tätigkeit des Menschen sei. Xenophon erstellte Regeln zur redlichen und wirtschaftlichen Haushaltsführung, und Aristoteles beschrieb in seinen «Oikonomika» ethische und moralische Grundsätze. Die Philosophen beschäftigten sich also auch mit der Frage, auf welche Weise Arbeit, Handel und Verbrauch zu gestalten seien.
  • Welche Forderung von Calvin wurde von Max Weber als Grundlage des Kapitalismus bezeichnet – und hatte er damit wohl Recht?

    Lösung

    Max Weber bezeichnete Calvins Forderung nach «arbeitsamer Askese», aufgestellt 1536, als Grundlage des Kapitalismus. Aus heutiger Sicht ist dies nicht überzeugend, denn der Mensch hat eine natürliche Begabung für alles Wirtschaften und braucht keine religiöse Begründung dafür.
  • Warum hat es nichts mit Magie zu tun, wenn Ökonomen von der „unsichtbaren Hand“ sprechen? Und auf wen geht der Begriff zurück?

    Lösung

    Der Begriff geht auf Adam Smith zurück und meint, dass der Versuch jedes Einzelnen, seinen Nutzen zu maximieren, in der Summe als „unsichtbare Hand“ wirke, die das wirtschaftliche Geschehen lenke. Auf diese Weise würden gemäß Smith nicht nur Individuen von ihrem eigenen Streben nach Glück profitieren, sondern gleichzeitig auch die Gesellschaft als Ganzes.
  • Wie wirkten sich die Hungersnöte, Arbeitslosigkeit und Revolten der Neuzeit auf das damalige Weltbild aus?

    Lösung

    Der Grund für die genannten Ereignisse war häufig schlechtes Wirtschaften, und es entstand ein Bedürfnis, die Mechanismen dahinter besser zu verstehen. Religiöse Begründungen alleine reichten als Erklärung für das erfahrene Leid nicht mehr aus. Somit wurde nach und nach das religiöse Weltbild durch eines der Wissenschaft und der Vernunft abgelöst.
  • Weshalb wurde die Psychologie ursprünglich aus den Wirtschaftswissenschaften ausgeklammert?

    Lösung

    Es gibt zwei mögliche Erklärungen: Erstens hatte die Psychologie damals noch nicht die Stellung einer richtigen Wissenschaft. Zweitens verstanden sich Psychologen und Ökonomen im Hinblick auf den Menschen nicht: Ökonomen beschrieben menschliches Verhalten anhand von verallgemeinernden Modellen, in denen mathematische, rationale Regeln galten, Psychologen hingegen untersuchten individuelles, subjektives Verhalten, das aus ökonomischer Sicht häufig irrational und unvernünftig schien. Psychologen beschäftigten sich also genau mit denjenigen Verhaltensweisen, die für Ökonomen als Störfaktoren galten.
  • Welche wirtschaftlichen Veränderungen führten zu immer lauteren Rufen nach psychologischen Antworten?

    Lösung

    Insbesondere die Begleiterscheinungen der Industrialisierung: Massenproduktion, Arbeitsteilung, Urbanisierung, menschenfeindliche Arbeitsumgebungen, aber auch die zunehmende Mobilität und die wachsende Bedeutung des Bankenwesens.
  • Welches Erbe hinterließ Wilhelm Wundt, und wieso ist dieses wichtig für die Wirtschaftspsychologie?

    Lösung

    Wilhelm Wundt richtete 1879 in Leipzig das erste psychologische Labor ein und gilt als einer der Begründer der wissenschaftlichen Psychologie. Wundt war der Lehrer von Hugo Münsterberg, der später in den USA ein Labor nach Wundts Vorbild errichtete. Im Gegensatz zu Wundt stellte Münsterberg seine Forschung in den Dienst der Anwendung.
  • Wer gilt als der Begründer der Wirtschaftspsychologie?

    Lösung

    Hugo Münsterberg. Er war der erste, der im großen Stil Fragestellungen zur Psychologie des Wirtschaftslebens systematisch und experimentell untersuchte. Außerdem verfasste er das erste Lehrbuch der Wirtschaftspsychologie.
  • Wie verlief die Entwicklung der Wirtschaftspsychologie nach dem Zweiten Weltkrieg?

    Lösung

    Unstet. Hauptgrund ist die Konjunktur nach dem Zweiten Weltkrieg: Wo kein wirtschaftliches Problem war, bestand auch kein Bedarf nach einer Lösung. Hinzu kamen mit der Studentenbewegung der 1960er Jahre ein eher wirtschaftsfeindliches Selbstverständnis und eine Fokussierung der Psychologie auf geisteswissenschaftliche Themen und Methoden.
  • Ist „Taylorismus“ empfehlenswert?

    Lösung

    Nein. Taylor teilte zwecks Effizienzsteigerung der Produktion die Arbeitsschritte in kleinste Einheiten auf, was monotone, stupide und unbefriedigende Arbeitstätigkeiten zur Folge hatte. Taylorismus gilt heute als Inbegriff für unmenschliche, ausbeuterische Arbeitsgestaltung.
  • Welche Ereignisse führten um die Wende zum 21. Jahrhundert zum Aufblühen der Wirtschaftspsychologie?

    Lösung

    Die Vergabe des Wirtschaftsnobelpreises 2002 an den Psychologen Daniel Kahneman; außerdem eine Reihe wirtschaftlicher Extremereignisse zu Beginn des 21. Jahrhunderts (Dotcom-Krise, Subprime-Krise, Bankenkrise, Staatschuldenkrise, Weltwirtschaftkrise, Währungskrisen). Eine wesentliche Ursache dieser Krisen bestand in der Ausklammerung psychologischer Erklärungen aus den gängigen ökonomischen Modellen. Diese Krisen unterstrichen die Wichtigkeit psychologischer Betrachtungsweisen für das Verständnis der Wirtschaft.
  • Auf welche sieben Konsummotive lassen sich die meisten Konsumbedürfnisse zurückführen?

    Lösung

    Eine abschließende Zusammenstellung von Konsummotiven gibt es nicht, aber als guten Kompromiss zwischen Konkretheit und Übertragbarkeit schlagen Trommsdorff und Teichert (2011) folgende sieben Motive vor: (1) Ökonomik / Sparsamkeit / Rationalität; (2) Prestige / Ausdruck / soziale Anerkennung; (3) Konformität; (4) Lust / Erregung / Neugier; (5) Sex / Erotik; (6) Angst / Furcht / Risikoneigung; (7) Konsistenz / Dissonanz / Konflikt.
  • Beschreiben Sie eine Means-End-Kette beim Autokauf.

    Lösung

    Wir kaufen beispielsweise ein geräumiges Auto (Eigenschaft), um Großeinkäufe besser transportieren zu können (Nutzen). Dadurch müssen wir nur einmal die Woche in den Supermarkt und haben mehr Zeit für das Familienleben (Ziel).
  • Warum schenken Menschen?

    Lösung

    Gemäß dem klassisch-ökonomischen Modell ist Schenken irrational. Menschen schenken aber trotzdem, insbesondere um Freude zu bereiten und Gemeinsamkeit zu stiften, und manchmal, um Wohlstand zu demonstrieren.
  • Inwiefern hat Konsum soziale Funktionen? Unter welchen Bedingungen treten diese zutage?

    Lösung

    Durch Konsum signalisieren wir Identität und Gruppenzugehörigkeit. Umgekehrt beeinflusst die soziale Umwelt auch unser Konsumverhalten, beispielsweise durch relevante Bezugsgruppen. Dies gilt insbesondere dann, wenn die Nutzung des Produktes für andere sichtbar ist, wenn das Produkt für die Gruppe von zentraler Bedeutung ist oder wenn sich eine Person aufgrund mangelnden Produktwissens an den Konsumentscheidungen anderer orientieren möchte.
  • In welche Phasen lassen sich Kaufentscheidungen unterteilen?

    Lösung

    Entscheidungsprozesse lassen sich generell in eine präselektionale, eine selektionale, und eine postselektionale Phase unterteilen.
  • Was sind Marktüberzeugungen?

    Lösung

    Bei Marktüberzeugungen handelt es sich um übergeordnete Einstellungen, die spezifischere Einstellungen, z. B. gegenüber einzelnen Marken, überlagern können. Beispielsweise die Annahme „Bio-Produkte sind gesünder“.
  • Welche Typen von Kaufentscheidungen gibt es, und wodurch zeichnen sich diese aus? Nennen Sie für jeden Typ ein Beispiel.

    Lösung

    • Impulsiver Kauf: Gekennzeichnet durch hohe Spontanität und geringen kognitiven Aufwand, meist durch die Platzierung des Produktes beeinflusst (z. B. Schokoriegel an der Supermarktkasse). Häufig emotional gefärbt und zur affektiven Regulation genutzt.
    • Gewohnheitskauf: geprägt durch Routine, positive Erfahrungswerte und kognitive Entlastungsfunktion (z. B. stets die gleiche Joghurt- oder Biermarke).
    • Extensiver Kauf (z. B. Autokauf): Zeichnet sich durch hohe Relevanz des Produktes und dessen langfristig orientierten Nutzen aus. Beim extensiven Kauf ist sowohl das emotionale als auch das kognitive Involvement hoch. In der präselektionalen Phase des extensiven Kaufs werden aus der Vielfalt der Angebote häufig Consideration Sets gebildet, wobei verschiedene Entscheidungsstrategien möglich sind, z. B. Equal Weight Rule, Weighted Additive Rule, Elimination by Aspects oder Lexicographic Rule.
    • Limitierter Kauf: Ein eigentlich komplexer oder relevanter Kauf, der aber limitierenden Faktoren unterliegt (z. B. Zeit, Wissen, Ablenkung) und bei dem daher auf Heuristiken zurückgegriffen wird (z. B. bei der Menüwahl im Restaurant).
  • Was ist eine Preisschwelle?

    Lösung

    Anders als es in der klassisch-ökonomischen Theorie angenommen wird, verläuft die Absatzkurve bei steigendem Preis nicht stetig, sondern sie zeigt ein Stufenmuster. Dabei bilden die absolute untere («zu billig») und die absolute obere Preisschwelle («zu teuer») den von den Konsumenten akzeptierten Preisbereich. Dazwischen liegen mehrere relative Preisschwellen, innerhalb derer der Absatz bei steigendem Preis kaum abnimmt.
  • Preis und Qualitätseindruck hängen zusammen. Mit welchem Experimentalsetting lässt sich dies aufzeigen?

    Lösung

    Zum Beispiel durch Bewertung sachlich identischer Güter, die mit unterschiedlichen Preisschildern beschriftet werden. Klassisch ist die Untersuchung von McConnell (1968), in der Probanden drei vermeintlich verschiedene Biermarken verköstigen durften. Diese unterschieden sich nur im Preis, aber der Geschmack der teuersten «Sorte» wurde am höchsten bewertet.
  • Nennen Sie ein Beispiel für Geltungskonsum.

    Lösung

    Exorbitant teure Weine, Luxusuhren, Sportwagen, aber auch Produkte wie exklusive Bio-Nahrungsmittel oder Hybrid- und Elektroautos wie Toyota Prius oder Tesla Model S.
  • Wie lässt sich der optimale Preis für ein neues Produkt finden?

    Lösung

    Zum Beispiel mit der Gabor-Granger-Methode: Dabei wird gefragt, mit welcher Wahrscheinlichkeit man ein Produkt zu einem bestimmten Preis kaufen würde. Eine andere Möglichkeit ist das van Westendorp-Modell. Dabei werden Aussagen zu Preiserwartungen und Preisakzeptanz in verschiedenen Preiskategorien gebildet. Auf dieser Basis lässt sich mittels Befragungen die Preisakzeptanz ermitteln.
  • Welche Vor- und Nachteile haben Empfehlungssysteme aus Konsumentensicht?

    Lösung

    Empfehlungssysteme können Konsumenten auf Produkte aufmerksam machen, die für ihre spezifischen Konsummotive passend sind. Dies wird von Konsumenten v. a. in unübersichtlichen Märkten (z. B. Musik, Bücher) geschätzt. Problematisch dabei ist, dass dabei faktisch die Wahlfreiheit der Konsumenten eingeschränkt wird – Konsumenten befinden sich in einer Art «Filterblase» und bekommen gar nicht mit, dass es noch andere Produkte außerhalb der von ihnen bisher präferierten Bereiche gibt.
  • Was ist Kundenorientierung und worin manifestiert sie sich?

    Lösung

    Kundenorientierung ist eine Geschäftsstrategie, nach der ein Unternehmen sein Wirken insbesondere an den Bedürfnissen und Erwartungen der Kunden orientiert. Das ist nicht selbstverständlich, denn eine Geschäftsstrategie könnte sich auch an anderen Zielgrößen orientieren, beispielsweise am technisch Machbaren.

    Kundenorientierung wird manchmal als Schlagwort missbraucht, beispielsweise zum Verkauf nicht überprüfter Seminarangebote.

    Kundenorientierung manifestiert sich insbesondere in einer Unternehmenskultur, die von Dienstleistungsbereitschaft geprägt ist. Sie manifestiert sich aber auch in funktionierenden Geschäftsprozessen, denn ohne diese kann Kundenorientierung nicht umgesetzt werden.
  • Wo und wodurch lässt sich Kundenorientierung am besten vermitteln?

    Lösung

    Kundenorientierung wird am besten durch Mitarbeiter mit Kundenkontakt vermittelt. Diese sollten kompetent, freundlich und motiviert sein, über vertrauenerweckende Umgangsformen verfügen und eine ausgeprägt soziale Seite haben.

    Auch alle anderen Mitarbeiter sollten das Wohl des Kunden im Auge haben.

    Begünstigend ist außerdem eine hohe Mitarbeiterzufriedenheit.
  • Welche einfache Bedeutung verbirgt sich hinter dem komplizierten Begriff „Diskonfirmationsparadigma“?

    Lösung

    Das Diskonfirmationsparadigma besagt, dass Kunden Erwartungen an eine Dienstleistung haben und dass sie die effektiv erbrachte Leistung mit ihren Erwartungen vergleichen.

    Kunden sind gemäß Diskonfirmationsparadigma zufrieden, wenn die erbrachte Dienstleistung die Erwartungen erfüllt oder übertrifft. Sie sind unzufrieden, wenn die erbrachte Dienstleistung die Erwartungen nicht erreicht.
  • Wie erklärt sich Kundenzufriedenheit nach dem Kano-Modell?

    Lösung

    Das Kano-Modell postuliert, dass Kundenzufriedenheit auf drei unterschiedlichen, unabhängigen Arten von Merkmalen besteht: aus Basismerkmalen, Leistungsmerkmalen und Begeisterungsmerkmalen.

    Die Erfüllung von Basismerkmalen wird vom Kunden als selbstverständlich erachtet. Werden sie erfüllt, machen sie nicht zufrieden. Werden sie aber nicht erfüllt, machen sie unzufrieden.

    Die Erfüllung von Leistungsmerkmalen wird vom Kunden zwar auch erwartet, aber Leistungsunterschiede werden toleriert (was allerdings mehr oder weniger Zufriedenheit zur Folge hat). Leistungsmerkmale können sowohl Zufriedenheit als auch Unzufriedenheit auslösen.

    Begeisterungsmerkmale werden vom Kunden nicht erwartet, daher können sie keine Unzufriedenheit auslösen. Treten sie aber ein, so können sie besonders hohe Zufriedenheit auslösen.
  • Ist es ratsam, Kunden stets zu begeistern?

    Lösung

    Obwohl dies von manchen überschwänglichen Marketing-Autoren postuliert wird, ist es nicht ratsam, die Kunden stets begeistern zu wollen. Kunden wünschen in der Regel nicht, übermäßig begeistert zu werden, sondern sie wollen auch einfach mal in Ruhe ihre Gewohnheitseinkäufe erledigen können. Außerdem passen sich die Erwartungen der Kunden mit der Zeit nach oben an, sodass immer aufwendigere Begeisterungsmaßnahmen angeboten werden müssen – was sich in höheren Kosten niederschlägt.
  • Wie kann man Kundenzufriedenheit messen?

    Lösung

    Eine Möglichkeit besteht in der Auswertung objektiver Daten, zum Beispiel zum Beispiel der Häufigkeit von Reklamationen oder Vertragsverlängerungen.

    Eine andere Möglichkeit besteht in der Erfassung subjektiver Daten, zum Beispiel mittels Fragebögen oder Interviews. Seltener kommen Verfahren wie der Implizite Assoziationstest zum Einsatz. Diese sind aufwendiger, bieten aber potentiell Einblicke in nicht bewusst zugängliche Facetten der Kundenzufriedenheit.

    Eine weitere Möglichkeit besteht aus der Auswertung von Kundendaten, etwa mittels Multidimensionaler Skalierung oder Conjoint-Analyse. Auf diese Weise entstandene Ergebnisse sind theoretisch nicht immer gut zu begründen und müssen daher durch Interviews oder Fragebögen ergänzt werden.

    Auch die Critical Incident Technique gibt Hinweise auf Kundenzufriedenheit. Dabei werden Kunden nach besonders negativen oder positiven Ereignissen befragt, da diese als besonders wichtig für die Kundenzufriedenheit erachtet werden.

    In der Praxis kann zur Erhebung von Kundenzufriedenheit auch SERVQUAL eingesetzt werden, sollte dann aber um weitere, spezifische Merkmale erweitert werden.

    Populär und verbreitet ist der Net Promoter Score.
  • Welche Vor- und Nachteile hat der Net Promotor Score?

    Lösung

    Der Net Promoter Score ist sehr einfach und sehr kurz, aber auch weniger genau und weniger aussagekräftig als andere Verfahren. Der NPS kann andere Verfahren ergänzen, aber nicht ersetzen.
  • Welchen Nutzen bringt es, wenn ein Ladengeschäft einen Briefkasten für Beschwerden aufstellt?

    Lösung

    Ein solcher Briefkasten ist eine kostengünstige, einfach zu implementierende Möglichkeit zur Erfassung von Lob und Beschwerden. Die so erhaltenen Informationen sind von großer Relevanz, denn sie gehen direkt von den betroffenen Kunden aus. Unternehmen sollten solche Möglichkeiten nutzen, um «unvoiced complaints» zu vermeiden. Wichtig ist, dass die so erhobenen Daten nicht nur gesammelt, sondern auch analysiert und zur Verbesserung genutzt werden.
  • Weshalb sollten Unternehmen versuchen, ihre Kunden an sich zu binden – und wie erreichen sie dies?

    Lösung

    Insbesondere deshalb, weil das Gewinnen neuer Kunden schwieriger ist als das Binden bestehender Kunden. In diesem Sinne ist Kundenbindung für Unternehmen eine Vereinfachungsstrategie, die den Absatz fördert. Damit Unternehmen Kundenbindung erreichen, müssen rationale ebenso wie emotionale Aspekte angesprochen werden. Als rationale Aspekte kommen zum Beispiel die Lage des Geschäfts oder Leistungsunterschiede in Frage, als emotionale Aspekte Zufriedenheit, Vertrauen oder Erlebnisse.

    Nicht alle Gründe für Kundenbindung sind positiv zu bewerten. So werden zum Beispiel vertragliche Bindungen (etwa bei Mobilfunkverträgen) von Kunden häufig als Gebundenheit anstatt als Verbundenheit empfunden und daher negativ bewertet.
  • Wie lässt sich Kundenbindung erfassen?

    Lösung

    Die bloße Betrachtung von Umsatz oder Marktanteil genügt nicht. Besser sind die Dauer der Kundenbindung oder die Abwanderungsrate, doch diese Maße erlauben nur eine Rückschau. Nützlicher sind Maße wie die Wiederkaufsabsicht, das Vertrauen oder das Commitment der Kunden.
  • Welche Faktoren sind gemäß Investment-Modell der Paarbindung auch für die Kundenbindung ausschlaggebend?

    Lösung

    Zufriedenheit mit der Beziehung, Attraktivität der Alternativen sowie bereits geleistete Investitionen in die Beziehung.
  • Welche Indikatoren lassen Rückschlüsse auf die Erfolgschancen neuer Produkte zu?

    Lösung

    Vor der Lancierung können Produkttests Hinweise auf den Erfolg liefern. Nach der Lancierung sind Wiederkaufrate und Wiederkaufabsicht wichtige Indikatoren.
  • Was ist bei der Gestaltung des Namens und der Verpackung eines Produktes zu beachten?

    Lösung

    Diese sollten stimmig sein und zum Produkt und seinem Image passen. Weitere Kriterien sind gute Ästhetik, angemessene Auffälligkeit und das Wecken von passenden und positiven Assoziationen.
  • Wieso sollte man sich Gedanken zur Positionierung machen?

    Lösung

    Da sich in vielen Märkten die Produkte in ihrem Grundnutzen kaum unterscheiden, kann Positionierung ratsam sein, um im Wettbewerb bestehen zu können und um die relevanten Eigenschaften des eigenen Angebots klar umsetzen und kommunizieren zu können. Wichtige Positionierungsstrategien sind Kostenführerschaft, Konzentration auf ein Marktsegment und Differenzierung.
  • Nennen Sie Beispiele für Zusatznutzen.

    Lösung

    Ein Zusatznutzen ist eine Funktion, die das Produkt neben seinem eigentlichen Zweck erfüllt. Bei einem Auto beispielsweise ein Glasschiebedach, bei einem Waschmittel ein besonders angenehmer Duft. Gelegentlich wird ein Zusatznutzen mit der Zeit selbst zum Hauptnutzen, etwa bei Functional Food.
  • Wozu dienen Positionierungsmodelle?

    Lösung

    Sie bieten einen Überblick über die Positionierung der Angebote auf einem Markt und erlauben es, potentielle Marktlücken und vernachlässigte Zielgruppen zu entdecken.
  • Anhand welcher Merkmale lassen sich Kunden zu Zielgruppen zuordnen?

    Lösung

    • Demografische Merkmale (Alter, Geschlecht, Familienstand, …)
    • Soziografische Merkmale (Einkommen, Beruf, Wohnverhältnisse, …)
    • Regionale Merkmale (Wohnort, Wohngegend, …)
    • Physische Merkmale (Body-Mass-Index, Haut- und Haartyp, …)
    • Verhaltensmerkmale (Preisorientierung, Mediennutzung, Einkaufsstättenwahl, …)
    • Psychografische Merkmale (Werte, Glaubenssätze, Einstellungen, Lebensstil, …)
  • Welchen Nutzen hat Kundensegmentierung für Anbieter?

    Lösung

    Durch den Fokus auf ein bestimmtes Kundensegment können sowohl das Angebot wie auch die Kommunikation auf dessen Bedürfnisse ausgerichtet werden.
  • Wie würden Sie in einem Unternehmen die Einführung von Qualitätsmanagement begründen?

    Lösung

    Nur ein qualitativ gutes Produkt setzt sich langfristig durch, denn Qualität ist ein Hauptgrund für Kundenzufriedenheit. Informationen über Qualitätsmängel eines Produktes verbreiten sich heute sehr schnell und können einen langfristigen Image-Schaden zur Folgen haben.
  • Welche Arten von Qualität kann man unterscheiden?

    Lösung

    • Prüfqualität: Betrifft Eigenschaften, die man vor dem Kauf prüfen kann (z. B. den modischen Schnitt einer Jeans).
    • Erfahrungsqualität: Betrifft Eigenschaften, die sich erst mit der Zeit zeigen (z. B. die Widerstandsfähigkeit des Jeansstoffs).
    • Vertrauensqualität: Betrifft Eigenschaften, hinsichtlich derer man dem Anbieter vertrauen muss, da man sie als Konsument nicht selbst prüfen kann (z. B dass die Jeans unter fairen Arbeitsbedingungen hergestellt wurden).

    Die strikte Trennung zwischen den drei Arten von Qualität gilt heute nicht mehr, da im Internet Produktbewertungen von anderen Konsumenten und Verbraucherorganisationen verfügbar sind.
  • Wie kann man Qualität messen?

    Lösung

    Bei Produkten durch Produkttests, bei denen z. B. die Bedienbarkeit oder die physische Stabilität geprüft wird. Bei Dienstleistungen durch Messung der Lücke zwischen der Erwartung des Kunden und der Erfüllung durch den Dienstleister (Gap-Modell). Je kleiner diese Lücke, desto höher die Dienstleistungsqualität.
  • Welche Unterschiede bestehen zwischen Sekundär- und Primärmarktforschung?

    Lösung

    Sekundärmarktforschung analysiert bereits bestehende Daten, was oft günstiger und schneller ist, als wenn neue Daten erhoben werden müssten. Häufig ist Sekundärmarktforschung der Primärmarktforschung vorgeschaltet. Im Gegensatz zur Primärmarktforschung kann auf ein eigenes Untersuchungsdesign verzichtet werden.

    Primärmarktforschung wird insbesondere dann durchgeführt, wenn eine Sekundärmarktforschung zu wenige brauchbare Informationen geliefert hat. Dann wird ein eigenes, genau auf die Fragestellung passendes Untersuchungsdesign definiert und es werden passende Daten erhoben.
  • Nennen Sie typische Beispiele für Sekundär- und Primärmarktforschung.

    Lösung

    Sekundärmarktforschung:
    • Welchen Einfluss hat eine Fairness-Zertifizierung auf unser Unternehmensimage?
    • Welche Zielgruppen legen Wert auf Bio-Labels?
    • Welche Funktionen wünschen sich Konsumenten von einer Smartwatch?

    Primärmarktforschung:
    • Wie kommt unsere neuentwickelte Backmischung bei den Konsumenten an?
    • Welche Gründe führen die Kunden unserer Bank an, wenn sie Ihr Konto bei uns auflösen?
    • Welches Image hat unsere Region bei Touristen?
  • Vergleichen Sie die typischen Eigenschaften der quantitativen und der qualitativen Marktforschung.

    Lösung

    Quantitative Marktforschung:
    • Fragestellung: In die Breite gehend; Antworten auf das „Wie viel“ und „Wie stark“ (Häufigkeit, Intensität)
    • Ablauf: Entlang eines strukturierten Fragebogens
    • Durchführung: Instruierter Interviewer oder automatisiert
    • Dauer: Maximal 1 Stunde, rasche Durchführung
    • Zielperson: Repräsentative Stichprobe
    • Umfang/Größe: Große Stichprobe, von 100 bis mehrere Tausend
    • Resultate: Statistisch gesicherte Aussagen über die Grundgesamtheit; Hochrechnung möglich

    Qualitative Marktforschung:
    • Fragestellung: In die Tiefe gehend; Antworten auf das „Wie“ und „Warum“ (Motive, Beweggründe)
    • Ablauf: Offene Gesprächsführung anhand eines Gesprächsleitfadens
    • Durchführung: Psychologisch geschulter Interviewer
    • Dauer: 0,5 bis 4 Stunden, zeitaufwändig
    • Zielperson: Ausgewählte Personen
    • Umfang/Größe: Kleine Stichprobe, 10 bis 100 Gespräche oder wenige 8-10er Gruppen
    • Resultate: Tendenzen, Hinweise, Zusammenhänge, Motive; keine Hochrechnung möglich
  • Welche Vor- und Nachteile haben Online-Befragungen im Rahmen der Marktforschung?

    Lösung

    Persönliche Befragung:
    • Vorteile: (1) Hohe Erfolgsquote; (2) Auch Verhalten kann beobachtet werden (z. B. emotionale Reaktionen); (3) Flexibilität bei Fragenformen und -reihenfolge
    • Nachteile: (1) Hoher Aufwand und hohe Kosten; (2) Interviewer-Bias

    Telefonische Befragung:
    • Vorteile: (1) Kurzfristig umsetzbar; (2) Geringere Kosten als bei persönlicher Befragung
    • Nachteile: (1) Kein Bildmaterial und keine optischen Darstellungen verwendbar; (2) Interviewer-Bias möglich

    Schriftliche Befragung:
    • Vorteile: (1) Kein Interviewer-Bias; (2) Befragter steht nicht unter Zeitdruck
    • Nachteile: (1) Teilweise geringe Rücklaufquoten; (2) Keine Kontrolle über Reihenfolge und Zeitpunkt der Befragung

    Online-Befragung:
    • Vorteile: (1) Kurzfristig umsetzbar; (2) Flexible und dynamische Fragebogen möglich; (3) Einfacher Einsatz von Bild, Ton und Video; (4) Niedrige Kosten
    • Nachteile: (1) Technische Probleme möglich; (2) Teilweise geringes Involvement der Befragten
  • Was ist unter „Big Data“ zu verstehen, und welche Hoffnungen werden damit verbunden?

    Lösung

    Unter Big Data versteht man die systematische Auswertung großer Datenmengen, möglichst aus unterschiedlichen Datenquellen (z. B. Kundenkarten oder Website-Protokolle). In der Marktforschung erhofft man sich davon insbesondere eine genauere Charakterisierung von Konsumenten.
  • Wozu braucht ein Ladendesigner eine Eye-Tracking-Brille?

    Lösung

    Mit einer Eye-Tracking-Brille kann erfasst werden, wo die Aufmerksamkeit eines Kunden beim Gang durch den Laden hinfällt. So ergeben sich Hinweise auf die typischen Blickpfade im Laden und darauf, wo Produkte idealerweise platziert werden sollten.
  • Wieso sollte beim Testen von Produktvarianten auf eine identische Testumgebung geachtet werden?

    Lösung

    Weil schon kleine Veränderungen in der Testumgebung dazu führen können, dass die Produktvarianten unterschiedlich beurteilt werden. Zum Beispiel sollten verschiedene Varianten einer Pizza alle mit derselben Temperatur verköstigt werden.
  • Wozu sind Hedoniktests gut?

    Lösung

    Um Geschmackspräferenzen aufzudecken. Obwohl auch andere Faktoren, etwa Preis und Verpackung, über den Erfolg entscheiden: Ein Lebensmittel, das nicht schmeckt, wird kein zweites Mal gekauft.
  • Was wird im Usability-Labor typischerweise getestet?

    Lösung

    Insbesondere die Bedienbarkeit von Websites und Software, aber auch von Produkten oder Verpackungen.
  • Wieso bestehen gegenüber Werbung Vorbehalte?

    Lösung

    Insbesondere weil sie dazu dient, Einstellungen und Emotionen der Rezipienten von Werbung zu beeinflussen. Im Falle kommerzieller Werbung ist das Ziel dieser Beeinflussung der Kauf von Gütern. Dies kann als Verführung zum Konsum betrachtet werden. Außerdem, weil kommerzielle Werbung tendenziell eine materialistische Werthaltung in der Gesellschaft fördert.
  • Welche Funktionen hat Werbung für Konsumenten?

    Lösung

    • Wissensfunktion: Konsumenten beziehen aus Werbung Informationen über Anbieter, Produkte und Dienstleistungen.
    • Unterhaltungsfunktion: Gut gemachte, kurzweilige Werbung hat Unterhaltungswert und wird von den Rezipienten oft sogar bewusst nachgefragt (z. B. auf Youtube).
    • Normen: Konsumenten leiten aus dem in Werbung gezeigten Verhalten Normen für ihr eigenes Verhalten ab.
    • Emotionen: Werbung spricht oft Emotionen an. Ob dadurch emotionale Bedürfnisse eher befriedigt oder überhaupt erst geweckt werden, ist allerdings offen.
    • Identität: Werbung unterstützt die Ausbildung von Identität, indem sie die Werte, Emotionen und Einstellungen der Eigengruppe vermittelt.
  • Welche Werbebotschaften eignen sich für eine zentrale Verarbeitung der Information, welche für eine periphere?

    Lösung

    Zentrale Informationsverarbeitung läuft sorgfältig, langsam und bewusst ab. Dafür eignen sich beispielsweise Fakten, Erklärungen, technische Angaben oder detaillierte Beschreibungen konkreter Angebote. Beispiel: technische Angaben zur fortschrittlichen Technik und besonderen Leistungsfähigkeit eines Motorfahrzeugs.

    Periphere Informationsverarbeitung läuft oberflächlich, beiläufig, schnell und gedanklich wenig aufwendig ab. Dafür eignen sich beispielsweise emotionale Botschaften, soziale oder erotische Hinweisreize oder ästhetische Cues. Beispiel: Schnittiger Wagen auf leerer Landstraße vor schönem Sonnenuntergang.
  • Ist Markenbewusstsein erforderlich, damit Werbung wirkt?

    Lösung

    Nein. Auch periphere verarbeitete Botschaften können Einstellungsänderungen bewirken.
  • Wie funktioniert emotionale Werbung?

    Lösung

    Emotionale Werbung versucht, positive Stimmungen und Gefühle zu erzeugen und diese mit der beworbenen Marke zu verbinden. Dazu nutzt sie insbesondere Humor, Furcht und Erotik.
    • Humor weckt Aufmerksamkeit und führt zu Sympathie gegenüber der Werbung, ist aber sehr zielgruppenspezifisch und passt nicht zu jedem Angebot.
    • Furcht weckt Aufmerksamkeit. Sie eignet sich auch, um Einstellungen zu beeinflussen – solange die Botschaft als relevant eingeschätzt wird und Wege zur Abwendung von Gefahr vermittelt werden.
    • Erotik weckt Aufmerksamkeit, aber es ist sehr wahrscheinlich, dass damit vom Produkt eher abgelenkt wird. Ob erotische Werbung wirklich die Werbebotschaft unterstützt, wird in Frage gestellt.
  • Was spricht für die Verwendung von Bildern anstatt Text in der Werbung?

    Lösung

    Bilder wirken stärker als Text, denn sie sind unmittelbarer. Sie lassen sich schneller und leichter verarbeiten und wecken daher eher Aufmerksamkeit. Man kann sich Bildbotschaften weniger entziehen als Textbotschaften.
  • Wie antworten Sie, wenn von Ihnen eindeutige Farbempfehlungen gewünscht werden?

    Lösung

    Durch Hinweis darauf, dass Farbe zwar zur Stimmigkeit eines Werbesujets beitragen kann, dass aber die Befundlage zur Wirkung von Farbe keine eindeutigen Farbempfehlungen zulässt. Farbe vermag gegebenenfalls bestimmte Assoziationen auszulösen. Z. B. wird Rot oft mit Liebe und Erotik assoziiert – aber auch mit Aggressivität.
  • Funktioniert subliminale Werbung, und würden Sie diese empfehlen?

    Lösung

    Sie funktioniert, aber nur schwach, indem sie milde Aktivierung oder ein leicht erhöhtes Verlangen nach einer Produktkategorie hervorrufen mag. Zu empfehlen ist sie nicht, denn erstens ist die Wirkung zu schwach, und zweitens ist unmerkliche Beeinflussung ist unmoralisch.
  • Was spricht für die Messung von Werbewirkung? Und was spricht dagegen?

    Lösung

    • Das «Bauchgefühl der Kreativen» könnte falsch sein.
    • Messung setzt Anreize, bei der Gestaltung von Werbung deren Ziel nicht aus den Augen zu verlieren.
    • Zielgruppen wandeln sich, daher kann sich auch der beste Werbepraktiker bei der Einschätzung, wie die Zielgruppe anzusprechen sei, täuschen.
    • Pretests bieten eine gewisse Absicherung für den Fall, dass die Kampagne nicht von Erfolg begleitet ist. Man braucht sich hinterher nicht vorzuwerfen, dass man nicht das Beste versucht hat, und man erhält Hinweise darauf, dass außer der Kampagne noch andere Faktoren für das Ausbleiben des Erfolgs verantwortlich sein dürften.
    • Posttests weisen auf Möglichkeiten zur Verbesserung der Werbung hin.
  • Wer überprüft, ob Werbung Schranken überschreitet?

    Lösung

    Zuallererst sollten dies die Werbetreibenden selbst tun, indem sie moralisch handeln. Darüber hinaus gibt es in vielen Ländern Einrichtungen der freiwilligen Selbstkontrolle. Wo dies zu kurz greift oder bei besonders wichtigen Produkten (z. B. Medikamente) sind Gesetze erforderlich.
  • Welche Werbeformate gibt es?

    Lösung

    Werbung tritt in den unterschiedlichsten Formaten auf, nicht nur als Plakat, TV-Spot oder Web-Banner. Beispiele für weitere Werbeformate sind: Direktmarketing, Word-of-mouth-Marketing, Sponsoring oder Verkaufsförderung.
  • Was ist bei Werbung im Internet anders?

    Lösung

    Weniger, als man meinen könnte: Das Internet macht nicht alle früheren werbepsychologischen Erkenntnisse obsolet. Werbung im Internet bietet aber insbesondere die Möglichkeit, Zielgruppen spezifischer anzusprechen. Zur Gestaltung von Werbung im Internet besteht noch kein Konsens, aber es besteht die Gefahr, dass sie zu aufdringlich gestaltet wird (z. B. blinkende Banner) und Überdruss auslöst.
  • Wie gestaltet man virale Werbung, und wie stehen die Chancen, dass ein Spot viral wird?

    Lösung

    Die Botschaft viraler Werbung sollte sehr anregend und emotional sein, und sie sollte mit Staunen, Witz oder Überraschung verbunden sein. Es ist allerdings sehr schwierig, Werbung zu gestalten, die vorhersagbar solche Reaktionen auslöst. Die Chancen dafür, dass ein Spot viral wird, sind daher gering.
  • Welche Funktion haben Images für Anbieter und für Konsumenten?

    Lösung

    Für Konsumenten haben Images vor allem eine Vereinfachungsfunktion. Sie helfen dabei, das komplexe Angebot auf unübersichtlichen Märkten zu überblicken. Dabei umfassen Images nicht nur «weiche Restgrößen», sondern durchaus auch nüchterne Fakten, z. B. den Preis.

    Anbieter versuchen mit ihren Images bei den Konsumenten einen allgemein positiven, sympathischen Eindruck zu hinterlassen, der die relevanten Eigenschaften der Marke wahrnehmbar macht. Außerdem lassen sich mittels Imagetransfer die positiven Eigenschaften eines bestehenden Angebots auf ein neu einzuführendes Angebot übertragen, sodass Werbeaufwand eingespart werden kann.
  • Nennen Sie ein Beispiel für einen Imageeffekt.

    Lösung

    Die Bewertung von Zeitungsartikeln durch ihre Leser hängt davon ab, in welcher Zeitung der Text abgedruckt wird. Erscheint ein Artikel in der Süddeutschen Zeitung, so wird er eher als seriös und glaubwürdig eingeschätzt als wenn derselbe Text in der Bildzeitung erscheinen würde.
  • Was leisten die bildgebenden Verfahren aus den Neurowissenschaften in der Wirtschaftspsychologie?

    Lösung

    Sie zeigen Bilder von der Gehirnaktivität, beispielsweise beim Trinken einer Limonade, beim Betrachten von Werbung oder beim Denken an eine Marke. Im Idealfall lässt sich so zeigen, ob ein Produkt Gefallen findet oder nicht. Allerdings lässt sich dies auch einfacher herausfinden. Oft bleibt das eigentlich Interessante verborgen – zum Beispiel, warum eine Limonade als gut beurteilt wird, welche Assoziationen damit verbunden werden, oder wie groß die Zahlungsbereitschaft dafür ist.
  • Inwiefern müssen Versprechungen aus dem Neuro-Marketing kritisch beurteilt werden?

    Lösung

    • Bei vielen Anwendungen bildgebender Verfahren im Neuro-Marketing bleibt das eigentlich Interessante verborgen.
    • Die Neurowissenschaften haben ein glaubwürdiges Image – daher wirken Studienergebnisse oder Marketingstrategien, die mit dem Zusatz «Neuro» versehen werden, oftmals glaubwürdiger und aussagekräftiger, als sie wirklich sind.
    • Oftmals werden unter dem Label «Neuro-Marketing» Ergebnisse als neu oder gar revolutionär verkauft, die das gar nicht sind.
  • Welche Forschungsmethode wird typischerweise bei der Arbeitsanalyse eingesetzt?

    Lösung

    In Frage kommen sämtliche auch sonst in der Psychologie eingesetzten Verfahren. Aus Zeit- und Kostengründen werden aber meist standardisierte Fragebögen eingesetzt. Ein Beispiel dafür ist der Job Diagnostic Survey von Hackman und Oldman. Ein neuerer Fragebogen ist der Work Design Questionnaire (WDQ) von Morgeson und Humphrey.
  • Welche Kriterien erfüllt eine gut gestaltete Aufgabe?

    Lösung

    • Benutzerorientierung: Die Erfahrungen und Fähigkeiten der Beschäftigten werden berücksichtigt.
    • Vielseitigkeit: Die Aufgaben erfordern eine angemessene Vielfalt von Fertigkeiten und Aktivitäten.
    • Ganzheitlichkeit: Die Aufgabe wird als ganzheitliche Arbeitseinheit statt als Bruchstück davon erkennbar.
    • Bedeutsamkeit: Der Beitrag der Aufgabe zum Ganzen ist erkennbar.
    • Handlungsspielraum: Reihenfolge, Tempo und Vorgehen können in angemessener Weise variiert werden.
    • Soziale Rückmeldung: Arbeitstätige erhalten zur Qualität ihrer Arbeit Rückmeldung von Kollegen und Vorgesetzten.
    • Entwicklungsmöglichkeit: Die Aufgabe bietet Gelegenheit zur Weiterentwicklung.
  • Wie kann man Monotonie bei der Arbeit zuvorkommen?

    Lösung

    Insbesondere durch Job Rotation (Mitarbeiter tauschen ihre Aufgaben untereinander), Job Enlargement (die Anzahl der Aufgaben einer Stelle wird vergrößert), Job Enrichment (die Aufgaben einer Stelle werden qualitativ erweitert).
  • Welche Probleme bringt Arbeit im Home Office mit sich?

    Lösung

    Es besteht die Gefahr sozialer Isolation. Zudem wird die Kommunikation erschwert.
  • Was motiviert Menschen zur Arbeit?

    Lösung

    Menschen sind durch eine ganze Reihe von extrinsischen Motiven (z. B. Geld) und intrinsischen Motiven (z. B. Leistung) zur Arbeit motiviert. Gemäß dem Job Characteristics Model sind bestimmte Merkmale von Arbeit besonders förderlich für die intrinsische Motivation: Vielfalt, Ganzheitlichkeit, Bedeutung, Autonomie und Rückmeldungen über die Ergebnisse. Motivierend wirkt auch Flow: Ein Zustand optimaler Aktivierung, der sich einstellt, wenn eine angemessen schwierige Aufgabe bearbeitet wird. Auch gute Ziele motivieren zur Arbeit. Diese sind (wie beim Flow) angemessen schwierig, und zudem klar spezifiziert. Sind sie zudem inhaltlich akzeptiert, erhöht dies die Motivation zusätzlich.
  • Wie beurteilen Sie die Maslow-Pyramide?

    Lösung

    Die Maslow-Pyramide ist verbreitet und wirkt intuitiv plausibel, ist aber kein gutes Modell für die menschliche Motivation. Motive bauen nämlich nicht zwingend aufeinander auf, und die vorgeschlagenen Motivklassen bilden die menschliche Motivstruktur nicht wirklichkeitsgetreu ab.
  • Wie kann man Burnout begegnen?

    Lösung

    Insbesondere durch Reduktion der Belastung und durch Aufbau von Ressourcen. Konkrete Beispiele:
    • Stressbewältigungstrainings, Selbstmanagement, Erlernen von Entspannungstechniken, Raucherentwöhnung, Gewichtsreduktion oder Sport (Verhaltensprävention).
    • Gute Arbeitsgestaltung, ein Fitnessstudio in der Firma, gesundes Essen in der Kantine. (Verhältnisprävention).

    Wünschenswert ist dabei stets die möglichst frühzeitige Anwendung solcher Maßnahmen.
  • Was ist mit „Systemsicherheit“ gemeint und wie erreicht man diese?

    Lösung

    Systemsicherheit meint die Herstellung von Sicherheit als aktive Leistung. Zu diesem Zweck werden mehrere unabhängige Sicherheitsbarrieren aufgestellt. Genauso wichtig ist eine von den Führungskräften und Mitarbeitern geteilte Sicherheitskultur. Systemsicherheit ist vor allem in potentiell sehr gefährlichen Arbeitsumgebungen notwendig, z. B. in Atomkraftwerken oder in der Luftfahrt.
  • Inwiefern kann Gruppenarbeit die Produktivität vermindern?

    Lösung

    Stimmen die Voraussetzungen für Gruppenarbeit nicht, kann dadurch die Produktivität in Mitleidenschaft gezogen werden. Bei Gruppenarbeit drohen Motivationsverluste, insbesondere durch Trittbrettfahren, bei dem sich die Gruppenmitglieder bewusst weniger anstrengen, und durch soziales Faulenzen, bei dem die individuelle Leistung unbewusst abfällt. Auch soziale Angst kann auftreten und die Motivation schmälern, insbesondere, wenn subjektiv wichtige Kollegen in der Gruppe sind. Meinen Gruppenmitglieder, dass sich andere wie Trittbrettfahrer verhalten, droht der Sucker-Effect: Reduktion der Leistung, um nicht ausgebeutet zu werden.

    Auch verschiedene Merkmale von Arbeitsgruppen können sich negativ auf die Produktivität auswirken:
    • Ist die Gruppe zu klein, fehlt es an Arbeitskraft.
    • Ist die Gruppe zu groß, drohen Koordinations- und Motivationsverluste.
    • Besteht die Gruppe nur kurz, kann sie nicht genug Fahrt aufnehmen.
    • Besteht sie zu lange, kann sie in eingefahrenen Mustern gefangen bleiben.
    • Bei zu wenig Kontakt mangelt es an Abstimmung und Verständnis.
    • Bei zu viel Kontakt wird unter Umständen mehr geredet als umgesetzt.
    • Werden keine Rollen ausgebildet, drohen Verantwortungsdiffusion und Hickhack.
    • Sind die Rollen allzu starr, leiden Flexibilität und Zufriedenheit.

    Während Gruppenarbeit für die Produktion als überwiegend vorteilhaft erachtet wird, ist ihr Nutzen für Management und Verwaltung unsicher.
  • Wie ist Teambuilding psychologisch zu bewerten?

    Lösung

    Eine Ansammlung von zusammenarbeitenden Menschen ist nicht automatisch eine harmonierende Arbeitsgruppe. Deshalb wird hier und da Teambuilding durchgeführt, in der Hoffnung, durch Gespräche, Workshops und gemeinsame Aktivitäten die zwischenmenschlichen Aspekte und damit das Wohlbefinden und die Leistungsfähigkeit der Gruppe zu verbessern.
  • Gibt es so etwas wie die „Unternehmerpersönlichkeit“?

    Lösung

    Inzwischen haben mehrere Metaanalysen gezeigt, dass es tatsächlich eine Reihe von psychologischen Eigenschaften gibt, die den Erfolg von Unternehmern begünstigen. Dazu gehören nach Frese und Gielnik (2014) insbesondere Merkmale wie Selbstwirksamkeitserwartung, Leistungsmotivation, Eigeninitiative, Innovativität, Stresstoleranz, Unabhängigkeit, Offenheit für Erfahrungen sowie unternehmerisches Denken und eine internale Kontrollüberzeugung.
  • Genügt ein starker Wille, um als Unternehmer erfolgreich zu sein? Warum?

    Lösung

    Immer wieder findet sich in Manager-Erbauungsliteratur der Hinweis, dass man für erfolgreiches Unternehmertum bloß über einen starken Willen verfügen muss – aber das stimmt nicht. Ein starker Wille ist zwar hilfreich (im Sinne der Leistungsmotivation, die eine Unternehmerpersönlichkeit auszeichnet), genügt aber nicht: Erfolgreiches Unternehmertum bedarf insbesondere großen Wissens.
  • Was wird unter dem Begriff „unternehmerische Findigkeit“ verstanden?

    Lösung

    Mit dem Begriff der unternehmerischen Findigkeit ist die Fähigkeit gemeint, geschäftliche Möglichkeiten zu entdecken, ohne spezifisch danach gesucht zu haben.
  • Was besagt die Planning Fallacy?

    Lösung

    Die von Kahneman und Tversky (1979) angesprochene «Planning Fallacy» besagt, dass Menschen dazu neigen, die für Projekte benötigte Zeit zu unterschätzen. Grund ist insbesondere, dass zu wenige Informationen herangezogen werden. Beispielsweise wird häufig zu wenig berücksichtigt, wie lange vergleichbare Projekte in der Vergangenheit gedauert haben oder wie lange andere Personen für ähnliche Projekte gebraucht haben.
  • Was raten Sie jemandem, der sich selbst besser managen will?

    Lösung

    • Bewusstsein über Ablenkungen schaffen, und dass Ablenkungen lustvoll, aber hinderlich sind.
    • Sich schriftlich kurz- und langfristige Ziele setzen und sich an diese erinnern.
    • Informationen schriftlich festhalten, um das Gedächtnis zu entlasten.
    • Führung einer nach Priorität geordneten Aufgabenliste. Die Aufgabe mit der höchsten Priorität als erste bearbeiten.
    • Einen Kalender führen, in den Termine und Zeit zur Erledigung von Aufgaben eingetragen werden.
    • Beim Selbstmanagement die Planning Fallacy berücksichtigen.
    • Seine Ziele einer Vertrauensperson offenbaren.
    • Sich bei Zielerreichung belohnen (aber bei Nichterreichen nicht bestrafen).
    • Zuerst die unangenehmen Aufgaben erledigen.
    • Gewohnheiten entwickeln beim Selbstmanagement.
    • Den Arbeitsplatz ablenkungsfrei gestalten.
    • Periodisch über die eigenen langfristigen Pläne nachdenken.
    • Die individuelle, tägliche Leistungskurve berücksichtigen. Pausen einbauen, Intensität variieren.
    • Produktivitätskiller vermeiden: unstrukturierte Sitzungen, Lärm, Unterbrechungen, Lärm, Chat, Facebook, Youtube…
    • Wichtig: Wissen, dass man diese Regeln nicht immer vollständig einhalten kann – dass man sich aber dennoch darin üben sollte.
  • Worin liegt der Unterschied zwischen Organisationskultur und Organisationsklima?

    Lösung

    Organisationskultur bleibt weitgehend unterschwellig und bildet sich über einen längeren Zeitraum aus, wohingegen Organisationsklima bewusst wahrgenommen wird und sich kurzfristiger verändern kann. Organisationsklima lässt sich deshalb auch leichter messen und verändern als Organisationskultur. Die Beschäftigung mit Organisationskultur lässt sich auf anthropologische Betrachtungen zurückführen, die Beschäftigung mit Organisationsklima hat ihren Ursprung in der Human-Relations-Bewegung.
  • Welche Ziele werden mit einer Organisationsdiagnose verfolgt?

    Lösung

    Wenn sich eine Organisation mit Wandel, Organisationsentwicklung und Change Management beschäftigen will, muss sie fähig sein, auf Veränderungen zu reagieren. Oder noch besser, diese zu antizipieren. Grundvoraussetzung hierfür ist, dass sie ihre aktuelle Funktionsweise versteht. Zur Gewinnung dieses Verständnisses bietet sich die Organisationsdiagnose an. Konkret könnte eine Organisationsdiagnose zum Beispiel dann angezeigt sein, wenn sich eine Organisation auf anstehende Veränderungen vorbereiten will oder bereits durchgeführte Veränderungen evaluiert werden sollen. Auch eine Verbesserung des Personalwesens oder die Verteilung der organisationalen Ressourcen könnten Themen sein, im Rahmen derer eine Organisationsdiagnose eingesetzt wird.
  • Wie lassen sich Organisationsentwicklung und Change Management voneinander abgrenzen?

    Lösung

    OE involviert sämtliche Betroffenen. Impulse kommen von top-down als auch bottom-up. Im Fokus steht ein langfristiger und ganzheitlicher Ansatz des Wandels, eher nach innen gerichtet (Individuen, Gruppen).

    CM wird eher durch das Management und/oder bestimmte Change Agents top-down vorangetrieben. Es ist eher projektgetrieben und stärker auf einzelne Ziele ausgerichtet. Der Fokus ist eher extern ausgerichtet (Markt, Politik, Technologien).
  • Wovon gehen eigenschaftsorientierte Führungsansätze aus und wie werden diese heute bewertet?

    Lösung

    Eigenschaftsorientierte Ansätze gehen davon aus, dass zeitlich stabile und situationsunabhängige Persönlichkeitseigenschaften für den Erfolg einer Führungskraft verantwortlich sind. Aktuellere Studien bringen tatsächlich einige Eigenschaften mit Führungserfolg in Verbindung, etwa Extraversion und emotionale Stabilität oder Intelligenz, Selbstvertrauen, emotionale Reife, internale Kontrollüberzeugung und hohe Stresstoleranz. Diese Zusammenhänge sind allerdings von geringerem Ausmaß, als früher vermutet wurde.
  • Welchen Führungsstil wünschen Sie sich von Ihrem Vorgesetzten? Und welchen nicht?

    Lösung

    Natürlich gibt es hier individuelle Unterschiede, aber es wünschen sich wohl die wenigsten Mitarbeiter einen sehr autoritären Chef, der nur Anweisungen erteilt, überwacht, kontrolliert und alle Entscheidungen im Alleingang trifft, möglicherweise noch ohne darüber zu informieren. Oder einen Chef, dem es total egal ist, was seine Mitarbeiter überhaupt tun – solange sie keine Probleme machen. Das wäre dann der Laissez-faire-Führungsstil. Die meisten Menschen dürften sich einen Vorgesetzten wünschen, der sie mit seinen Visionen ansteckt und anspornt. Jemand, der ihre Stärken erkennt und anerkennt und gemeinsam mit ihnen herausfordernde Ziele steckt. Jemand, der sie fördert und fordert, an ihrer Meinung interessiert ist und ihnen transparentes und faires Feedback gibt. Einen Vorgesetzten also, der transformational führt.
  • Wie unterscheiden sich transaktionale und transformationale Führung voneinander?

    Lösung

    Führt ein Vorgesetzter transformational, inspiriert, begeistert und motiviert er seine Mitarbeiter durch attraktive, gemeinsame Ziele, regt sie auf der intellektuellen Ebene an, fordert sie heraus und geht individuell auf ihre Bedürfnisse und Fähigkeiten ein. Dem transformational Führenden gelingt es, den Mitarbeitern die Vision, die Mission und auch die Kultur eines Unternehmens in der täglichen Arbeit glaubwürdig zu vermittelt.

    Bei der transaktionalen Führung besteht die Kernaufgabe einer Führungskraft im Festlegen von Zielvereinbarungen, der Kontrolle der Zielerreichung und dem damit verbundenen Belohnen oder Bestrafen der Mitarbeiter. Transaktionale Führung zielt damit eher auf die Steuerung von Prozessen als auf die Vermittlung von Visionen ab. Zwischen dem Vorgesetzten und seinen Mitarbeitern besteht dabei eine eher nüchterne Leistungs-Gegenleistungs-Beziehung.
  • Wozu dient das Mitarbeitergespräch?

    Lösung

    Mitarbeitergespräche sind ein sehr häufig eingesetztes Führungsinstrument. Neben der Übergabe und Kontrolle von Aufgaben dient das Mitarbeitergespräch insbesondere zur Beziehungspflege, zur Besprechung von Leistungen, zur Motivierung und zur Entwicklung des Mitarbeiters.
  • Was ist von komplexitätsreduzierenden Führungsmodellen zu halten?

    Lösung

    Manche dieser «Praktiker-Modelle» haben durchaus eine wissenschaftliche Fundierung, widersprüchliche Befunde und Inkonsistenzen werden aber meist ausgeklammert. Die Lehren, die aus solchen Modellen gezogen werden können, sind oft zu simpel oder schlichtweg banal. Viele Modelle eignen sich daher lediglich für einen groben Überblick, beispielsweise zu Beginn einer Führungskräfteschulung, bieten aber für die später in der Führungspraxis tatsächlich auftretenden Probleme keine Orientierung. Zudem eignen sie sich nur bedingt dazu, wissenschaftliche Hypothesen abzuleiten.
  • Welche Stufen der Konflikteskalation nennt Glasl?

    Lösung

    Glasl nennt neun Stufen: Verhärtung, Debatte, Taten, Koalitionen / Images, Gesichtsverlust, Drohstrategien, Begrenzte Vernichtungsschläge, Zersplitterung und Gemeinsam in den Abgrund.
  • Worin unterscheiden sich Moderation und Mediation?

    Lösung

    Beides sind Formen der begleiteten Konfliktlösung, aber die Mediation wird in der Regel vom Vorgesetzten geleitet, die Moderation von einer neutralen Person, die oft sogar speziell geschult ist. Ein Moderator hat deshalb meist keine eigene Entscheidungskompetenz. Bei der Mediation wird außerdem mehr Gewicht auf die tieferliegenden Gründe eines Konfliktes gelegt. Ziel der Moderation ist die Wiederherstellung der Arbeitsfähigkeit, Ziel der Mediation die Wiederherstellung der Kommunikationsfähigkeit.
  • Weshalb würden Sie einer Organisation zu Wissensmanagement raten?

    Lösung

    Weil Wissen heutzutage in vielen Organisationen die wichtigste Ressource darstellt. Wie mit allen Ressourcen sollte auch mit dem Wissen planvoll und zielorientiert umgegangen werden, damit sie nicht verschwendet wird, sondern Nutzen bewirkt.
  • Welche Aspekte sind beim Wissensmanagement zu beachten?

    Lösung

    Das Prinzip des Wissensmanagements ist grundsätzlich simpel. Nach einer Bestandsaufnahme wird das identifizierte Wissen in Wissenslandkarten, Prozessdokumentationen oder Datenbanken gespeichert. Von dort aus muss es allen Organisationsmitgliedern zugänglich und nutzbar gemacht und kontinuierlich aktualisiert werden.

    Ganz so einfach, wie das klingen mag, ist es in der Praxis nicht immer. Hier gibt es zahlreiche weitere Aspekte zu bedenken, abhängig von der Organisation, den verfügbaren Mitteln, der aktuellen Technik oder der Unternehmenskultur. Um nur vier Beispiele zu nennen, auf die das Münchner Modell des Wissensmanagements (nach Reinmann-Rothmeier, 2001) hinweist:
    • Wissensgenerierung: Wie gelangt eine Organisation zu neuem, für sie relevantem Wissen? Zu diesen Überlegungen gehören die individuellen Lernprozesse der Mitarbeiter, das Gewinnen neuer Mitarbeiter oder der temporäre Einbezug externer Berater ebenso wie die Einrichtung von Qualitätszirkeln, Innovationswerkstätten oder Forschungsabteilungen.
    • Wissensrepräsentation: Wie wird das für die Organisation relevante Wissen identifiziert und abgespeichert? Beim Umgang mit organisationalem Wissen muss ein Reflexions- und Bewertungsprozess stattfinden. Das braucht Zeit und die richtigen Tools.
    • Wissensnutzung: Wissen, das von seinen Adressaten nicht verwendet wird, ist nutzlos. Also müssen geeignete Systeme zum Zugriff auf das Wissen verfügbar und bei den Mitarbeitern bekannt sein.
    • Wissenskommunikation: Wissen nützt nur, wenn es auch kommuniziert wird.
  • Weshalb ist Partizipation in Organisationen nicht immer nützlich?

    Lösung

    Partizipation kann zu einer Zunahme von Konflikten, Verzögerungen im Entscheidungsprozess und Entscheidungen mit zu starkem Kompromisscharakter führen. Wenn eine hohe Partizipationskultur und niedriges Mitarbeiterengagement aufeinandertreffen, droht Verantwortungsdiffusion.
  • Was empfehlen Sie dem CEO vor einer Geschäftsreise nach Indien?

    Lösung

    Andere Länder, andere Sitten! In fremden Ländern zu wirtschaften, erfordert interkulturelle Kompetenz. Prägnant formuliert ist damit gemeint, dass man in fremden Kulturen nicht in Fettnäpfchen tritt. Dazu gehört insbesondere das korrekte Kommunikationsverhalten, zum Beispiel bei der Ansprache, in Verhandlungen oder bei der Wahl des Kommunikationsmittels. Interkulturelle Kompetenz zeigt sich auch in der Wahl der Werbebotschaften. Besonders relevant bei der interkulturellen Kommunikation ist gemäß Brodbeck (2006) die Berücksichtigung der GLOBE-Dimensionen Unsicherheitsvermeidung, Bestimmtheit und Machtdistanz.
  • Welche Fragen sollte sich ein Unternehmen stellen, bevor es den Prozess der Personalauswahl startet?

    Lösung

    Damit ein Unternehmen sein Personalauswahlverfahren zielführend gestalten kann, sollte es sich mit folgenden Fragestellungen auseinandersetzen:
    • Welche Mitarbeiter benötigen wir? Welche Erfahrungen, Eigenschaften, Kenntnisse und Fähigkeiten müssen Mitarbeiter mitbringen, damit sie möglichst viel zum Erfolg der Organisation beitragen?
    • Wo finden wir die benötigten Mitarbeiter? Auf dem internen oder externen Arbeitsmarkt? Direkt an der Hochschule? In welcher Branche sind sie tätig? Auf welche Personalmarketingmaßnahmen reagieren sie besonders?
    • Wie wählen wir die richtigen aus? Wie können jene Mitarbeiter identifiziert werden, die die höchste Erfolgswahrscheinlichkeit versprechen? Welche eignungsdiagnostischen Verfahren bieten sich unter Berücksichtigung eines vernünftigen Kosten/Nutzen-Verhältnisses an?
  • Welche Vor- und Nachteile sehen Sie, wenn ein Unternehmen auf dem internen Arbeitsmarkt rekrutiert?

    Lösung

    Der interne Arbeitsmarkt bietet zahlreiche Vorteile, aber auch Nachteile gegenüber dem externen Arbeitsmarkt:

    Vorteile:
    • Bestehende Mitarbeiter haben die Möglichkeit, sich intern weiterzuentwickeln – sei es fachlich oder im Rahmen eines klassischen hierarchischen Aufstiegs.
    • Die Personalpolitik ist eher transparent und die Mitarbeiter kennen ihre internen Entwicklungsmöglichkeiten.
    • Das Wissen der Mitarbeiter (Produkt- und Prozesskenntnisse) bleibt im Unternehmen bestehen. Mitarbeiter können sich ein internes Standing erarbeiten.
    • Geringe Personalbeschaffungskosten
    • Schnelle Neubesetzung der Vakanz
    • Das Investieren in die Weiterentwicklung der Mitarbeiter und das Ermöglichen von internen Perspektiven haben einen positiven Einfluss auf das Image eines Unternehmens.

    Nachteile:
    • Gefahr der „Betriebsblindheit“. Keine neuen Mitarbeiter von außen, die das Unternehmen aus einem anderen Blickwinkel betrachten und neue Ideen und Anregungen einbringen.
    • Konfliktpotenzial, wenn ehemalige Kollegen auf einmal in einem Vorgesetztenverhältnis zueinander stehen.
    • Durch eine hohe Fluktuation und ein ungenügendes Wissens-Management besteht die Gefahr, dass Wissen verloren geht und immer wieder neu aufgebaut werden muss.
    • Wird eine Stelle intern besetzt, setzt das oft eine Umbesetzungskette in Gang.
    • Die Auswahl an geeigneten Mitarbeitern ist kleiner, als wenn das Potenzial des externen Arbeitsmarkts bestmöglich ausgeschöpft wird.
    • Investitionen in Weiterbildungsmassnahmen, um den internen Nachfolger für die neue Tätigkeit zu qualifizieren.
  • Was versteht man unter prognostischer Validität?

    Lösung

    Die prognostische Validität sagt aus, wie gut ein Verfahren den zukünftigen Berufserfolg vorhersagen kann. Sie wird als Korrelation zwischen dem Prädiktor (etwa Schulnoten) und dem Kriterium (etwa eine Leistungsbeurteilung durch den Vorgesetzten) angegeben und daher als Validitätskoeffizient r ausgedrückt. Ein eignungsdiagnostisches Verfahren mit einer prognostischen Validität von r = .50 darf als sehr gut eingestuft werden, während eine prognostische Validität von r = .20 die Untergrenze der Brauchbarkeit darstellt.
  • Wie aussagekräftig sind Arbeitsproben im Bewerbungsverfahren?

    Lösung

    Arbeitsproben besitzen mit einem Validitätskoeffizienten von r = .35 eine gute Vorhersagekraft. Dennoch sollten sie nicht isoliert eingesetzt werden, sondern in Kombination mit weiteren eignungsdiagnostischen Verfahren, um inkrementelle Validität zu erreichen (Validitätszuwachs durch Kombination verschiedener Auswahlverfahren).
  • Wie lässt sich bei der Leistungsbeurteilung Beurteilungsfehlern und Urteilstendenzen entgegenwirken?

    Lösung

    Gemäß Lohaus und Schuler (2014) kommen als Maßnahmen für eine bessere Urteilsqualität in Frage:
    • Verantwortungsübertragung an die Beurteilenden: Wenn der Beurteilte im Voraus weiß, dass er seine Beurteilungen später rechtfertigen muss, führt das zu genaueren Beurteilungen.
    • Spezifische Trainings für die Beurteilenden: Die Beurteilenden werden über mögliche Beurteilungsfehler informiert und können sie entsprechend vermindern. Die Beurteilenden entwickeln einen gemeinsamen Bezugsrahmen für Leistungen und deren Beurteilung.
    • Quotenvorgaben: Durch ein normorientiertes Beurteilungsverfahren können Streuungstendenzen reduziert werden.
    • Detaillierte Beschreibung von Leistungsdimensionen: Je klarer die Leistungsdimensionen beschrieben werden, desto besser können Halo-Effekte eingeschränkt werden.
    • Sammlung relevanter Verhaltensweisen über den gesamten Bewertungszeitraum hinweg: Werden Verhaltensweisen laufend aufgezeichnet, besteht nicht die Gefahr, dass zum Beurteilungszeitpunkt nur noch jene Verhaltensweisen erinnert werden, die am wenigsten lang zurückliegen (Recency-Effekt).
  • Was ist mit der „Transferdistanz“ einer PE-Maßnahme gemeint?

    Lösung

    Die inhaltliche Ähnlichkeit zwischen einer PE-Maßnahme und der Arbeitstätigkeit. Beispiel: Nimmt ein Verkaufsteam an einer Schulung zum Thema «Umgang mit Kundenreklamationen» teil, so ist die Transferdistanz gering – was positiv zu bewerten ist. Absolvieren hingegen Führungskräfte einen Kurs in «Pferdeführung» (solche werden auf dem PE-Markt tatsächlich angeboten) so ist die Transferdistanz groß – der Nutzen für die Arbeit ist gering.
  • Worin liegt das Problem, wenn man den Nutzen einer PE-Maßnahme monetär angeben will?

    Lösung

    Wirtschaftliche Ergebniskriterien hängen in aller Regel von vielen Faktoren ab, daher ist der Einfluss einer PE-Maßnahme oft nicht klar identifizierbar. So könnte etwa die Umsatzsteigerung einer Verkaufsorganisation mit einem Kommunikationstraining zusammenhängen – aber sie könnte durch eine bessere Produktqualität zustande gekommen sein.
  • Welche Trainingsmethoden sind im Rahmen von PE-Maßnahmen gängig?

    Lösung

    Der PE steht eine Vielzahl von Methoden zur Verfügung, zum Beispiel Gruppenübungen, Rollenspiele, erlebnisorientierte Methoden, Mentoring, Diskussionsrunden – und durchaus auch Frontalunterricht.
  • Wie sinnvoll ist es, zwecks Personalentwicklung eine Schlauchbootfahrt auf einem reißenden Fluss zu unternehmen – und warum?

    Lösung

    Wenig sinnvoll, denn die Transferdistanz ist groß. Außer für professionelle Schlauchbootführer ist kein großer Nutzen für die berufliche Tätigkeit zu erwarten.
  • Wie läuft Coaching ab?

    Lösung

    Coach und Coachee bearbeiten gemeinsam bestimmte Anliegen – meist handelt es sich dabei um anspruchsvolle Herausforderungen von Führungskräften. Das Ziel besteht nicht darin, dass der Coach eine fertige Lösung präsentiert. Vielmehr unterstützt und begleitet er seinen Klienten bei der Entwicklung eigener Lösungsansätze, unter anderem in der Funktion eines Reflexionspartners und Feedbackgebers.
  • Wie steht es um die Qualität der verschiedenen Coaching-Ansätze?

    Lösung

    Die Bezeichnung Coach ist nicht geschützt und es besteht kein Konsens hinsichtlich genauer Ausbildungsinhalte, Methoden und Techniken. Die hohe Diversität der verschiedenen Coaching-Ansätze und Angebote führt dazu, dass sich Unternehmen oder Führungskräfte nur bedingt auf Qualitätssiegel verlassen können. Einige Hinweise auf die Qualität eines Coachings ergeben sich z. B. aus der Qualifikation des Coachs, dessen Kompetenz zur Beziehungsgestaltung, seiner Praxiserfahrung und den Referenzen. Weitere Qualitätsindikatoren betreffen den Klienten (z. B. Veränderungsbereitschaft), das Unternehmen (z. B. Freiwilligkeit), den Prozess (z. B. Zielformulierung) und das Ergebnis (z. B. emotionale Entlastung).
  • Was ist die Geldillusion?

    Lösung

    Geldillusion bezeichnet das Phänomen, dass Menschen auch dann oft in nominalen Geldeinheiten denken, wenn die realen Geldeinheiten relevant wären.
  • Wie laufen Entscheidungen nach der Prospect Theory ab?

    Lösung

    Nach der Prospect Theory laufen Entscheidungen in zwei Schritten ab. Im ersten Schritt (Editierung) wird das Entscheidungsproblem psychologisch vereinfacht. Im zweiten Schritt (Evaluation) wird das editierte Entscheidungsproblem evaluiert. Den möglichen Konsequenzen werden psychologische Nutzenwerte zugeordnet, wobei der Nutzen relativ zu einem Referenzpunkt bewertet wird. Gewinne und Verluste gegenüber dem Referenzpunkt werden dabei grundlegend unterschiedlich bewertet. Zudem werden den Wahrscheinlichkeiten der möglichen Konsequenzen Entscheidungsgewichte zugeordnet.
  • Welche Risikopräferenzen ergeben sich aus den Annahmen der Prospect Theory?

    Lösung

    Bei tiefen Eintrittswahrscheinlichkeiten sind wir im Gewinnbereich risikoliebend und im Verlustbereich risikoscheu. Bei hohen Eintrittswahrscheinlichkeiten sind wir im Gewinnbereich risikoscheu und im Verlustbereich risikosuchend („vierfaches Muster der Risikopräferenzen“).
  • Was ist mit Verfügbarkeitsheuristik, Overconfidence Bias und Repräsentativitätsheuristik gemeint?

    Lösung

    • Verfügbarkeitsheuristik: Leicht verfügbare Information wird überbewertet.
    • Overconfidence Bias: Akteure überschätzen ihre eigene Leistung.
    • Repräsentativitätsheuristik: Akteure bewerten die Wahrscheinlichkeit von Ereignissen danach, wie gut diese bestimmten Prototypen entsprechen.
  • Welches sind die beiden Säulen der Behavioral Finance-Theorie?

    Lösung

    Nach einer gängigen Sichtweise beruht die Behavioral Finance-Theorie auf zwei Grundlagen, den „Grenzen der Arbitrage“ und der Psychologie der Akteure. Ersteres bezeichnet die begrenzten Möglichkeiten für rationale Anleger, irrationales Verhalten auf Finanzmärkten auszunutzen, um risikolose Gewinne zu erzielen (Arbitrage). Mit der Psychologie der Akteure sind die empirischen Befunde über das Verhalten der Akteure in Finanzentscheidungen gemeint (insbesondere: Abweichungen von der Erwartungsnutzentheorie gemäss Prospect Theory und Urteilsverzerrungen).
  • Nennen Sie Beispiele für Abweichungen des Anlegerverhaltens von traditionellen Modellen. Welche Erklärungen gibt es dafür?

    Lösung

    • Ungenügende Diversifikation: Die Anleger halten zu viele Aktien inländischer Firmen und der eigenen Firma; mögliche Erklärung: Ambiguitäts-Aversion.
    • Naive Diversifikation: Strategie, je 1/n der Ersparnisse in n Anlageoptionen anzulegen (unabhängig von der Art der Anlageoptionen); mögliche Erklärung: Einfachheit (Simplicity Bias, Symmetry Bias, 1/n Bias).
    • Übermäßig häufige Transaktionen: Nach Abzug der Gebühren für Transaktionen liegen die durchschnittlichen Renditen der Anleger deutlich unter denen des Gesamtmarkts; mögliche Erklärung: Überschätzung der eigenen Leistung als Trader (Overconfidence Bias).
  • Nennen Sie grundlegende Sparmotive.

    Lösung

    Größere Anschaffungen, Sicherheit, Kontrolle, Leistung, Prestige, intrinsisches Sparmotiv, Altruismus.
  • Inwiefern folgt die Preisbildung auf Arbeitsmärkten nicht dem ökonomischen Standardmodell?

    Lösung

    Arbeitnehmer wissen nicht gut, wie viel ihnen mehr Freizeit relativ zu mehr Konsum Wert ist, und sie wissen auch nicht gut Bescheid darüber, was ihre Arbeit für Arbeitgeber wert ist; für viele ist der einzige Anhaltspunkt dafür der Lohn, den sie in der Vergangenheit erhalten haben. Das Gleichgewicht auf dem Arbeitsmarkt widerspiegelt deshalb nicht unbedingt die wahren Kosten der Arbeit. Im Gegensatz zu Gütermärkten spielt Reziprozität zwischen Anbietern und Nachfragern von Arbeitskraft eine wichtige Rolle für die Bestimmung von Preis (Lohn) und Menge (Arbeitseinsatz).
  • Mit welchen Maßnahmen können die Normen des Steuerzahlens gestärkt werden?

    Lösung

    Betonung des Zusammenhangs zwischen Steuern und staatlichen Leistungen; aktive Kommunikation (z. B. an Neuzugezogene), dass Steuerehrlichkeit „das richtige Verhalten“ ist; öffentliche Information über Namen von Delinquenten; Einbinden von Firmen in Kampagnen, die zeigen, dass korrektes Steuernzahlen das akzeptierte und ethisch richtige Verhalten ist; Vermeidung von Maßnahmen wie Steueramnestien, die zur Wahrnehmung führen, Steuervergehen seinen akzeptabel; Ernstnehmen von in der Bevölkerung bestehenden Wahrnehmungen von Ungerechtigkeiten in der Besteuerung.
  • Warum sind Konjunkturprognosen so schwierig?

    Lösung

    Insbesondere weil sich die individuellen Zukunftserwartungen, von denen die Konjunktur abhängt, gegenseitig beeinflussen. Diese Erwartungen können sich gegenseitig aufschaukeln (positive Rückkoppelung), auch wenn sie keine substanzielle Grundlage haben.
  • Wie wirkt sich Arbeitslosigkeit auf die Lebenszufriedenheit aus und warum?

    Lösung

    Befragungen zeigen, dass sich Arbeitslosigkeit im Durchschnitt negativ auf die Lebenszufriedenheit auswirkt. Hauptgrund dafür sind nicht die verminderten Konsummöglichkeiten, sondern das Ausbleiben positiver Begleiterscheinungen der Erwerbsarbeit (die sogenannten latenten Funktionen der Erwerbsarbeit).
  • Welche latenten Funktionen hat Arbeit?

    Lösung

    Zu den latenten Funktionen der Erwerbsarbeit gehören (nach Jahoda 1997): die Vorgabe einer festen Zeitstruktur, die Erweiterung der sozialen Erfahrungen, die Teilnahme an kollektiven Zielsetzungen und Anstrengungen, die Zuweisung von Status und Identität sowie eine vom Arbeitnehmer gewünschte regelmäßige Tätigkeit.
  • Was ist Volunteering und welche Motivationen dafür lassen sich unterscheiden?

    Lösung

    Volunteering umfasst gemeinnützige Aktivitäten wie Freiwilligenarbeit und ehrenamtliche Tätigkeiten. Es bedingt (im Gegensatz zu spontaner Hilfeleistung aus der Situation heraus) eine bewusste Entscheidung. Mögliche Motivationen sind Werte, Interesse an neuen Erfahrungen, persönliches Wachsen (Selbstwert), Karriere, soziale Anpassung oder Schutzmotive (wie Abbau von Schuldgefühlen).
  • Wie wirken sich die menschlichen Neigungen zu Trägheit und Aufschieben aus, und was könnte von Seiten des Staates dagegen unternommen werden?

    Lösung

    Solche Neigungen können zahlreiche negative Auswirkungen haben, zum Beispiel gesundheitsschädigendes Verhalten, ungenügende finanzielle Vorsorge oder fehlendes politisches Engagement. Der Staat könnte diesen Neigungen durch „Stupser“ entgegenwirken, indem er z. B. nützliche Standardoptionen vorgibt oder auf einfache Handlungsanweisungen hinweist.
  • Welche psychologischen Ansätze zur Regulierung erachten Sie als erfolgversprechend?

    Lösung

    • Deklarationspflichten
    • Vorgegebene Standardoptionen
    • Erhöhung der Salienz
    • Unterstützung sozialer Normen
  • Inwiefern kann sich die Globalisierung der Märkte negativ auf Arbeitnehmer auswirken?

    Lösung

    Die Globalisierung intensiviert den Wettbewerb zwischen Unternehmen und Unternehmensstandorten. Dies kann zur Folge haben, dass weniger (finanzieller) Spielraum für die Berücksichtigung der Anliegen der Arbeitnehmer bleibt. Denn wenn ein Arbeitgeber tiefe Löhne zahlt oder ein Land nur tiefe Sozialstandards kennt, wird es in einer globalisierten Wirtschaft auch für andere Arbeitgeber und Länder schwierig, höhere Löhne zu bezahlen bzw. höhere Sozialstandards durchzusetzen.
  • Worin besteht der Zielkonflikt zwischen Wirtschaftsleistung und Lebensqualität von Standorten?

    Lösung

    Mit einer höheren Wirtschaftsleistung erhöht sich oft auch die Bevölkerungszahl und die Siedlungsdichte. Dadurch kann die Lebensqualität an einem Standort längerfristig abnehmen, beispielsweise, weil Wohnraum knapp und teuer wird, der Verkehr zunimmt, die Umweltqualität abnimmt oder auch weil ein Teil der lokalen Identität verloren geht. Unter Umständen steigt auch nur die aggregierte Wirtschaftsleistung, während sich die Wirtschaftsleistung pro Kopf nicht weiter erhöht.
  • Welche Bereiche außer der Wirtschaft umfasst die Globalisierung?

    Lösung

    Beispiele sind: Bildung, Kultur, Sprache, Religion, Kunst.
  • Welche positiven und negativen Auswirkungen hat die Globalisierung?

    Lösung

    Positive Auswirkungen: Verbilligung vieler Konsumgüter und damit höherer materieller Wohlstand; globaler Wettbewerb führt zu Innovation und besseren Produkten; kulturelle Bereicherung.

    Negative Auswirkungen: Die einzelnen Länder verlieren durch den Wettbewerb an Gestaltungsspielraum. Aufgrund des intensiveren Wettbewerbs wird es schwieriger, höhere Sozial- und Umweltstandards durchzusetzen als diejenigen, die an anderen Orten gelten. Die Besteuerung international mobiler Firmen ist oft schwierig, was die Finanzierung staatlicher Leistungen erschweren kann. In manchen Ländern fühlen sich Teile der Bevölkerung vom globalen Wettbewerb „abgehängt“.
  • Worin besteht die hauptsächliche Schwierigkeit beim Versuch, nachhaltiges Verhalten zu erreichen?

    Lösung

    Die Schwierigkeit besteht darin, dass nachhaltiges Verhalten oft mit einem sozialen Dilemma verbunden ist: Für einen einzelnen Marktteilnehmer ist es beispielsweise rational, seine Auswirkungen auf Drittpersonen, beispielsweise durch Lärm, zu ignorieren. Dies selbst dann, wenn der Marktteilnehmer seinerseits unter dem Lärm anderer Marktteilnehmer leidet. In großen Gruppen und auf anonymen Märkten ist spontane Kooperation zur Überwindung von sozialen Dilemmata unwahrscheinlich. In diesen Fällen müssen Regeln ausgehandelt werden, die sicherstellen, dass die Marktteilnehmer auch Auswirkungen auf Drittpersonen in ihren Entscheidungen berücksichtigen.
  • Welche Typen von Interventionsstrategien zugunsten nachhaltiger Verhaltensweisen gibt es?

    Lösung

    Es kann unterschieden werden zwischen Strategien, die externe/situative Bedingungen beeinflussen (wie technische Veränderungen und finanzielle Anreize) und Strategien, die interne/personale Bedingungen beeinflussen (wie wissenszentrierte Techniken und normzentrierte Techniken).
  • Inwiefern können gesellschaftliche Bedingungen die wirtschaftliche Entwicklung beeinflussen?

    Lösung

    Gesellschaftliche Anerkennung von wirtschaftlichem Erfolg fördert die Verbreitung unternehmerischer Aktivität. Auch kann der gesellschaftliche Umgang mit unternehmerischen Misserfolgen Unternehmertum hemmen oder begünstigen. Die gesellschaftliche Akzeptanz von unternehmerischen Misserfolgen ist eine wichtige Voraussetzung dafür, dass Unternehmer diejenigen Risiken eingehen können, ohne die Innovation und wirtschaftliche Entwicklung nicht möglich sind.
  • Nennen Sie eine vielbeachtete Dimension des Wertewandels.

    Lösung

    Wertsubstitution von materiellen zu postmateriellen Werten wie Selbstentfaltung und Autonomie.
  • Weshalb ist es schwierig, Wertewandel nachzuweisen?

    Lösung

    Es ist oftmals schwierig zu erkennen, ob Änderungen in Verhaltensweisen auf Änderungen in Werten oder auf Änderungen in (z. B. ökonomischen) Umständen zurückzuführen sind.
  • Welche zwei wesentlichen Nachteile hat das traditionelle ökonomische Nutzenkonzept?

    Lösung

    (1) Eine empirische Untersuchung, ob (oder unter welchen Bedingungen) Akteure nutzenmaximierend entscheiden, ist nicht möglich, denn jede Entscheidung wird per Annahme als nutzenmaximierend interpretiert. (2) Das Nutzenniveau (oder Glücksniveau) kann nicht absolut gemessen werden. Auf gesellschaftlicher Ebene wird aus Mangel einer Alternative das Bruttoinlandprodukt (BIP) als Zielvariable verwendet, obwohl man sich bewusst ist, dass das BIP nicht die Wohlfahrt einer Gesellschaft misst.
  • Was wird unter dem Begriff „Lebenszufriedenheit“, was unter „Wohlbefinden“ verstanden?

    Lösung

    • Lebenszufriedenheit: Einschätzung der allgemeinen persönlichen Lebenssituation, die aus einer kognitiven Bewertung resultiert.
    • Wohlbefinden: Subjektives emotionales Wohlbefinden, aktuelles Glückserleben, aktuelle Stimmung.
  • Kann man Lebenszufriedenheit messen?

    Lösung

    Ja. Es gibt standardisierte Messinstrumente zur Lebenszufriedenheit. Die daraus gewonnenen Daten korrelieren mit objektiven Maßen (etwa Einschätzungen durch Freunde oder geringe Häufigkeit von Konflikten), was für eine gewisse Validität spricht. Heute werden in vielen Ländern regelmäßige Befragungen zur Lebenszufriedenheit durchgeführt.
  • Welcher empirische Befund ist als „Easterlin-Paradox“ bekannt?

    Lösung

    Der scheinbare Widerspruch zwischen Querschnittsdaten und Längsschnittsdaten beim Zusammenhang von Einkommen und Lebenszufriedenheit. Im Querschnitt (reiche vs. arme Individuen oder Länder zu einem Zeitpunkt) ist der Einkommenseffekt positiv. Im Längsschnitt (über die Zeit betrachtet) bleibt die durchschnittliche Lebenszufriedenheit der Bevölkerung trotz stark steigendem Realeinkommen praktisch konstant.
  • Wie kann das Easterlin-Paradox erklärt werden?

    Lösung

    Einerseits gewöhnt sich der Mensch sehr rasch an neue Situationen (Adaptation). In der Folge steigt das Anspruchsniveau. Anderseits spielen soziale Vergleiche und damit verbundene Statuseffekte eine wichtige Rolle für die Lebenszufriedenheit. Wenn beispielsweise alle Einkommen um 10 Prozent steigen, so bleiben die relativen Einkommenspositionen konstant. Möglicherweise wiegen auch negative Begleiterscheinungen des wachsenden Wohlstands die Einkommenseffekte auf.
  • Was sind „positionale Güter“ und inwiefern können sie die Wohlfahrt negativ beeinflussen?

    Lösung

    Positionale Güter sind (nach Frank 2005) Güter, bei denen der Vergleich mit Referenzgruppen für die Bewertung besonders wichtig ist. Das Resultat gleicht dem eines Wettrüstens zwischen zwei Nationen, die viel Geld ausgeben für Waffen (was am Ende keiner Seite nützt) und die deshalb weniger Geld für andere Güter übrighaben. Insgesamt konsumieren wir zu viele positionale Güter (wie große Häuser), und zu wenig nicht-positionale Güter (wie Ferien und Freizeit).
  • Ist Glück wirklich das ultimative Lebensziel?

    Lösung

    Dass Glück im Sinn von Lebenszufriedenheit und Wohlbefinden das ultimative Lebensziel ist, kann man in Frage stellen. Möglicherweise sind andere Ziele zumindest für einen Teil der Menschen oder in bestimmten Kulturen ebenso wichtig. In vorsichtigen normativen Schlussfolgerungen aus der Glücksforschung sollte diese Möglichkeit berücksichtigt werden.
  • Welche Schritte werden in einem idealtypischen Forschungsprozess durchlaufen?

    Lösung

    Der typische Forschungsprozess der Wirtschaftspsychologie umfasst: Themenfindung, Literaturrecherche, Fragestellung, Hypothesen ableiten, Operationalisierung, Datenerhebung, Datenauswertung, Diskussion, Verwertung.
  • Wie hängen Signifikanz und Stichprobengröße zusammen?

    Lösung

    Je größer die Stichprobe, desto wahrscheinlicher wird ein in den Daten tatsächlich vorhandener Effekt auch als signifikant identifiziert.
  • Was ist in einem Experiment die abhängige Variable (AV), was die unabhängige Variable (UV)?

    Lösung

    Beim Experiment wird die Veränderung der Situation als unabhängige Variable (UV) bezeichnet, die Konsequenzen dieser Veränderung als abhängige Variable (AV).
  • Weshalb ist Randomisierung in einem experimentellen Design wichtig?

    Lösung

    Ohne Randomisierung könnte es passieren, dass die Ergebnisse systematisch durch nicht bekannte Störvariablen verzerrt werden.
  • Warum kann man einen validierten englischen Fragebogen nicht einfach ins Deutsche übersetzen?

    Lösung

    Bei einer Übersetzung eines Fragebogens besteht die Gefahr, dass der resultierende Fragebogen durch die Neuformulierung nicht mehr objektiv, valide und reliabel ist.
  • Worauf ist bei der Stichprobenfestlegung bei einer Befragung insbesondere zu achten?

    Lösung

    Wichtig ist insbesondere, dass die Auswahl der befragten Personen (die Stichprobe), möglichst repräsentativ ist. Repräsentativität bedeutet, dass die Stichprobe die Verteilung der Merkmale in der interessierenden Grundgesamtheit widerspiegelt.
  • Welches Problem beeinflusst die Aussagekraft von Metaanalysen?

    Lösung

    Ein zentrales Problem für Metaanalysen ist der Publication Bias: die Problematik, dass meist nur Studien mit signifikanten Ergebnissen publiziert und folglich auch nur diese in der Metaanalyse berücksichtigt werden. Potentielle Effekte können dadurch überschätzt werden.
  • Preis und Qualitätseindruck hängen zusammen. Mit welchem Experimentalsetting lässt sich dies aufzeigen?

    Lösung

    Man könnte Probanden identische Produkte bewerten lassen, die man mit unterschiedlichen Preisen beschriftet hat.
  • Was wird unter einem Mixed-Methods-Ansatz verstanden?

    Lösung

    Die Kombination unterschiedlicher methodischer Herangehensweise bei der Beantwortung derselben Fragestellung.
  • Für welche Fragestellungen eignen sich qualitative Verfahren?

    Lösung

    Insbesondere für solche, die sich nicht mit Zahlen beantworten lassen – oder viel grundsätzlicher: wenn noch gar nicht bekannt ist, welche Fragen überhaupt möglich und sinnvoll sind.
  • Welches sind Nachteile qualitativer Verfahren?

    Lösung

    • Keine allgemeingültigen Aussagen
    • Geringer Standardisierungsgrad
    • In der psychologischen Forschung weniger etabliert

    Außerdem erfordern qualitative Methoden ein besonders kundiges und sorgfältiges Vorgehen, gerade deshalb, weil sie dem Forscher weniger spezifische Vorgaben zur Erhebung und Auswertung von Daten machen.
  • Fertig!

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