Psychologie der Kommunikation

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Psychologie der Kommunikation

ISBN: 
978-3-662-61337-5

Dieser Band ist eine erweiterte und überarbeitete Auflage des 2013 erschienenen Bandes "Psychologie der Kommunikation". Das Buch vermittelt Basiswissen über den Ablauf menschlicher Kommunikation mit ihren Besonderheiten und Phänomenen und beschreibt Anwendungsfelder.

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Die zentralen Begriffe der Kommunikation, der kommunikativen Kompetenz und der Kommunikationspsychologie werden ausführlich definiert. Bekannte Kommunikationsmodelle wie diejenigen nach Schulz von Thun, Watzlawick sowie Hargie und Kollegen werden kurz und verständlich erklärt. Sowohl Mittel nonverbaler als auch Mittel verbaler Kommunikation werden detailliert und mit Beispielen dargestellt. Praktische Beispiele und Exkurse festigen das Gelesene und wecken Interesse für diesen spannenden Themenbereich.

Das Besondere an diesem Buch ist, dass der komplexe Themenbereich „Psychologie der Kommunikation“ beispielhaft, verständlich, praxisnah und dennoch umfassend dargestellt wird.

Das Buch eignet sich nicht nur als Lektüre für Studierende, Lehrende und WissenschaftlerInnen, sondern für alle Personen, die an diesem Themenbereich Interesse haben. Viele praktische Beispiele und Exkurse werden genutzt, um den Themenbereich „Psychologie der Kommunikation“ anschaulich vorzustellen.

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BegriffErklärung
Axiome der Kommunikation nach WatzlawickEin Modell, welches fünf Basisannahmen menschlicher Kommunikation formuliert: 1. Axiom zur Unmöglichkeit, nicht zu kommunizieren, 2. Axiom zum Inhalts- und Beziehungsaspekt von Kommunikation, 3. Axiom zur Interpunktion von Ereignisfolgen, 4. Axiom zu digitaler vs. analoger Kommunikation und 5. Axiom zu symmetrischer vs. komplementärer Kommunikation.
Bestimmungsstücke der Kommunikation nach Six et al. (2007)Six et al. (2007) nennen sechs Bestimmungsstücke der Kommunikation. Es liegen vor: 1. Teilnehmende, 2. eine Botschaft, 3. Kommunikationsmittel und -modalitäten. Kommunikation ist: 4. kontextgebunden, 5. interaktiv und 6. mehr oder weniger intentional.
Ergebnisse bzw. Folgen des kommunikativen HandelnsBetreffen die Wirkungen der Kommunikationsprozesse auf die Beteiligten: Bei den Adressierten entsteht zum einen ein Eindruck bezüglich des Sendenden, zum anderen ein Eindruck bezüglich des in der Botschaft angesprochenen Themas.
ErklärungenErfolgen in der Regel als Interaktion zwischen einer Person die einer anderen eine Erklärung anbietet. Gute Erklärungen sind u.a. unter Berücksichtigung der Problematik, des Vorwissens und anderer Charakteristika des Gegenübers formuliert. Sie können interpretativ, deskriptiv, oder begründend sein. Interpretative Erklärungen beziehen sich auf die Fragen nach dem WAS (z.B. „Was bedeutet das für meine Prüfungsnote?“). Im Zentrum der Erklärung steht das Deuten oder Klären eines Sachverhalts bzw. Spezifizieren der zentralen Bedeutung einer Aussage bzw. eines Ausdruckes. Deskriptive Erklärungen behandeln Fragen nach dem WIE (z.B. „Wie kann ich mich optimal auf eine mündliche Prüfung vorbereiten?“). Im Mittelpunkt der Erklärung stehen folglich Prozesse, Strukturen und Vorgehensweisen. Begründende Erklärungen beziehen sich auf die Frage WARUM (z. B. „Warum muss ich mich eigenverantwortlich um das Vorhandensein notwendiger Technik für meine Präsentation bemühen?“). Diese Erklärungen beinhalten Begründungen, die beispielsweise auf Prinzipien oder Motive verweisen. Begründende Erklärungen lassen sich unterteilen in kausale Erklärungen, die auf Ursache-Folge-Beziehungen fokussieren und funktionale Erklärungen, die sich auf Funktionen beziehen.
FeedbackWährend der Interaktion vermittelte Informationen, die Teilnehmende ihren Gegenübern als Reaktion auf Information oder Handeln rückmelden. Diese können die weitere Kommunikation beeinflussen. Es kann zwischen internal und external übermitteltem Feedback unterschieden werden. Internales Feedback bezeichnet Rückmeldungen aus dem eigenen Körper (z.B. Herzklopfen während eines Vortrages als Zeichen der Nervosität). External übermitteltes Feedback nehmen wir visuell, auditiv oder taktil aus unserer Umgebung auf (z.B. interessierter Gesichtsausdruck der Zuhörenden während des Vortrages; begeistertes Klatschen nach der Zuhörenden nach einem Vortrag; Schulterklopfen nach einer erfolgreichen Verteidigung der Diplomarbeit).
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  • Welche Ursachen für Unklarheit und Vielfalt des Kommunikationsbegriffs kennen Sie?

    Lösung

    Unterschiedliche Kommunikationsmetaphern; Wandel der Bedeutung des Begriffes Kommunikation
  • Was ist kommunikative Kompetenz (Kommunikationskompetenz)?

    Lösung

    Kommunikative Kompetenz (oder alternativ Kommunikationskompetenz) bezeichnet die Fähigkeit von Kommunizierenden angemessenes Verhalten auszuwählen und so interpersonalen Ziele zu erreichen, ohne Interessen des Gegenübers massiv zu verletzen.
  • Welcher Teilbereich der Psychologie beschäftigt sich mit Einflussfaktoren auf Kommunikation, mit Kommunikationsverhalten und mit Ergebnissen bzw. Folgen des kommunikativen Handelns?

    Lösung

    Kommunikationspsychologie
  • Was entsteht als Ergebnis bzw. Folge kommunikativen Handelns?

    Lösung

    Ein Eindruck bezüglich des/der SenderIn; Ein Eindruck bezüglich der Botschaft
  • Welche Unterteilung für Zeichen kennen Sie und wie unterscheiden Sie sich?

    Lösung

    Symptome (kausale natürliche Zusammenhänge zwischen Zeichen und Gemeintem); Ikone (Ähnlichkeit zwischen Zeichen und Gemeintem); Symbole (arbiträre Zusammenhänge zwischen Zeichen und Gemeintem)
  • Psychologische Kommunikationsmodelle lassen sich unterteilen in…

    Lösung

    Intentionsorientierte Modelle; Modelle der Perspektivübernahme; Dialog-Modelle; Encoder-/Decoder-Modelle
  • Welche Elemente der Kommunikation können nach Shannon und Weaver unterschieden werden?

    Lösung

    Informationsquelle (SenderIn); Sendegerät (Kodierer); Signal; Kanal; Empfangsgerät (Dekodierer); AdressatIn (EmpfängerIn)
  • Welche vier Ohren werden im Kommunikationsmodell nach Schulz von Thun unterschieden?

    Lösung

    Selbstoffenbarungsohr; Beziehungsohr; Appellohr; Sachohr
  • Grice postulierte 4 Maximen der Kommunikation. Welche Maxime wäre im folgenden Beispiel verletzt? Ein Passant fragt Sie nach der Uhrzeit und Sie antworten ihm: "Morgen soll es regnen.".

    Lösung

    Maxime der Relevanz
  • Carl Rogers betont die Wichtigkeit von Empathie für gelingende Kommunikation. Welche zwei Merkmale kennzeichnen Empathie?

    Lösung

    Hineinversetzen und Hineinfühlen in das Gegenüber; Rückmeldung des Verstandenen an das Gegenüber
  • Paul Watzlawick formulierte insgesamt fünf Axiome der Kommunikation. Axiom 1 lautet: "Man kann nicht nicht kommunizieren." Was bedeutet dieses Axiom Übertragen auf die Kommunikationspraxis?

    Lösung

    Jedes Verhalten hat Mitteilungscharakter. Auch wenn wir schweigen, kommunizieren wir.
  • Worin unterscheiden sich sogenannte "White Lies" und "Black Lies"?

    Lösung

    White Lies: ohne böse Absicht, kleine Beschönigungen; "Black Lies": mit böser Absicht bzw. eigennützig, anderen Schaden zufügen
  • Welche sechs Bestandteile unterscheiden Hargie und Kollegen in ihrem integrativen Kommunikationsmodell?

    Lösung

    Person-Situation-Kontext (d.h. Merkmale der Person und Merkmale der Situation); Ziel(e); Vermittelnde Prozesse; Antwortverhalten; Feedback; Wahrnehmung
  • Welche Merkmale der Person können, gemäß des integrativen Kommunikationsmodells nach Hargie und Kollegen, den Kommunikationsprozess beeinflussen?

    Lösung

    (Vor-)Wissen; Motive; Einstellungen; Persönlichkeit; Emotionen; Alter; Geschlecht
  • Anne bekommt überraschend Besuch von ihrem Freund, der sie mit einem großen Strauß Blumen überrascht. Sie ist vollkommen sprachlos und freut sich so sehr, dass ihr ein paar Freudentränen übers Gesicht kullern. Warum ist Annes Verhalten ein Beispiel für emotionsmotivierte Kommunikation?

    Lösung

    Annes Sprachlosigkeit und ihre Freudentränen (d.h. ihr Verhalten in der Situation) werden von ihrer großen Freude über den Besuch ihres Freundes (d.h. einer hinter dem Verhalten stehenden Emotion) ausgelöst.
  • Was versteht man unter "Display rules" (d.h. Darstellungsregeln)?

    Lösung

    Display rules sind Regeln darüber, welche Mimik in welchen Situationen an- bzw. unangemessen ist.
  • Im integrativen Kommunikationsmodell nach Hargie und Kollegen stellt Feedback einen fundamentalen Bestandteil der Kommunikation dar. Was ist der Unterschied zwischen internal und external übermittelten Feedback?

    Lösung

    Internal übermitteltes Feedback bezieht sich auf Rückmeldungen aus dem eigenen Körper (z.B. Herzklopfen während eines Vortrages); External übermitteltes Feedback bezieht sich hingegen auf Rückmeldungen aus der Umgebung (z.B. Applaus der Zuhörenden nach einem Vortrag).
  • Welches Messinstrument zur Erforschung impliziter (d.h. nicht bewusst zugänglicher) Einstellungen eines Menschen wurde von Greenwald et al. (1998) entwickelt und in welchen Bereichen wird dieses Verfahren vor allem angewendet?

    Lösung

    Impliziter Assoziationstest (IAT); Messung von Reaktionszeiten und Zuordnungsfehlern
  • Was sind Mittel nonverbaler Kommunikation?

    Lösung

    Haptische Signale; Körpersprache mit verschiedenen Unterformen; Proxemik; Physische Charakteristika
  • Was sind Formen der Körpersprache?

    Lösung

    Gesten; Kopfbewegungen; Körperhaltung; Augen- und Blickkontakt; Gesichtsausdruck
  • Sarah bricht nach einem Telefonat mit ihrer Freundin in Tränen aus, hastet in ihr Zimmer und schließt sich ein. Ihre besorgte Mutter geht ihr nach, klopft an die Tür und fragt ob alles in Ordnung sei. Sarah antwortet mit tränenerstickter Stimme: "Ja."

    Lösung

    In diesem Beispiel stehen nonverbale und verbale Botschaft im Widerspruch. Es resultiert eine inkongruente Botschaft.
  • Was versteht man unter Glaubwürdigkeitsattributionen?

    Lösung

    Ein/e EmpfängerIn unterstellt ohne systematische Analyse, sondern auf Basis von Alltagsannahmen der Aussage eines/einer SenderIn Glaubwürdigkeit oder zweifelt eben diese an.
  • Wozu gehören Embleme und Illustratoren?

    Lösung

    Gesten
  • Wovon können das Aussehen und die Bedeutung einer Geste abhängen?

    Lösung

    Kultur; Zeitpunkt (in der Entwicklungsgeschichte, z.B. technischer Fortschritt)
  • Was sind Mittel verbaler Kommunikation?

    Lösung

    Zuhören; Fragen stellen; Erklärungen; Lachen und Humor
  • Welche drei Bestandteile kennzeichnen aktives Zuhören?

    Lösung

    Aktives Verfolgen des Gesagten; Aktives Verstehen der Botschaft (d.h. Paraphrasieren); Der Versuch den emotionalen Inhalt der Botschaft zu verstehen und wiederzugeben (d.h. Spiegeln)
  • Eine neue Arbeitskollegin stellt sich vor und lädt Sie zum Mittagessen in ein Restaurant ein. Sie schauen in die Speisekarte unter der Rubrik der Fleischgerichte. Ihre neue Kollegin, die ihrerseits einen großen bunten Salat mit Tofustreifen bestellt hat, fragt Sie: "Ich darf annehmen, dass Sie wie jeder vernünftige Mensch etwas gegen die Massentierhaltung unternehmen möchten und deswegen auf Fleischkonsum verzichten?" Welche Frageform wendet sie an?

    Lösung

    Suggestivfrage
  • Welche Formen von Erklärungen lassen sich unterscheiden?

    Lösung

    Interpretative Erklärungen; Deskriptive Erklärungen; Begründende Erklärungen (kausal oder funktional)
  • Warum kann Humor "soziales Schmiermittel" sein?

    Lösung

    Humor hilft soziale Beziehungen aufzubauen und zu erhalten. Außerdem kann Humor zwischenmenschliche Interaktion erleichtern.
  • Was versteht man unter Gelotophobie?

    Lösung

    Die pathologische Angst, zum Gegenstand von Gelächter zu werden.
  • Welche Kommunikationsformen lassen sich unterscheiden?

    Lösung

    Intrapersonale Kommunikation; Interpersonale Kommunikation (intrakulturell und interkulturell) mit den Unterformen: Individualkommunikation und Massenkommunikation; Direkte Individualkommunikation und medienvermittelte Individualkommunikation als Unterformen von Individualkommunikation; Nicht-digital vermittelte und digital vermittelte Individualkommunikation als Unterformen von medienvermittelter Individualkommunikation; Computervermittelte Mensch-Mensch-Individualkommunikation und Mensch-Computer-Kommunikation als Unterformen von medienvermittelter Individualkommunikation; Direkte Massenkommunikation und medienvermittelte Massenkommunikation als Unterformen von Massenkommunikation; Nicht-digital vermittelte und digital vermittelte Massenkommunikation als Unterformen von medienvermittelter Massenkommunikation
  • Welche Kommunikationsform wird durch folgende Bestimmungsstücke charakterisiert: raum-zeitliche Gebundenheit, Anwendung von ausschließlich natürlichen Medien, mögliche Verständigung auf verbaler und nonverbaler Ebene?

    Lösung

    Direkte Individualkommunikation
  • Worin liegt der Unterschied zwischen Mensch-Computer-Kommunikation und computervermittelter Mensch-Mensch-Individualkommunikation?

    Lösung

    Mensch-Computer-Kommunikation bezeichnet die Kommunikation mit der künstlichen Intelligenz (dem PC) z.B. Kommunikation mit vorprogrammierten Spielcharakteren (bei Offline-Role-Play-Games); Computervermittelte Mensch-Mensch-Individualkommunikation bezeichnet die Kommunikation über den Computer mit anderen realen Personen (z.B. Chats).
  • Welche Beispiele für die Mensch-Computer-Kommunikation werden besonders in der heutigen Zeit immer wichtiger?

    Lösung

    Kommunikation mit Robotern; Autonomes Fahren
  • Was versteht man unter dem Begriff der sozialen Präsenz?

    Lösung

    Man versteht darunter das Gefühl, mit welchem man sich der Anwesenheit anderer Personen in einer medialen (Kommunikations-) Situation bewusst ist.
  • Was sind Kennzeichen von Massenkommunikation in Anlehnung an Maletzke (1972)?

    Lösung

    Die Aussagen sind öffentlich.; Meist dienen Medien als Mittel zur Verbreitung der Botschaft.; Die Verbreitung erfolgt meist indirekt.; Es handelt sich meist um einseitige Kommunikation.; Empfangende werden als disperses Publikum verstanden.
  • Fertig!

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