Zusammenfassung

Gedächtnis

Inhalt

1 Übersicht

  • Allgemeine Einführung
  • Methodische Grundlagen
  • Gedächtnis, Wahrnehmung und selektive Aufmerksamkeit

 

2 Transiente Gedächtnissysteme (sensorisches Gedächtnis und Kurzzeitgedächtnis)

  • Sensorisches Gedächtnis
  • Kurzzeitgedächtnis
  • Eigenschaften des Kurzzeitgedächtnisses
  • Aktuelle Theorien zum Kurzzeitgedächtnis: Das Arbeitsgedächtnis
    • ​Das Arbeitsgedächtnismodell von Baddeley
    • Das Arbeitsgedächtnismodell von Cowan
    • Zusammenfassung und weitere neurowissenschaftliche Befunde

 

3 Langzeitgedächtnissysteme

  • Deklaratives Gedächtnis
  • Wissensrepräsentationen
  • Non-deklaratives Gedächtnis
    • Perzeptuelles Repräsentationssystem, prozedurales Gedächtnis und Priming
    • Priming: Formen und Modelle

 

4 Gedächtnisprozesse

  • Enkodierung: Grundlegende Erkenntnisse aus Patientenstudien
  • Enkodierung: Erkenntnisse aus bildgebenden Studien
  • Intentionales/inzidentelles Lernen und die Theorie der Verarbeitungstiefe
  • Retention und Konsolidierung
    • Retention und Arbeitsgedächtnis
    • Standardmodell der Konsolidierung
  • Abruf von Gedächtnisinhalten
    • Signalentdeckungstheorie
    • Transferangemessene Verarbeitung und Kontexteffekte
    • Familiarität und Rekollektion (Zwei-Prozess-Theorie)
  • Vergessen

 

5 Auf der Suche nach der Gedächtnisspur

  • Langzeitpotenzierung und Neurogenese
  • Konnektionistische Gedächtnismodelle
  • Aktivierung von Zellverbänden
  • Gedächtnisprozesse und kortikale Oszillationen

 

6 Anwendungsorientierte Befunde aus der Gedächtnisforschung

  • Abnorme Gedächtnisleistungen und Gedächtnisstrategien
  • Gedächtnis als konstruktiver Prozess bzw. Gedächtnisverfälschungen

 

 

Kapitel 1 Übersicht

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Kapitel 1 gibt eine generelle Übersicht bezüglich der Inhalte des vorliegenden Lehrbuches. Nach einer genaueren Definition des Begriffs „Gedächtnis“ wird die grundlegende Bedeutung des Gedächtnisses für unser alltägliches Erleben und Verhalten dargestellt und ein komprimierter historischer Abriss über die Gedächtnisforschung gegeben. Weiterhin wird ein Überblick über die gebräuchlichen neurowissenschaftlichen Methoden gegeben, die zur Untersuchung des Gedächtnisses herangezogen werden (z. B. EEG, fMRT), und die gängigsten experimentellen Designs zur Untersuchung des Gedächtnisses werden vorgestellt. Abgerundet wird das Kapitel durch eine Darstellung der engen Verknüpfung des Themengebietes „Gedächtnis“ mit anderen allgemeinpsychologischen Forschungsfeldern, insbesondere der Aufmerksamkeit und der Wahrnehmung.

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Kapitel 2 Transiente Gedächtnissysteme (sensorisches Gedächtnis und Kurzzeitgedächtnis)

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In Kapitel 2 wird erläutert, warum die aktuelle Forschung von separaten Systemen für die transiente (d. h. kurzfristige) Speicherung von Information (sensorisches Gedächtnis und Kurzzeitgedächtnis) und für die dauerhafte Speicherung von Inhalten (Langzeitgedächtnis) ausgeht. Nachdem die erste Stufe der mnemonischen Verarbeitung im sensorischen Gedächtnis erläutert wurde, werden klassische Befunde aus der Kurzzeitgedächtnisforschung präsentiert und es wird erläutert, warum das Kurzzeitgedächtnis heutzutage Arbeitsgedächtnis genannt wird. Neben einem klassischen Modell aus der Arbeitsgedächtnisforschung (Baddeley-Modell) wird ein alternativer Ansatz aus der aktuellen Gedächtnisforschung vorgestellt, der das Arbeitsgedächtnis als aktivierte Anteile des Langzeitgedächtnisses betrachtet (Embedded-Processes-Modell nach Nelson Cowan).

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Kapitel 3 Langzeitgedächtnissysteme

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In Kapitel 3 wird dargestellt, dass sich das Langzeitgedächtnis in distinkte Subsystem unterteilen lässt, auf die zum Teil willentlich zugegriffen wird (deklaratives Gedächtnis), während ein großer Anteil der Einträge im Gedächtnis automatisch aktiviert wird (non-deklaratives Gedächtnis). Es werden Befunde aus Untersuchungen an Patienten mit Hirnschädigungen, neurowissenschaftlichen Experimenten und Verhaltensstudien präsentiert, die für die Validität dieser Unterteilung sprechen. Ein Schwerpunkt wird auf das non-deklarative Gedächtnisphänomen der Bahnung gelegt („priming“), mit dem sich automatische, und vorbewusste Zugriffe auf das Gedächtnis untersuchen lassen. Ergänzt wird das Kapitel durch einen Exkurs in das Forschungsfeld „Repräsentation von Wissen“, um zu erläutern, wie man sich die Repräsentation bestimmter Gedächtnisinhalte aus kognitionspsychologischer Perspektive vorstellt.

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Kapitel 4 Gedächtnisprozesse

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Kapitel 4 widmet sich der Abspeicherung von Informationen im Gedächtnis (Enkodierung), dem Aufrechterhalten einer Gedächtnisspur (Retention), der neuronalen Festigung eines Gedächtniseintrages (Konsolidierung), dem Abruf aus dem Langzeitspeicher und dem Vergessen. Die neuronale Interaktion zwischen dem sog. medialen Temporallappen und der Hirnrinde wird als wichtiger Gedächtnismechanismus präsentiert (z. B. im Rahmen des Standardmodells der Konsolidierung). Weiterhin wird besprochen, welchen Einfluss die Tiefe der Verarbeitung eines Reizes, Gemeinsamkeiten zwischen Enkodier- und Abrufkontext und der Schlaf auf die Gedächtnisleistung haben. Die Unterprozesse, die den Abruf von Gedächtnisinhalten charakterisieren, werden dargelegt (Zwei-Prozess-Theorie), und es wird aufgezeigt, wie und warum bestimmte Gedächtniseinträge vergessen werden. Ergänzt wird das Kapitel durch einen methodischen Exkurs in die angemessene Messung von Gedächtnisleistungen(Signalentdeckungstheorie).

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Kapitel 5 Auf der Suche nach der Gedächtnisspur

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Kapitel 5 beschäftigt sich mit der Frage, wie ein Gedächtniseintrag (Engramm) kortikal implementiert ist. Es wird erläutert, dass Engramme aus weit verteilten Netzwerken aus Neuronen aufgebaut sind, die durch die Form ihres Aufbaus (Topologie) und die Effizienz der Verbindungen zwischen den beteiligten Nervenzellen charakterisiert sind. Auf biologischer Ebene spielen für den Aufbau dieser Netzwerke die Langzeitpotenzierung, strukturelle Veränderungen synaptischer Verbindungen, die Neurogenese und die kortikale Reorganisation eine wichtige Rolle. Diese Rolle lässt sich z. B. anhand von Computersimulationen (konnektionistische Netzwerkmodelle) genauer untersuchen. Ergänzend wird in Kapitel 5 erläutert, welche Rolle oszillatorische Hirnaktivität in verschiedenen Frequenzbereichen für den Aufbau und die Aktivierung dieser Netzwerke spielt, und ein integratives Modell der bis dato besprochenen Erkenntnisse aus der Forschung wird präsentiert.

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Kapitel 6 Anwendungsorientierte Befunde aus der Gedächtnisforschung

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In Kapitel 6 werden eine Reihe von Beobachtungen aus der anwendungsorientierten Gedächtnisforschung vorgestellt. Insbesondere geht es um pathologische Gedächtnisleistungen, Zeugenaussagen, Gedächtnisverfälschungen, Strategien zur Verbesserung des Gedächtnisses etc. Neben dem Blick in die Praxis soll dabei vermittelt werden, dass auch diese Befunde zum besseren theoretischen Verständnis des Gedächtnisses beitragen.

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